Eine neue Fahrbahndecke und eine bessere Geh- und Radwegsituation – in vier Bauabschnitten wird ab 17. Juli die Paffrather Straße ausgebaut. Die Stadt gibt im Vorfeld Details der umfangreichen Maßnahmen bekannt, die bewusst in den verkehrsarmen Sommerferien starten, voraussichtlich aber 21 Wochen dauern. Anwohner müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Die Deckensanierung der Paffrather Straße zwischen Reuterstraße und B 506 (Handstraße/Alte Wipperfürther Straße) nimmt konkrete Formen an. Bei der Ausschreibung haben sich mehrere Firmen beworben und ihre Angebote abgegeben. Die Firma August Dohrmann GmbH hat den Auftrag erhalten, das Gesamtvolumen der Maßnahme beträgt rund eine Million Euro.

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Es ist vorgesehen, mit den ersten beiden Bauabschnitten (zwischen Reuterstraße und Kreuzung Paffrather Str./Am Stadion) am Montag, den 17. Juli, zu beginnen.

Im Anschluss wird die Deckensanierung auf den Abschnitten drei und vier (Kreuzungsbereich Am Stadion bis Kreuzungsbereich B506) durchgeführt.

Die Gesamtbauzeit ist mit 21 Wochen kalkuliert. Alle Pläne der Baumaßnahme sowie weitere Informationen zur Deckensanierung unter www.bergischgladbach.de/paffrather-strasse

Ertüchtigung einer Hauptverkehrsader

Zusätzlich zu der Sanierung der Fahrbahndecke werden die Bushaltestellen sowie die Einmündungs- und Kreuzungsbereiche barrierefrei ausgebaut. Im Rahmen der verfügbaren Flächen wird zudem ein möglichst attraktives Angebot für den Radverkehr geschaffen. So entsteht zwischen Reuterstraße und Kreuzung Paffrather Straße/Am Stadion mit der Einrichtung beidseitiger Radfahr- bzw. Schutzstreifen eine durchgehende Radverkehrsführung.

„Mit der Paffrather Straße wird eine der Hauptverkehrsstraßen in Bergisch Gladbach saniert und für die heutigen Bedarfe aller Mobilitätsformen fit gemacht. Damit kann mit einem der wesentlichsten städtischen Verkehrsprojekte begonnen werden. In den kommenden Jahren werden weitere Teilstücke vom Rathaus bis nach Schildgen geplant, saniert und umgesetzt.

Insbesondere im Bezug auf den innerstädtischen Verkehr ist dies eine große Bereicherung für die Bürgerinnen und Bürger. Ich freue mich, dass wir jetzt auf die Ankündigung der Maßnahmen Taten folgen lassen können“, kommentiert Bürgermeister Frank Stein die zeitnahe Umsetzung der Sanierungsarbeiten auf der Paffrather Straße.

Teilsperrungen notwendig

Für die Durchführung der Deckensanierung ist es aus bau-, sicherheits- und zeittechnischen Gründen zwingend notwendig, in vier Bauabschnitten unter Teilsperrung zu arbeiten. Aufgrund der geringen Straßenbreite muss der Verkehr während der Bauzeit in eine Richtung geführt werden. In Abstimmung mit Feuerwehr und Straßenverkehrsbehörde soll der Verkehr während der Bauzeit ausschließlich stadtauswärts geleitet werden. Eine Umleitung stadteinwärts wird ausgeschildert.

Die Anwohnerinnen und Anwohner können die Zufahrt zu ihren Grundstücken, sobald die Deck- und Binderschicht abgefräst worden ist, vorübergehend nicht mehr nutzen. Für die Gewerbebetriebe etc. wird versucht, provisorische Rampen herzustellen, so dass möglichst lange eine Andienung möglich ist. Bevor asphaltiert wird, informiert die beauftragte Baufirma noch einmal gesondert.

Regelungen für Notfälle und Müllabfuhr

Während der Bauzeit muss die Firma dafür sorgen, dass Rettungswagen und Feuerwehr jedes Haus erreichen können; so wird es den Anliegern auch möglich sein, jederzeit zu Fuß zu ihrem Haus zu gelangen. An den Müllabfuhrtagen muss die Firma sich darum kümmern, dass die Mülltonnen geleert werden können.

Für die Anliegerinnen und Anlieger entstehen keine Kosten. Zu Beginn der Baumaßnahme werden bewusst die Sommerferien ausgenutzt, um von dem erfahrungsgemäß geringeren Verkehrsaufkommen zu profitieren.

Die Planung wurde im Dezernat von Ragnar Migenda, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Klimaschutz entwickelt. „Ich möchte mich im Vorfeld schon einmal für das Verständnis der Anliegenden während der Bauphase bedanken. Eine solch umfangreiche und wichtige Verbesserung der Infrastruktur ist leider ohne diese kurzfristigen Einschränkungen nicht möglich“, so Ragnar Migenda abschließend.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. Der Großteil der Strecke ist wirklich gut geworden und ich bin dankbar für die verbesserte Situation für Radfahrer.

    Aber wer hat sich die Radwege an der Kreuzung Paffratherstr. und Alte Wipperfürther ausgedacht?
    Jedenfalls niemand der jemals im Leben mal Fahrrad gefahren ist. Es ist die reinste Selbstmordstrecke, mit Radwegen die über einen erhöhten Bordstein führen und direkt nach der Kreuzung ohne Vorwarnung auf die stark befahrene Fahrbahn geleitet werden. Eine frage der Zeit bis da der erste Unfall passiert.

