Der Entwurf für ein neues Stadthaus

In der Debatte über einen Neustart des Projektes „Stadthaus“ plädiert die CDU-Fraktion dafür, den Entwurf des Architektenbüros Auer Weber zu überarbeiten. Sollte die Ampel-Koalition dennoch einen völligen Neustart beschließen müsse sie sich später daran messen lassen, ob sie damit tatsächlich günstiger und schneller zum Ziel gekommen ist.

Die CDU-Fraktion geht nach  bisherigen Presseberichten davon aus, dass auf Grund der Mehrheitsverhältnisse die Würfel für den völligen Neustart des Stadthauses gefallen sind. „Wenn dies so ist, wird sich Bürgermeister Stein sowie die Ampelfraktionen künftig daran messen lassen müssen, ob sowohl die Kosten-Marke von 85 Millionen Euro – inklusive der nun noch in die alten Stadthäuser zu tätigen Investitionen und der Ausgleichszahlungen an Auer Weber – als auch die zeitliche Zielsetzung eines Bezugs im Jahr 2028 nicht gerissen werden“, erklärt der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Michael Metten.

Dies sind die beiden Kennwerte, an denen die Entscheidung zu messen sei.  „Es steht zu befürchten, dass neben den negativen finanziellen Auswirkungen auch die Arbeitsbedingungen für die städtischen Mitarbeiter viele weitere Jahre kritisch bleiben. Ebenso wird die Umsetzung eines zukunftsgewandten Büchereikonzeptes noch lange auf sich warten lassen“, befürchtet der CDU-Fraktionsvorsitzende.  

Die CDU-Fraktion bekräftigt ihre Meinung, dass die Verwaltung an dem Siegerentwurf von Auer Weber hätte festhalten solle, zumal das Stuttgarter Architektenbüro in seinem kürzlich bekannt gewordenen Schreiben an die Stadtspitze und die Fraktionen eine klare Willensbekundung signalisiert habe, Veränderungen und Anpassungen an der bisherigen Planung hinsichtlich Raumbedarf, Nachhaltigkeit und Kosten vorzunehmen.

Statt des von der Ampel verhängten Moratoriums wäre es längst die Aufgabe der Stadtspitze gewesen, mit dem renommierten Büro das Gespräch zu suchen, um den Entwurf an die sich ändernden Gegebenheiten anzupassen und eine entsprechende Kostenobergrenze zu vereinbaren.

Offener Dialog

„Es ist nicht zuletzt eine Frage von Haltung und Werten, ob man den offenen, konstruktiven Dialog zu dem Architekturbüro sucht, dessen Entwurf seinerzeit von allen in der Jury vertretenen Fraktionen als richtungsweisend gelobt wurde, oder ein Juristengutachten als einzigen Weg gelten lässt “, ergänzt Matthias Butz. Er ist CDU-Sprecher im Stadthaus-Ausschuss.

„Mitunter beschleicht einen das Gefühl, dass es hier vor allem um einen politischen und weniger in der Sache begründeten Neuanfang geht. Dass dieses Projekt in seiner Struktur überarbeitet werden muss und Kosteneinsparpotentiale generiert werden müssen, ist vollkommen klar“, so Butz. Kostensicherheit lasse sich zudem durch eine kombinierte Vergabe ab der Leistungsphase 4 gemäß HOAI erzielen. 

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

16 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. @Herr de Lamboy,

    gute Frage.

    Ob es bei Projekten der öffentlichen Hand eine Garantie geben kann für die Einhaltung einer Obergrenze von Investitionsprojekten, kann ich abschließend nicht beurteilen. In der Wirtschaft käme man diesem Ziel mit einer professionellen Ausschreibung, wasserdichten Verträgen und eigener Projektdisziplin sicherlich sehr nahe. Und: Nicht kleinrechnen zu Beginn, nur um eine Entscheidung zu bekommen. Dinge, die beim Stadthaus-Projekt in der Vergangenheit offenbar nicht gegeben waren.

