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Die Papierfabrik ist Geschichte, doch von Zanders bleiben Erinnerungen und Baudenkmäler, die Teil des künftigen Zanders-Viertel werden. Das Bürgerportal schaut genau hin, was war und was ist – in Text und Bild. Zum Start der neuen Serie befasst sich Michael Werling mit dem von Domenikus Böhm gebauten Kraftwerk, ergänzt durch Fotos von Thomas Merkenich und Luftaufnahmen von Stefan Krill. Tauchen Sie ein, in die Geschichte der für Bergisch Gladbach so prägenden Fabrik.

Text: Michael Werling
Fotos: Thomas Merkenich
Luftaufnahmen: Stefan Krill

Im Jahre 1929 feierte die Firma Zanders ihr hundertjähriges Bestehen. Im gleichen Jahr trat Dr. Johann Wilhelm Zanders als persönlich haftender Gesellschafter in die Firmenleitung ein. Und schon ein Jahr später schuf er die Voraussetzungen für ein neues Kraftwerk, das Dominikus Böhm bauen sollte.

Dieses Kraftwerk wurde 1931 fertiggestellt und sicherte nicht nur das Weiterbestehen des Werkes, sondern auch die Weiterentwicklung der Papierproduktion. Für dieses Projekt waren vier bemerkenswerte Personen verantwortlich, ihr Werk ist zwar längst von vielen neuen Anlagen zugebaut, aber mit den deutlich älteren hohen Schornsteine prägt es auch heute noch das Zanders-Gelände und die Skyline der ganzen Stadt.

Ausschnitt aus einem Gemälde von Ferdinand Weeser-Krell, um 1907. Ganz link im Park die Villa Zanders
Die aktuelle Ansicht, die Villa Zanders ist vom Stadthaus verdeckt, das Kraftwerk mit den Schornsteinen von Industrieanlagen zugebaut.

Der Unternehmer 

Dr. Johann Wilhelm Zanders. Quelle: H. Koch, Zanders 1989, S. 161

Johann Wilhelm Zanders (1899-1978) war der älteste Sohn von Hans Wilhelm Zanders und dessen Ehefrau Olga, geb. Peltzer. Er studierte in Heidelberg und Köln Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Dass er seine berufliche Zukunft im Familienbetrieb der Papierfabrik Zanders sah, verdeutlicht auch seine Dissertation mit dem Titel „Faserstoffverarbeitung der deutschen Papierindustrie unter dem Einfluss der technischen Wandlungen im Produktionsprozess“.

In die Geschäftsleitung des Unternehmens wurde er 1929 berufen. Johann Wilhelm Zanders verfolgte, wie sein Vater Hans Wilhelm Zanders und sein Onkel Richard Zanders, stets den weiteren Ausbau des Unternehmens mit modernen Maschinen und Einrichtungen.[1] Aber auch außerhalb des Firmengeschehens engagierte er sich wie seine Vorgänger. So war er von 1948-1961 im Rat der Stadt Bergisch Gladbach engagiert.

Der Architekt

Von 1892 bis 1896 war Dominikus Böhm (Bild unten links) zunächst im väterlichen Baugeschäft tätig und erlernt das Maurerhandwerk. Er studiert Architektur an der Baugewerkschule in Augsburg, war in verschiedenen Architekturbüros tätig, war Lehrer an die Baugewerkschule in Bingen und später an der Offenbacher Kunstgewerbeschule. In dieser Stadt wird er auch als selbstständiger Architekt tätig.

Von 1926 bis 1934 und von 1947 bis 1953 unterrichtet er als Professor für „Kirchliche Baukunst“ an der Kölner Werkschule. Dominikus Böhm zählt zu den bedeutendsten Kirchenbaumeistern des 20. Jahrhunderts und darf neben Walter Gropius oder Bruno Taut zu den Wegbereitern des architektonischen Expressionismus in Deutschland gezählt werden. 

Dominikus Böhm ist der Vater von Gottfried Böhm, der in Bergisch Gladbach viele weitere prägende Gebäude schuf.

