Zeltkirche Kippekausen. Foto: Thomas Merkenich

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Zum Kirchenstreit der Katholiken melden sich jetzt auch zwei Refrather Pfarrbezirke der Evangelischen Kirchengemeinde zu Wort. Vor allem die Personalentscheidungen des Erzbistums Köln lösten Bestürzung aus. Das undemokratische Vorgehen schwäche die „Institution Kirche“ und wirke sich auch auf die evangelischen Gemeinden aus.

Wir dokumentieren die Erklärung im Wortlaut:

„Stellungnahme zum Proklamandum des Erzbistums Köln vom 14./15.1. 2023, betreffend kath. Kirchengemeinde St. Johann Baptist in Refrath

Mit Bestürzung und tiefem Bedauern haben wir die Ankündigung zur Kenntnis genommen, dass Pfarrer Winfried Kissel, den wir seit 18 Jahren als verlässlichen Partner in unserer christlichen Arbeit in Refrath kennen und schätzen, unsere kath. Nachbargemeinde St. Johann Baptist bis zum 28.2. verlassen muss.

Die Diskrepanz dieser Personalentscheidung zu den bisherigen Äußerungen des Erzbistums im Zusammenhang mit der Entwicklung der Bergisch Gladbacher Gemeinden ist uns ebenso unverständlich wie die Nichteinbeziehung des Betroffenen und der Kirchengemeinde in diesen Prozess.

Daran ändern auch die im Nachgang vom Erzbistum angebotenen Gespräche nichts. Ein solches Vorgehen würde unsere demokratisch strukturierte Landeskirche nicht vorsehen und wir halten es für nicht evangeliumsgemäß.

Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Entscheidung, die das Ansehen der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit weiter beschädigen und eine erneute Austrittswelle nach sich ziehen wird.

Frust und Verbitterung

Es ist abzusehen, dass dieses Vorgehen bei den betroffenen Personen Frust und Verbitterung schaffen wird, die einer fröhlichen Verkündigung des Evangeliums und einer gedeihlichen Gemeindearbeit im Wege stehen, die doch heute für unsere krisengeschüttelte Gesellschaft so nötig wären.

Auch als evangelische Kirche werden wir diese Auswirkungen zu spüren bekommen, da viele Christinnen und Christen sich von „der“ Institution Kirche enttäuscht und getäuscht fühlen.

Wir unterstützen den Offenen Brief des Kirchenvorstands und des Orga-Teams des runden Tisches vom 15.1.2023 und hoffen mit den Unterzeichner*innen, dass die getroffenen Entscheidungen ausgesetzt und die amtierenden Pfarrer sowie die betroffenen Kirchenvorstände der Bergisch Gladbacher Gemeinden in den Gestaltungs- und Entwicklungsprozess einbezogen werden.

In herzlicher ökumenischer Verbundenheit, für die Bezirksausschüsse der Pfarrbezirke Refrath und Kippekausen/Frankenforst:

Pfarrerin Marion Rauber, Pfarrer Robert Dwornicki und Pfarrerin Birgit Dwornicki

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Es ist legitim, wenn zwei Pfarrbezirke der Evangelischen Kirchengemeinde Refrath in der Absicht, die katholische Nachbargemeinde zu unterstützen und Solidarität zu bekunden, eine Erklärung verfassen.

    Die befürchtete Gefahr, sie als evangelische Kirche werde die Auswirkungen (des Handelns des Erzbistums Köln) ebenfalls zu spüren bekommen, weil sich viele Christen von „der Institution Kirche“ enttäuscht und getäuscht fühlten, halte ich allerdings für ein vorgeschobenes Argument zur Rechtfertigung der Einmischung in die Belange einer anderen Kirche.

    Es gibt seit der Kirchenspaltung vor 500 Jahren „die Institution Kirche“ nicht mehr, sondern mehrere. Und die katholische Kirche jetzt auch noch für den Austrittswillen von Protestanten aus ihrer Kirche zu machen, damit machen es sich die Verfasser der Erklärung dann doch zu einfach.