    Aber: Warum sollte das Projekt „Stadthaus“ in Bergisch Gladbach zukünftig nicht vergleichbar professionell durchgeführt werden können?

    Die von Ihnen unterstellten 3 Mio. vermag ich nicht einzuordnen. Sie werden vom KStA heute zwar genannt, aber doch eher spekulativ. In der Presse war bisher von 600.000 Euro die Rede. Da die Diskussionen zum Stadthaus weiterhin im Hinterzimmer geführt werden, ist keine offizielle Zahl bekannt.

    Aber selbst 3 Mio. sollten nicht abschrecken: Gemessen an den bisher zu erwartenden 100 Mio. (oder an den von der CDU bereits eingeräumten 85 Mio.) Gesamtvolumen mit nach oben offenem Ende, wäre eine Abschreibung in dieser Höhe ärgerlich, aber lohnenswert, da auf der anderen Seite zig Millionen eingespart werden können.

    Eigentlich doch eine einfache Rechnung.

    Diese Rechnung geht natürlich davon aus, dass mit dem genannten „Neustart“ auch wirklich ein neuer, wirtschaftlicher Ansatz gemeint ist und aus dem bisher geplanten Prestige-Bau ein im besten Sinne zweckmäßiges Verwaltungsgebäude wird: Technisch-organisatorisch-optisch modern und ökologisch einwandfrei, aber konzentriert auf die Kernfunktionen einer Verwaltung und den dazu notwendigen Flächenbedarf, ohne öffentliche Cafés, Medienzentrum, Einzelbüros für alle, usw. Sie selbst sprechen in Ihrem Kommentar z.B. von einer „riesigen, überdimensionalen Bücherei“. Ja, genau darum geht’s!

    Vielleicht könnte man sogar unterscheiden zwischen zentral gelegenen „Front-Offices“ (mit Bürgerkontakt) und „Back-Offices“ (ohne Kundenkontakt, können irgendwo in der Stadt liegen). Letzteres ist eine beispielhafte Idee, die im Projekt besprochen, aber leider schnell verworfen wurde. Dabei werden solche neuen Ideen dringend benötigt, wenn nicht lediglich die Vergangenheit neu aufgebaut werden soll, sondern die Zukunft!

    Insgesamt wichtig ist m.E., dass – nach dem bisherigen Projekt-Desaster – die PolitikerInnen aller Parteien in Bergisch Gladbach nun zeigen, dass ihnen bewusst ist, dass die für den Verwaltungs-Bau notwendigen Steuergelder von der Bürgerschaft immer härter erarbeitet werden müssen.

    Und: Dass unsere Stadt bereits hunderte Mio. Schulden hat. Schulden, die man seinen Kindern und Kindes-Kinder nicht aufbürden darf.

  2. Sehr gut Herr Havermann, das kann man beim Verwenden eines logisch arbeitenden Gehirns, absolut vollumfänglich unterschreiben.
    Aber, ….