Die Ingenieure

Die Firma Wilhelm Eckardt & Ernst Hotop GmbH, Köln-Berlin war ein Spezialunternehmen für die Projektbearbeitung und Ausführung von Fabrikanlagen. Wilhelm Eckardt (Bild Mitte) spezialisierte er sich auf den Bau von Kalk- und Ziegelöfen, vor allem auf den Neu- und Umbau von Fabrikschornsteinen lag. [2] 

Ernst Hotop (1846-1904, Bild rechts) war Spezialist für die Gasbefeuerung in der Ziegel-, Dachziegel und Schamotteindustrie. Er lieferte die vollständigen Planungen einschließlich der kompletten Einrichtungen von Ziegeleien, Tonwaren und Brennöfen aller Systeme.[3]

Das neue Kraftwerk Anfang der 1930 Jahre. Im Vordergrund der Schaltanlagenvorbau, anschließend das Maschinenhaus und im Hintergrund das Kesselhaus. Foto um 1930

Das neue Kraftwerk

Als das Kraftwerk 1931 fertiggestellt wurde befand es sich inmitten der Papierfabrik in relativer Alleinlage. Lediglich auf der Ostseite besaß es durch den langgezogenen Kubus der Stoffaufbereitung (PM 6/7), ein unmittelbares Gegenüber.

Heute ist das neue Kraftwerk von einem Konglomerat von mittlerweile notwendig gewordenen Fabrikbauten (z.B. Schlammverbrennung, Kohlesilo, Turbinenhaus, E-Filter, usw.) unmittelbar umgeben.

Foto: Thomas Merkenich

Wie das Beauftragungsverfahren für den Kraftwerksneubau damals ablief, lässt sich heute in Ermangelung entsprechender Dokumente nicht mehr nachvollziehen. Tatsache ist, dass für dieses Projekt sechs Architekten in der engeren Auswahl standen, die Siemens-Bauunion GmbH aber Dominikus Böhm als Architekten für die Planung und Realisierung dieses Kraftwerkes empfahl. 

Die architektonische Gestaltung des Kraftwerkes lässt sich durch die Verfahrenstechnik, die den ziegelsichtigen Kubus heute umgürtet, kaum noch nachvollziehen.

Anhand historischer Fotos lässt sich allerdings sehr gut erkennen, dass das Bauwerk von einer technischen Sachlichkeit und Nüchternheit geprägt war, was durch die Wirkung der verwendeten rotbraunen Ziegel noch verstärkt wurde.

Es ist die Architektur der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“, die sich in den 1920er Jahren als eine auch für die Industriearchitektur angemessene Formensprache entwickelt hatte. (Details zur Architektur dieser Zeit finden Sie unten im Anhang.)

Den Hauptakzent setzt ein streng vertikal gegliederter Riegel, dessen Giebelscheiben etwas höher gezogen, diese Wirkung nochmals betonen. Die Art der Wandöffnungen in diesem Riegel variiert funktionsbedingt, nämlich in Form einzelner kleiner quadratischer Öffnungen.

Sie sind als senkrecht verlaufende Kette quasi miteinander verbunden, als bandartige Elemente unterhalb des Dachansatzes oder als zusammengefasste rasterförmige Glasflächen, die – außen bündig – der Kraftwerkshülle eingeschrieben sind.

Die ansonsten geschlossene Wirkung dieses Kubus ist vor allem das Abbild der Funktion des Kesselhauses, das eine starke Ummantelung der innen ablaufenden Vorgänge, der Freiwerdung und Umnutzung der Energie, benötigte. 

Diesem wesentlichen Bauteil sind rechtwinkelig zwei gegeneinander abgestufte, lang gestreckte Baukörper vorgelagert, die ebenfalls durch ihre Befensterung lebendig rhythmisiert werden.

Maschinenhaus mit Turbosatz. Foto um 1939
Foto: Thomas Merkenich

Der Höhere der beiden Kuben beherbergt die Turbinenhalle. Dort wurde der in den Kesseln erzeugte Dampf mit hohem Druck (ca. 38 atü bei 425 Grad Celsius) in die Turbinen geleitet und durch den Dampfstrahl die einzelnen Schaufeln in Bewegung gesetzt.

Der Dampf wurde solange durch diese Strömungsmaschinen geleitet, bis der Druck nur noch gering war. Im Anschluss wurde der Dampf für die werksinterne Heizung bzw. für das Kochen von Stroh, das Lauge eindampfen oder für die Papiertrocknung eingesetzt.

Die beiden im Kraftwerk befindlichen haushohen Heizkessel verbrauchten täglich ca. 480 Tonnen Rohbraunkohle.[5] Ein zusätzlicher Ölkessel benötigte täglich 50 Tonnen Heizöl. Dafür lieferten das Kraftwerk täglich ca. 1.400 Tonnen Dampf, die durch die Turbinen bzw. deren Generatoren ca. 200.000 kWh erzeugten.[6]

Der Innenraum wird nach wie vor neben den mächtigen Dampfkesseln auch durch das aus Stahlbeton gefertigte Traggerüst und den über den Kesseln befindlichen Kohlebunkern geprägt.

