Auf Einladung von Bürgermeister Frank Stein hat eine Runde von Arbeitsmarktexperten beraten, wie den ehemaligen Zanders-Beschäftigten bei der Jobssuche geholfen werden kann. Geplant sind nun Hilfen bei der Erstellung von Jobprofilen und eine Jobmesse. Für eine Transfergesellschaft gebe es jedoch keine Basis.

Bürgermeister Frank Stein hatte für Dienstag zu einer Videokonferenz zum Thema „Mögliche Hilfestellungen für die Mitarbeitenden der Zanders Paper GmbH“ geladen. Daran haben Vertreterinnen und Vertreter teilgenommen

  • des Betriebsrates,
  • der Gewerkschaft IG BCE,
  • des Insolvenzverwalters,
  • der Agentur für Arbeit,
  • des Jobcenters,
  • der Kreishandwerkerschaft,
  • der Regionalagentur,
  • der IHK,
  • der Wirtschaftsförderung der Stadt Bergisch Gladbach
  • der Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW).

Die Zanders Paper war am vergangenen Freitag vom Insolvenzverwalter stillgelegt worden, rund 360 Personen verloren ihren Arbeitsplatz.

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Alle Beteiligten hätten bei dem Treffen mit dem Bürgermeister bekundet, intensiv zusammenzuarbeiten, um den bisherigen Beschäftigten gute berufliche Perspektiven zu eröffnen, teilt das Pressebüro der Stadt mit.

Keine Basis für Transfergesellschaft

Für eine Transfergesellschaft, die die Entlassenen einstellt und für den Arbeitsmarkt fit macht, fehlten jedoch die Voraussetzungen. Sie können nur eingerichtet werden, wenn das insolvente Unternehmen (oder ein Investor) die Grundfinanzierung bereit stellt.

Im Fall Zanders beliefen sich die Schätzungen dafür auf mehrere Millionen Euro. Gerade das ist bei Zanders nicht gegeben; der Investor hatte sich zurückgezogen, am Mangel an liquiden Mitteln war die Fortführung des Unternehmens gescheitert.

Grundsätzlich sei eine Transfergesellschaft insbesondere ein Instrument für den Übergang von Teilen des Personals aus einem Unternehmen (Sanierungsfall) in ein konkretes anderes Unternehmen. Auch diese andere Unternehmen gibt es in diesem Fall nicht.

Job-Profile und eine Job-Börse

Statt dessen wollen sich die beteiligten Akteure jetzt auf eine Vermittlung der einzelnen Betroffenen konzentrieren. Als entscheidender Erfolgsfaktor, so das Pressebüro, seien „qualifizierte Mitarbeiter-Profile“ identifiziert worden. Das wollen die Agentur für Arbeit und die Regionalagentur rasch unterstützen; dafür stellen sie Beratungsfachkräfte zur Verfügung.

Diese Profile sollen gebündelt auf einer Online-Plattform bereitgestellt werden, aber auch über alle den teilnehmenden Akteuren bekannten Netzwerke weitergegeben werden.

Außerdem ist eine Jobbörse für die Zanderianer organisiert werden. Das hatte der damalige Bürgermeister Lutz Urbach bereits 2018 einmal angestoßen, bei einer früheren Entlassungswelle. Allerdings muss eine solche Jobbörse jetzt mit den Corona-Auflagen klar kommen. Dennoch bereite eine kleine Projektgruppe unter Steins Leitung eine solche Jobbörse jetzt vor.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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4 Kommentare

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  1. Mein Papa und mein Onkel haben schon bis zur Rente bei Zanders gearbeitet. Und viele Mamas und Papas, Onkels und Tanten, Geschwister meiner Freunde, Nachbarn und Schulkollegen/Kolleginnen auch. Und einige meiner Freunde/Freundinnen haben bis zuletzt Zanders die loyale Stange gehalten. Und teilweise dessen Kinder auch noch. Bis zuletzt. Und dann heißt es: „Ab morgen braucht Ihr nicht mehr kommen“.

    Es macht mich traurig.

    Und ja, man konnte es schon lange ahnen. Das wussten auch die Menschen, die bei Zanders beschäftigt waren. Man darf aber nun niemandem seine Loyalität zum Vorwurf machen.

    GL war und ist mit diesem Unternehmen tief verwurzelt und viele Familien über Generationen ebenso.