    1. Das soll wohl noch irgendwann gemacht werden, wenn ich es richtig verstanden habe. Aber ja, stimme Ihnen zu, extrem mies gelöst. Auch bergauf die B506 bis zum Fliesenmax ist es leider weiterhin mit massiv Schlaglöchern kein schönes Fahrerlebnis.

  2. Ich freue mich ja schon, wenn einfach der Asphalt besser wird. Auf der Paffrather Straße, ist es bergab unmöglich, ein Handzeichen zum abbiegen zu geben. Das liegt nicht an der höheren Geschwindigkeit bergab, sondern am desolaten Zustand der Fahrbahn. Es ist sehr, sehr gefährlich, auch nur ein paar Sekunden das Lenkrad loszulassen und mit einer Hand das Fahrrad zu führen. Die überall geflickte Asphaltdecke, schlägt einem das Lenkrad aus der Hand.

    1. Da man Ihnen bei einem Unfall auch ein Mitverschulden anlasten könnte, wenn Sie einhändig fahren, dürfte im Zweifel die Sicherheit Vorrang haben. 15 Euro Verwarnungsgeld gegen teure Unfallfolgen sollten leicht abzuwägen sein.

  3. In einer Presseerklärung stellen die Fraktionen von SPD und Grünen fest: Startschuss der Umbaumaßnahmen an Paffrather Straße Meilenstein in Richtung Mobilitätswende

    Jetzt soll es losgehen. Erste Anzeichen einer Baustelle waren bereits in den vergangenen Tagen zu sehen. Der Ausbau der Paffrather Straße zwischen Reuterstraße und B 506 (Handstraße/Alte Wipperfürther Straße) steht unmittelbar bevor. Dem Ausbau in seiner jetzigen Gestalt war eine Beschlussvorlage aus dem Dezernat von Ragnar Migenda im Mobilitätsausschuss vorausgegangen, den die Fraktionen von Grünen und SPD mit unterstützt haben.

    Wie auch Bürgermeister Frank Stein sehen die beiden Fraktionen in der Neugestaltung dieses Streckenabschnittes einen wichtigen Schritt Richtung Mobilitätswende, die den Bedarfen aller Mobilitätsformen gerecht wird. So war bereits im seinerzeitigen Ampel-Koalitionspapier diese Maßnahme als solche mit hoher Priorität vereinbart. Neben der dringend nötigen Sanierung der Fahrbahndecke werden auch die Bushaltestellen sowie die Einmündungs- und Kreuzungsbereiche barrierefrei ausgebaut. Zudem wird innerhalb der begrenzten Flächen ein attraktives Angebot für den Radverkehr geschaffen. Insbesondere viele Schulkinder nutzen diesen Weg.

    Hierzu erklären die Fraktionsvorsitzenden der Grünen Theresia Meinhardt und Dr. Friedrich Bacmeister:

    „Die Sanierung der Paffrather Straße ist ein wichtiger Baustein für eine Stadt, die sich den Herausforderungen des Klimawandels stellt: Der Umbau öffnet nicht nur eine wichtige Radroute Richtung Paffrath/Schildgen, sondern unterstützt mit dem Umbau der Bushaltestellen den Zugang für alte (und junge) Mitbürger zu den Bussen. Die Bäume werden immer wichtiger, um Hitzeinseln zu vermeiden.“

    Und Klaus Waldschmidt (Vorsitzender der SPD-Fraktion) ergänzt: „Der längst überfällige und von der grün-roten Koalition geforderte Ausbau der Paffrather Straße zeigt, dass eine intelligente Verkehrsführung zu einer spürbaren Verbesserung sämtlicher Mobilitätsformen führen kann.“

    Die Fraktionen von Grünen und SPD freuen sich daher bereits jetzt über die, nach hoffentlich reibungslosen Bauarbeiten, fertiggestellte Hauptverkehrsachse und begrüßen die Ankündigung der Verwaltung in den nächsten Jahren weitere Teilabschnitte der Paffrather Straße vom Rathaus bis nach Schildgen zu planen und umzusetzen. Die Mobilitätswende nimmt Fahrt auf – auch in Bergisch Gladbach

    1. Mir fehlen die Worte! Was an dieser Verkehrsplanung intelligent oder mindestens attraktiv sein soll kann ich selbst auf Zehenspitzen stehend nicht erkennen.

      Die Selbstverständlichkeit abgesenkter Gehwege als Meilenstein zu verkaufen erscheint mir eher pure Verzweiflung zu sein. Die einzigen, die bei diesem Umbau profitieren werden sind die Autofahrer. Keinerlei Hindernisse oder Beeinträchtigungen sondern: Freie Fahrt. Ganz in Gegensatz zu den Radfahrenden, die auf mehreren hundert Metern ohne eigene Spur vor den Autos herfahren. Na viel Spaß! Die Eltern will ich sehen, die ihre Kinder auf dieser Straße mit den Rad zur Schule schicken.

      Meine Prognose: 0!

      Aber was solls, bringe ich halt weiterhin meine Kinder mit dem Auto zur Kita und zur Schule, zur Arbeit fahre ich eh wieder mit dem PKW. Denn die Strecke, die ich mit dem Rad fahren müsste, ist lebensgefährlich. Und das ist nicht einfach so daher gesagt sondern von mir an eigenen Leib mehrfach erlebt worden.

      Also lasst uns gemeinsam mit allen feiern, so wie die Fraktionsvorsitzenden, der Bürgermeister und der grüne Dezernent es gerne wollen. Wir schaffen mit dem Umbau schließlich den Sprung in der Verkehrspolitik von den 1970 in die 1980 Jahre. Vielleicht haben wir es, wenn die Straße bis Schildgen fertig ist, sogar schon in die 90er geschafft.