  3. @Dr. Bacmeister: wie sollen Vergabeexperten beurteilen, ob die ARCHITEKUR des renomierten und beauftragten Büro auf die neuen Anforderungen angepasst werden können?
    …..Nachfrage bei den Vergabespezialisten ergab jedoch, dass Änderungen bei Digitalisierung und Raumaufteilung sowie klimaschonendes, nachhaltiges Bauen nur sehr begrenzt möglich sind, da der Charakter des Siegerentwurfs nicht verändert werden kann“
    Das ist einfach ein von Ihnen angenommener Unsinn.
    @ Hanns-Eberhardt Schulze: was veranlasst Sie zur Annahme, dass ein neuer Entwurf von einem anderen Architektenbüros einen geschätzten, oder ermittelten Kostenrahmen garantieren wird, geschweigen denn garantieren wird?
    Sie wollen 3 Mio Architektenhonorar durch eine Neuplanung einsparen, würde heissen, dass ca. 4.000 cbm oder ca. 1.200 qm Nutzfläche damit gebaut werden könnten, oder auch nicht.
    @ G Huepper: wenn zukünftig weniger Personal gebraucht wird, was ich absolut unterschreibe, warum werden denn jetzt 80 Personen neu in der Verwaltung benötigt?
    In der damaligen Preisgerichtssitzung wurde vom Personalrat der Stadtverwaltung die Forderung nach viel mehr Einzelbüros aufgestellt. Warum sollte sich das jetzt ändern? Seinerzeit gab es noch kein Homeoffice, was sich auf absehbare Zeit von nun an nicht wesentlich ändern wird.
    Eine riesige, überdimensionale Bücherei musste eingeplant werden, und das in einer Zeit der digitalen Medien! Alles wurde damals gefordert. Alleine Einsparungen in diesen Bereichen würde die Kosten erheblich reduzieren.
    Also was spricht dagegen, den Gewinnerentwurf unter den neuen Gegebenheiten anzupassen?
    Meine Antwort: Das will man einfach nicht. Warum nicht?
    Sind das nicht einfach Rachegelüste gegen die letzte Regierungskoalition?
    Vergessen ist, dass die SPD Koalitionspartner war, und dem jetzt beauftragten Entwurf vollumfänglich zugestimmt hat.
    Auch die Grünen und die FDP war begeistert, und jetzt ist alles noch nicht einmal mehr diskutabel?

  4. Es wird m.E. immer deutlicher, dass die neuen Machtverhältnisse im Rat das sind, was wir jahrelang und äußerst behindernd für die Entwicklung unserer Stadt hatten: Eine Gemeinschaft von Parteien, die mit ihrer Mehrheit alles, was sie selbst beschlossen, im Rat durchdrücken konnte. Die GroKo brachte ihre teilweise höchst befremdlichen Pläne durch, heute macht die Ampel genau dasselbe.

    Der Siegerentwurf des Stadthauses, der er vor 7 Jahren wurde, passt heute nicht mehr. Einige so nicht vorhersehbare und sich daraus ergebende, aber auch damals schon abzusehende Veränderungen grätschten in das immer teurer werdende Objekt. Mit der Pandemie bekam das Homeoffice eine wesentlichere Bedeutung und die Digitalisierung wurde zu dem, was immer vorhersehbar war: Unabdingbar! Unter diesen Aspekten ist der alte Plan zu voluminös, man könnte mit etlichen Büros weniger auskommen. Außerdem scheint mir die auch vertikale Begrünung – ein Schmankerl für die Grünen – der Kosten wegen überflüssig.

    Das Büro, das den damaligen Wettbewerb gewann, scheint mir die Probleme erkannt zu haben und signalisiert Gesprächsbereitschaft. Was macht Stein? Er schweigt mit allen, die bei der Ampel was zu sagen haben möchten. Wie falsch ist das denn und welche Beweggründe mag das haben? Eifersüchtiges Abschneiden alter Zöpfe, unbelehrbare Durchsetzungsattitüden, Geld, dass man gerade aufzunehmen sich genötigt sah, sofort wieder zum Fenster rausschmeißen?

    Das Architektenbüro reicht die Hand, die Ampel schlägt sie ohne Not aus und will neu planen, was keinesfalls preiswerter werden muss. Man scheint mit Gewalt beweisen zu wollen, dass man es besser machen will als frühere Koalitionen und erreicht genau das Gegenteil.

  5. Das Geld zum Fenster hiauswerfen kann jeder. Die Ampelkalition sollte belegen, dass ihre Vorschäge besser durchdacht sind. Nur eine Ablehnung und eine neuplanung mit hohen kosten ist für mich nicht verständlich. Ich glaube herrn Stein und der Ampelkoalition geht es nur ein Projekt zu stürzen, wo sie nicht das Sagen hatten. Vielleicht wäre es sinnvoll einen aussenstehenden Fachmann oder Fachfrau mit einem eigenen kompetenten Büro zu Rate zu ziehen. Das politische Hic Hac bringt uns nicht weiter, kostet Zeit und Geld. Ganz davon zu schweigen,wie sich die Mitarbeiter der Stadt fühlen und vorkommen, nämlich auf den Arm genommen. Wenn so eine Stadtleitung und Führung aussieht, dann Nacht Matthies. Herr Bürgermeister und Macher der Ampelkoalition.

