Ein knappes Drittel der Menschen in NRW sind bereits geimpft, jetzt kommen die ersten Gruppen aus der Prioritätsgruppe 3 an die Reihe. Dazu gehören die Beschäftigten im Lebensmittelhandel, Lehrer:innen weiterführender Schulen, die Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und einige andere. Wir erklären, wer sich jetzt wie einen Impftermin geben kann.

„Bis im Juni die Priorisierung voraussichtlich aufgehoben wird, wollen wir in Nordrhein-Westfalen noch einmal ordentlich Strecke machen“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Dabei sollen so viele Menschen der Priorität 1, 2 und 3 wie möglich geimpft werden – den aus gutem Grund eine Priorität vor der gesamten Bevölkerung eingeräumt worden ist.

Zur Prio 3 gehören eigentlich alle Personen über 60 Jahre. Sofern sie aber nicht einer der unten aufgeführten Berufsgruppen angehören, müsse sie auf einen Termin im Impfzentren noch warten. Ihnen empfahl Laumann, sich in den Arztpraxen mit Astrazeneca impfen zu lassen. Damit hätten auch sie einen guten Zugang zu einem wirksamen und für ihre Altersgruppe geeigneten Impfstoff.

Die Terminvergabe erfolgt über die bekannten Plattformen der Kassenärztlichen Vereinigungen, auf dem Online-Portal oder telefonisch unter 0800 116 117 02. Die Buchung ist offiziell ab 8 Uhr möglich; bei vergangenen Runden ging es allerdings auch schon einige Stunden früher. Wie üblich kann es zum Start auch dieses Mal zu Überlastungen des Systems kommen.

Geimpft wird im Impfzentrum ein mRNA-Impfstoff – also Biontech oder Moderna. Eine Wahl des Impfstoffs sei nicht möglich, betont das Ministerium.

Im einzelnen erhalten ab Donnerstag diese Gruppen Impftermine:

Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren

Anspruchsberechtigt sind maximal zwei Kontaktpersonen je schwangere Person bzw. je nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person. Als Nachweis ist ein vom Gesundheitsministerium bereitgestellte Formular zu verwenden. Kontaktpersonen von Schwangeren haben darüber hinaus eine Kopie des Mutterpasses vorzulegen.

Die Kontaktpersonen der pflegebedürftigen Personen haben eine Kopie des Nachweises der Pflegekasse über den Pflegegrad der pflegebedürftigen Person vorzulegen. Die Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen müssen nicht als Pflegepersonen bei der Pflegekasse benannt sein. Das Alter und die Art der gesundheitlich bedingten Beeinträchtigung der pflegebedürftigen Person sind für die Impfberechtigung unerheblich.

Eltern von schwer erkrankten Minderjährigen

Eltern von minderjährigen Kindern mit einer Vorerkrankung nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 CoronaImpfV, die selbst nicht geimpft werden können, sind den Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen gleichgestellt. Dem Impfzentrum ist eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, die bestätigt, dass das Kind der Personengruppe nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 CoronaImpfV zuzuordnen ist. Eine Pflegebedürftigkeit ist nicht nachzuweisen.

Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten 

Dazu zählen grundsätzlich alle im Verkauf Beschäftigten inkl. der Teilzeitbeschäftigten, Auszubildenden oder Minijobber.

Lehrer:innen und und Beschäftigte an weiterführenden Schulen

Hier bereitet die Feuerwehr Bergisch Gladbach im Auftrag des Kreises bereits eine Drive-In-Impfaktion für den

Beschäftigte im Justizvollzug mit Gefangenenkontakten

Gerichtsvollzieherinnen und -vollzieher

Beschäftigte in den Servicebereichen der Gerichte und Justizbehörden, Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Beschäftigte im Ambulanten Sozialen Dienst der Justiz

Der Nachweis der Impfberechtigung muss bei diesen Berufsgruppen über eine Arbeitgeberbescheinigung erfolgen. Diese ist zum Impftermin im Impfzentrum mitzubringen. Zudem ist das Arbeitsstättenprinzip aufgehoben. Die oben genannten Personengruppen können einen Termin in einem Impfzentrum ihrer Wahl vereinbaren.

Personen, die in Einrichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern untergebracht oder tätig sind

Die Impfung dieser Gruppen wird vom Kreis organisiert, in Abstimmung mit den Trägern bzw. den Arbeitgebern. Diese Personen sollen bis zum 31. Mai 2021 geimpft werden.

