Ein echtes Highlight war das Sommercamp des KI auf Schloss Eulenbroich. Über 150 Kinder und Jugendliche nahmen in den ersten beiden Wochen der Sommerferien daran teil und kamen bei verschiedenen Workshops auf andere Gedanken. Foto: RBK

Bei einer Fachkonferenz hat das Kommunale Integrationszentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises Bilanz eines Jahres gezogen, das durch den Ukraine-Krieg und Corona geprägt war. In 2023 soll ein neues Handlungskonzept beschlossen und das Ehrenamt weiter gestärkt werden.

Bei der 8. Fachkonferenz Integration zog das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Rheinisch-Bergischen Kreises Bilanz des bald endenden Jahrs und gab einen Ausblick auf seine Aktivitäten in 2023. Die vielfältigen Aufgaben und Vorhaben präsentiert das KI in einem Handlungskonzept, das im Frühjahr in den Kreistag des Rheinisch- Bergischen Kreises eingebracht werden soll.

Geprägt war die Integrationsarbeit 2022 besonders durch den Angriff Russlands auf die Ukraine. Dies sorgte im Frühjahr für die Flucht zahlreicher Menschen nach Deutschland. 

Insgesamt flüchteten bis Ende November rund 3.900 Menschen aus der Ukraine in den Rheinisch-Bergischen Kreis, wie die Ausländerbehörde berichtete. Davon halten sich circa 3.200 aktuell noch im Rheinisch-Bergischen Kreis auf. Fast zwei Drittel sind weiblich und 1.069 Personen unter 18 Jahren alt.

Aber auch aus anderen Krisenregionen der Welt wie Syrien, Afghanistan und dem Irak flüchteten im Verlaufe des Herbstes wieder mehr Menschen hierher.

„Faktoren wie Krieg und auch die Pandemielage beeinflussten eklatant die Rahmenbedingungen mit Blick auf die Integrationsarbeit in der Region“, machte Dezernentin Aggi Thieme vor den mehr als 30 Mitgliedern der Fachkonferenz Integration deutlich.

Es sei aber ebenso deutlich geworden, dass „die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis für offene Begegnung und solidarische Hilfe stehen.“ Besonderen Dank und Anerkennung sprach die Dezernentin für Schule, Bildung, Integration und Kultur den vielen ehrenamtlich Engagierten und den zahllosen freiwilligen Helferinnen und Helfern aus. Ebenso lobte sie die Arbeit der Menschen in der Freien Wohlfahrtspflege sowie in den Kommunalverwaltungen.

2023: Beratung und Stärkung des Ehrenamts

Nurhan Dogruer-Rütten, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, zeigte der Fachkonferenz unterdessen auf, wie die Weichen für die Arbeit des KI im Jahr 2023 gestellt werden.

Im Bereich der Erstintegration von Neuzugewanderten engagiert sich das Kommunale Integrationszentrum beispielsweise weiter stark in der Seiteneinstiegsberatung. Hier werden neu zugewanderte Eltern mit ihren Kindern zielgerichtet beraten, um den passenden Schulplatz zu finden. Gemeinsam mit der Unteren Schulaufsicht werden sie dann dorthin vermittelt.

2022 führte das Kommunalen Integrationszentrum mehr als 750 dieser Beratungen durch, darunter waren viele Kinder und Jugendliche aus der Ukraine. Auch im kommenden Jahr werden die Beratungen wieder eine der wichtigsten Aufgaben des Kommunalen Integrationszentrums sein.

Im Bereich der nachhaltigen Integration in die Regelsysteme unterstützt das Kommunale Integrationszentrum – als eins von vielen Angeboten – Eltern mit Zuwanderungsgeschichte sowie ihre Kinder im Vorschulalter dabei, sie auf den Start in Kita und Schule vorzubereiten. Dabei steht die sprachliche Förderung im Mittelpunkt. In diesem Jahr wurde das Angebot bereits von vier auf neun Gruppen mit jeweils zehn bis 15 Teilnehmenden ausgebaut – 2023 sollen weitere Gruppen folgen.

Auch die Zielgruppe der unter Einjährigen wird zusätzlich mit neuen Angeboten in den Blick genommen. Zudem werden Fortbildungen für die Mitarbeitenden in Kitas sowie weitere Programme zur Sprachförderung von Eltern und ihren Kindern angeboten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt wird auch im kommenden Jahr die Stärkung des Ehrenamts sein. Dazu gehört beispielsweise die Förderung von Ehrenamtsinitiativen und deren unterschiedliche Vorhaben. Dafür stehen 110.000 Euro bereit, die über das Kommunale Integrationszentrum im Rahmen des Projekts KOMM-AN NRW abgerufen werden können.

Bei verschiedensten Veranstaltungen mit Kooperationspartnern zu Themen wie „Ehrenamtliche gewinnen und halten“ oder „Wie soll ich das bezahlen?“ erhalten Unterstützerinnen und Unterstützer zugewanderter Menschen auch zukünftig wichtige Tipps und Hilfestellungen für ihr Ehrenamt.

Einen tiefen Einblick in die Arbeit des Jahres 2022 und einen Ausblick auf die kommenden Vorhaben gab das Kommunale Integrationszentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises bei der Fachkonferenz Integration. Foto: Susanne Prothmann

Sprachliche Erstförderung für 1112 Kinder

Schulrätin Barbara Gerhards-Engels präsentierte den Teilnehmenden an der Fachkonferenz Integration aktuelle Schülerzahlen von Kindern und Jugendlichen, die aus der Ukraine in den Rheinisch-Bergischen Kreis gekommen sind.

618 Kinder und Jugendliche aus dem Land erhalten aktuell eine sprachliche Erstförderung. Dafür wurden an den Schulen 134 Lerngruppen eingerichtet. Insgesamt erhielten 1.112 Kinder und Jugendliche aus vielen verschiedenen Ländern nach ihrer Ankunft im Rheinisch-Bergischen Kreis diese spezielle Unterstützung.

Sie bedankte sich bei dem Kommunalen Integrationszentrum für die gute Arbeit im Rahmen der Seiteneinstiegsberatung – hier habe man trotz massiver der unplanbaren und starken Zuwanderung aus der Ukraine die Herausforderungen gemeinsam erfolgreich gestemmt.

Die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen und des Kommunalen Integrationszentrums würdigten zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachkonferenz und begrüßten das Einbringen der vorgestellten Handlungsschwerpunkte des Kommunale Integrationszentrums für das Jahr 2023 in die Kreispolitik.

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RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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