Jürgen Springwald, Achim Schütze, Alex Bisch, Pippo Cavalieri, Axel Feye, Guido Schuster, Charly Preis und Thorsten Schotten feierten zusammen mit Werner Weimar (2. von links). Foto: Katja Feye

Mit einem großen Jubiläumskonzert an der Alten Dombach feiert Werner Weimar 60 Lebensjahre, 45 Bühnenjahre und 30 Bandjahre mit „Side by Side“. Spenden der Zuschauer:innen gehen in die Fluthilfe.

„Der Abend war für mich mehr als gelungen, ich schwebe jetzt noch“, sagt Vollblutmusiker Werner Weimar einen Tag nach dem Konzert anlässlich seiner 60 Lebensjahre, 45 Bühnenjahre und 30 Bandjahre mit „Side by Side“.

Beste Gründe für ein besonderes Fest. Es startete am Samstag Open Air auf dem schön gelegenen Gelände des Café Alte Dombach (LVR Papiermuseum) in Bergisch Gladbach. Die Bühne rockten neben Weimar die Musiker Jürgen Springwald, Achim Schütze, Alex Bisch, Pippo Cavalieri, Axel Feye, Guido Schuster, Charly Preis und Thorsten Schotten.

+ Anzeige +

Nahe des Geschehens hatte auch Weimar-Fan Ingo Schütze einen Platz mit Aussicht. Für ihn gab es im Verlauf des Jubiläumskonzertes ein edles Überraschungs-Shirt, eine Kopie des schwarzen Weimar-Shirts, versehen mit Namenszug, stattlichem Mikrophon und der Jahreszahl 1976 als Erinnerung an den ersten Auftritt. Somit können Fan und Musiker jetzt „Ton in Ton“ erscheinen.

Ingo Schütze: „Ich habe Werner Weimar vor 30 Jahren kennengelernt, und zwar durch seine Band Side by Side, in der auch meine beiden Brüder Achim und Axel Schütze spielen. Seitdem versuche ich so viele Live-Konzerte wie möglich zu verfolgen, auch das Soloprojekt, die ,Live Acoustic Chart Show‘. Ich schätze Werner als Sänger, der seine eigenen Songs und Coverversionen mit viel Herz, Gefühl und eigener Art interpretiert.“

Die „Live Acoustic Chart Show“ ist ein Cover-Projekt mit dem Sänger und Gitarristen Weimar sowie dem Saxophonisten Jürgen Springwald. Das Programm besteht aus Chartsongs der 70er, 80er und 90er, vorgetragen mit kraftvoller und ausdrucksstarker Stimme, in Symbiose mit höchster musikalischer Energie am Saxophon.

Werner Weimar erinnert sich: „Mein erster Auftritt war im Jahr 1976 in der Bad Godesberger Stadthalle anlässlich eines großen Seniorentreffens mit 400 bis 500 Gästen. Ich durfte hier den Song ,Griechischer Wein‘ von Udo Jürgens zum Besten geben. Manche Damen in den ersten Reihen waren so gerührt, dass  sie vor Glückseligkeit kleine Tränen vergossen. Das hat mich damals – als 15-jährigen pubertierenden Teenager – so beflügelt, dass ich dieses schöne Gefühl von Applaus und positiver Zustimmung immer wieder und wieder haben wollte. Vielleicht ist es eine Sucht… aber dann ist es die schönste und gesündeste Sucht, die ich kenne. Ich möchte es nie mehr missen.“

Werner Weimar mit Musikerkollegen

Auch ein sechsjähriger  Aufenthalt in Portugal ist für Weimar mit  positiven Erinnerungen verbunden. Unter anderem hat er dort ein „Fado“-Projekt mit einer portugiesischen Sängerin realisiert. Setzte zahlreiche Konzerte um, auch am Strand.

Geboren wurde Werner Weimar 1961 in Bad Godesberg. Lange Jahre war er Bestandteil der Bonner Musikerszene und hat im Kulturzentrum Brotfabrik in Beuel als Ton- und Lichttechniker gearbeitet. Er verfügt über ein abgeschlossenes Tontechniker-Studium und ist seit 1995 selbständiger Produzent und Komponist sowie Live- und Studio-Musiker. Er gründete mit seinem Freund und Partner „DJ Saphire“ die Weimar Music Productions.

Werner Weimar: „Mit 12 Jahren habe ich angefangen Gitarre zu spielen, und nachdem ich die ersten drei Akkorde konnte, fing ich auch direkt an, meine eigenen Songs zu schreiben. Ich habe in der Musik meine Emotionen verarbeiten können, sie brachte mir die nötige Anerkennung und förderte mein Selbstbewusstsein. Was zu meinem sehr strengen und konservativen Elternhaus der lebenswichtige Ausgleich war! Ich musste mir in meinem Leben alles selber erkämpfen und erarbeiten, eine Künstlerlaufbahn war in meiner Familie für mich nicht vorgesehen. Dementsprechend stieß mein Weg auch auf gewaltigen Widerstand und Ablehnung! Aber nachdem ich seit 25 Jahren von der Musik leben kann, würde ich selber behaupten, dass ich alles richtig gemacht habe und damit auch sehr glücklich bin. Musik ist meine Berufung und Leidenschaft. Unterstützung bekam ich zu 100 Prozent von meinem engsten Freundeskreis, der auch dann zu mir stand, als die Zeiten mal nicht rosig waren! Dafür bin ich sehr, sehr dankbar!“

Und was sagt der Sänger mit der starken Stimme zum Thema besondere Erlebnisse rund um die Musik, den eigenen Song?

Seine Antwort: „Das schönste Erlebnis sind lachende Gesichter, singende Menschen, träumende Augen oder auch kleine Tränen des Glücks, die ich während meiner Konzerte erlebe und genieße. Auch dann fühle ich mich bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Ich brauche die Bühne zum Leben. Ohne diese Bretter würde ich verwelken. Deswegen hoffe ich, dass es meine Gesundheit ermöglicht, noch einige Jahre meiner Leidenschaft zu folgen“.

Die Hut-Einnahmen am Konzertabend brachten stolze 600 Euro zusammen. Dieser Betrag wird an zwei Familien in der Eifel weiter gegeben, die ihr gesamtes Mobiliar verloren haben.

Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.