Der von Gottfried Böhm entworfene Schornstein ragt weiterhin über Bethanien hinaus, die zwei Edelstahl-Schornsteine zeigen den Umstieg auf eine umweltfreundliche Technik an. Fotos: Thomas Merkenich

Das Bethanien Kinderdorf hat sich seiner alten Ölheizung entledigt und ist auf eine moderne Nahwärme-Anlage umgestiegen, die mit Holzabfällen betrieben wird. Angesichts der Bedingungen in der weitläufigen, von Gottfried Böhm entworfenen Anlage, aber auch mit Blick auf das Klima die beste Option, urteilen Belkaw und RheinEnergie, die das Projekt als Generalunternehmer umgesetzt haben. Einige hundert Tonnen CO2 sollen damit pro Jahr eingespart werden.

Schon vor mehr als fünf Jahren fiel im Kinderdorf Bethanien die Entscheidung, von Heizöl auf eine Pellet-Heizung umstellen. Wärmepumpen seien damals für eine Anlage wie das denkmalgeschützte Kinderdorf mit seinen 25 Gebäude keine sichere Option gewesen, berichtet Bethanien-Leiterin Jutta Menne. Gegen Gas habe man sich entschieden, weil das Dorf am Rande von Refrath weit ab von einer Versorgungsleitung liegt – zum Glück, wie Menne heute, nach dem Ukraine-Angriff Russlands und der Gaskrise urteilt.

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Mit einer Investition von rund 900.000 Euro hat die RheinEnergie (als Mutter des lokalen Versorgers Belkaw) eine Komplettlösung umgesetzt. Der alte 20.000-Liter-Tank ist ausgebaut und entsorgt worden, dafür wurden zwei Pellet-Heizkessel mit zusammen 940 Kilowatt Leistung und ein Pellet-Lager eingebaut, die nun über ein Nahwärme-Netz das gesamte Gelände mit Wärme und Warmwasser versorgen.

Das hört sich simpel an, war angesichts der hohen Denkmalschutz-Auflagen in dem von Gottfried Böhm entworfenen und 1965 fertiggestellten Kinderdorf alles andere als einfach. Das Einsetzen der neuen Kessel in die alte Heizzentrale sei Millimeterarbeit gewesen, berichtet Menne beeindruckt.

Die neue Technik füllt den alten Heizungsraum gut aus. Noch fehlen die Isolierungen der Rohre und einige letzte Arbeiten. Fotos: Thomas Merkenich

450 Tonnen Kohlendioxid eingespart

Emmissionsfrei ist sie nicht, dennoch leiste die Pellet-Anlage einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Rund 450 Tonnen Kohlendioxid werden so gegenüber der alten Ölheizung pro Jahr eingespart, erläutert die RheinEnergie. Die Pellets werden aus Holzresten und Abfällen hergestellt – und stammen aus der Region, aktuell aus dem Sauerland. Darauf habe sie besonderen Wert gelegt, sagt Menne.

Hintergrund: Bei Pellet-Anlagen wird Holz auf besonders effiziente Art in Energie umgewandelt, dennoch werden im Holz gebundenen Kohlenstoffe in Form von Kohlendioxid freigesetzt. Nur wenn im Sinne einer nachhaltigen Waldwirtschaft eine entsprechende Holzmenge rasch nachwächst, ist die Kohlenstoffbilanz im Wald ausgeglichen, urteilt das Umweltbundesamt. Hinzu kommen die Emissionen durch Holzernte, Transport und Bearbeitung, die umso geringer sind, je geringere Weg die Pellets zurücklegen müssen. 

Im Kinderdorf wurde eine moderne Anlage mit einem Wirkungsgrad von bis zu 94 Prozent eingebaut, die Emmissionswerte liegen auf dem Niveau einer modernen Gasanlage, heißt es in den Herstellerangaben.

Nun wendet sich das Kinderdorf dem nächsten Klimaschutz-Projekt zu. Mit Dachflächen von 5000 Quadratmeter auf den Wohnhäusern, Verwaltung, Aula und Kirche gebe es ein riesiges Potenzial für Photovoltaik. Auch bei diesem Projekt biete sich die Belkaw im Verbund mit der RheinEnergie als verlässlicher Partner an, sagt Belkaw Geschäftsführer Manfred Habrunner.