      Und bis zur Klimaneutralität haben wir ja schließlich noch 11,5 lange lange Jahre. Darauf trinke ich gleich einen Sekt – ach nee, ich muss ja noch Auto fahren.

  4. Habe ich richtig verstanden, dass die Baumaßnahmen an der Paffrather Straße und an der B 506 (Erneuerung Radweg) am selben Tag starten? Falls dem tatsächlich so ist, wird es die nächsten Wochen ein absolutes Verkehrschaos in Paffrath geben.

  5. Es gibt nicht nur Auto – und Radfahrende sonders auch Fußgänger und Menschen, die den ÖPNV nutzen. Alle diese Nutzungen müssen auf einer Hauptverkehrsachse unter einen Hut gebracht werden. Daher ist es nicht hilfreich @Herr Wegmann, einfach nur zu zählen, wie oft der Radstreifen unterbrochen wird. Wir haben nur den einen Straßenraum und der wird neu aufgeteilt und zwar so, dass möglichst ALLE – ob zu Fuss, mit dem Rad, mit dem Bus und (zur Not) auch mit dem Auto, die Straße gemeinsam mit viel gegenseitiger Rücksichtnahme nutzen können.
    Auch hier der Appell an alle, die die bessere Verkehrsplanung machen wollen: bei der Stadt gibt es in diesem Bereich einige offenen Stellen! Bewerbt Euch! Helft mit, es besser zu machen!!!!
    Aber zunächst einmal DANKE an alle in der Verwaltung, die unbeirrt Tag für Tag an der Mobilitätswende arbeiten.
    Lasst uns anfangen, all die Planungen nun umzusetzen. Ich freue mich auf die neu gestaltete Paffrather Straße.

    1. Die Planungen sind, gerade aus Mobilitätswendesicht, sehr suboptimal. Bevor es an die Umsetzung geht, sollte dringend nachgebessert werden!

      Ja, auch in GL bewegt sich langsam etwas – aber wirklich seeehr langsam. Die letzte größere Maßnahme für den Radverkehr war der Bau der Radstation. Seitdem wurde viel geredet, aber so gut wie nichts umgesetzt. Wenn mensch gleichzeitig sieht, welche Summen in die Sanierung von Autostraßen fließen und wie schnell das geschieht, fällt es schwer, hier eine “Arbeit an der Mobilitätswende” zu erkennen.

      1. Das liegt nicht unbedingt am unterschiedlich greifenden Willen, sondern auch an der rechtlichen Situation: Zum Unterhalt der Straßen ist der Baulastträger (also außer bei Bundes-, Landes- und Kreisstraßen die Stadt) gesetzlich verpflichtet und darf auch nicht zu lange damit zögern. Neugestaltungen und Umbauten dagegen richten sich stärker nach der Kassensituation und der politischen Gemengelage.

      2. Danke, das weiß ich – es ging mir hier nur um Maßnahmen, die in die Zuständigkeit der Kommune fallen. Erneuerte Straßen gibt es einige (Odenthaler, Straßen, Volbachtal, jetzt Paffrather…) – Radwege… äh Moment…einen einzigen, vor 4 Jahren.

    2. Hallo Frau Meinhardt, da Sie mich direkt ansprechen: Ich habe nicht aufgezählt wie oft der Schutzstreifen unterbrochen wird, ich habe aufgezählt wie oft Radfahrende in Unfallgefahr geraten, wenn diese Planung umgesetzt wird.

      Es ist wirklich bitter wenn selbst die Fraktionsvorsitzende der Grünen so wenig ambitioniert ist, eine zukunftsträchtige Radinfrastruktur aufzubauen. Oder glauben Sie ernsthaft, dass der Umbau der Paffrather Straße auch nur einen einzigen Radfahrenden mehr auf das Rad holt?

      Worauf warten ihre gelobten Stadtplanenden eigentlich? Auf ein Wunder das die Klimakrise wegzaubert? Scheinbar müssen in Bergisch Gladbach erst all die Fehler der 1980er Jahre gemacht werden, die viele andere Städte inzwischen korrigieren und die es ganz offensichtlich wesentlich ernster mit der (dringend notwendigen) Mobilitätswende nehmen.

      Denn diese, von Ihnen gelobte, Stadtplanung hält nicht nur Menschen vom Radfahren ab, sie zwingen sie sogar in das Auto. Aber scheinbar ist der Klimawandel noch nicht dramatisch genug, auch wenn aktuelle Meldungen aus der ganzen Welt anderes vermuten lassen.

      Lassen wir also „die Bagger rollen“, auch wenn das nichts Gutes für die Radfahrenden dieser Stadt bedeutet und nachfolgende Generation dann mit unserer Gleichgültigkeit irgendwie leben müssen.

  6. Man hat die Arbeiten auf der Paffrather Str. “bewusst” in die Ferien gelegt. Augenwischerei, denn dann müsste da schon seit beinahe 14 Tagen gearbeitet werden. Herr Migenda “bedankt sich” für das Verständnis der Anainer. Als solcher kann er sich vera . . . . . fühlen, hatte er doch nie eine Möglichkeit, sich gegen diese Planung zu wehren.

    Was auch wieder deutlich wird ist die Fahrradlastigkeit des Vorhabens, die an die Stelle der nötigen Gesamtbetrachtung des Verkehrs tritt. Es ist unstrittig, dass die Vorherrschaft des MEV beendet werden muss. Nur geht langsam, wenn dieser Hype fortgeführt wird, die Lastigkeit auf die Fahrräder über, was zur nächsten Einseitigkeit führt, die laut Erfahrungen nie Probleme löst.

