Auf Tagesgeldern und Sparguthaben gibt es wieder Zinsen. Wie das in Zeiten anhaltender Inflation richtig einzuordnen ist, erläutert Anlageexperte Andreas Kuhl von der Kreissparkasse Köln in Bergisch Gladbach.

Nach einer langen Durststrecke für den „klassischen“ Zinssparer hat die Europäische Zentralbank im Juli 2022 die Zinswende eingeläutet. Bis heute wurden bereits sechs Zinsschritte umgesetzt. In der Folge bewegen sich auch die Marktzinsen stetig nach oben, so dass die Sparkassen ihren Kundinnen und Kunden wieder attraktive Konditionen auf Einlagen bieten können.

Das ist eine gute Nachricht insbesondere für kurzfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger. Wer Angebote vergleicht, sollte dabei einen Blick auf die genauen Bedingungen richten. Denn häufig gelten besondere Konditionen nur für Neukunden oder nur für einen befristeten Aktionszeitraum und werden danach wieder deutlich gesenkt. 

Wir als Kreissparkasse Köln legen Wert darauf, dass unsere Konditionen dauerhaft und gleichermaßen für alle gelten – für die Neukundin ebenso wie für den Bestandskunden. Das handhaben wir beim Tagesgeld genauso wie beim Sparbuch oder dem Sparkassenbrief.

Inflation ist nicht verschwunden

Indes: Auch wenn die Sparzinsen zurück sind, so ist die hohe Inflation bislang nicht verschwunden. Im März 2023 lag sie bei 7,4 %, also weiterhin deutlich oberhalb der Marktzinsen für kurzfristige Anlagen. Das bedeutet, die Preise für alltägliche Dinge steigen stärker als der Wert der eigenen Ersparnisse. Es kommt zu einem realen Wertverlust. 

Ein Beispiel: Sie legen 10.000 EUR zu einem Zinssatz von 2 % an. Bei Einkäufen im Handel hätten Sie alternativ Güter im Wert von 10.000 EUR erwerben können. Nach 12 Monaten erhalten Sie Zinsen in Höhe von 200 EUR, auf Ihrem Konto befinden sich daher nun 10.200 EUR.

Bei einer Inflation von 7,4 % hätte Ihr Geld dann allerdings nur noch eine Kaufkraft in Höhe von rund 9.450 EUR. Das bedeutet, trotz der Zinszahlung stellen Sie sich finanziell ungünstiger als zu Beginn des Anlagezeitraumes.

Wie verhält man sich nun richtig?

Nun lautet die Lösung selbstverständlich nicht, dass Sie Ihr Geld schnellstmöglich ausgeben müssten. Vielmehr gilt es genauer zu betrachten, welche Teile Ihres Vermögens kurzfristig verplant sind und welcher Anteil perspektivisch länger für Sie arbeiten kann.

Für diesen mittel- bis langfristig ausgerichteten Teil Ihres Vermögens empfiehlt sich eine breite Streuung über verschiedene Laufzeiten und verschiedene Anlageklassen wie zum Beispiel Immobilien, Renten, Aktien oder Rohstoffe. In Abhängigkeit von der jeweiligen persönlichen Chance-Risiko-Mentalität lässt sich so die Inflation teils oder im Idealfall sogar gänzlich ausgleichen. 

Fazit: Nehmen Sie sich etwas Zeit, um das Thema Geldanlage im veränderten Zinsumfeld neu zu denken. Festverzinsliche Anlagen sind einfach und sicher, ersetzen aber alleine nicht eine diversifizierte und chancenorientierte Vermögensstruktur. Getreu dem Motto: „Lege nicht alle Eier in einen Korb“.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Strukturierung einer Kapitalanlage, die auf Ihre Wünsche, Anlegermentalität und Lebenssituation abgestimmt ist. Sprechen Sie uns einfach in einer unserer Filialen oder auf einem anderen gewünschten Weg an.

Herzliche Grüße, Ihr Andreas Kuhl

Zur Person: Andreas Kuhl ist seit 2014 bei der Kreissparkasse Köln beschäftigt. Im Anschluss an seine Ausbildung zum Bankkaufmann legte er seinen beruflichen Schwerpunkt auf den Bereich der Vermögensberatung. Nach einem zwischenzeitlichen Studium zum Betriebswirt Banking & Finance betreut er in der Regional-Filiale Bergisch Gladbach derzeit Privatkunden wie auch Geschäfts- und Firmenkunden in den Angelegenheiten Kapitalanlage und Liquiditätsplanung.  

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