Von außen weisen nur die Schornsteine und die Einfüllstutzen (die noch im von Böhm vorgegebenen dunklen grau gestrichen werden) auf die neue Technik hin. Fotos: Thomas Merkenich

Contracting-Verfahren für beide Seiten vorteilhaft

Das Pellet-Projekt haben Belkaw / RheinEnergie im sogenannten Contracting-Verfahren für Bethanien umgesetzt. Die Versorgungsunternehmen haben den kompletten Umbau geplant und im laufenden Betrieb seit Mail umgesetzt. Sie betreiben, befallen, warten und reparieren die Anlage über einen Zeitraum von zunächst 15 Jahren.

Das Kinderdorf bezahlt am Ende für die abgenommene Wärme, nach einem Preismodell, dass auch Veränderungen auf dem Markt berücksichtigt. Für Bethanien eine sichere Grundlage ohne eigene Investitionen, für den Versorger aber auch ein auskömmliches Geschäft, versichert Habrunner.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. 3x hat sich nun zu diesem artikel das Fremdschämen eingestellt. Achtung vorm Ausrutschen!

    Dr. Alban, (Pseudonym?), habe selten so viel Unsinn gelesen wie aus Ihrer Tastatur. Alle Welt fürchtet sich vor Endlagern von Atommüll, nur Sie halten diesen Abfall für völlig ungefährlich. Das scheint mir entweder bewusst provokativ oder sträflich ignorant.

    1. Früher hat man sich auch vor Hexen gefürchtet, weil “Wissende” es einem eingeredet haben.

      “Alle Welt”? Das ist zum Glück nicht so und die Zahl der Befürworter steigt von Tag zu Tag. Wenn Sie in 20 Jahren noch da sind, haben wir entweder Speicher (physikalisch aktuell nicht absehbar) oder neue AKW, wenn auch außerhalb unseres kleinen gallischen Dorfes Deutschland.

      1. Wie heißt es so schön? „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ In 20 Jahren haben wir bei der Speichertechnik den Weg von Blei- und NiCd-Akkus über NiMH hin zu LiFePo und Konsorten zurückgelegt und damit die Energiedichte sehr deutlich gesteigert. Es spricht nichts dagegen, dass dieser Fortschritt auch in den nächsten 20 Jahren ähnliche Erfolge bringt.

        Andererseits bringt natürlich auch die Kerntechnik Chancen mit sich. Nicht zuletzt passiv sichere Reaktoren der IV. Generation sind da vielversprechend, die teils auch Brennstoff erbrüten und teils auch in kleiner Bauform errichtet werden können. Die Kernenergie würde ich jedenfalls nicht vorschnell abschreiben (und die Fusionstechnik ohnehin nicht, auch wenn man dafür vermutlich weitere 30 Jahre drauflegen muss, bis wir den produktiven Betrieb sehen).

        Ich würde da folgerichtig nicht von „entweder … oder“ sprechen, sondern von „sowohl … als auch“, denn mit den deutlich geringeren Investitionskosten wird die Nutzung regenerativer Energiequellen vermutlich auch neben passiv sicheren dezentralen Kleinreaktoren in 20 Jahren noch wirtschaftlich sein.

      2. Oha, dann beschäftigen Sie sich bitte mal mit dem THTR (Schneller Brüter) in Hamm Uentrop.
        Hat bisher Milliarden gekostet, wird in Zukunft (also folgende Generationen) Milliarden kosten weil er sich zur Zeit im „sicheren Einschluss“ befindet.
        Eines von vielen Beispielen die zeigen dass Kernenergie zwar möglich aber in letzter Konsequenz einfach nur furchtbar teuer ist. Und zwar auch für folgende Generationen. Wer heute noch in Kernenergie investiert, hat Milliarden zu verschenken, lebt in einer Diktatur oder ist einfach nur ignorant folgender Generationen gegenüber – egal was Dr Alban behauptet und schönredet.

      3. Petra Quast, sie scheinen beim zeitlichen Rahmen und beim Kostenrahmen für den sicheren Einschluss des THTR von falschen Voraussetzungen auszugehen.

        Das Konzept des THTR hat technisch und damit auch wirtschaftlich nicht funktioniert, hier muss man Ihnen dennoch zustimmen. Die Verallgemeinerung bezüglich Wirtschaftlichkeit auf alle anderen Konzepte ist aber falsch.

      4. @Petra Quast: Was hat denn der THTR mit Gen-IV-Reaktoren zu tun? Und wie kommen Sie dazu, aus diesem Fehlschlag der 80er-Jahre auf Konzepte zu schließen, die derzeit in der Entwicklung sind? Das scheint mir doch sehr kurzschlüssig.