Natürlich sind über die Zeit und bis heute neue verfahrenstechnische Anlagen hinzugekommen, aber der grundsätzliche, monumentale Raumeindruck hat sich nur unwesentlich geändert.

Anbauten von 1952 und 1963. Foto: M. Werling, 2017

1931 wurde das neue Kraftwerk mit zwei Kesseln in Betrieb genommen.

Eine erste gravierende Veränderung der äußeren Hülle des Böhm’schen Kraftwerksbau erfolgte im Jahre 1953, als man auf der Südwestseite nicht nur die Schaltzentrale erweiterte, sondern auch einen vier- bzw. fünfachsigen und zweigeschossigen Büro- und Werkstattbau mit Flachdachabschluss an die Fassade anfügte.[7] 

1962/63 wurde eine neue Kesselanlage montiert und 1975 an das Kraftwerk ein Elektrofilter angefügt, der das gesamte Rauchgasvolumen der Braunkohlebefeuerten Dampfkessel zu reinigen und dem entsprechenden Kamin zuzuführen hatte. 

Die Schornsteine

In unmittelbarer Nachbarschaft des Kraftwerkes befinden sich heute zwei, das Stadtbild prägende Schornsteine. Aber auch aus wirtschaftspolitischer Sicht muss ihnen große Bedeutung zugemessen werden, weil sie in einer Zeit errichtet wurden, als sehr viele Bewohner von Bergisch Gladbach bei der Papierfabrik Zanders Arbeit fanden und diese Schlote zu einem weithin sichtbaren Zeichen für den Industriestandort wurden.

Der sogenannte „Alte Schornstein“ ist 1900, der „Neue Schornstein“ zwischen 1911 und 1914 aufgemauert worden. 

Das Bürgerportal arbeitet an einer kompletten 360-Grad-Dokumentation des Zanders-Areals und seiner wichtigsten Baudenkmäler. Dieses 360-Grad-Foto zeigt nur einen winzigen Ausschnitt. Produktion: Panomedia 360

Der „Alte Schornstein“

Vermutlich wurde der erste Schornstein der Firma Zanders mit dem Bau der Maschinenhalle im Bereich der „Urzelle“ der Papierfabrik errichtet. Als um 1900 ein neues Kraftwerk – vermutlich unter dem Architekten Gustav Börstinghaus – notwendig wurde, kam ein zweiter Schornstein hinzu.

Dieser hier als der sogenannte „Alte Schornstein“ bezeichnete Schlot wurde im Jahre 1921 mit einer Höhe von 80 m noch einmal komplett neu errichtet und 1935 um weitere 10 auf insgesamt 90 m erhöht.[8] 

Der Querschnitt des Schaftes ist rund und konisch verlaufend. Der untere lichte Schaftdurchmesser beträgt 4,24 m, die obere lichte Weite misst 2,90 m. Das Mauerwerk besteht aus Hartbrand-Steinen, die mit Kalkzement-Mörtel vermauert wurden. Das Grundbauwerk ist in Beton und Mauerwerk hergestellt.

Quelle: Bilo 1982, Bd. 2, Abb. 26

Der „Neue Schornstein“

Der Lageplan von 1911 zeigt vor dem Kraftwerk nur einen einzigen Schornstein. Das Foto aus dem Jahre 1914 zeigt dagegen schon zwei Schornsteine, d.h., in dem dazwischenliegenden Zeitfenster muss der zweite Schlot errichtet worden sein.

Blick von Süden aus auf die beiden Fabrikschlote. Quelle: Architektonische Rundschau 1914, Abb. 29

Nach Auskunft der Firma Zanders musste allerdings schon Anfang der 1960er Jahre das gesamte Bauwerk abgetragen und von Grund auf neu aufgemauert werden.

Beide Schornsteine sind inzwischen als Baudenkmäler eingetragen und werden auch das neue Stadtviertel, das auf dem Areal der Papierfabrik entstehen soll, weit überragen.

Anhang: Der architektonische Hintergrund

Das Kraftwerk passte in seine Zeit. Viele Bauten der 1930er Jahre fallen architektonisch noch in die Phase der „Neuen Sachlichkeit“, in Abgrenzung von Jugendstil und Bauhaus. Architekturdekorationen wurden vehement abgelehnt. Man beschränkt sich auf das primär Nützliche und kreiierte eine Bauweise, die sich allein aus den Funktionen heraus ergeben sollte. 