    Deswegen hoffe ich, dass man sich in Bergisch Gladbach, für das ZANDERS immer ein Aushängeschild war, zusammenrauft, und gemeinsam mit dem Gewerbe in der Stadt und Umgebung diesen Familien eine weitere Perspektive ermöglicht.

    Das wäre schön und sinnvoll. Es sollte machbar sein.

  2. Wir haben doch funktionierende Prozesse für eine solche Situation, diese nennt sich Agentur für Arbeit und wird sich um die ganzen Mitarbeiter kümmern. Alles andere wäre Steuerverschwendung und ein Schlag ins Gesicht der ganzen anderen Arbeitnehmer, die im Zuge von Corona Ihre Arbeitsstelle verloren haben.

    Der Arbeitsmarkt braucht gut ausgebildete Menschen und die meisten Mitarbeiter werden schnell einen neuen Arbeitgeber finden.

  3. Herr Santillan,
    Ihre gebetsmühlenartigen Wiederholungen werden nicht substanzieller, indem Sie zum x-ten Mal alle irgendwie am ZANDERS – Niedergang beteiligten aller möglichen Versäumnissen, nicht eingehaltenen Versprechen und mutwilliger Zerstörung von Arbeitsplätzen bezichtigen. Viele Ihrer Vorwürfe können nicht einmal dem Anspruch großen Wahrheitsgehaltes gerecht werden. Wie schon einmal erwähnt, bestehen Gesetze, die Sie ignorieren mögen, von Demokraten aber beachtet werden. Außerdem können nicht die nun auf der Straße stehenden Zandrianer bessere und höhere Unterstützung beanspruchen – was sie selbst ja auch nicht tun – als Tausende andere wegen Insolvenz ihrer Firmen arbeitslosen Mitbürger. Da liegt die Vermutung nahe, dass Sie auf Stimmenfang gehen, wenn Sie zum Thema ZANDERS wie zu kaum einem anderen mehrfach im Bürgerportal aufschlagen. Wollen wir hoffen, dass die Linke – chaotisch als Fraktion und mit einem Einzelmandat – nicht mehr im Gladbacher Rat erscheint.

    Noch ein Wort zum Betriebsratsvorsitzenden, der es seltsam anmuten lässt, mit jahrelangen Durchhalteparolen die Betriebsangehörigen bei Laune zu halten, obwohl er es eigentlich als Mitglied des Vorstandes besser wissen musste. Nun kehrt er einen Missmut heraus, dass es keine Auffanggesellschaft gibt, die er scheinbar seinen Kolleginnen und Kollegen in Aussicht gestellt hat. Er hätte als Gewerkschafter wissen müssen, dass die derzeitige Lage der Firma keine Auffanggesellschaft zulässt.

  4. Stadt Bergisch Gladbach läßt Zanderianer im Stich!

    Was haben wir da alle für schöne Erklärungen gelesen? Die Stadtratsparteien haben den Zanderianern noch am Wochenende viel versprochen!

    Doch in den ersten Gesprächen lehnten CDU und FDP es strikt ab, städtische Geld für Unterstützungsprojekte in die Hand zu nehmen. und auch die SPD sieht das nur als „Option“. (siehe KStA 5.5.21)

    Außer die Dinge, die die Stadt und Arbeitsagentur leicht und kostenneutral umsetzen kann, soll nun nicht weiter geholfen werden. Da nutzt es auch nichts, das hier schön, sachlich blumenreich und „seriös“ zu verpacken! Von den Versprechungen bleibt fast nicht übrig!

    Man kann von der Ampelkoalition aus GRÜNEN, SPD und FDP nicht viel Hilfe für die fast 400 Arbeitssuchenden von Zanders erwarten. … Die Fensterreden vom Wochenende sind schon drei Tage danach Schall & Rauch! Aus den großspurigen Ankündigungen ist eine kleine Maus geworden.

    Da kann man nur mit dem Kopf schütteln, auch wenn wir eigentlich genau damit gerechnet haben, dass sich am Ende alle wieder „verstecken“ und „wegducken“ werden. … peinlich, peinlich …

    Ein Armutszeugnis für eine Stadt, die der Papierfabrik Zanders und ihrer Belegschaft in den letzten 192 Jahren soviel zu verdanken hat.

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    Hinweis der Redaktion: Tomás M. Santillán ist Kreisvorsitzender der Linken. Im Bundestagswahlkampf kennzeichnen wir Funktionäre und Kandidaten.