  6. Ich wünschte, Herr Stein und das ihn stützende Dreierbündnis würden sich den Siegerentwurf von Auer Weber nochmals unvoreingenommen vornehmen. Es gibt doch das klare Angebot der Stuttgarter Architekten, über alles zu reden und auch nachzubessern. Jedenfalls könnte viel Zeit und auch Geld gespart werden, an dem bisherigen Entwurf für den Neubau am S-Bahnhof festzuhalten. Man mag sich gar nicht ausdenken, wie hoch die Zahlungen für die bisherigen Leistungen von Auer Weber ausfallen. Vermutlich müsste nach einer Neuausschreibung sogar das alte Stadthaus, weil es noch einige Jahre durchzuhalten hat, teilsaniert werden. Auch das kostet zusätzliches Steuergeld. Oder ist die Substanz dieser alten Gebäude doch nicht so schlecht, wie behauptet wird? Die CDU-Fraktion vertritt hier aus meiner Sicht eine klare Position.

  7. Wenn ich die unteren Kommentare der CDU-Mitglieder und Ratsleute so lese, dann bestärkt mich das im Eindruck, dass der Neubeginn eine gute Idee ist. Ich gehe davon aus, dass man auch bei dem alten Entwurf die abschätzbare Personalentwicklung durch erweiterte Aufgaben der nächsten Jahre durchaus mit in Betracht gezogen hat, deshalb sollte das kein Argument sein. Wer aber meint, dass die Digitalisierung nur bedeutet, dass da ein paar mehr Computer eingesetzt werden, der hat das Thema nicht auch nur ansatzweise verstanden. Ich habe beruflich mit einigen eGovernment-Projekten in ganz Europa zu tun gehabt, wo man in vielen Ländern schon wesentlich weiter ist als in Deutschland und vor allen Dingen in Gladbach, bspw. Großbritannien. Durch Self Service und Automatisierung wird wesentlich weniger Personal für die Bewältigung der Aufgaben gebraucht. Wenn das hier überhaupt nicht bedacht wurde, dann wird mir so einiges klar.
    Zum bisher eingesetzten Geld: betriebswirtschaftlich ist die schon investierte Summe vollkommen ohne Belang, es zählt nur die noch aufzubringende Summe. Man wirft halt schlechtem Geld kein gutes hinterherher. Alles andere ist eine Milchmädchenrechnung.
    Und zum Kostendeckel, Frau Feß: ich habe den Beitrag schon gelesen, allerdings, alleine fehlt mir der Glaube: wie schon unten Herr Schulzeauifgeführt hat: Kostendeckel hat es in der Vergangenheit schon viele gegeben, gehalten wurden sie noch nicht.

  8. Nach dem Schreiben von AuerWeber haben wir Grünen intensiv geprüft, ob die Beauftragung dieses renommierten Architekturbüros sinnvoll ist, da dieses angeboten hatte, auch nachhaltig und klimaneutral planen zu können. Dass ist umso wichtiger, als durch die jetzige Bebauung des Kalkofengeländes deren bisherige Funktion als Kaltluftgebiet entfällt.
    Die Nachfrage bei den Vergabespezialisten ergab jedoch, dass Änderungen bei Digitalisierung und Raumaufteilung sowie klimaschonendes, nachhaltiges Bauen nur sehr begrenzt möglich sind, da der Charakter des Siegerentwurfs nicht verändert werden kann, ohne dass unterlegene Wettbewerber den Bau durch Konkurrentenklagen lahmlegen können. Die Abwehr von Konkurrentenklagen wollte AuerWeber aber nicht übernehmen.
    Als Ausschußvorsitzender bin ich – auch nach Prüfung der Alternative: Vergabe an einen Generalbauunternehmer ab Phase vier – überzeugt, dass die geänderten Anforderungen an das Stadthaus nur umgesetzt werden können, wenn der Prozeß neu gestartet wird – durch Gesamtvergabe von Anfang an können die Zeitverzögerungen wieder aufgeholt werden.

