Die Zentrale der Belkaw. Foto: Thomas Merkenich

Vier Wochen nach der Entdeckung von Keimen in einer Anlage der Belkaw wird das Trinkwasser für fast ganz Bergisch Gladbach weiter mit Chlor versetzt. Das bleibe voraussichtlich auch über die Weihnachtstage so, sagt ein Unternehmenssprecher – und nennt erstmals einen Grund für die Dauer der Aktion.

Im November hatte die Belkaw festgestellt, dass mit neuen Anlagen in der neuen Druckerhöhungsstation Gierath coliforme Keime eingeschleppt worden waren. Um Gesundheitsgefahren auszuschließen wird das Trinkwasser seither mit einer geringen Menge Chlor desinfiziert.

Trotz einer mehrfachen Reinigung seien bei den täglichen Messungen innerhalb der Druckerhöhungsstation immer mal wieder Keime nachgewiesen worden, teilt jetzt ein Belkaw-Sprecher auf erneute Nachfrage mit. Der Ursprung dieser Verunreinigungen sei bisher nicht klar.

Daher müsse die Belkaw – in Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt – weiterhin Chlor zusetzen, um jede Gesundheitsgefahr für die Bürger:innen auszuschließen. Ähnlich hatte sich zuvor auch das Gesundheitsamt geäußert.

Ein Ende der Chlorung sei daher nicht abzusehen. Die Aktion werde bis auf weiteres fortgesetzt und vermutlich auch über die Feiertage andauern. Auch nach dem Ende der Desinfizierung dauert es einige Tage, bis alle Chlorreste aus dem Netz gespült sind.

Gesundheitlich auch über längere Zeit unbedenklich

Der Genuss des gechlorten Trinkwassers sei auch über einen längeren Zeitraum gesundheitlich unbedenklich, betont der Belkaw-Sprecher. Das gelte auch für Schwangere, Säuglinge sowie für andere Risikogruppen und genauso für Haustiere.

Service: Chlor verdampft relativ rasch. Gegen den unangenehmen Geruch kann es helfen, das Trinkwasser zunächst in einer Karaffe stehen zu lassen und/oder es längere Zeit abzukochen. Auch Wasserfilter oder ein paar Spritzer Zitronensaft können für eine Reduzierung des Geruchs sorgen.

Weder die Belkaw noch das Gesundheitsamt machen Angaben über die Menge des zugesetzten Chlors; die Dosierung liege innerhalb der laut Trinkwasserverordnung zulässigen Menge.

Das Chlor tötet die Keime ab. So wird verhindert, dass sie aus der Druckerhöhungsstation ins Trinkwassernetz gelangen.

Hinweis der Redaktion: Das Thema und vor allem die Sorge vor einer Gesundheitsgefährdung durch das Chlor ist in früheren Beiträgen bereits intensiv diskutiert worden. Sie finden diese Beiträge in der folgenden Auflistung.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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16 Kommentare

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  1. Ich finde es langsam echt nicht mehr toll das immer noch Chlor im Wasser ist denn ich glaube nicht das es dem Körper nicht antut.
    Trockene Haut habe ich dadurch schon bekommen. Auch unsere Hunde riechen ständig am Wassernapf und trinken nicht mehr so wie vorher.

    1. Die trockene Haut haben Sie vermutlich von der trockenen Raumluft in der Heizperiode. Und dass die Gesundheit nicht unter dem Chlor leidet, überwacht ebenso wie die komplette Maßnahme das Gesundheitsamt. Dort gibt man Ihnen sicher auch gerne Auskunft – zuweilen hilft Information gegen subjektive Eindrücke.

      Dass der Hund nicht begeistert ist, kann ich nachvollziehen. Tiere trinken ohnehin lieber abgestandenes Wasser, und bevor das Chlor sich verflüchtigt hat, wird ihn das stören.

