Foto: Thomas Merkenich

Mit dem Thema „Auge“ haben sich die Gäste des inklusiven Begegnungscafés Grenzenlos im Rahmen von Workshops beschäftigt. Und dabei den Bogen vom Sinnesorgan zur Perspektive der Gesellschaft auf Menschen mit Behinderung geschlagen. Herausgekommen sind Gemälde, die zugleich das Anliegen des Grenzenlos thematisieren: Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung „auf Augenhöhe” ermöglichen.

„Seit Februar beschäftigen wir uns mit dem Thema Auge”, berichtet Sonja Schumacher, Leiterin des Begegnungscafés Grenzenlos in der oberen Hauptstraße. Gemeinsam mit der Künstlerin Olivia Jasinski habe man das Sinnesorgan unter dem Aspekt der Wahrnehmung untersucht. Augen als Tor zur Seele beleuchtet.

+ Anzeige +

Schnell sei man dann beim Thema „Augenhöhe“ angekommen, und habe damit das Thema um einen gesellschaftlichen Aspekt erweitert.

Sonja Schumacher im Gespräch mit Holger Crump. Foto: Thomas Merkenich

„Es geht letztlich um das Bewusstsein für die Perspektiven, mit denen sich Menschen mit und ohne Behinderung begegnen”, stellt Schumacher klar. Vorurteilsfrei, ohne Grenzen. In einem Raum, der allen einen Zugang ermöglicht. Dem zentralen Anliegen der Inklusion.

Das Projekt ist in einige Kunstwerke gemündet, die bis zum 8. Juni im Grenzenlos zu sehen sind. 25 Werke von 15 Künstler:innen – „darunter auch Menschen, die über Social Media von unserem Projekt erfuhren und sich kurzerhand angeschlossen haben.“

„Auf Augenhöhe” heißt die kleine Schau. Der Titel der Ausstellung prankt ausgedruckt inmitten der Kunstwerke. Ist absichtlich hoch gehangen, über Kopfhöhe. Auch mit diesem Detail wolle man darauf hinweisen, dass man nicht auf sich herabblicken lasse, erläutert Schumacher.

Foto: Thomas Merkenich

Blickwinkel: Es gibt die, die hinsehen. Und die, die wegsehen. Die, die uns anstarren, und die die durch uns hindurchsehen. Die, die von oben herab zu uns runtersehen, und die zu uns aufsehen, in allem Inspiration sehen.

Und manchmal, da begegnen wir denen, die uns auf Augenhöhe begegnen.

Sonja Schumacher in einem Text zur Ausstellung

Zu entdecken sind Bilder, die als Spiegel der Seele fungieren. Und die Perspektive der Künstler:innen wiedergeben. Zugleich dreht sich die Betrachtungsweise. Der Betrachter wird zum Betrachteten – das setzt unweigerlich Reflexionen in Gang. Hinterfragt den eigenen Umgang mit dem Thema.

„Auf Augenhöhe“
Ausstellung im Begegnungscafé Grenzenlos

6. Mai bis 8. Juni
Mittwochs bis samstags ab 16 Uhr
Hauptstraße 293 bis 297, 51465 Bergisch Gladbach
Mehr Infos im Web

„Auf Augenhöhe” ist die erste Ausstellung im Grenzenlos mit Kunstwerken der Gäste. Das Begegnungscafé initiiert immer wieder Aktionen rund um das Thema Inklusion. So sind Gäste und Ehrenamtler im Bereich Klimaschutz aktiv und testen mit Barriere-Checkern die Barrierefreiheit in der Stadt. Im Grenzenlos ist auch eine Prüfstelle für Texte in leichter Sprache angesiedelt.

Träger ist die Inclusio Rhein-Berg gGmbH, eine Tochtergesellschaft des CBF – Club behinderter Menschen und ihrer Freunde Rheinisch Bergischer Kreis e. V.

Impressionen aus der Ausstellung und aus dem Begegnungscafé Grenzenlos:

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.