Foto:Barbara Steinrück

Im Rahmen des Programms „Aufholen nach Corona“ konnten Kinder mit ihren Eltern aus dem Wohnpark Bensberg und Platzer Höhenweg alles über Äpfel und deren Ernte und Verwendung als Saft und Kuchen lernen. Ein Beispiel, wie Umweltbildung in der Nachbarschaft betrieben werden kann.

Auf den Wiesen am Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg hat eine Ernteaktion für Familien und Kinder aus dem nahe gelegenen Wohnpark Bensberg und dem Platzer Höhenweg stattgefunden.

Im Rahmen des Programms „Aufholen nach Corona“ der Stadt Bergisch Gladbach, initiiert von der Flüchtlingsbetreuerin und ehemaligen Ratsfrau Mechtild Münzer, erfuhren die Kinder und ihre Mütter bei schönstem Herbstwetter, wie unterschiedlich Apfelbäume wachsen und wie vielfältig Äpfel aussehen und schmecken können.

Foto: Barbara Steinrück

Unter fachkundiger Leitung des Obstbaumspezialisten Michael Müller vom Bergischen Streuobstwiesenverein gemeinsam mit Barbara Steinrück vom „Bauernhof im Koffer“ wurden die schlechten Äpfel erst mal vom Boden aufgehoben und separat gesammelt. Die sollten nämlich auf keinen Fall mit in den Saft, der am Nachmittag aus den mit viel Eifer und mit großer Begeisterung gesammelten Äpfeln im Bergischen Museum gepresst wurde.

Auf die „aufgeräumte“ Wiese schüttelte Michael Müller dann mit Bedacht und Vorsicht die reifen Äpfel aus den Kronen herab.

Foto: Barbara Steinrück

Und diese hatten nicht nur verschiedene Formen, sondern auch spannende Namen wie Winterrambur, Roter Boskopp oder Kaiser Wilhelm. Da fiel es leicht, sich die leckersten Gerichte vorzustellen, die mit Äpfeln zubereitet werden können. Aber so frisch vom Baum gepflückt, schmeckten sie am besten…

Viele Hände – auch einige der Grünen Jugend – sammelten schnell 10 große Säcke Äpfel zusammen. Zu Fuß und mit dem Auto transportiert, trafen wir uns dann alle am Bergischen Museum wieder.

Foto: Barbara Steinrück

Dort wurden die Äpfel gewogen und von den Kindern gewaschen. Die Mitarbeiter von Most und Trester kümmerten sich dann weiter darum. Nach einigen Stunden geduldigen Wartens und fröhlichen Spielens – dazwischen ein Stückchen Apfelkuchen – war der Saft endlich fertig! Eine Kostprobe bekam jedes Kind mit nach Hause.

Ein Tag gefüllt mit Sonnenschein, Kinderlachen und viel Bewegung an der frischen Luft – ein schönes Beispiel wie in unmittelbarer Nähe der Wohnorte lebensnah Umweltbildung betrieben werden kann – und wie nah Leckeres wächst.

Genau solche Aktionen sind es, die Michael Müller und Barbara Steinrück motivieren, sich für die Gründung eines Ernährungsrates für das Bergische Land zu engagieren. Dazu wird am 30. Oktober 2021 eine Kick-off Veranstaltung in Overath durchgeführt.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Dieses Engagement kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Zum einen, weil die Kinder hoch motiviert den Wert der heimischen Streuobstwiesen kennen lernen und einen positiven Beitrag zum Ernteergebnis leisten können und zum anderen, weil wir wieder lernen, welchen Wert die Streuobstwiesen an sich darstellen, die Kulturlandschaft Bergische Streuobstwiesen.

    Auch wenn in diesem Jahr vom Ergebnis her kein gutes Apfeljahr war, zu kalt, zu nass, die Ernte wurde verwertet. Egal ob Apfelmus, Tafeläpfel, Apfelsaft oder sogar von den wenigen Birnen den Birnen Brand, mit einem solchen Einsatz macht die Erntezeit Spaß und bleibt hoffentlich in guter Erinnerung.

    In jedem Fall ist es verantwortungsvoller Obstbaumkulturen zu pflegen, sie wert haltig zu entwickeln und die Ernte zu verwerten, als sie dem langsamen Verfall preis zu geben und das Ernteergebnis zu ignorieren, dem unfachmännischen Mundraub oder im besten Fall den Tieren zu überlassen.

    Allen Beteiligten gebührt ein herzlicher Dank für ihren Einsatz und nicht vergessen, die nächste Ernte kommt bestimmt und fordert wieder ihre Verwertung und natürlich einen außergewöhnlichen Einsatz.