        „Wer heute noch in Kernenergie investiert, hat Milliarden zu verschenken, lebt in einer Diktatur oder ist einfach nur ignorant folgender Generationen gegenüber“ – Das kann man schön mal daherbehaupten, aber letztlich ist das ein belegfreier Satz ohne Aussagewert.

  2. Diese Diskussion/Kommentare:
    Bestes Beispiel für kluge und sachliche Diskussion, die sehr lehrreich war
    und ist. Klasse!
    Danke an in-gl und allen Kommentatoren. (Schwarm-Wissen)
    SO sollten wir es dauerhaft beibehalten.

  3. Ich finde es leicht zynisch hier eine Diskussion aufkommen zu lassen wegen Atomkraftenergie. Ausgerechnet dort.
    Denn man hat genau an dem Standort damals geplant ein Atommeiler zu bauen.
    Quelle: Wie Refrath beinahe einen Atommeiler bekam
    Erschienen im Bürgerportal von Hans Peter Müller am 18. September 2019.

    Nun ist doch besser ein Kinderdorf zu haben in Bergisch Gladbach als eine Waffenfabrik wie zuvor. Oder ein geplantes AKW ?
    Die Leute rund ums Kinderdorf werden schon wissen was sie tun. Vielleicht geht es ihnen nicht nur um effizienz sondern um wie der Name schon sagt Kindern ein Zuhause geben :)

    Was die Heizmöglichkeit angeht: Pellets sind vielleicht sinnvoller als Öl/ Erdgas. Sowohl für die Umwelt als auch aus politischen und sozialen Gründen.
    Aber das ist gar keine große Bemerkung wert. Nichts neues.
    Das erste was Ich gedacht habe als Ich das gelesen habe und mir die Bilder angeguckt habe:

    Wie bitte schön hat man diese bauliche Meisterleistung geschafft mit den großräumigen Anlagen da rein zu kriegen und abzustimmen. Das war mehr als Milimeterarbeit ….Das haben Profis geplant und konstruiert am Computer.
    Es war definitiv nicht mal eben mit Zollstock und Papier geplant.

    das riecht nach viel arbeit.

    Und dann kamen mir Gedanken zu dem Satz:
    Das Kinderdorf bezahlt am Ende für die abgenommene Wärme, nach einem Preismodell, dass auch Veränderungen auf dem Markt berücksichtigt….

    Wollen wir hoffen das wir kein blaues Wunder erleben im Markt. Denn es gibt viele Gierige Haie im Energiesektor.
    Vielleicht könnten die einfachen Bürger gucken wie sie Genossenschaften gründen können um so gemeinsam auf Masse zu kaufen ? Und sie dann verteilen.

    Denn bei den Pellets kommt es nicht nur auf den Transport und auf die Holzpreise an. Ich meine selbst unsere Kiwis und Äpfel kommen aus Neuseeland mit Schiffen und LKW.
    Vielleicht sollten die Abnehmer sich organisieren um so die Marktmacht mancher zu kappen und um wieder durchatmen zu können.

    Das ist einfach zu viel für viele. Und gerade bei einem Kinderdorf will man nicht das die bald frieren. Der Markt ist ja mehr als Instabil. Und vor allem alles andere als Transparent. Regelrecht beherrscht von wirtschaftlichen Interessen.
    es ist kein Zufall das jeder Bürger plötzlich Wärmepumpen feiert. Aber wenn man sie fragt wie eine Wärmepumpe funktioniert wissen es viele nicht.
    Und wenn man sie nach Nachteilen einer Wärmepumpe fragt wissen sie es auch nicht.

    Ich denke das die Leute im Kinderdorf schon gründlich ihre Situation geprüft und analysiert haben. Und dann eine richtige Entscheidung getroffen haben.
    Da ist es nicht so klug als Außenstehender generell zu sagen aber das wäre besser wenn man nicht die Standortfaktoren kennt. Oder die finanziellen Möglichkeiten.

    Vielleicht ist es durchaus sinnvoll auf Pellets in dem Fall zu setzen. :) Hat viele Vorteile

    1. „Das war mehr als Milimeterarbeit ….Das haben Profis geplant und konstruiert am Computer.“ – Da ist so viel Platz, das stellt Ihnen jeder erfahrene Heizungsbauer hin. Der braucht auch keinen Computer dafür, höchstens für die Materialbestellung und das Schreiben der Rechnung.

    1. Pro Jahr. Der CO2-Ausstoß der alten Ölheizung ist nicht bekannt, allgemein wird die Verringerung der Kohlendioxid-Menge beim Umstieg von Öl auf Pellets mit 70 bis zu 90 Prozent angegeben. Insgesamt spielen dabei viele Parameter eine Rolle, nicht zuletzt die Bezugsquelle des Brennstoffs. Allerdings wird das Heizöl in der Regel nicht in der Region gefördert.

