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Der Herbst ist da, die Corona-Infektionen nehmen zu und machen auch vor der Schule nicht halt. Unterrichtsausfall droht. Zwar liegt der Fokus laut Schulministerium auf dem Präsenzunterricht. Gleichwohl sollen die Schulen Szenarien für den digitalen Distanzunterricht vorbereiten. Die stimmen sich darauf ein, haben aber mit alten Problemen zu kämpfen, wie das Beispiel am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zeigt.

„Wir haben eine Elterninfo herausgegeben um die Familien darauf vorzubereiten, dass eine einzelne Klasse eventuell mal einen ganzen Tag zuhause ist“, erklärt Schulleiter Frank Bäcker vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium auf Anfrage des Bürgerportals.

Heißt im Klartext: Es kann auch im dritten Winterhalbjahr der Pandemie wieder zu Distanzunterricht kommen.

Die Lage an der Schule sei eben „schwierig“, sagt Bäcker: Neben den normalen Erkrankungen habe man im Kollegium bereits viele Corona-Fälle. Da stelle sich für ihn die Frage, wie viel Vertretungsunterricht überhaupt noch geleistet werden kann.

Distanzunterricht in Ausnahmefällen

Vertretungsunterricht durch „gesunde“ Lehrer in ihnen unbekannen Klassen, ohne passende Lehrinhalte, das nage nicht nur an der Gesundheit des Kollegiums: „Auch die Schülerinnen und Schüler sind nach der vierten Vertretungsstunde durchaus – und das berechtigt – genervt“, schildert Bäcker.

Um Druck aus dem Kessel zu nehmen bereite sich die Schule daher auf Distanzunterricht vor: „In bestimmten Ausnahmefällen, wenn zu viele Lehrerinnen und Lehrer einer Klasse gleichzeitig fehlen und ein Tag faktisch nur aus Vertretungsunterricht bestünde“, heißt es in der Elterninfo, die kurz nach den Herbstferien versandt worden ist.

Das „Handlungskonzept zum Schulbetrieb in Corona-Zeiten“ von der Landesregierung erlaube dies ausdrücklich. Und die Schule habe mittlerweile Erfahrung in der digitalen Vermittlung von Lernstoff auf Distanz, auch bei den Prüfungen, so Bäcker. Sollte es zum Distanzunterricht kommen, könne man den Stundenplan sehr gut digital abbilden.

Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium treten bereits vermehrt Corona-Fälle unter der Lehrerschaft auf, Foto: Thomas Merkenich

Hemmschuh WLAN

Dabei würden gegebenenfalls auch infizierte Lehrerinnen und Lehrer für den Unterricht aus der Distanz eingesetzt: „Wenn sich die Kolleginnen und Kollegen in der Lage sehen, trotz positivem Befund zu unterrichten, ist das natürlich erste Wahl“, sagt Bäcker. Aber zunächst gelte der Grundsatz: Krank ist krank.

Neben dem Lehrpersonal offenbart sich – wieder einmal – die Technik als Hemmschuh. Ob am Dietrich-Bonhoeffer-Gymansium Distanzunterricht (von gesunden Lehrern) aus dem Schulgebäude heraus erfolgen kann, ist offen.

Es fehlt an der „Ausleuchtung“ der Schule mit Funkinternet. Bäcker ist genervt: „Trotz des Sponsoring-Angebots der Telekom ist noch immer kein WLAN im Gebäude vorhanden.“

Die Sponsoringverhandlungen zwischen Stadt und Telekom würden sich nun schon über ein Jahr hinziehen und die Schule wisse nicht, wann endlich eine Einigung erfolge.

Eltern ziehen mit

Distanzunterricht, das stellt neben der Schule auch die Familien erneut auf die Probe. „Wir arbeiten eh oft im Home Office“, sagt eine Mutter, deren Kinder an das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gehen. So sei deren Betreuung zuhause im Fall der Fälle gewährleistet.

Und wegen des Home Office habe man auch leistungsfähiges Breitband sowie einige Endgeräte für die Kinder. „In Ausnahmefällen werden die je nach Aufgabe aufgeteilt, das ist machbar“, so die Einschätzung der Mutter.

Study Hall

Die Situation herrscht aber nicht in jeder Familie vor. Was passiert, wenn Breitband, Endgeräte oder eine Betreuung durch Eltern im Home Office fehlen?

Auch hier hat das Gymnasium vorgesorgt: „Für diese Fälle bieten wir mit der study hall einen Raum und eine Aufsicht in der Schule an“, heißt es an der Schule. Hier werde jedoch lediglich im Gruppenrahmen beaufsichtigt. Eine individuelle Betreuung könne nicht gewährleistet werden.

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Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. „Eltern ziehen mit“ ist recht optimistisch formuliert. Bei Eltern im Homeoffice würde ich auch nicht von einer „Betreuung“ sprechen.
    Schon jetzt fallen viele Unterrichtsstunden aus, hier muss noch besser kommuniziert werden.
    Und wie der „Distanzunterricht“ in der „study hall“ OHNE WLAN funktionieren soll, muss das DBG vielleicht auch noch einmal erläutern.