  7. Viele gute Verbesserungs-Punkte, die hier konkret zum aktuellen Sanierungsabschnitt der Paffrather Straße benannt werden und zurückliegend auch bereits wurden. Vielleicht können einige im Nachgang noch Berücksichtigung durch die Stadtverwaltung finden.

    Des Weiteren wäre z.B. die – auch gegenüber der Stadt bereits genannte – Radverkehr-Freigabe des wenig frequentierten Gehwegs auf Höhe der Feuerwehr in Richtung Stadtmitte eine gute Möglichkeit gewesen, den sehr unübersichtlichen und damit gefährlichen Knotenpunkt mit der Straße “Am Stadion” zu entschärfen.

    Aber leider findet auch in einigen Kritiken sehr viel Pauschalisierung und zu wenig Differenzierung statt. Konkrete Vorschläge lassen sich vermissen. Dabei müssen Planungen zu Radverkehrsanlagen grundsätzlich individuell den örtlichen Gegebenheiten angepasst und dementsprechend auch bewertet werden.

    * Mischverkehr unter Tempo 30 kann in Einzelfällen sinnvoll sein, ist aber z.B. bei hoher Verkehrsdichte und Schwerlastverkehr keine Lösung für eine sichere Radverkehrsführung vor allem für unsichere Radfahrer*innen oder Kinder und Jugendliche.
    * Radstreifen in Regelbreite (min. 1,85m) und besser mit Protektion zum KFZ-Verkehr (ruhend wie fließend) sind selbstverständlich subjektiv wie objektiv betrachtet und bewertet geeignet dem Radverkehr eine durchgängige und sichere Radinfrastruktur zu bieten.
    * Schutzstreifen dahingegen (min. 1,50m) sind aus den genannten und mehr Gründen als wann immer möglich abzulehnen, können aber z.B. in Überbreite und mit markierten Sicherheitsstreifen zu Parkständen (Vorschrift nach ERA) ebenfalls sinnvoll sein. Sie sind auch als Schutzraum für freigegebene Einbahnstraßen (z.B. Laurentiusstraße) ein hilfreiches Mittel.
    * Die bemängelte fehlende Durchgängigkeit der Radfahrstreifen an Bushaltestellen am Seitenrand ist markierungstechnisch bedingt, entspricht ebenfalls den Vorschriften der ERA und für mich kein wirklicher Kritikpunkt.
    * Querungshilfen / Inseln sind für den Radverkehr immer kritisch, da an oder vor diesen Engstellen bei einer Führung auf der Fahrbahn oft der Mindestüberholabstand unterschritten wird. Für Fußgänger*innen vor allem an den Bushaltestellen von Langemarkweg / NCG und am Stadion aber nachvollziehbar und sinnvoll.

    Zum Unterschied Schutzstreifen und Radfahrstreifen hier ein guter Artikel, den es sich als lohnt zu lesen. Für Radfahrende wie Autofahrende: https://radwege-hamm.de/wp/faq-schutzstreifen-fuer-radfahrende/

  8. Zunächst mal, ich bin Autofahrer und Fußgänger, der Radfahrer ist erst einmal der natürliche Feind…
    Aber im Ernst, ich habe mir in den letzten Tagen mal den “Spaß” gemacht, genau hinzuschauen, mit welcher Realität sich Radfahrer auseinandersetzen müssen. Da sind megaschmale Fahrradatreifen auf den Straßen, die Autofahrer gerne mit hoher Geschwindigkeit passieren. Oft gibt es nicht einmal die.
    Dann gibt es dezidierte Radwege. Fahre täglich ein ganzes Stück am Mauspfad entlang. Was den Asphalt angeht, ist der schon echt gut.
    Aber Bäume daneben und darüber werden, im Gegensatz zur Straße, nicht gestutzt. Folge: immer wieder liegen Äste darauf, die abenteuerliche Fahrmanöver erfordern.

    Ja, ich finde, dass sich viele Radfahrer rücksichtslos verhalten. Aber man muss schon eine gewisse Härte mitbringen, wenn man das Rad als sein Verkehrsmittel wählen will. Und das wichtigste: Will man mehr Menschen zum umsteigen bewegen, müssen dringend Prioritäten geändert werden. Ja, notfalls auch auf Kosten von uns Autofahrern.

  9. Es wäre doch gar nicht so schwer:

    – An allen Hauptverkehrsachsen/-straßen das parallele Parken entfernen/verbieten.

    – Bergauf immer einen Radstreifen, damit auch bei Langsamfahrt der PKW-Verkehr gefahrlos überholen kann

    – Bergab Piktogramme (für die ganz Doofen) und dann mit dem Verkehr mitschwimmen.

    Ist es leer, kann man überholen; ist es voll, macht die Verzögerung nichts aus, da man an der nächsten Ampel steht.

    1. Na ja, der Radstreifen ist erwiesenermaßen eine Einladung, sich mit dem Auto genau an dessen Grenze zu bewegen und so den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zu unterschreiten (dass der auch gegenüber Fahrrädern eingehalten werden muss, die sich auf einem solche Streifen bewegen, ignorieren viele Autofahrer). Oder wie breit soll der Streifen werden?

      Flächendeckend Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet einzuführen und dann Mischverkehr zu betreiben, kostet nur ein paar Schilder, die relativ preiswert sind und jahrzehntelang halten.

      1. Ein Radstreifen ist etwas anderes als ein Schutzstreifen.
        Deshalb besser einseitig einen Radstreifen als beidseitig Schutzstreifen.