      1. 450.000kg CO2 bei 2,66kg/Liter wären 169.000 Liter Heizöl im Jahr, bzw. 463 Liter pro Tag.
        Öl hat ca. 10kWh/kg, Pellets ca 5kWh/kg, dann müsste ja fast die doppelte Menge geliefert werden.

      2. “Die Pellets werden aus Holzresten und Abfällen hergestellt – und stammen aus der Region”

        Wenn man die Holzreste und Abfälle nicht weiterverwenden sondern verrotten lassen würde, würde auch CO2 (die gleiche Menge?) freigesetzt.
        Klar, der Feinstaub bleibt, aber für meine Gefühle weniger unheimlich als Abfälle aus AKW.

      3. @Rita: Abfälle aus AKW sind, richtig gehandhabt, nicht gefährlich, auch wenn Ihnen das Gefühl eingeredet wurde.

        Würden die Reste im Wald verrotten, wäre es sicherlich besser für den Wald.

      4. Deshalb hat ja jedes Land auf dieser Welt inzwischen sein eigenes Atom-Endlager…
        Weil alles so ungefährlich und einfach zu handhaben ist.

      5. Die Finnen bauen es ganz pragmatisch, ohne politischen Aufschrei, aber da sind ja selbst die Grünen für Kernenergie.
        Und wir haben doch schon an Herfa-Neurode (googlen, falls kein Begriff) gezeigt, dass wir lagern können.
        Aber ohne Lagerproblem wäre eine politische Daseinsberechtigung mancher Partei weg, daher wird es sich hier mal wieder ziehen.

      6. Auch wenn Dr. Alban bei den Einheiten und Mengen durcheinander gekommen ist (kwH/l statt kwH/kg, Verbrauch statt Ersparnis) ist die Frage schon interessant. Wie hoch war denn der jährliche Ölverbrauch in Litern? Wurde der 20.000 l Tank wirklich über neunmal jährlich aufgefüllt? War der Verbrauch des Kinderdorfes wirklich in der Größenordnung von Luxus-Wellnesshotels mit Saunabetrieb und Schwimmbad?

      7. Christian-Andreas, ich glaube Sie sind durcheinander :)

        “450.000kg CO2 bei 2,66kg/Liter wären 169.000 Liter Heizöl im Jahr, bzw. 463 Liter pro Tag.”
        Aus der 450t Ersparnis ergibt sich bei 2,66kg CO2 pro Liter der mögliche Verbrauch.

        “Öl hat ca. 10kWh/kg, Pellets ca 5kWh/kg, dann müsste ja fast die doppelte Menge geliefert werden.”
        Da der Heizwert pro Kilogramm unterschiedlich ist, könnte man daraus die doppelte Menge Pellets gegenüber Öl abschätzen.

      8. @Dr. Alban”
        AKW sind, richtig gehandhabt, nicht gefährlich”
        Das mögen Sie vielleicht Recht haben.
        Aber wer könnte uns für die Zukunft garantieren, dass wir für immer die Kontrolle über die AKW haben werden? Der Krieg ist, von hier aus gesehen nicht weit weg und, wie wir leider erfahren mussten, immer noch möglich in Europa.

      9. Nein, Dr. Alban, Öl hat nicht ca. 10kWh/kg (Kilowattstunden pro Kilogramm, mit keinem h und großem W, wie von Drucker schon angemerkt) sondern 10 kWh/l (Kilowattstunden pro Liter). Pro Kilogramm wären es etwas mehr, also müssen stattdessen noch mehr Kilogramm Holz hergeschafft werden.

        Nun ist “Ersparnis” nicht der “Verbrauch”, zumal die Angaben zur “Ersparnis” von den Annahmen abhängig sind, was man welcher Heizmethode an C02 unterschieben kann. Sei es drum, Angenommen es wären „nur“ 169.000 l im Jahr. Angenommen, Warmwasser für eine Person kostet im Jahr 100 l und angenommen es müssen 240 Personen (doppelte Anzahl der Kinder) mit Warmwasser versorgt werden. Dann blieben immer noch 145000 l für die Heizung. Angenommen, es kostet 15 l/Jahr, um einen m2 zu heizen. Dann ergibt sich eine beheizte Fläche von gut 9300 m2 und eine durchschnittliche Gebäudegröße von gut 373 m2. Das kommt mir dann doch recht viel vor.