  9. Sehr geehrte Damen und Herren der CDU,

    Es wäre hilfreich gewesen, wenn Sie es in der Vergangenheit mit den Zielen auch nur annähernd so genau genommen hätten, wie Sie es heute von anderen verlangen.

    Zum Beispiel wäre der „Kostendeckel“ von 46 Mio. Euro für den Stadthausneubau, der vom Stadtrat in 2018 unter der Führung der CDU festgelegt wurde, durchaus einer Erinnerung wert. Oder: Ihre Gesamtkostenschätzung auf 62,6 Millionen Euro in 2019 (s. Beitrag der CDU im Bürgerportal v. 27.11.2019, schon „ein wenig“ mehr). Heute liegen Sie bei 85 Mio. (noch ein „Schippchen“ drauf).

    Sieht so Ihre eigene messbare Zielverfolgung aus?

    Zu Ihrer Orientierung weise ich an dieser Stelle darüber hinaus darauf hin, dass das nach bisheriger Planung zu erwartende Projektvolumen längst die 100 Mio. Euro Marke erreicht hat, sofern man ehrlich und bis zu Ende rechnet (s. dazu u.a. Entscheidungsgrundlage des AUKIV v. Dezember 2019). Das Volumen ist unter Ihrer maßgeblichen Führung von ursprünglich 30 Mio. auf das mehr als Dreifache explodiert, nicht bei den von Ihnen genannten (auch schon unglaublichen) 85 Mio. stehengeblieben.

    Wenn es nun durch die neuen Mehrheitsverhältnisse im Rat und mit Unterstützung des Bürgermeisters möglich ist, diese bisher unkontrollierte Steigerung der Investitionshöhe mit einem Projektneustart einmal grundsätzlich in Frage zu stellen, dann macht dies Hoffnung. Hoffnung darauf, dass es nicht einfach so weiter gehen wird wie bisher, sondern dass z.B. die Notwendigkeit des Geplanten (und damit die der Kostenexplosion) durchaus einmal hinterfragt wird. Und: Dass verantwortlich mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird.

    Dabei wäre es natürlich ärgerlich, bei einem solchen Neustart Ausgleichszahlungen für das Büro Auer Weber abzuschreiben, wie Sie es befürchten. Dies wäre aber doch ganz bestimmt vertretbar, wenn dadurch auf der anderen Seite zig Millionen eingespart würden.

    Diese eingesparten Millionen könnten ja dann – anstatt für einen städtischen Prestige-Bau – z.B. für die weitere Sanierung unserer Schulen, die Instandsetzung von Straßen und Wegen, den Bau von Kindergärten oder den Bau von bezahlbarem Wohnraum verwendet werden. Da fehlt es an allen Ecken in unserer überschuldeten Stadt!

    Generell müssten Einsparungen dabei doch eigentlich auch in Ihr Konzept passen: In Ihrem Beitrag zum Haushaltsentwurf 2021 jedenfalls beanstanden Sie die darin geplante, nach Ihrer Ansicht zu hohe, Kreditaufnahme. Diese Klage passt für mich nicht zu Ihrem Festhalten an der extrem teuren Stadthausplanung.

    Mit freundlichem Gruß
    Hanns-Eberhard Schulze

  10. Das Festhalten der CDU an der Stadthausplanung halte ich für richtig. Einmal finde ich das die Planung passt und zum anderen wurde schon genug investiert. Wenn jetzt noch die schöne Planung von Arch. Zimmermann an der Schnabelsmühle mit der Frontansicht und dem Kino als Frontansicht zum Tragen käme, würde den Besucher von der Bensberger Straße her ein Blick auf eine lebendige Stadt geboten.