  2. Wir wohnen erst seit einigen Jahren in Bergisch Gladbach und es wird gefühlt jedes Jahr eine zeitlang Chlor zum Trinkwasser gegeben. Chloriertes Trinkwasser habe ich an keinem einzigen früheren Wohnort erlebt. Interessant wäre mal ein Vergleich mit anderen Städten, wie häufig dort gechlort wird.

    1. Das Gefühl können Sie rasch durch Wissen ersetzen.

      Die Suche nach den Schlagwort „Trinkwasser“ hier im Bürgerportal zeigt, dass 2016, 2017, 2018 und 2022 (zweimal) gechlort werden musste:

      https://in-gl.de/schlagwort/trinkwasser/

      Eine Suche bei Google News mit den Stichworten „Chlor“ und „Trinkwasser“ zeigt, dass auch in einigen anderen Städten aktuell Chlor eingesetzt wird: Jena, Köln, Dettingen, Linnich ….

  3. Ich bin froh und dankbar, dass Wasser aus der Leitung kommt. Was regen wir uns hier auf und in anderen Teilen der Welt muss man laufen um Wasser zu holen.
    Vielleicht mal über unseren Wohlstand nachdenken, ihn zu schätzen wissen und dankbar sein.

    1. So gut wie richtig, dieser Ihr Hinweis.
      Dankbarkeit (und Wertschätzung !), eine Tugend, die abhanden kommt (altmodisch?). Stattdessen wird gemäkelt, kritisiert, gejammert und (von einer Minderheit:) niedergemacht, was das Zeug hält.
      In-gl ermöglicht sachliche Diskussionen und berichtet immer wieder auch über gute, positive Beispiele.

  4. Bitte bleiben Sie auch bei diesem Thema sachlich und unterlassen persönliche Angriffe. Wir haben einige Kommentare gelöscht bzw. gekürzt.

  5. Ein Vorschlag für die BELKAW!

    Hygieneschulung Trinkwasser Kategorie A nach VDI/DVGW 6023

    Seminar S0410 ( 2 Tage )
    – DMT ist Schulungspartner des VDI –

    Hygiene in Trinkwasser-Installationen. Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung.
    Alle Referenten besitzen die notwendigen Voraussetzungen gemäß VDI/DVGW 6023.

  6. Das freut uns sehr.
    Wir kaufen für das Wochenende noch zwei Kisten Mineralwasser.
    Für den Service Techniker der BELKAW der die Pumpe eingebaut hat : nimmst am besten deinen Hut.

    1. Bislang hatten wir Wasser direkt aus der Leitung getrunken, oder aufgesprudelt. Jetzt kaufen wir Stilles-, oder Medium-Wasser bei Aldi/Lidl. Kann ich diese Zusatzkosten von den hohen Wasserkosten der Belkaw abziehen? MfG Klaus Volkmer

      1. @Klaus Volkmer
        Können Sie nicht, denn es garantiert Ihnen ja weder der Versorger, noch der Gesetzgeber ungechlortes Wasser. Dass wir das normalerweise genießen können, ist weltweit gesehen purer Luxus, selbst unter westlichen Ländern.

      2. der einzige Ort, wo ich das Chlor rieche, ist unter der Dusche.
        Auch ich trinke das Leitungswasser in meiner Radflasche und habe geschmacklich keinen Unterschied gespürt.
        Nur, was man nicht weiß, spürt man auch nicht zwingend.

      3. Warum sollten Sie das von den Wasserkosten abziehen können? Das Wasser aus der Leitung ist unbedenklich und nicht ungenießbar, Sie können es trinken, möchten aber nicht. Das was Sie derzeit nicht aus der Wasserleitung entnehmen, sparen Sie beim Wasserverbrauch und auch bei Ihren Abwasserkosten. Alternativ könnten Sie das Wasser abkochen.

      4. Andere für die eigenen Befindlichkeiten zahlen lassen? Glücklicherweise funktioniert das in diesem Fall nicht.