        Was die C02 „Ersparnis“ angeht, bin ich übrigens sehr skeptisch unterwegs. Die Freisetzung während der Verbrennung wird bei Holz gern als Null angesetzt, weil es vorher beim Baumwachstum aus der Atmosphäre entnommen wurde. Natürlich ist aber die Entnahmerate beim Wachsen und die Freisetzungsrate beim vermodern im Wald viel kleiner als die Freisetzungsrate bei der Verbrennung.

  4. In-gl sei DANK ,immer wieder über GUTES (!) zu berichten…was es ja auch oft gibt
    Sehr wichtig in Zeiten, in denen es Mode (neudeutsch: Mainstream) geworden ist , wirklich alles schlecht zu reden und AfD fördernde Stimmung zu verbreiten.

  5. Leider eine ganz schlechte Idee. Pellets müssen erst transportiert werden. Häufig kommt das Holz aus Osteuropa. Desaströse Klimabilanz. Dazu dann noch der Feinstaub, der produziert wird. Direkt von den feinen Lungen der Kinder eingeatmet… damit würde ich mich nicht schmücken.

    1. Was wäre die bessere/beste Idee gewesen ?
      Müssen uns die klimaschädlichen Kühlmittel in den Wärmepumpen nicht (auch) Sorgen machen ?

      1. Nein, weil heute überwiegend klimaunschädliche Kältemittel verwendet werden. Oft R-600 oder R-290, besser unter den Namen Butan und Propan bekannt. Die finden Sie auch in praktisch jedem heutzutage verkauften Kühlschrank.

    2. Gerade aus diesem Grund hat die Kinderdorf-Leitung vereinbart, dass die Pellets aus der Region kommen. Der Lagerraum für die Pellets ist nagelneu nach allen entsprechenden Standards gebaut. Darauf, dass für die Kinder keinerlei Gefährungen möglich sind, wird die Leitung schon achten, da sind wir uns sicher.

      1. Natürlich will man darauf achten, dass die Holzabfälle aus der Region kommen. Aber da gibt es keine Sicherheit. Das ganze Holz und die Pellets aus OBI etc. sind aus Osteuropa, wo teilweise Urwald abgeholzt wird. Heizen mit Holz ist eine Steinzeitmethode. Wir benötigen ein Fernwärmenetz. Wärmepumpe wäre auch eine gute Option gewesen.

        Achten Sie alle doch mal darauf, wie es ab Oktober wieder in den vielen Wohnsiedlungen von BGL riecht. Verbranntes Holz überall. Völlig irre.

      2. Wenn das Kinerdorf mit dem Lieferanten vertraglich vereinbart hat, dass Pellets aus der Region geliefert werden, dann ist es für das Kinderdorf völlig gleichgültig, woher irgendwelche Baumarkt-Ware stammt.

    1. Klar, Wälder abholzen und verbrennen ist ne super Idee.

      Kohle, Pellets, aber bloß keine Kernenergie. Verdammte Heuchler. Klimaschutz am Ar… .

      1. In Deutschland werden auf Basis der nachhaltigen Forstwirtschaft zur Herstellung von Holzpellets keine Wälder abgeholzt. In der Regel wird Restmaterial bzw. Sägespäne der holzverarbeitenden Industrie zur Weiterverarbeitung genutzt. Das dieses Holz (oft) aus Osteuropa käme wäre zu belegen.

        Wie in dem obigen Fall positiv berichtet, sollte der regionale Bezug zur Minimierung der Transport Emissionen natürlich ebenfalls Berücksichtigung finden.

        Auch die oft kritisierte Feinstaubbelastung ist durch die weit verbreitete genormte Pellet-Qualität (DIN plus / EN plus nach den Vorgaben der EU-Norm 14961-2) und durch moderne, geregelte Pellet-Zentralheizungs-Steuerungen auch relativ gering. Im Abgasstrom installierte Feinstaubfilter könnten die geringe Belastung weiter entschärfen.

        Darüber hinaus sind die Anlagen oft über (geförderte) Solarthermie zusätzlich regenerativ unterstützt.

      1. Im Text ist das erklärt. “Die Pellets werden aus Holzresten und Abfällen hergestellt – und stammen aus der Region, aktuell aus dem Sauerland.”
        Es ist nicht perfekt, aber gegenüber der Ölheizung ein riesiger Fortschritt. Auf dem Weg zur Klimaneutralität gibt es auch Zwischenschritte. Wenn nicht gleich 100% erreicht werden können, freue ich mich auch über 70% Reduzierung. Es ist ein Anfang.