Der erste stellvertretende Landrat Uli Heimann, Verleger Hans-Martin Heider, Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch und Redakteurin Karin Grunewald stellten die 92. Ausgabe des Rheinisch-Bergischen Kalenders vor.

Jüdisches Leben im Bergischen, eine unterirdische Schatzkammer und eine Spurensuche nach Epidemien, die die Region in der Vergangenheit überstanden hat: Das alles und noch einiges mehr bietet die 92. Ausgabe des Rheinisch-Bergischen Kalender, die Ende des Monats erscheint.

Historische Rückblicke, lokale Kulturschätze und die Schönheit der Natur – der Rheinisch-Bergische Kalender bietet auch in diesem Jahr wieder facettenreiche Beiträge über das Leben in unserer Region.

Der Rheinisch-Bergische Kalender begeistert seit über 100 Jahren mit vielfältigen Einblicken in das Leben und die Geschichte der Region – er ist „das kollektive Gedächtnis des Bergischen“ und mittlerweile Tradition. Nun ist die 92. Ausgabe für 2022 frisch aus dem Druck: Mit 33 illustrierten Beiträgen haben 27 Autorinnen und Autoren auch in diesem Jahr auf 284 Seiten wieder viele spannende Themen zusammengetragen.

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„Der Kalender fängt nicht nur die Highlights des Jahres ein – er zeigt seinen Leserinnen und Lesern darüber hinaus, was unsere Region für verborgene Schätze und Geschichten bietet. Mit seinen vielfältigen Beiträgen schafft das traditionsreiche Jahrbuch seit 102 Jahren Identifikation, und ist zu einem Markenzeichen unserer Region geworden“, freut sich Uli Heimann, erster stellvertretender Landrat.

Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch hebt die besondere Bedeutung des Kalenders hervor: „Der Rheinisch-Bergische Kalender ist ein Traditionswerk mit langer Geschichte, das das Lokalkolorit dieser Region widerspiegelt und sich großer Beliebtheit erfreut. Auch in diesem schwierigen Jahr ist den Mitwirkenden eine tolle Ausgabe gelungen – ein schönes und wichtiges Zeichen der Beständigkeit.“

Eine lange Geschichte hat auch die Zusammenarbeit mit dem Heider-Verlag, in dem der Kalender 1926 zum ersten Mal erschien. „Der Verlag hat schwere Zeiten erlebt, deshalb hat es mich besonders gefreut, den Rheinisch-Bergischen Kalender mit der bewährten Mannschaft auch in diesem Jahr zu produzieren. Der Kalender wird hier nicht mehr gedruckt, aber weiterhin verlegt. Denn der Verlag bleibt bestehen“, so Verleger Hans-Martin Heider.

10 Rubriken und 33 Beiträge

Karin Grunewald ist in diesem Jahr bereits zum siebten Mal federführend für die Inhalte des Werks verantwortlich. „Den Rheinisch-Bergischen Kalender würde es ohne die engagierten Autorinnen und Autoren nicht geben. Sie brennen für die Region und ihre Geschichten. Mir hat es wie immer großen Spaß gemacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten“, berichtet die leitende Redakteurin.

Historisches, Kunst und Kultur, Natur und Wirtschaft sind nur vier der zehn Rubriken im abwechslungsreichen Rheinisch-Bergischen Kalender. Die 33 Beiträge handeln von eindrucksvollen künstlerischen und historischen Persönlichkeiten, klugem Unternehmergeist, bürgerlichem Engagement und spannenden Naturbeobachtungen.

Das Cover des diesjährigen Rheinisch-Bergischen Kalenders lässt die Leserinnen und Leser in die Tiefe der größten Höhle Nordrhein-Westfalens, das „Windloch im Mühlenberg“ in Engelskirchen-Ründeroth, blicken. Das einzigartige Höhlensystem wurde erst 2019 entdeckt. Der Autor Guido Wagner erzählt, wie es durch die Neugier und die Hartnäckigkeit regionaler Höhlenforscher zu dem sensationellen Fund der „unterirdischen Schatzkammer“ kam.

Highlight: Philomena Franz

Ein weiteres Thema, das der Kalender aufgreift, ist „Jüdisches Leben im Bergischen“. Neben einem Beitrag von Ulrike Schrader über Handwerkerfamilien, die ins Bürgertum aufstiegen, regt die von der Autorin Elisabeth Coester festgehaltene Geschichte von Philomena Franz aus Rösrath zum Nachdenken an. Philomena Franz ist Auschwitz-Überlebende. Doch trotz des erlebten Grauens hat sie nie den Glauben an das Gute verloren und sich in ihrem Leben unermüdlich gegen das Vergessen und für Versöhnung eingesetzt.

Beiträge zu Philomena franz

„Wenn wir hassen, verlieren wir. Wenn wir lieben, werden wir reich.“

In einer ergreifenden Feierstunde ist Philomena Franz die Ehrenbürgerwürde der Stadt Bergisch Gladbach verliehen worden. Bürgermeister Frank Stein zeigte in seiner Laudatio auf, warum die Auschwitz-Überlebende und lebenslange Verfechterin von Liebe und Aussönhung, diese Auszeichnung mehr als verdient hat. Eine besonderes Kompliment erhielt die 99-Jährige jedoch von zwei anderen Ehrenbürgern.

„Ich musste für Himmler singen“

Philomena Franz ist Sinti, Musikerin, Tänzerin, Autorin. Und Auschwitz-Überlebende. Zweimal flüchtet sie aus dem KZ, wird zum Schein hingerichtet, entgeht nur knapp der Gaskammer. Im Gespräch mit dem Bürgerportal schildert die künftige Ehrenbürgerin der Stadt Bergisch Gladbach Szenen aus ihrem Leben, die auf drastische Weise zeigen, welches Grauen die Nazis über ihre Familie gebracht haben.

Eine historische Spurensuche mit aktuellem Bezug liefert die Autorin Anja Wollschlaeger. Sie zeigt, welche Epidemien im Bergischen in der Vergangenheit bereits überstanden wurden und welche Rolle Impfungen und Hygiene dabei spielten.

Geschichte des Rheinisch-Bergischen Kalenders

Der Kalender erschien seit 1920 jedes Jahr, außer in den Jahren 1922 und 1940 bis 1949 – 1926 zum ersten Mal im Heider-Verlag. Im Lauf der Jahre ist das Buch zu einem besonderen Markenzeichen und zur Tradition des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie des Heider-Verlags geworden. Einige Sammlerinnen und Sammler warten jedes Jahr auf das neue Exemplar des Kalenders, um in die vielfältigen und spannenden Geschichten und Themen aus Rhein-Berg einzutauchen.

Die diesjährige 92. Ausgabe wird ab Ende September wieder in den Buchläden vor Ort erhältlich sein. Besonders als Weihnachtsgeschenk ist der Rheinisch-Bergische Kalender beliebt. Die Auflage liegt in diesem Jahr bei 3.500 Exemplaren.

Rheinisch-Bergischer Kalender 2022
Heider-Verlag, Bergisch Gladbach
Gebunden, 284 Seiten, 15,90 €
ISBN: 978-3-947779-25-3

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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