Bei zahlreichen Workshops sammelte das Projektteam „auf Zanders“ viele Ideen der Bürger ein

Zur Frage, wie das Zanders Areal genutzt werden soll, brachten Bürger:innen der Stadt im Herbst 2020 ihre Wünsche und Ideen ein. Alle Anregungen wurden aufgearbeitet und stehen nun für Jedermann als umfangreiche Dokumentation zur Verfügung.

Im Herbst 2020 fand die erste Beteiligungsphase zur Zukunft des Zanders-Areals und insbesondere zu den von der Papierfabrik freigezogenen Flächen statt. Alle Bergisch Gladbacherinnen und Bergisch Gladbacher waren über mehrere Wochen aufgerufen, ihre Ideen, Vorschläge und Meinungen einzubringen. Die angebotenen Formate wurden rege angenommen. Nun wurden die vielschichtigen Ergebnisse in einer Online-Dokumentation zusammengestellt.

Rückblick auf das Beteiligungsverfahren

Anfang September 2020 startete die „Aktivierungsphase“ mit der Freischaltung der Internetseite zur Beteiligung (www.aufzanders.de). Hier wurden Informationen bereitgestellt, und es konnten seitens der Bürgerschaft Ideen eingestellt und verortet werden. Außerdem ging der dem Projekt zugeordnete Instagram-Account #aufzanders online und wurde während der gesamten Beteiligungsphase intensiv bespielt. Parallel zu diesen Online-Angeboten wurden an ca. 15 Standorten im Stadtgebiet Ideenboxen aufgestellt, um auch ein analoges Pendant anzubieten.

Am 22. und 29. September 2020 fanden zwei Abendveranstaltungen – sogenannte Ideenstammtische – in einer alten Lagerhalle auf dem Zanders-Areal statt. Hierzu wurden zwei Referenten eingeladen, die Impulsvorträge zu den großen Themen Leben, Arbeiten, Wohnen und Mobilität der Zukunft hielten. Im Anschluss wurde über die Themen diskutiert. Die Veranstaltungen konnten live im Internet verfolgt werden, und die online gestellten Fragen flossen in die Diskussion vor Ort ein.

Vom 6. bis 8. Oktober fand dann die dreitägige Ideenwerkstatt auf dem Areal statt. In dieser Zeit wurden diverse Führungen angeboten, um das Gelände („unbekannte Insel“ in der Stadt) ins Bewusstsein zu holen, mögliche Nutzungen und bisherige Planungsansätze zu diskutieren. Des Weiteren fanden Workshops auch mit geladenen Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft sowie mit Kindergruppen statt. Während der gesamten drei Tage war das Ideenbüro in einer sonst leerstehenden Halle zentraler Anlaufpunkt. Die eingebrachten Ideen wurden hier gesammelt und für alle in einer Ausstellung sichtbar gemacht. 

An jedem der drei Abende gab es Veranstaltungen, die ebenfalls als Livestream im Internet zu sehen waren. Dabei wurden der aktuelle Planungsstand präsentiert, eingebrachte Ideen weiter ausgearbeitet, ein Impulsvortrag zum Thema gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung gehalten und schließlich am letzten Abend die gesammelten Erkenntnisse in einer Abschlussveranstaltung zusammengefasst und vorgestellt.

Die Ergebnisse wurden im Nachgang weiter aufgearbeitet und durch das begleitende Architektur- und Beteiligungsbüro nonconform in Form einer Dokumentation zusammenfassend aufbereitet. 

Die Ergebnisse

Aus den eingebrachten Ideen wurden Themenblöcke (wie z.B. „Wohnen und Leben“ oder „Begegnung und Aneignung“) herausgebildet. Zu jedem Themenblock finden sich zahlreiche Vorschläge und konkrete Zitate in der Broschüre. Des Weiteren hat das Büro nonconform zehn Leitideen als Grundlage für die langfristige Planung aus allen Anregungen abgeleitet. Der Bergisch Gladbacher Bevölkerung war es bspw. wichtig, dass auf dem Areal etwas Besonderes entsteht, das auf die übrige Stadt und die Region ausstrahlt. Dabei wurde insbesondere der Charme der Industriebauten und Denkmäler als großes Potenzial empfunden, deren identitätsstiftende Wirkung es zu erhalten gilt. Klimagerechtigkeit und Lebendigkeit sind weitere wichtige Schlagworte. Der Fundus an vielfältigen Ideen ist nun Ausgangspunkt für die weiteren Planungen.

Zusätzlich zu diesen thematischen Aspekten wurde auch der weitere Planungsprozess skizziert. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass der prozesshaften Entwicklung des Areals eine enorme Bedeutung zukommt. Dies bedeutet, dass der Planungsprozess eher „auf Sicht“ vorangetrieben wird und immer wieder steuernd eingegriffen werden soll. Es handelt sich sozusagen um das Gegenteil eines in Stein gemeißelten Masterplans, der erstellt und innerhalb kurzer Zeit realisiert wird. Angesichts der Größe der Fläche und der vielfältigen Veränderungen der heutigen Zeit (Wandel der Mobilität, des Handels, des Klimas etc.) scheint ein starrer Masterplan kein passendes Werkzeug zu sein.Vielmehr bietet es sich im Falle des Zanders-Areals an, eine schrittweise Entwicklung und Belebung des 37 ha großen Geländes voranzutreiben. Diese soll es ermöglichen, auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. Es geht folglich nicht nur darum, innovative Nutzungen für den Ort zu finden, sondern auch innovative Prozesse zu gestalten.

Die Beteiligungsphase hat darüber hinaus deutlich gezeigt, dass eine enge kooperative Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft grundlegend für das Gelingen dieses Prozesses ist. Denn das Projekt Zanders Innenstadt stößt auf breites Interesse der Bevölkerung, und der Wunsch nach begleitender Beteiligung ist sehr ausgeprägt. Dies gilt es bei den zukünftigen Planungen zu berücksichtigen.

Die umfangreiche Dokumentation steht nun zum Download bereit.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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