        Bei Tempo 30 kann man das Rad mit 25 aber nicht mehr überholen, wodurch das Tempo sogar noch weiter sinken würde.

      2. Ja, sicher ist das etwas anderes, aber in der Praxis liegt der Unterschied allein in der Benutzungspflicht des Radstreifens. An der Gefährdungslage für Radfahrer ändert sich nichts.

        Was nun Tempo 30 und die (schon sehr sportlich angesetzte) Fahrradgeschwindigkeit 25 betrifft: Dann geht es eben langsamer, wenn der Platz zum Überholen fehlt, das ist immer so. Und wenn Platz genug da ist, kann man auch mit einer Tempodifferenz von 5 km/h überholen – auf der Autobahn sieht man jeden Tag die Spezialisten, die das vorführen.

        Interessant ist das Argument aber trotzdem, denn es zeigt, dass Radverkehrsanlagen in erster Linie dazu da sind, dem Kraftfahrzeugverkehr die Radfahrer aus dem Weg zu räumen, und nicht etwa dazu, mehr Sicherheit zu schaffen.

      3. Klar, bei 30 zu 25 ist Überholen wirklich einfach.

        Für Sie zum Vergleich, bei 10m Sicherheitsabstand davor und dahinter
        30/25 -> 162m in 19 Sek.
        50/25 -> 54 in 6 Sek.

        Und ihr letzter Absatz zeugt von sehr viel Fantasie.
        Mein Vorschlag der einseitigen breiten Radstreifen und die Einreihungen in den fließenden Verkehr ist die beste Variante, wenn man die Häuser an den Rändern nicht abreißen möchte.

        Und die 25 km/h sind sportlich, in Zeiten von E-Bikes aber kein Problem. Wenn die Radfahrer dann auch treten würden. Man sieht leider viel zu oft, dass gerne mal nur Rollen gelassen wird, ohne weiter für Vortrieb zu sorgen.
        Autofahrer werden auch rausgeholt, wenn sie nur 20 statt 50 fahren ;)

        Da sehen wir doch einen erheblichen Unterschied und Effekt auf den Verkehr, der dann wohl unter 25 km/h liegen würde bei Tempo 30.

      4. Zustimmung: Wenn der Platz für beidseitige Radfahrstreifen nicht ausreicht, sollte bergauf einer angelegt werden, da Radfahrende dort wesentlich langsamer unterwegs sind.
        Bergab ‘Sharrows’ zu markieren ist nicht ideal, aber welche Alternative gibt es? Wo wenig Fußgänger unterwegs sind und der Bürgersteig ausreichend breit ist, kann dieser freigegeben werden – Bsp. Wipperfürther, Overather.

        Entscheidender Vorteil des Radfahr- gegenüber dem Schutzstreifen ist, dass er durch eine durchgezogene Linie abgegrenzt und die danebenliegende KFZ-Spur deutlich breiter ist. Daher wird er sehr viel seltener “überfahren”.
        (Es ist wirklich hilfreich, in der Diskussion die genauen Begriffe zu benutzen. ;-)

      5. @ U. Kleinert: Die Abgrenzung durch eine durchgehende Linie macht sich kosmetisch gut, sie hält aber höchstens Kraftfahrzeuge davon ab, die Linie zu überfahren. Erfahrungsgemäß fahren Kfz aber dicht an diesen Linien entlang. Nehmen wir einmal an, der Streifen ist 2 m breit und der Radfahrer bewegt sich mittig darauf. Dann bleibt abzüglich halber Körperbreite zur Linie ein Abstand von etwa 75 cm. Welcher Autofahrer hält nun seinerseits 75 cm Abstand von der Linie, um den durch die gefestigte Rechtsprechung geforderten 150 cm Mindestabstand von Radfahrern einzuhalten?

        @ Dr. Alban: Wenn die Verkehrssituation ein Überholen nicht hergibt, dann läuft der Verkehr eben langsamer. Wenn Autofahrer leidensfähig genug sind, sich in Stoßzeiten im Stop-and-go-Modus fortzubewegen, werden sie das wohl auch aushalten. Jetzt mal abgesehen von denjenigen, die einen unbezähmbaren Überholzwang verspüren, wenn sie einen Radfahrer sichten – selbst wenn sie sich in einer 30er-Zone oder in einer Spielstraße bewegen.

        Und was die Fantasie betrifft: Da braucht es keine Fantasie, denn das war exakt der Beweggrund, benutzungspflichtige Radverkehrsanlagen zu erfinden. Illustrieren lässt sich das mit der Aussage, die das Reichsverkehrsministerium am 1. Oktober 1934 anlässlich der Reichsstraßenverkehrsordnung am selben Tag in einer Pressemitteilung verbreitete: „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Mit den „staunenden Ausländern“ waren die zu den Olympischen Spielen 1936 erwarteten Besucher gemeint.) An dieser Haltung hat sich in den Straßenverkehrsbehörden wenig geändert – geändert hat sich lediglich, dass viele Gelegenheitsradfahrer nach Jahrzehnten der Kfz-orientierten Separation die Meinung verinnerlicht haben, selbst noch die am schlechtesten geplante und unterhaltene Radverkehrsanlage sei zu ihrem Besten.

