Seit der ersten Bürgerbeteiligung auf dem Zanders-Areal sind 18 Monate vergangen, aus den ersten Visionen der Bürger:innen und einer intensiven Beratung durch ein externes Planerbüro ist eine Strukturplanung entstanden. Den Stand der Dinge stellt die Stadt am 6. und 7. Mai öffentlich vor, und bietet dazu auch wieder Führungen über das Gelände an.

Schon bei der ersten Bürgerbeteiligung in Form einer Ideenwerkstatt im Herbst 2020 war klar, wieviel Potential darin steckt, brachliegende Teile des Zanders-Areals mitten in Bergisch Gladbach neu zu nutzen. Inzwischen ist das Potenzial noch einmal gewachsen: nach dem endgültigen Aus der Papierproduktion muss und kann jetzt das ganze, 37 Hektar große Gelände neu gedacht werden.

Zudem haben sich viele Rahmenbedingungen geändert; die Klimadebatte und die Verteuerung der Rohstoffe hat auch auf das Zanders-Areal große Auswirkungen und in den vergangenen Monaten zu einer gründlichen Anpassung der Strategie geführt. Statt Abriss ist nun die Neunutzung vorhandener Gebäude, Infrastruktur und Materialien das Ziel.

Entdecken Sie das Zanders-Areal aus der Luft

Das Bürgerportal hat den Ist-Zustand des Areals komplett aus der Luft dokumentiert und die ersten Gebäude erkundet. Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat.  Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Gute Entdeckungsreise!

„Hier entsteht die Altstadt von Bergisch Gladbach“, schwärmen die städtischen Planer – und skizzieren viele Visionen, wie nicht nur die denkmalgeschützten alten Hallen, sondern auch die Industriebauten aus den 80er und 90er Jahren neu und anders genutzt werden könne.

Parallel zu den endgültigen Nutzungen wird nach wie vor an den sogenannten „Pionier- und Pilotprojekten“ gearbeitet, mit denen Teile des Areals relativ schnell der Stadtgesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Aber hier ist eine Ernüchterung eingetreten: die Gebäude sind seit dem Aus der Fabrik ohne Strom, Wärme und Wasser; bei vielen Ideen stellt der Brandschutz nahezu unüberwindbare Hürden auf.

Für einen Fachkongress hat die Regionale 2025 die große Gohrsmühle-Halle mit einem immensen Aufwand nutzbar gemacht, die Ausnahmegenehmigung gilt aber nur für zwei Tage.

Diese gigantische Aufgabe geht das städtische Projektteam Zanders Schritt für Schritt an – und hat inzwischen mit dem niederländischen Büro Karres en Brands eine Strukturplanung entwickelt – und betont, dass das kein Plan sein, sondern „das Fundament für den anstehenden Transformationsprozess“. Es soll den Rahmen „für eine möglichst flexible, innovative und vor allem nachhaltige Perspektive eines so großen Stadtquartiers“ schaffen.

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Bürgerforum mit Ausstellung und Ge(h)sprächen

Und daher sollen jetzt, nachdem die Öffentlichkeit bereits über die Medien im Stadtrat infomiert wurde, auch die interessierten Bürger:innen wieder direkt einbezogen werden.

Bei einem „Bürgerforum“ am 6. Mai (Freitag) werden Bürgermeister Frank Stein und das Projekt-Team diese Strukturplanung vorstellen und zur Diskussion stellen. In einer Ausstellung kann man sich ein detailliertes Bild vom Stand der Dinge machen. Für die Veranstaltungen werden das ehemalige Kantinengebäude („Forum“) und das „Museum“ genutzt.

Am 7. Mai (Samstag) wird es zudem drei „Ge(h)spräche“ auf dem Areal gehen, zu den Themen „Denkmäler & Re-Use“, „Nutzungen und Pioniernutzungen“ sowie „Freiraum & Stunde“. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich. (Details siehe unten)

Das Programm im Überblick:

Freitag, 6. Mai

16 Uhr: Open-House, freier Zugang zu den Ausstellungen „Strukturplanung“ im Museum und „Visionen für das Zanders-Areal“ im Forum

16.30 Uhr: Begrüßung durch Bürgermeister Frank Stein und Vorstellung der Strukturplanung im Forum durch Bart Brands, Inhaber des Planungsbüros Karres en Brands und Udo Krause, Leiter der Projektgruppe „Zanders-Areal“

19 Uhr: Vernissage mit Getränken und Finger-Food, Austausch mit den Planerinnen und Planern zu Ihren Beiträgen

Samstag, 7. Mai

10 bis 17 Uhr: Open-House, freier Zugang zu den Ausstellungen „Strukturplanung“ im Museum und „Visionen für das Zanders-Areal“ im Forum Gemeinsame Erkundung auf dem Zanders-Areal

Führungen und Gespräche zu Themen der Strukturplanung mit den Planerinnen und Planern des niederländischen Planungsbüros „Karres en Brands“ und der Projektgruppe „Zanders-Areal“:

  • 10 Uhr: Denkmäler und wiederverwertbare Materialien       
  • 12.30 Uhr: Nutzungen und Pioniernutzungen                
  • 15 Uhr: Freiraum und Strunde

Da nur eine begrenzte Zahl von Plätzen verfügbar ist sollte man sich rasch auf der städtischen Website anmelden.

Das Bürgerforum findet nicht in den Hallen an der Gohrsmühle statt, sondern im ehemaligen Kantinen-Gebäude und im sogenannten Museum, daher erfolgt der Zugang über den Haupteingang.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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