In der Kinderschutzstelle erleichtert ein Farbkonzept den Kindern die Eingewöhnung, jedes Kind hat eine eigene Farbe, die es im Zimmer, am Waschbecken oder der Garderobe wiederfindet. Fotos: Bethanien Kinderdorf

Das Bethanien Kinder- und Jugenddorf Refrath hat eine dringend benötigte Kinderschutz- und Clearingstelle eingerichtet. Dort können bis zu neun Kinder in Not rund um die Uhr schnell und sicher untergebracht werden. Aus Platzgründen musste das Kinderdorf dafür nach Köln ausweichen.

Wenn nachts um 3 Uhr ein Kind in Not ist, dann haben es Jugendämter und Polizei oft schwer, für diese Kinder schnell eine adäquate Unterbringungsmöglichkeit zu finden. Genau für solche Fälle hat das Bethanien Kinder- und Jugenddorf in Refrath nun eine Anlaufstelle: die Kinderschutz- und Clearingstelle in Köln.

„Das Vorhaben hat vor sieben Jahren begonnen“, schildert  Kinderdorfleiterin Jutta Menne die Anfänge. „Denkmal- und Naturschutz standen leider einem Neubau auf dem Kinderdorfgelände entgegen“, erklärt sie, weshalb das Bethanien Kinder- und Jugenddorf in Refrath über die Stadtgrenze gehen musste, um sein Vorhaben zu realisieren.

Letztlich kam der Zufall zu Hilfe, eine Kirchengemeinde im Kölner Osten baute ein neues Gemeindezentrum und direkt nebenan ein Haus mit Wohnungen. 400 Quadratmeter davon hat nun das Kinderdorf angemietet, um dort die Kinderschutz- und Clearingstelle zu eröffnen.

Susanne Flak, zuständige Erziehungsleiterin, Kinderdorfleiterin Jutta Menne, Pfarrer Gerd Breidenbach, Marcus Wolter Leiter der Kinderschutz- und Clearingstelle (hinten), Martina Beck (Kirchenvorstand), Hans-Jürgen Herrmann (Verwaltungsleiter Kirchengemeinde).

„Wir konnten Einfluss darauf nehmen, wie die Räume konzipiert wurden, das war ein großes Glück“, ergänzt Susanne Flak, die zuständige Erziehungsleiterin. Neun Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren finden dort Obhut.

Einen sicheren Ort, an dem sie bleiben können, bis die Ämter und eventuell Gerichte ihren weiteren Weg geklärt haben. Für diesen Prozess gibt es  direkt neben der Kinderschutzstelle die Clearingstelle, in der alle Verantwortlichen schauen, wie es für das Kind weiter gehen kann. 

Die Priorin des Bergisch Gladbacher Konventes, Sr. Hellena, überreichte Marcus Wolter einen kleinen Blumengruß.

Während die Situation von den Erwachsenen geklärt wird, haben die Kinder in der Kinderschutzstelle einen geregelten und Halt gebenden Alltag. „Wir haben ein Team von 14 Leuten, die aus unterschiedlichen Berufen kommen“, beschreibt der Leiter der Stelle, Marcus Wolter, seine Mitarbeiter*innen.

Dazu gehört eine Psychologin ebenso wie eine Hauswirtschaftskraft, die vor Ort jeden Tag frisch kocht. Ein Stellenschlüssel, der es ermöglichen wird, dass jedes Kind engmaschig begleitet werden kann.

Die hellen und freundlich gestalteten Räume sollen das Ihrige dazu beitragen. „Mit einem psychologisch fundierten  Farbkonzept wollen wir es den Kindern erleichtern, sich zu orientieren und in der neuen Umgebung anzukommen“, fügt Wolter an. Ab Anfang Oktober sollen die ersten Kinder einziehen. 

Der Bedarf ist über die Stadtgrenzen hinaus groß. Die Kinderschutz- und Clearingstelle kann Kinder aus der ganzen Bundesrepublik aufnehmen. 

Bericht des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung von 2021

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