Der Sitz der Belkaw an der Hermann-Löns-Sraße. Foto: Thomas Merkenich

Der lokale Energieversorger folgt seiner Mutter RheinEnergie und liefert ab dem 1. Juli nur noch Ökostrom aus. Damit spare die Belkaw jährlich rund 100.000 Tonnen CO2 zusätzlich ein, erklärt das Unternehmen.

Die Privat- und Gewerbekunden der Belkaw werden ab dem 1. Juli 2022 ausschließlich mit Ökostrom beliefert. Das teilte der Bergisch Gladbacher Versorger jetzt per Pressemitteilung. Die Belkaw gehört zu 50,1 Prozent der Kölner RheinEnergie, diese hatte diesen Schritt bereits zum Jahresanfang vollzogen.

Für die Kunden erfolge die Umstellungohne Aufpreis, die bestehenden Verträge gelten weiter, so das Unternehmen weiter. Die Mehrkosten beim Einkauf des Ökostroms trage das Unternehmen. Bislang hatte die Belkaw für die Belieferung Ökostrom einen geringen Aufschlag verlangt.

Der Strom stamme „vornehmlich“ aus europäischen Wind-, Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen, die direkt an das west- und mitteleuropäische Stromverbundnetz angeschlossen seien. Über Herkunftsnachweise ließen sich die Ökostrommengen eindeutig ihren Ursprungsquellen zuordnen. Damit sei sichergestellt, dass jede Kilowattstunde Strom auch tatsächlich aus erneuerbaren Quellen stammt, betont die Belkaw.

mehr zum thema

Faktencheck: Wie sinnvoll ist der Regionalstrom-Tarif der Belkaw?

Regional einkaufen ist angesagt, bei Gemüse oder Weihnachtsgeschenken. Diesem Trend folgt die Belkaw mit ihrem Stromtarif: Wer „RegionalStrom“ beziehe, erhalte „100 % grünen Strom aus erneuerbaren Energien direkt aus unserer Region“, gestalte mit der Belkaw „die Energiewende vor Ort“ und setze sich „für die regionale Wertschöpfung ein“. Klingt gut. Aber hält das Produkt diese Versprechen?

„Unser erklärtes Ziel ist es, die gesamte Strom- und Wärmeversorgung zu dekarbonisieren“, sagt Belkaw-Geschäftsführer Klaus Henninger. Die Umstellung der Stromlieferung für Privat- und Gewerbekunden sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Klimaneutralität.

Durch die Umstellung spare die Belkaw im Vergleich zum deutschen Strommix jährlich rund 100.000 Tonnen CO2 zusätzlich ein.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Die Strategie ist grundsätzlich absolut richtig und als E-Auto-Fahrer begrüße ich das Bestreben ausdrücklich.
    Zwei Fragen stellen sich mir aber nach dem Lesen des Artikels:
    1. Wenn immer mehr Stromlieferanten von sich behaupten, nur noch 100% Ökostrom zu liefern, wer bezieht dann eigentlich noch den konventionellen Strom? Denn einerseits liegt der Anteil des Ökostroms liegt ja in Deutschland leider immer noch nur zwischen 40 und 50% und andererseits steht selbst an jeder E-Auto-Ladesäule immer groß dran, dass sie zu 100% mit Ökostrom betrieben würde. Genauso, wie man die Förderung der privaten Wallbox nur erhalten hat, wenn man einen Stromtarif mit 100% Ökostrom nachweisen konnte.

    2. Wieso heißt es auch in diesem Artikel, dass durch den Bezug von Ökostrom der Einkauf teurer würde? In der Produktion sind Windräder und Solarzellen inzwischen günstiger als Braunkohle, Steinkohle oder Gas.

    https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html

    Dadurch wird weiterhin der Eindruck erweckt, eine Umstellung auf Ökostrom sei mit steigenden Kosten verbunden. Dabei ist inzwischen das Gegenteil der Fall. Erst recht, wenn man auch die externen Kosten der Stromerzeugung (Folgen der Abgase, Entsorgung des radioaktiven Mülls etc.) vollständig mit in die Erzeugungskosten einrechnet. In jedem Fall ist Solarstrom mit Stromgestehungskosten zwischen 3,12 und 11,01 Cent pro kWh deutlich günstiger als gemeinhin angenommen. Auch Wind ist Onshore mit 3,94 bis 8,29 Cent pro kWh inzwischen kein Kostentreiber bei der Stromerzeugung mehr. Selbst wenn man Batteriespeicher mit einrechnet, um sonnen- und windarme Zeiten abzupuffern, liegt man immer noch unter 20 Cent pro kWh.

    1. Da Sie sich nur eine Studie herausgesucht haben, hier die Ausarbeitung des Bundestages zu dem Thema.
      https://www.bundestag.de/resource/blob/887090/1867659c1d4edcc0e32cb093ab073767/WD-5-005-22-pdf-data.pdf

      Ökostrom-Zertifikate kaufen ist wie CO2-Zertifikate kaufen für irgendwelche Bäume, die im Ausland gepflanzt werden.
      Schönfärberei für das gute grüne Gewissen.
      Ohne Gas/Kohle werden wir in den nächsten Jahrzehnten nicht auskommen, wenn wir die Kernkraftwerke abschalten.