Auf einer Fachtagung der FDP Bergisch Gladbach haben Vertreter:innen von Politik, Wirtschaft und Berufsschule über die vielen Facetten des Themas „berufliche Bildung“ diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass die Unternehmen noch stärker auf künftige Fachkräfte zugehen könnten. Und dass das Zanders-Areal für das Thema eine wichtige Rolle spielen sollte.

Zukunft braucht Fachkräfte! Dieses Thema haben auf einem gut besetzten Podium Dr. Alexander Engel – FDP-Fraktionsvorsitzender im Rheinisch-Bergischen Kreis, Frank Stein – Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach und Vertreter des Berufsschulverbandes, Franziska Müller-Rech – Ehemalige Landtagsabgeordnete und schulpolitische Sprecherin der FDP NRW, Prof. Dr. Martin Wortmann – Generalsekretär der Bildungsallianz des Mittelstands und Katharina Blum – Leiterin des Berufskollegs Bergisch Gladbach miteinander und dem interessierten Publikum im Ratssaal in Bensberg diskutiert.

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Wenn eins klar geworden ist in diesem spannenden Austausch unter der kompetenten Moderation von Petra Franke, dann dass dieses Thema unglaublich viele Facetten hat und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt.

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Dieser Beitrag stammt von der FDP.

Katharina Blum hat eindrücklich geschildert, welchen Herausforderungen die Berufskollegs heute gegenüber stehen. Sprachliche Barrieren bei zugewanderten Schülern, Inklusion und ganz grundsätzlich die Fähigkeiten der heutigen Jugendlichen, welche individuell gefördert und gefordert werden müssen.

Sie hat die Wichtigkeit von Praktika verdeutlicht, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern. Ungefähr ein Drittel der Jugendlichen absolviert am Berufskolleg eine duale Ausbildung.

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Berufskollegs sollen zum Kreis gehen – und auf das Zanders-Areal wandern

Die Schülerzahlen an den beiden Berufsschulen in Bergisch Gladbach sinken, Fachpersonal wird immer dringender gesucht. Dem will die lokale Politik durch eine Umstrukturierung der Bildungslandschaft begegnen: Die Berufskollegs sollen künftig vom Kreis getragen werden. Und möglichst eine neue Heimat auf dem Zanders-Areal finden. Das ist jedoch noch Zukunftsmusik.

Prof. Martin Wortmann hat die Bedürfnisse der Betriebe in den Blick genommen. Diese wünschen sich eine Anpassung der Lehrpläne, so dass die Auszubildenden in der Berufsschule das vermittelt bekommen, was in den Betrieben gelebter Alltag ist. Er schlägt vor, auch mit Blick auf die Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Zanders Areal, Stätten zu schaffen, in denen sich Schüler, Hochschullehrer, Ausbilder sowie Betriebe auf Augenhöhe begegnen und an z. B. dort zur Verfügung gestellten Maschinen kreativ werden können. Dies würde Hürden reduzieren sich mit Bildungswegen zu beschäftigen und die verschiedenen Möglichkeiten über alle Professionen auf einer Ebene darstellen.

Ein Problem der Entscheidung für einen Ausbildungsberuf ist auch die Fixierung der Betriebe auf die Zeugnisnoten. Hier kann Frank Stein aus Erfahrung positiv berichten, dass es sehr wohl schon Unternehmen gibt, die von einer reinen Notenorientierung weg hin zu einer individuellen Azubi-Auswahl entsprechend der Fähigkeiten gehen.

Eine Fixierung auf Noten sei kein zeitgemäßes Kriterium mehr, um sich als Unternehmen für die Jugendlichen interessant zu machen. Dies sei auf dem heutigen Arbeitnehmermarkt jedoch ein entscheidendes Kriterium, die Ausbildung für die Jugendlichen attraktiv zu gestalten. Es sind aber auch die Elternhäuser gefragt, die die Kinder motivieren und unterstützen sollten, den für sich geeigneten Bildungsweg zu finden. 

„Genauso wie die gesamte Gesellschaft, die vermitteln müsse, dass verschiedene Bildungswege zum Glück führen und nicht nur das Abitur wertvoll ist“, ergänzt Franziska Müller-Rech. Wichtig für die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Bildung ist auch die Änderung der gesellschaftlichen Einstellung, dass ein Berufsweg immer gradlinig verlaufen muss.

Die Attraktivität von Ausbildungsberufen kann auch durch die Vorbereitung auf den Ausbildungsberuf, so wie es die Berufskollegs anbieten, erhöht werden. Ebenso ist die Einführung neuer, am aktuellen Bedarf orientierter Ausbildungsberufen wie z. B. dem/der Kaufmann/-frau für E-Commerce eine Möglichkeit die Jugendlichen abzuholen.

Was das ganz konkret vor Ort bedeutet, erläutert Alexander Engel: „Wir müssen den Dialog mit den Unternehmen führen, damit diese den Schülern eine Chance geben.“ Die Vernetzung von Betrieben, Kreishandwerkerschaften, Innungen und der IHK muss gefördert werden. Außerdem könnte dem Lehrermangel, der auch an den Berufsschulen Realität ist, durch die Einbindung von Praktikern begegnet werden, so dass die Inhalte vermittelt werden, die den tatsächlichen Bedarf der Unternehmen abbilden.

Die Chance auf Zanders ein Pionierprojekt zu erschaffen, welches die Durchlässigkeit der Bildungswege verdeutlicht, sollte genutzt werden.

Zum Schluss wurde noch einmal die ganze Bandbreite des Themas deutlich, als unter dem Stichwort demografischer Wandel und Zuwanderung viele Punkte angesprochen wurden, wie der notwendige Bürokratieabbau oder die Einführung eines Einwanderungsgesetzes, welche auf Landes- und Bundesebene angegangen werden sollten, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen.

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FDP

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Dorothee Wasmuth. Mail: dorothee.wasmuth@fdp-bergischgladbach.de

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