Butschas Bürgermeister Anatolij Fedoruk meldete sich per Videokonferenz in Bergisch Gladbach. Foto: Stadt GL

Unmittelbar nach dem Ratsbeschluss, dass Bergisch Gladbach eine Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Butscha eingeht, haben die Bürgermeister beider Städte per Videokonferenz die nächsten Schritte besprochen. Butscha benötigt jetzt vor allem Hilfe bei der Schaffung von Wohnraum und von Sicherheitszentren.

Am Dienstagabend hatte Bergisch Gladbachs Stadtrat einstimmig dafür votiert, die bereits bestehende Kooperation mit Butscha in eine Städtepartnerschaft zu überführen. Am Mittwochmorgen teilte Bürgermeister Frank Stein das seinem Amtskollegen in Butscha, Anatolij Fedoruk, in einer Videokonferenz persönlich mit – und bereitete bereits die nächsten Schritte vor.

Wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilt informierte Fedoruk dabei auch über die aktuelle Situation in der teilweise sehr stark von den russischen Streitkräften zerstörten Stadt. Dabei hätten sich zwei wesentliche Problemstellungen heraus kristallisiert:

Es werde Unterstützung beim Aufbau von Sicherheitszentren benötigt, die insbesondere Feuerwehr, Rettungsdienst und Ordnungsbehörden wieder einsatzbereit machen soll.

Sehr vielen Familien fehle nutzbarer Wohnraum. Fedoruk berichtete von einem Projekt mit polnischen Partnern als Übergangslösung. Bei diesen Provisorien sei aber fraglich, ob sie wintertauglich sein werden.

Bürgermeister Frank Stein (hinten Mitte) mit Feuerwehrchef Jörg Köhler (3. v.r.), , Krisenstabsleiter Thore Eggert (vorne) und Mitarbeiter:innen des Bürgermeisterbüros und der Feuerwehr. Foto: Stadt GL

Stein sagte in beiden Themenfeldern zu, dass sich die Fachleute beider Städte im Rahmen von Videokonferenzen austauschen werden. Ziel seien „realistisch leistbare und konkret benötigte Projekte“. 

Auch ein erster Besuch von Stein und Feuerwehrchef Jörg Köhler in Butscha sei angedacht.

Zur Sache: Butscha (diese deutsche Schreibweise und Aussprache ist korrekt, „Bucha“ ist die englische Schreibweise, die im internationalen Schriftverkehr verwendet wird) hatte vor dem Angriff Russlands rund 35.000 Einwohner und liegt 25 Kilometer nordwestlich von Kiew. Butscha war zeitweise von russischen Truppen besetzt, nach ihrem Abzug wurden mehrere hunderte Tote entdeckt, die zum Teil wahllos erschossen worden waren.

Fedoruk habe betont, dass er mit großer Dankbarkeit und Vorfreude auf die anstehende Zusammenarbeit und den Austausch blicke. Die Städtepartnerschaft sei eine großer Mehrwert in einer schwierigen Zeit.

Stein habe sich sehr beeindruckt gezeigt von der professionellen Übersicht und dem Optimismus in Butcha, „trotz der kaum vorstellbaren Rahmenbedingungen“.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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