Untersuchung von Kotproben haben bestätigt, dass ein Wolf im Königsforst unterwegs ist. Und nicht nur auf der Durchreise. Darauf weisen jetzt der Wolfsberater und der Veterinär des Rheinisch-Bergischen Kreises hin – und erläutern, wie man sich bei einer Begegnung mit dem Wolf verhalten sollte.

Seit April dieses Jahres mehren sich Hinweise auf einen Wolf im Königsforst. Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger meldeten ihre Beobachtungen dem Wolfsberater des Rheinisch-Bergischen Kreises, Wilfried Knickmeier. Ihnen fielen auch wolfstypische Ausscheidungen auf.

Die Untersuchung dieser Ausscheidungen ergab nun, dass ein männlicher Wolf im Königsforst unterwegs ist. Er ist etwa zweieinhalb Jahre alt, stammt aus einem Rudel bei Neuwied und wurde erstmals im August 2020 in Bad Hönningen nachgewiesen. Bislang liegen nur für diesen einzelnen Wolf im Königsforst sichere genetische Nachweise vor, nicht aber für weitere Tiere.

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„Einen Wolf sicher zu erkennen ist gar nicht so einfach. Meist sehen Spaziergängerinnen und Spaziergänger das Tier nur kurz und manche Hunderassen sind auch für geübte Personen kaum vom Wolf zu unterscheiden“, erklärt Wilfried Knickmeier.

Durch die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Forstbeamten und Jägern liegen glaubwürdige Hinweise zu diesem Tier vor. „Wir gehen davon aus, dass sich der Wolf aktuell noch im Königsforst aufhält“, so der Wolfsberater. Das Tier hält sich bisher an einem Ort auf – anders als die rasch weiterziehenden Wölfe aus Rösrath im Jahr 2016 oder Odenthal im vergangenen Jahr.

Was tun bei einer Begegnung mit einem Wolf?

„Der Wolf ist weder ein Kuscheltier noch ein zu fürchtendes Monster. In den seltenen Fällen einer Begegnung sollten sich Menschen vorsichtig verhalten. Das gilt im Übrigen auch bei Begegnungen mit anderen Wildtieren, zum Beispiel einer Bache mit Frischlingen“, sagt Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Deutschland wieder wildlebende Wölfe. Bislang konnte in dieser Zeit kein einziger Übergriff auf einen Menschen dokumentiert werden. Wölfe sind in der Regel scheu und Begegnungen mit dem Menschen daher eher selten.

Wichtig ist es, dass der Wolf den Menschen nicht mit Nahrung in Verbindung bringt. Daher sollten Menschen niemals einen Wolf mit Nahrung anlocken oder füttern.

Bei einer Begegnung ist die wichtigste Maßnahme, nicht wegzulaufen. „Ziehen Sie sich langsam zurück, ohne dem Wolf dabei direkt in die Augen zu starren. Wenn Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie ihn anleinen und dicht bei sich führen. Nähert sich der Wolf dennoch, sollten Sie ihm mit einer aufrechten Haltung und selbstbewussten Gesten begegnen“, rät Wolfsberater Wilfried Knickmeier.

Junge Tiere sind manchmal neugierig und nähern sich, sind dann aber auch leicht zu beeindrucken. Wölfe mit Welpen oder Beute sind verteidigungsbereit. Doch auch hier ist ein langsamer Rückzug möglich.

Rücksichtsvolles Verhalten im Königsforst

Der Königsforst ist in weiten Teilen ein international bedeutsames Natur- und Vogelschutzgebiet. Spaziergängerinnen und Spaziergänger dürfen die Wege nicht verlassen und es ist verboten, Pflanzen zu pflücken oder Pilze zu sammeln. Hunde müssen angeleint werden.

„Nur so können in dem dicht besiedelten Gebiet um Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath Wildtiere ausreichende Ruhezonen finden und überleben. Bitte halten Sie sich an die bestehenden Verbote im Schutzgebiet“, appelliert Dr. Thomas Mönig an Naturbegeisterte.

Bürgerinnen und Bürger können sich mit Hinweisen auf einen Wolf telefonisch unter 02202 13 6798 oder 0172 2015 860 oder per E-Mail an wilfried.knickmeier@rbk-online.de an Wolfsberater Wilfried Knickmeier wenden.

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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4 Kommentare

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  1. @LiWi: Alle Ihre Fragen werden im Artikel beantwortet, einschließlich dessen, dass Ihre Kinder im Naturschutzgebiet abseits der Wege nichts zu suchen haben.

  2. Wird der Wolf zum Mülltonnenräumer?

    Der Fuchs praktiziert es seit mindestens 25 Jahren.
    1996, der Bahnhof Hoffnungsthal wurde restauriert, ich wohnte im Dachgeschoss, ein Container stand auf dem Parkplatz,
    eigentlich für Bauschutt, aber bahnreisende Menschen hatten den Container mit Speiseresten dekoriert.
    Hörte ich da Geräusche.
    Da hat der Fuchs sich bedient und schnürte anschließend voll relaxed die Straße hinunter.

    Ein Anruf bei Rüdiger Frank (damals Revierförster) belehrte mich.
    Total normal, die wissen dass sie nicht beschossen werden, wohin ist der gegangen, ach ja, da unten ist ja das Altenheim mit jede Menge Müllcontainern.

  3. „sollten sich Menschen vorsichtig verhalten“
    Wie, bitte, verhalte ich mich vorsichtig?
    Ich habe eine Erklärung erwartet, wie genau ich mich verhalten muss, wenn mir ein Wolf über den Weg, oder im noch unangenehmeren Fall, mit entgegen läuft?
    Was ist mit Kindern, die evtl. abseits vom Weg laufen und spielen und dabei in die Nähe eines Wolfs geraten?
    Mit der obigen Aussage kann ich leider überhaupt nichts anfangen.