  11. Man sollte den CDU-Beitrag schon genau lesen! Auch die CDU-Fraktion spricht sich für einen Kostendeckel und für bauliche Anpassungen aus.

    Allerdings hält sie am bisherigen Entwurf von Auer Weber fest und plädiert dafür, dass das Gesprächsangebot des Stuttgarter Architektenbüros angenommen wird.

    Doch die Ampel will wohl unbedingt den Neustart. Das ist meiner Meinung nach der völlig falsche Weg – mit großen Risiken.

  12. Schade, dass Herr Stein nur auf seine Juristen zu hören scheint und das Angebot der Auer Weber-Architekten für Nachverhandlungen ausschlägt. Es ist ein Riesenversäumnis, diese Gespräche nicht schon längst geführt zu haben.
    Ich befürchte, dass ein Neustart am Ende um einiges teurer ausfällt. Oder es wird am Ende ein seelenloser Zweckbau errichtet.
    Die CDU-Fraktion weist zu Recht darauf hin, dass vermutlich das alte Stadthaus noch renoviert werden muss, weil es durch die von Herrn Stein gewollte Neuausschreibung zu einem Zeitverzug des Stadthausneubaus von mehreren Jahren kommen dürfte.
    Ziemlich dünn, was da von den Bündnisgrünen, der SPD und der FDP initiiert wird. Aber das Bündnis kommt sich ganz groß vor.

  13. Da das beauftragte Architekturbüro nur über Nebenkanäle erfahren hat, dass die Planungsleistungen seitens der Stadt nicht mehr in Anspruch genommen werden sollen, ist bedenklich. Es hat also keinen Austausch mehr zwischen dem Büro und der Verwaltung gegeben. Da frage ich mich nur warum? Wenn etwas zu teuer wird, weil der Umfang der Planungen zu groß ist, muss ich diese als Bauherr wieder anpassen lassen.
    Am Anfang stand, ich wünsch mir was und nun muss geschaut werden, was kann ich mir als Stadt leisten. Wenn die Stadt nun einseitig die Vertragsgrundlage entzieht, ist es doch klar, dass das Büro einen entgangenen Gewinn in Rechnung stellen wird.
    Wir bezahlen also die Planungsleistungen doppelt und haben einen Verzug im Bau. Dies wird bestimmt den Arbeitnehmer der Verwaltung erfreuen, wenn diese in Büroräumen arbeiten müssen, wo der eine oder andere, der kein Angestellter der Stadt ist, diese Räume nicht einmal betreten würde.
    Ich frage mich, welchen Nutzen es hat, einem beauftragten Architekturbüro die Planungsleistungen zu entziehen um diese dann einem zu übergeben. Dadurch wird es nicht preiswerter, wenn dann auch noch den zu zahlenden entgangenen Gewinn berechnet werden muss.
    Es muss allen klar werden, wollen wir ein neues Stadthaus oder lassen wir die Mitarbeiter dort wo diese gerade im alten Stadthaus arbeiten. Ich möchte dann im Nachgang nicht wissen wer dann die Verwaltung als Arbeitgeber verlässt oder welche Auflagen bzgl. Brandschutz, Rettungswege, Isolierung der Fenster, Anschlüsse der internen Netzverkabelung, Büromöbel, Sozialräume etc. erbracht werden müssen um ein normales Arbeiten zu ermöglichen. Ein weiterer Punkt ist die Stadtbücherei die in das neue Verwaltungsgebäude mit integriert werden soll. In den alten Räumlichkeiten kann diese auch nicht länger verbleiben, da auch dieses Gebäude die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht hat. Diese Kosten müssen dann auch mit eingerechnet werden.