Menschen in benachteiligten Stadtteilen

100.000 zusätzliche Impfdosen vergibt das Land für sozial benachteiligte Stadtteilen mit besonders hohen Inzidenzen und beengten Wohnverhältnissen sowie für Obdachlose.

Beschäftigte der Polizei, des Katastrophenschutzes sowie der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr

Diese Gruppen sollen in der zweiten Maihälfte ein Angebot für die Impfung im Impfzentrum erhalten. Allerdings hatte die Feuerwehr GL auch hier bereits eine Drive-In-Aktion für insgesamt 1100 Feuerwehrleute aus dem ganzen Südkreis organisiert.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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13 Kommentare

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  1. Hallo zusammen,
    Wann werden die Wahlhelfer geimpft. Denn die Wahlhelfer sind in Prio 3 mit aufgeführt.
    Dürfte man als Wahlhelfer jetzt einen Termin vereinbaren ?

  2. Also, wenn meine Bank mir einen Attest ausstellen würde…..
    Habe ich nicht im Leistungskatalog gefunden bei der Bank.
    Eine Bescheinigung über die Systemrelevanz habe ich auch vom Arbeitgeber, die nützt aber nichts in der Reihenfolge bei den Impfungen.

  3. Chronisch Kranke der Prio 3 werden wie schon in der Prio 2 hinten angestellt, bzw wahrscheinlich vor der Öffnung für alle gar nicht explizit berücksichtigt.

    Gleichzeitig schreiben Sparkassen und Volksbanken allen Mitarbeitern Atteste, dass sie zur kritischen Infrastruktur gehören und sich einen Termin buchen sollen, obwohl sie mitnichten dran sind und in der Verordnung auch nicht aufgeführt sind. Da der Impfstoff nicht verfallen soll werden die Leute ohne Berechtigung geprüft und die Berufsgruppen die tatsächlich dran wären und chronisch Kranke schauen in die Röhre. Darüber berichtet niemand.

  4. Hallo Herr Merkenich,
    Sie dürfen trotzdem gespannt sein, welcher Impfstoff am Mittwoch für Sie bereit steht. Es kann da durchaus zu Abweichungen kommen. Meine Erfahrung. Aber egal welcher Stoff: Lassen Sie sich impfen. Termine nicht wahrzunehmen ist absolut unsolidarisch und keine Lösung.

  5. Unser Hausarzt in Bensberg impft gar nicht und da wollte ich fragen, ob man auch zu einem anderen Arzt hingehen kann, um sich dort einen Termin zu holen?

  6. Weil das Kontingent an mRNA-Impfstoff beim Hausarzt leider sehr klein ist, habe ich heute einen Termin beim Impfzentrum machen können. Absolut unkompliziert.
    Am Mittwoch ist es endlich soweit. :-)

  7. Die gab es und gibt es auch weiterhin. 85.000 Personen hatten bereits in den ersten drei Stunden Termine bekommen. Wie immer kommt es bei der Zulassung neuer (großer) Gruppen von Impfberechtigten zu Überlastungen. Und auch jetzt bleibt die KVNO ihrem alten System treu, Kontingente von Termine gleichmäßig an die Impfzentren zu vergeben. Daher kommt es immer wieder zu Auszeiten, bis ein neues Terminkontingent zur Verfügung steht. Weiter versuchen, es funktioniert im Prinzip, erfordert aber Geduld.

  8. Ich arbeite in einem Handwerksbetrieb. Wir sind ständig neuen Menschen ausgesetzt. Wir montieren in privaten Haushalten, Arztpraxen, Firmen, Kindergärten und haben Kontakte mit Lieferanten. Wer denkt an uns? Es ist dringend Handlungsbedarf erforderlich!

  9. Ich gehöre gesundheitlich in Risiko Gruppe 3.
    Dies kann ich jedoch nicht auswählen. Auf der offiziellen Seite zählt weiterhin nur Gruppe 2 auf Krankheiten bezogen…

  10. Ich weiß nicht, warum es Impfgruppen gibt um dann innerhalb dieser Gruppe wieder zu trennen, aber wenigstens geht es weiter.

  11. Es ist sicherlich sehr lobenswert, dass nun für weitere Gruppen Impftermine ab Donnerstag vergeben werden.
    Wo jedoch bleiben die Gruppen der Handwerker, Menschen, welche in den verschiedensten Gewerken tätig sind und sich somit u. a. in den Haushalten aufhalten müssen.
    Da ist dringend Nachholbedarf von Nöten!!