15 Wochen nach dem Ausfall der Trinkwasserversorgung ist die für den Schulbetrieb wichtige Lehrküche der Gesamtschule in Paffrath weiter außer Betrieb. Erste Angebote für einen Neuanschluss liegen vor und werden jetzt von der Schulbaugesellschaft geprüft. Ob die ganze Schule saniert werden kann oder abgerissen werden muss ist weiterhin offen.

Zuletzt hatte die Verwaltung im Schulausschuss Mitte Februar über den desolaten Zustand der Integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP) informiert und sich harte Kritik der Schulleitung anhören müssen. Erst auf Nachfrage legte sie danach offen, wie stark das Trinkwassernetz mit Legionellen verseucht ist. Bis jetzt gibt es kaum Fortschritte bei den Reparaturen – und nach wie vor ist offen, ob die genau 50 Jahren Schule komplett abgerissen werden muss, berichtet die Stadt in einer langen Pressemitteilung.

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Die Hochbauabteilung, flankiert von Immobilienbetrieb und Schulverwaltung, sei „im intensiven Austausch mit der Schulleiterin Angelika Wollny“, um in den „kommenden Monaten aktuelle Probleme zu beseitigen und eine Perspektive für den Schulstandort zu erarbeiten“, erklärt die Stadtverwaltung.

Kein Wasser in der Lehrküche

Für die Lehrküche, die im Gegensatz zur Mensa und trotz der massiven Kritik noch nicht an die Notleitung angeschlossen ist, gibt es immerhin eine Aussicht: Die neue Schulbau GmbH prüfe erste Angebote für die Trinkwasserzuleitung. „Durch den neuen Partner können wir hoffentlich schnell die Situation so verbessern, dass die Schülerinnen und Schüler im Fach Hauswirtschaftslehre wieder praktisch arbeiten können,“ sagt Kämmerer Thore Eggert.

Nach Angaben der Stadt ist die Legionellen-Belastung in der Lehrküche auf 300 KBE zurück gegangen, vor zwei Wochen hatte sie die noch mit 400 KBE angegeben. Die Belastung an einer zentralen Probeentnahmestelle (Zirkulationspumpe 1) war sogar mit 19.400 KBE pro Milliliter gemessen worden.

Inzwischen versorgt die Stadt die insgesamt 1500 Schüler:innen mit Wasser aus Flaschen, bis zu 500 Liter pro Woche werden in der Mensa ausgegeben.

Keine Aussicht für Reparatur des Toiletten-Fallrohrs

Für die Reparatur eines defekten Fallrohrs, das für die Schließung großer Teile der Toilettenanlage verantwortlich ist, gibt es dagegen nach wie vor keine Fachfirma, die sich an das völlig marode System herantraut.

Es sei zu befürchten, dass eine Reparatur des Rohres zu Folgeschäden in der Konstruktion führe, heißt es jetzt. Dennoch sei die Stadtverwaltung weiterhin bestrebt, eine Fachfirma zu finden.

Weiterhin sei die Gefahr akut, dass andere Toilettenanlagen im Erdgeschoss „zeitnah aufgrund der schlechten Materialsituation ausfallen“. Was eine Einstellung des gesamten Schulbetriebs zur Folge haben könnte.

Daher hatte der Schulausschuss beschlossen, eine Containertoilettenanlage für voraussichtlich 500.000 Euro zu bauen. Aufgrund des eigenen Personalmangels benötige die Stadt jedoch eine externe Projektleitung. Sobald diese beauftragt sei werde der Bau konkret geplant, heißt es jetzt. Allerdings hätten die Container eine relativ lange Lieferzeit, warnt die Stadt.

Suche nach Platz für Ausweichschule läuft

Wie berichtet soll seine Fachfirma parallel eine Machbarkeitsstudie erstellen, ob ein Neubau der gesamten IGP oder eine Generalsanierung zu empfehlen ist. Dabei handele es sich um eine Wirtschaftlichkeitsberechnung – bei der auch Überlegungen des Schulentwicklungsplans einfließen. Das heißt konkret: ein neues modernes Raumkonzept kann mitgedacht werden und spricht wohl eher für einen Neubau.

Bereits jetzt suchen die städtischen Experten nach Flächen, auf denen eine Interimsschule für die Zeit der Bauarbeiten errichtet werden kann.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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