Das Corona-Lagezentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises. Foto: RBK (Archiv)

Mittlerweile hat die hochansteckende britische Virus-Variante den ursprünglichen Corona-Typ auch in Rhein-Berg nahezu verdrängt. Daher ordnet die Kreisverwaltung jetzt an, dass die Quarantäne aller Personen, die positiv getestet wurden, zwei Wochen dauert. Das gilt auch für Personen im gleichen Haushalt.

Bislang hatte der Kreis nach positiven PCR-Tests überprüft, ob es sich bei der Infektion um die britische Virus-Mutation handelt – und erst dann eine strengere Quarantäne angeordnet. Da dies inzwischen in fast allen Fällen zutrifft gilt die 14-Tage-Frist jetzt grundsätzlich. Bereits Mitte März hatte der Anteil der britischen Variante im Kreis bei 86 Prozent gelegen.

Die steigende Zahl der Neuinfektionen in Deutschland gehe „zum überwiegenden Anteil auf die exponentielle Ausbreitung der britischen Virusvariante B.1.1.7 zurück“, teilt der Kreis jetzt mit. Das sei „besonders besorgniserregend, weil diese Variante nach den bisherigen Erkenntnissen, ansteckender als andere Virusvarianten ist und eine längere Ansteckungsfähigkeit aufweist”.

Zudem sei das Infektionsgeschehen nach wie vor diffus, die Quellen der Ansteckungen ließen sich in der Regel nicht ermittelt. Grundsätzlich gebe es über die neuen Virusvarianten noch zu wenig Daten und Erfahrungen.

Daher habe der Kreis nun zwei neue Allgemeinverfügungen erlassen. Sie passen den Quarantänezeitraum für alle Personen an, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Und für alle Personen, die mit ihnen in einer häuslichen Gemeinschaft wohnen.

Diese Regeln gelten bereits nach einem positiven Schnelltest. Aber nach wie vor soll jeder positive Schnelltest durch einen regulären PCR-Test überprüft werden. Fällt der PCR-Test negativ aus gilt auch die Quarantäne nicht mehr.

Die Verfügungen beinhalten im Einzelnen:

Allgemeinverfügung zur Anpassung des Quarantänezeitraums bei positivem Testergebnis

Ab 31.03.2021 gilt für alle Bürgerinnen und Bürger, bei denen eine Corona-Infektion durch einen PCR-Test oder einen Coronaschnelltest festgestellt wird, eine Quarantänedauer von grundsätzlich mindestens 14 Tagen. Bei Vorliegen von Krankheitssymptomen verlängert sich die Quarantäne, bis die Symptome über einen ununterbrochenen Zeitraum von 48 Stunden nicht mehr vorliegen.

Allgemeinverfügung zum Ausschluss der Verkürzung des Quarantänezeitraums für Haushaltsangehörige von mit SARS-CoV-2 infizierten Personen

Auch bei Personen, die mit einem Menschen in einer häuslichen Gemeinschaft leben, bei dem eine Infektion mit dem Corona-Virus durch einen PCR-Test oder einen Coronaschnelltest nachgewiesen ist, kann die Dauer der Quarantäne nicht durch einen negativen PCR-Test oder Coronaschnelltest verkürzt werden.

Diese Regelung gelte auch dann, wenn das positive Testergebnis nicht auf eine Virusvariante hinweist. Vor Entlassung aus der Quarantäne solle ein neuer Coronatest durchgeführt werden.

Damit folge der Rheinisch-Bergische Kreis den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und ergänze die Quarantäneverordnung NRW.

Hygiene und Abstand nach wie vor entscheidend

Das Gesundheitsamt bittet nach wie vor alle Bürger:innen, im eigenen Interesse die bekannten Regeln – Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen und lüften – konsequent einzuhalten, um die Ausbreitung der neuen, wesentlich leichter übertragbaren Variante so weit wie möglich zu erschweren.

Die Allgemeinverfügungen gelten vorerst befristet bis zum 29. April 2021. Ihren vollen Wortlaut veröffentlicht der Rheinisch-Bergische Kreis auf seiner Webseite.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Einfach unfassbar. Nachdem wir meine Mutter vom Krankenhaus in die Reha gefahren hatten, im Nachhinein erst erfahren haben das sie mit der UK Variante positiv getestet wurde, auf Nachfrage beim Gesundheitsamt die Info war, machen sie alles wie bisher, wenn sie Symptome bekommen, gehen sie zum Arzt.
    Nun seit knapp einer Woche selber positiv auf die UK Variante getestet wurde, sich das Gesundheitsamt bisher noch nicht gemeldet hat.
    Ich komme mir vor wie in einer Bananenrepublik.

  2. Zitat: “Zudem sei das Infektionsgeschehen nach wie vor diffus, die Quellen der Ansteckungen ließen sich in der Regel nicht ermittelt.“ Das klingt für mich etwas zu sehr nach Kapitulation. Das erklärte und nachvollziehbare Hauptziel war doch einmal die rechtzeitige Unterbrechung von Infektionsketten und nicht allein die statistische Erfassung und Verhängung von Quarantänemaßnahmen. Woran liegt es, dass dies bei 20-40 Fällen täglich nicht mehr möglich ist? Wenn der Personalbestand nicht ausreicht, warum wird der dann nicht aufgestockt? Ich hoffe doch, dass zumindest Allgemeinprofile der Infizierten erstellt werden, zB Größe und Art des Arbeitsplatzes , ÖPNV-Nutzung, Bewegungsprofile, in wieviel Fällen stand die Infektion in Zusammenhang mit Nichteinhaltung der Quarantäne?