Dabei wurde Stahl und Beton eingesetzt, mit Betonskelett-Strukturen. Trotzdem wurden viele Techniken, wie beispielsweise das Mauern der Außenwände oder die Verblendung der aus Beton gefertigten Skelettstrukturen – wie in der Gründerzeit – unverändert weitergeführt. Das flache Dach entzweite spätestens seit Anfang der 1930er Jahre die Gemüter: Entweder galt es als modern oder als „geschmackliche Entgleisung, welche das Landschaftsbild in gröbster Weise stört“.[4] 

Im Industriebau verwendete man nahezu ausschließlich das einfachverglaste Stahlfenster. Die Innenräume waren durch ausreichend große Fenster entsprechend belichtet. Die Wandquerschnitte der Innen- bzw. Zwischenwände zeigen mitunter eine starke Minimierung. Und auch der Ziegel ist für diese Bauteile nicht mehr das allein vorherrschende Wandbaumaterial, sondern verstärkt die Bims- oder Bimshohlblocksteine.

Die Bereitstellung von Sanitär- und Pausenräumen gehörte längst zum Raumprogramm der Industriebauten dieser Zeit. Dieser „Neuen Sachlichkeit“ ist in Deutschland mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten ein Ende gesetzt worden. 


Fußnoten

[1] K. van Eyll (wie Anm. 5), S. 53 ff.

[2] Nachruf auf Wilhelm Eckardt in Tonindustrie-Zeitung 1910, S. 1637.

[3] 50 Jahre Wilhelm Eckardt & Ernst Hotop, in Tonindustrie-Zeitung 1920, S. 1301 f.

[4] Gustav Adolf Breymann u.a.: Allgemeine Baukonstruktionslehre, Leipzig 1903, S. 303 ff.

[5] Dies entspricht einem monatlichen Verbrauch von ca. 13.000 to Rohbraunkohle. Um diesen fossilen Brennstoff heranzuschaffen, waren täglich 24 Waggons notwendig, also im Monat fast 650 bzw. im Jahr 7.800 Güterwagen (vgl. Die Gohrsmühle. Werkzeitschrift der Feinpapierfabrik J.W. Zanders, 1. Jg. Heft 6, Bergisch Gladbach 1950, S. 7).

[6] Willy Meng: Von 4 auf 60000 PS, in: Die Gohrsmühle. Werkzeitschrift der Feinpapierfabrik J.W. Zanders, 10. Jg. Heft 5, Bergisch Gladbach 1959, S. 6 f.

[7] Dieser Anbau erfolgte durch das Architekturbüro Dr.-Ing. Leonhard Schulze / Dr.-Ing. Wilhelm Hesse, Köln-Lindenthal (StAGL E3/370).

[8] vgl. entsprechenden Bauantrag StAGL E2/1271).

Michael Werling

Prof. Dr. Michael Werling, geb. 1950 in Ludwigshafen am Rhein. Nach einer Lehre als Bauzeichner, Studium der Architektur an der Ingenieurschule Mainz sowie an der TH Karlsruhe. Assistent am Lehrstuhl für Industrialisiertes Bauen und Industriebau an der Technischen Universität in Kaiserslautern. Parallel...

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6 Kommentare

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  1. Wenn man dies Kraftwerksgebäude tatsächlich erhalten will, würde sich evtl. eine Folgenutzung als gasbetriebenes Block-Heizkraftwerk anbieten, das die benachbarte Bebauung u. evtl. ein neues Hallenbad mit Fernwärme versorgen kann. Meiner Ansicht nach hat hier aber der Denkmalschutz zu viel Respekt vor dem Namen Böhm gezeigt, denn dieses profane Heizwerksgebäude zeigt mir keine architektonischen Besonderheiten die zwingend erhaltenswert wären zumal durch An-u. Umbauten erhebliche Änderungen vorliegen. Es ist vermutlich ein den schwierigen 30er-Jahren geschuldeter „Brot-u. Butter-Auftrag“ für das eigentlich auf Sakralbauten spezialisierte Architekturbüro gewesen. Im Gegensatz zu ansprechenderen Gründerzeit-Industriebauten wurden u. werden anderenorts solche Bauten möglichst schnell abgerissen (im Ruhrgebiet zu hunderten). Außerdem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die zugehörigen, jetzt ebenfalls unter Denkmalschutz gestellten gemauerten Schornsteine, eine erhebliche Altlast für die Stadt darstellen, deren Unterhaltung oder Beseitigung enorme Kosten verursachen kann. Die könnten im Bedarfsfall nicht gesprengt werden, sondern müssten wohl in aufwendiger Handarbeit abgebaut werden.