      6. @Drucker:
        Die meisten KFZ-Lenker:innen respektieren durchgezogene Linien; das wurde ihnen erfolgreich eingeblä/eut. Das ist schonmal ein deutlicher Vorteil gegenüber Schutzstreifen (die mensch, im Gegensatz zu RFS, nicht abkürzen sollte;-). Bei 2 m Streifenbreite (Luxus…) habe ich als radfahrender Mensch den Eindruck, entspannt Platz zu haben – selbst wenn der Abstand von Lenkerkante zu KFZ unter 1,50 m liegt. Zumal ich weiß, dass es nach rechts noch Ausweichraum gibt.
        nb – Der fürs Sicherheitsgefühl nötige Abstand hängt stark von der Geschwindigkeit der KFZ ab. Wenn Autos langsam und rücksichtsvoll überholen, sind (für mich) auch 50 cm i.O. – auf Landstraßen mit Tempo 100 sieht das ganz anders aus!
        Und: zum Glück gab es seit 1934 doch gewisse Fortschritte, was “Benutzungspflicht” angeht…

      7. Ja, wie ich schrieb: Die durchgezogene Linie hält Kfz davon ab, die Linie zu überqueren. Dem steht die Benutzungspflicht als Nachteil gegenüber.

        Dass 2 m Breite ein Luxus sind, ist mir klar. Ich hatte dieses Beispielmaß absichtlich gewählt, um zu zeigen, dass selbst bei großzügiger Dimensionierung das Verhalten von Kfz-Lenkern Radfahrer gefährden kann, ohne dass sie die Linie überfahren. Bei geringerer Breite des Streifens wird die Sache nur unangenehmer. Und nach rechts ausweichen können Sie in vielen Fällen nur entweder auf Kanaldeckel oder in den Schwenkbereich von Türen abgestellter Autos.

        Ob Sie sich da sicher „fühlen“, spielt eigentlich keine große Rolle. Dass seitlich geführte Radverkehrsanlagen eine immanente Gefährdung bedeuten, zeigen schon die immer wieder zu beklagenden Rechtsabbiegerunfälle: Eine geradeaus führende Spur rechts neben einer Spur anzulegen, von der aus immer wieder nach rechts abgebogen wird (in Seitenstraßen oder Einfahrten), ist an sich schon eine Gefahrenquelle, das wurde bereits vor Jahren von der BASt nachgewiesen. Stellen Sie sich so eine Verkehrsführung mal auf einer Autobahn vor.

        Und dass sich seit 1934 allzu viel in den Köpfen der Verkehrsplaner bewegt hat, will man zwar hoffen, die Realität sagt aber anderes. Immer noch werden vorschriftswidrig angelegte und vorschriftswidrig mit Benutzungspflichten versehene Radwege und -streifen mit Klauen und Zähnen von den Straßenverkehrsbehörden verteidigt. Selbst in dieser Diskussion hier wird damit argumentiert, dass durch Radfahrer auf der Fahrbahn der Kfz-Verkehr verlangsamt würde – das unterscheidet sich nicht von der Intention der RStVO.

      8. @Drucker – Glas halb voll vs. Glas halb leer…

        Dass RFS nicht das Nonplusultra sind, steht außer Frage – dennoch wäre ich heilfroh, wenn es sie durchgehend an allen Hauptverkehrsstraßen im Stadtgebiet gäbe. Gegenüber dem Istzustand wäre das ein riesiger Fortschritt! Viel sicherer und angenehmer zu befahren sind natürlich eigenständige Radwege. Davon gibt es in GL nur eine handvoll, und Neuanlagen sind (abgesehen vom Bahndamm) so gut wie unmöglich.

        Das Sicherheitsgefühl mag etwas Subjektives sein, erscheint mir aber von ganz entscheidender Bedeutung. Sein Fehlen hält viele Menschen davon ab, innerstädtisch Rad zu fahren – würden sie sich als Radler:innen im Verkehr sicher fühlen, läge der Radverkehrsanteil deutlich höher, was es wiederum ganz real für alle Radfahrenden sicherer machen würde!

      9. Viel sicherer und angenehmer … das ist einerseits wieder eine subjektive Frage, andererseits eine Frage des Unterhalts. Straßenbegleitende Radwege haben dasselbe Problem wie Radfahrstreifen: Sie sind rechts von einer potenziellen Rechtsabbiegerspur angelegt, oft liegen sie auch neben Stellplätzen von Autos im Schwenkbereich der Beifahrertür und/oder grenzen dicht an einen Gehweg, von dem aus sich gerne mal jemand mit einem Ausfallschritt vors Rad bewegt. Dann gibt es immer wieder Bestrebungen, E-Roller dorthin zu schicken oder den Radweg gleich auch für Mofas freizugeben. Rechnet man noch die zahlreichen Fehlanlagen mit zu geringer Breite, minderwertigen Belägen, jahrelang unsanierten Wurzelaufbrüchen etc. pp dazu, dann relavieren sich sowohl Sicherheit als auch Bequemlichkeit ganz erheblich.

        Beim Konzept „safety in numbers“ stimme ich Ihnen zu. Das funktioniert aber nur da, wo Radfahrer im direkten Sichtbereich des Kfz-Verkehrs unterwegs sind, und nicht, wenn sie zugunsten eines Gefühls auf objektiv weniger sichere Abwege geschickt werden.

      10. Hmmja, genau deswegen schrieb ich ja, dass eigenständige Radwege allemal sicherer (und angenehmer zu befahren) sind. Wo keine Autos, da keine Rechtsabbieger.
        Aber diese Erkenntnis bringt in einer ‘vollgebauten’ Stadt relativ wenig, da es kaum Möglichkeiten der Neuanlage gibt. Neben dem Bahndamm (wo es bereits einen ganz passablen gibt) fällt mir nur die freigehaltene Scheidbachtrasse ein. Der Ausbau der S-Bahn böte die Chance, direkt daneben einen Radweg anzulegen – aber die wird wohl leider vertan.

