Sankt Clemens in Paffrath, Foto: Thomas Merkenich

Zum ersten Mal äußert sich nun auch die Pfarrengemeinschaft West im Bergisch Gladbacher Kirchenstreit – nach einem ersten Gespräch mit Weihbischof Ansgar Puff. Auch in Herz Jesu, St. Konrad und St. Clemens herrsche Wut, Fassungslosigkeit und Trauer. Immerhin wurde ein Gesprächsfaden aufgenommen. Wir dokumentieren die Erklärung der Pfarreiengemeinschaft im Wortlaut.

Folgender Text wurde am Donnerstag vom Pastoralbüro Bergisch Gladbach-West verschickt, er wurde von einer internen Vorbereitungsgruppe formuliert und fasst die Ergebnisse des ersten Krisengesprächs über die Einführung der „Pastoralen Einheit“ als Pilotprojekt in GL zusammen.

„In der Pfarreiengemeinschaft Bergisch Gladbach-West (Herz Jesu, St. Konrad, St. Clemens) hat am Mittwoch ein erstes Gespräch mit den Mitglieder/innen des Pfarrgemeinderates, der drei Kirchenvorstände und des Pastoralteams stattgefunden, zu dem Weihbischof Ansgar Puff und Dr. Daniel Weisser als Vertreter des Erzbistums gekommen sind.

Anlass des Gesprächs war die Situation, die durch das Proklamandum des Erzbistums vom vergangenen Wochenende ausgelöst wurde.

Die Mitglieder der Gremien haben Enttäuschung, Wut, Fassungslosigkeit und Trauer geäußert und deutlich gemacht, dass bei den Menschen viel Vertrauen zerstört ist. Das offene und konstruktive Gespräch, das von einer externen Moderation geleitet wurde, war geprägt von kritischen Statements zum Modellprojekt und den damit verbundenen Vorentscheidungen. Auch Empfindungen persönlicher Kirchen- und Glaubenskrisen, die durch die Vorgänge ausgelöst oder verstärkt wurden, kamen zur Sprache.

Die Äußerungen und dringenden Erwartungen aus den Gemeinden haben bei den Vertretern des Erzbistums Gehör gefunden. Weihbischof Puff hat zu den Vorgängen Stellung genommen und eine als ehrlich und authentisch empfundene Betroffenheit gezeigt.

Im weiteren Verlauf wurden die Forderungen an das Erzbistum festgehalten, über deren Inhalt aber vorerst Vertraulichkeit vereinbart wurde. Weihbischof Puff hat zugesagt, Kardinal Woelki zu informieren, zeitnah eine Rückantwort zu geben und für weitere Gespräche zur Verfügung zu stehen.

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Redaktion

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5 Kommentare

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    1. Das ist doch Unsinn. Man kann nicht immer alles in einem laufenden Verständigungsprozess an die große Glocke hängen, ohne den Prozess selbst zu gefährden.

      1. Jesus war für absolute Transparenz. Ein Prozeß, der alle etwas angeht, sollte alle am Gedankenaustausch teilhaben lassen.

      2. Da geht es um konkrete Menschen und die möglichen Entwicklungen ihrer beruflichen Zukunft. So etwas diskutiert man nicht öffentlich. Oder möchten Sie, dass Ihr nächstes Personalgespräch per Livestream übertragen wird?

        „Jesus war für absolute Transparenz.“ – Nun gut, das ist zunächst einmal eine Behauptung.

      3. Ich zitiere aus der Stellungnahme zweier evangelischer Kirchenkreise, der ich vollinhaltlich zustimme. Dort heißt es auszugsweise „Die Diskrepanz dieser Personalentscheidung zu den bisherigen Äußerungen des Erzbistums im Zusammenhang mit der Entwicklung der Bergisch Gladbacher Gemeinden ist uns ebenso unverständlich wie die Nichteinbeziehung des Betroffenen und der Kirchengemeinde in diesen Prozess.

        Daran ändern auch die im Nachgang vom Erzbistum angebotenen Gespräche nichts. Ein solches Vorgehen würde unsere demokratisch strukturierte Landeskirche nicht vorsehen und wir halten es für nicht evangeliumsgemäß.“
        (Bericht vom 22.01.2023 https://in-gl.de/2023/01/22/evangelische-gemeinden-befuerchten-weitere-austritte/)