  2. Die Ampel rühmt sich was sie alles geschaffen hat die gesamte Planung was mit dem Zandersgelände geschehen kann war eine Planung der CDU geführten Koalition. Die Ampelkoalition hat sogar ein Projekt Weiterführung Chromolux kategorisch abgelehnt und Arbeitsplätze zerstört. Ihr war nur das sinnlose Geldausgeben und verschleudern von Steuergeldern für Fahrradstrassen durch Herrn Migenda vorangetrieben. Bei Kontrolle durch eine neutrale Finanzinstitution möchte ich nicht wissen, was dabei heraus käme!

    1. Sehr geehrter Herr Kickuth, es wäre sinnvoll, wenn Sie Ihre persönliche Sicht der Dinge mit Fakten untermauern würden. Wie sich die Planung für das Zanders-Areal entwickelt hat, nachdem die Koalition von CDU und SPD im September 2019 abgewählt wurde, lässt sich u.a. hier nachlesen:

      https://in-gl.de/2021/07/01/eine-strategie-fuer-das-zanders-areal/
      https://in-gl.de/2021/07/03/baeder-beitraege-zanders-wer-im-stadtrat-die-hosen-anhat/
      https://in-gl.de/2021/08/22/gruene-gegen-chromolux-projekt-auf-dem-zanders-areal/

      Alle Entscheidungen des Stadtrats zum Unternehmen Zanders sind mit den Stimmen der CDU (und SPD, Grünen, FDP) gefallen.

      Der Haushalt der Stadt Bergisch Gladbach wird zunächst vom städtischen Rechnungsprüfungsamt und dann von der Kommunalaufsicht geprüft. Beide sind grundsätzlich unabhängig, im konkreten Fall unter Führung der CDU besetzt worden.

  3. @Klaus Wagner
    Da stimme ich Herrn Wagner voll zu. M.E. sind die Schlote den erteilten Denkmalschutz nicht wert, vielmehr gehör(t)en sie abgerissen. Lägen sie in Orts- bzw. Stadtrandlage, dann naja, aber so?! Sagt – wohlgemerkt – ein „alter Zandrianer“.

  4. Hoffentlich war sich der städtische Ausschuss (welcher eigentlich ?), dem die Untere Denkmalbehörde angegliedert ist, bei der Genehmigung der großzügigen Denkmalliste für die Zanders-Hinterlassenschaften auch über die Langzeitfolgen für den Steuerbürger im Klaren. => DSchG §8(1):“Baudenkmäler und ortsfeste Bodendenkmäler sind so zu nutzen, dass die Erhaltung der Substanz auf Dauer gewährleistet ist.“ Hier einmal nur einige der 2018 in die Denkmalliste von Bergisch Gladbach aufgenommenen Objekte:
    05378004-A0200 Papierfabrik Zanders, Kraftwerk mit
    Schornsteinen An der Gohrsmühle 1931 02.10.2018
    05378004-A0201 Papierfabrik Zanders, Maschinenhaus
    (Museum) An der Gohrsmühle 1898 02.10.2018
    05378004-A0202 Papierfabrik Zanders, Bleicherei An der Gohrsmühle 1880 02.10.2018
    05378004-A0203 Papierfabrik Zanders, Bau mit Holländersaal An der Gohrsmühle 1880 02.10.2018
    05378004-A0204 Papierfabrik Zanders, Zentralwerkstatt An der Gohrsmühle 1880 02.10.2018
    05378004-A0205 Papierfabrik Zanders, Kalandersaalgebäude An der Gohrsmühle 1888 02.10.2018
    05378004-A0206 Papierfabrik Zanders, Sortiersaalgebäude An der Gohrsmühle 1894 02.10.2018
    05378004-A0207 Papierfabrik Zanders, Lagerhochhaus An der Gohrsmühle 1911/12 02.10.2018
    Ich bezweifele, dass beispielsweise für die Erhaltung der beiden 100jährigen gemauerten Industrieschornsteine ein gehobenes öffentliches Interesse vorgelegen hat, noch dass für sie eine sinnvolle Nutzung gefunden werden kann. Die allein aus Sicherheitsgründen erforderlichen ständigen Überwachungs- u. Erhaltungsmaßnahmen für diese gemauerten Schlote hätte man sich bei den Übernahmeverhandlungen durch eine Rückbauverfügung ersparen können. Mir ist nicht verständlich, warum man sich selbst so viele Fesseln für die neue sinnvolle Gestaltung des Zandersgelände angelegt hat und beim Denkmalschutz nicht etwas zurückhaltender war.