        Wären deutlich mehr Radfahrende unterwegs, wäre es auch auf Hauptstraßen sicherer. Aber solange es dort (fast) keine Radinfrastruktur gibt und (oft) auch keine ruhigeren Parallelstrecken, wird diese kritische Masse niemals erreicht. Viele Menschen würden ja gerne, haben aber Angst vor großen Straßen und Kreuzungen, insbes. bei viel Schwerlastverkehr. Ob diese Angst eher subjektiv ist oder objektiv begründet, spielt keine Rolle.

  10. Ich kann Herrn Wegmann fast uneingeschränkt zustimmen.

    Gerade von der B506 bei der deutlichen Steigung gibt es keinen Radweg. D.h. Radfahrer fahren mit 8km/h den Berg rauf, und die Autos müssen hinterher schleichen. Oder es wird waghalsige Überholmanöver geben, die den Radverkehr gefährden. Für beide Seiten unbefriedigend.

    Um nicht der Gefahr zu laufen, von den Kfz angefahren zu werden, weichen wohl viele Radfahrer auf den 90cm breiten Gehweg an den Bäumen aus. Doch genau dort verteilte die Polizei vor 2 Wochen Bußgelder für Gehweg-Radler. Im Prinzip korrekt, aber unmittelbar VOR der Baumaßnahme und OHNE *sichere* alternative Radwegsführung ein Armutszeugnis.

    Es ist weiterhin unklar, warum die Rechtsabbieger oben an der Feuerwehr (in Richtung Tunnel) ohne Ampel abbiegen dürfen, hingegen der Radverkehr aus Richtung Marktplatz nicht ohne Ampel geradeaus Richtung Paffrather fahren darf. Also genau so wie der gegenüberliegenden Kfz-Verkehr ohne Ampel, aber unter Beachtung der Vorfahrt.

    Der weitergehenge Abschnitt bis zur Reuterstraße ist hingegen recht gut. Quasi durchgängige Radinfrastruktur, wenn man sich den Radfahrstreifen durch die Bushaltestellen weiter durch denkt.

    Übrigens: Der Beschluss des Ausschuss über diese Planung ist m.E. unzulässig, weil die Dokumente bis zum Beschluss nicht öffentlich im Ratsinformationssystem zugänglich waren! Erst nach mehreren Hinweisen und erst nach dem Beschluss stellte man die Pläne offen. So kann man eine öffentliche Diskussion schon im Keim ersticken, weil keiner vorher informiert ist.

  11. Herzlich willkommen in der Autostadt.
    Die Planung ist ein sehr trauriger Witz aus Sicht derer, die gerne mehr Radfahren und die Umwelt schützen wollen.
    Sie ist ein Armutszeugnis der grüne-roten Stadtverwaltungs-Spitze. Da brauch mir auch kein/e Grüne/r und auch kein/e SPDlerIn mehr erzählen sie wollen den Radverkehr und die Verkehrswende fördern. Umweltschutz scheint noch immer ein Fremdwort zu sein. Die Gestaltung der Paffrather Straße orientiert sich ausschließlich an den Bedürfnissen der Autofahrenden, da machen auch ein bisschen rote Farbe nichts.
    Das ist Verkehrspolitik der 80er Jahre. Sehr traurig!

    1. Danke für Ihre Einschätzung. Woran machen Sie Ihre Kritik denn konkret fest? Die Stadt sagt ja, mit der Einrichtung von Schutzstreifen auf beiden Seiten in diesem Abschnitt für eine durchgehende Radverkehrsführung zu sorgen.

      1. “Schutzstreifen” sind keine sichere Radverkehrsführung. Sie ändern an der Problemlage rein gar nichts, führen u.U. sogar zu mehr engen Überholvorgängen (diese Ansicht äußerte im Buddestraße-Kontext auch die Polizei). Sie “schützen” nicht Radfahrende, sondern die Stadtverwaltung davor, tatsächlich etwas für den Radverkehr zu tun. Das würde ja am Ende Geld kosten…

      2. Gerne geschehen :-) Der Streifen ist mitnichten durchgängig.

        Fahren wir ihn doch mal bergauf, Richtung Paffrath:
        Zunächst fängt er erst ca. 50 Meter nach dem Kreisverkehr Reuterstrasse an.
        Dann wird er im ersten Bauabschnitt von einer Bushaltestelle und anschliessend von der Fußgängerquerung am Zebrastreifen mit Querungsinsel unterbrochen.

        Das sind allein im ersten Bauabschnitt bis zum Langemarkweg schon mal drei Unterbrechungen. Bei den weiteren Bauabschnitten geht es dann mit mehreren Unterbrechnungen genauso weiter. Bis sich der Schutzstreifen, dann wegen der PKW-Linksabbiegespur kurz vor der Handstrasse, auf ein sehr schmalen Streifen verengt. Hier kann der Mindestabstand PKW-Rad gar nicht mehr eingehalten werden.

        Wenn wir dann in die Gegenrichtung fahren, benötigen wir erst einmal viel Mut. Denn der Streifen beginnt erst nach ca. 150 Metern, wird dann zweimal unterbrochen bis er vor der Feuerwehr ganz verschwindet und sich der Radfahrende plötzlich auf der Strasse befindet.

        Nach ca. 300 Metern geht es dann wieder weiter auf dem Radschutzstreifen bie er dann durch Bushaltestelle und Querungshilfe wieder unterbrochen wird, endet er gute 50 Meter vor dem Kreisverkehr Reuterstrasse.

        Das soll vernünftige und zukunftsweisende Verkehrspolitik sein?
        12 Jahre vor der vollmundig ankündigten Klimaneutralität?