  14. Alternative „von der Wiege zur Wiege mit der Ampel“
    Nun, ich kann nur sehr hoffen das der Dialog bei diesem Thema mit dem seinerzeitigen Sieger, dem Büro Auer Weber konstruktiv fortgesetzt wird. Es ist hier schon viel zu viel Zeit ins Land gegangen. Und ja, die Kosten sind vom Ursprung immer teurer geworden, aber das Leistungspacket und der Umfang auch! Hier wird eine zeitgemäße Bibliothek mit eingeplant, samt Konzept usw. Jetzt werden in dem einen oder anderen Beitrag auch noch die Büroausstattungen- und Umzugskosten mit eingepreist, dies macht den Vergleich natürlich schwierig bzw. führt diesen ins Absurde.(Was nicht bedeutet das diese Kosten natürlich betrachtet werden müssen) Weiter möchte ich nochmal darauf aufmerksam machen, dass dieses Projekt mit Unterstützung des Bundes der Steuerzahler begleitet wurde.
    Ich wünsche mir nur für alle Nutzer eine zügig, sinnvolle Umsetzung des bisher geplanten Projektes und möglichst wenig Geld in die alten Gebäude Stadthaus und Bücherei Forum zu stecken! Auch das Argument der Digitalisierung und dem damit verbunden geringeren Raumbedarf kann ich nicht Folgen, allein die jährliche Ausweitung und zukünftig wohl noch stärkeren Stellenmehrung in der Stadtverwaltung spricht dagegen! Viele Grüße

  15. Die Kosten des alten Entwurfs sind bisher von ca. 20 Mio € auf ca. 85 Mio € gestiegen unter der Ägide des alten Rats, ohne dass auch nur ein Spatenstich erfolgt ist. Was macht denn da die CDU so sicher, dass mit dem alten Entwurf nunmehr die 85 Mio bis zum Ende gehalten würde? Und dass mit dem alten Entwurf der Zeitrahmen gehalten wird? Das ist ziemlich naiv und durchschaubar, sorry.
    Beim ganzen Entwurf wurde die Kostengrenze, die der Rat beschlossen hatte, gar nicht berücksichtigt – weil die Verwaltung es versäumt hatte, diesen wichtigen Punkt weiterzugeben. Erst die derzeitige Pandemie hat die Verantwortlichen darauf gebracht, Themen wie Digitalisierung und Homeoffice überhaupt zu denken, Themen, die in der Industrie schon seit mindestens 15 Jahren alltäglich sind. Da stimmt die ganze Basis des Entwurfs nicht, wenn das Fundament nicht stimmt, dann sollte man besser reinen Tisch machen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

  16. Diese Äußerungen zum Neubau des Stadthauses der Herren Metten und Butz sollten definitiv Nachdenklichkeit erzeugen. Für mich ist es eine zentrale Frage, warum die neue Stadtspitze das eindringliche Gesprächsangebot des Architektenbüros Auer Weber ignoriert? Da gäbe es doch hervorragende Chancen, sowohl den bisherigen Entwurf den veränderten Bedürfnissen anzupassen, als auch die Kosten zu senken.
    Genau das bietet Auer Weber der Stadt an – erntet aber bisher nur ein peinliches Schweigen.

    Für mich hat der von den Ampel-Parteien und von Herrn Stein angestrebte Neustart längst einen faden Beigeschmack. Ein Ausbooten des Stuttgarter Büros wäre jedenfalls seltsam, zumal doch alle Fraktion – also auch die der SPD und die der Bündnisgrünen – seinerzeit dem Siegerentwurf zugestimmt hatten; die Jury-Entscheidung fiel meines Wissens einstimmig für diesen Entwurf aus.
    Sollte es tatsächlich zu einer Neuausschreiben des Stadthausprojektes kommen, sollte genau hingesehen werden, wer dann das Rennen unter den beteiligten Architektenbüros macht.
    Vielleicht gibt es ja doch noch ein Umdenken. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.