        Die Einrichtung von Radschutzstreifen ist erwiesenermaßen ein Rückschritt, den im Übrigen viele andere Städte schon seit Längerem wieder korrigieren.

        Das ist nicht nur meine Meinung, das ist unter Mobilitätsforschenden Konsens:

        Ein Radschutzstreifen dient durch den fehlenden Schutz vor PKW niemals dazu, Menschen zum Radfahren zu bewegen. Ständig zugeparkt, zu dichtes Vorbeifahren, genutzt als Ausweichfläche bei vorrausfahrenden PKW usw…

        Der Radschutzstreifen ist eher ein Angstraum – und das auch verdient, führt er doch bei Nutzung zu erhöhter Unfallgefahr. Er ist also nicht nur destruktiv für eine Mobilitätswende, die Benutzung ist schlicht und einfach gefährlich und der Neubau manifestiert die Behinderung einer Mobilitätswende für Jahrzehnte.

        Willkommen in Bergisch Gladbach im Jahr 2023 – noch 12 Jahre bis zur Klimaneutralität im Jahr 2035!

      3. Zustimmung und eine Ergänzung: Der Verwaltung liegen seit Längerem detaillierte Vorschläge der Radverbände vor, wie es sich (nicht perfekt, aber) besser machen ließe – gerade im Bereich der Kreuzung Am Stadion. Diese werden, wie leider üblich, “zur Kenntnis genommen”.

        nb – Es gibt “Schutzstreifen” und “Radfahrstreifen”, aber keine “Radschutzstreifen”.

  12. Hauptverkehrsader???
    Was ist mit der B 55, Refrath-Bensberg ??! Ein Schlagloch- Suchgebiet!!! Da fahren jeden Tag hunderte PKW und LKW. Das sollten wir Mal für ne Millionen angehen….

      1. Laut diesem Artikel sollte die Sanierung zwischen Reuterstrasse und Handstrasse 770.000 EUR kosten. Drei Monate später bereits 1 Million?
        Was hat sich geändert, dass die ursprünglich angegebenen Kosten in der kurzen Zeit um 30 Prozent gestiegen sind?

  13. Natürlich wird wie bei jeder Sperrung nicht an die Post und DHL Paket gedacht die auch an die Privathäuser müssen. Die dürfen dann wieder schön weit laufen mit den 30 KG Paketen.

    1. Hallo, warum sollen Paketdienstunternehmen eine Sonderbehandlung erhalten? Wenn sie Lieferdienste annehmen, müssen sie solche Bedingungen (lange Wege für die Bediensteten und zu schwere Gewichte, die getragen werden) bei der Preisgestaltung berücksichtigen. Wenn also Pakete teurer werden, geht der eine oder andere vielleicht auch mal wieder häufiger im Einzelhandel vor Ort kaufen oder lässt es sich Ware an eine Paketstation liefern.

  14. Das wäre eine fantastische Gelegenheit, die anliegenden Häuser mit Glasfaseranschluss (FTTH) auszustatten. Aber vermutlich verschläft die Stadt sie.

    1. Die Stadt verlegt keine Glasfaser, da sie das Netz nicht betreibt. Da kann sie auch nichts verschlafen.

      Zuständig wären Telekom, Netcologne oder andere hier tätige Anbieter – die gehen aber nach ihren eigenen Ausbauplänen vor.

    2. Im Klutstein hat das nicht funktioniert. Hier wurde die Fahrbahndecke vor einigen Jahren qualitativ sehr hochwertig. Nun haben sich einige Anwohner ans Glasfasernetz anschliessen lassen. Dafür wurde die schöne Decke wieder aufgerissen und anschliessend weniger qualitativ geschlossen. Ein vernünftiges Konzept für Glasfaseranschluss im Zusammenhang mit Strassensanierungen wird es wohl niemals geben, da aus logistischen und personellen Gründen nicht darstellbar. Wenn bald das Giganet über Satellit von Jeff Bezos flächendeckend und zum Kampfpreis ausgerollt wird kräht sowieso kein Hahn mehr nach Glasfaseranschlüssen. Stichwort “Kuiper”. In den USA werden von Amazon bereits kostenlose Mobilfunktarife in Aussicht gestellt. Für die Telekom Aktie ging es nach Bekanntgabe dieser Nachricht erstmal kräftig abwärts.

      1. Tja, das Projekt Kuiper … offen gesagt bin ich bei der Kommunikationsinfrastruktur lieber von Telekom und Konsorten abhängig als ausgerechnet von Amazon.

        Und billig wird das nicht, Amazon will ja daran nicht pleite gehen. Wenn Sie sich das vergleichbare Starlink-System von Elon Musk ansehen: Für 200 Mbit/s im Downstream zahlt man monatlich knapp 100 US-Dollar (bei 10 bis 20 MBit/s Upstream übrigens). Will man das Doppelte, steigt der Preis auf ca. 500 US-Dollar. Dazu kommen Kosten für die Hardware, für die man bei Starlink im 200er-Tarif ca. 500 US-Dollar auf den Tisch legt, im Premium-Tarif 2500. Da kann Amazon zum Start mit Kampfpreisangeboten drunter bleiben, aber auf Dauer eher nicht. Glasfaseranschlüsse sind da deutlich billiger und weniger störanfällig.

        Für Glasfaser muss man heute eigentlich auch nicht mehr die Straße aufreißen. Wenn mit Trenching gearbeitet wird, reicht ein schmaler, gefräster Schlitz – das geht zudem viel schneller und kostet deutlich weniger als die Verlegung im klassischen Tiefbau.