Fotos: Holger Crump

Wer noch einen Grund für einen guten Vorsatz im neuen Jahr benötigt, wird auf den Weihnachtsmärkten fündig. Hier kann man sich rasch ein paar Pfunde zulegen, um sie nach Silvester wieder mühsam abzutrainieren. Lecker ist das allemal, und auch gesellig, wie die hohen Besuchszahlen bei unserem Rundgang über den Markt in der Stadtmitte zeigen. Aber auch nicht ganz günstig.

Es ist kalt, es ist trocken, ein paar Schneeflocken wuseln durch den dunklen Himmel – da ist ein abendlicher Besuch auf dem Weihnachtsmarkt Stadtmitte genau das Richtige. Stimmungsvolles Licht, Düfte von Bratwurst, Reibekuchen und Glühwein, das ist gemütsvoll.

Fehlt nur weihnachtliche Musik – die klingt in diesem Jahr leider nicht über das Hüttenensemble. Die GEMA legt einen schärferen Maßstab bei der Berechnung an, das würde eine Beschallung viel teurer als bisher machen, heißt es bei den Organisatoren.

Nun gut, so erlebt man die „Stille Nacht“ einmal anders, ungewohnt.

Nur in der Adventszeit!

Die Auswahl an Speisen und Getränken auf dem Weihnachtsmarkt ist groß, da ist wohl für jeden was dabei. Los geht es mit Süßigkeiten: Die Kräuterbonbons, die so gut duften, dürfen nicht fehlen. Aber auch ein handelsüblicher Süßigkeitenstand buhlt mit einem von der Kirmes bekannten Angebot um die Gunst der Kunden und Kinder.

Schräg gegenüber gibt es Backfisch, Crepes, Damfnudeln. Und Poffertjes. Die mag ich ganz besonders. Kleine, süße Minipfannkuchen, die frisch gebacken mit diversen Toppings zu haben sind. Um’s Eck wird es fruchtig: Obstspieße und Paradiesäpfel locken mit einer Kombi aus Kalorien und Vitaminen. Die spanischen Teigstangen Churros werden da ebenfalls aus der Fritteuse gezaubert.

Nicht zu vergessen der Brotstand, wo man die diversen Sorten mit Röstzwiebeln und ähnlichem unbedingt probieren sollte. Die heißen Maronen sehen nicht nur hübsch aus auf ihrem Backblech, sie duften und schmecken auch gut. Eben nur in der Adventszeit!

Klaus Zweiger vom Schaustellerbetrieb Timm kümmert sich um die heißen Maronen, Foto: Holger Crump

Kulinarisches Trainingslager

Rund um die Bühne sind auf dem Konrad-Adenauer-Platz traditionell die Glühwein- und Imbissstände gruppiert. Da ist an diesem Abend ordentlich was los, der Platz ist gut gefüllt. Es treibt die Leute nach draussen, mit Freunden, Familien, Kollegen. Und die scheinen beim Angebot ordentlich zuzugreifen.

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Glühwein und Punsch ist in den Tassen. Bratwurst, Spießbraten und Pommes wandern in die hungrigen Mägen. Reibekuchen sind ohnehin ein Dauerbrenner. Auch vor den gebackenen Champignongs machen wir eine Warteschlange aus. Der Stand mit der Feuerzangenbowle verbeitet wir jedes Jahr heimelige Stimmung im gedämpften Licht.

Die Stimmung hat was von einem kulinarischen Trainingslager für Weihnachten und Silvester. Als ob man sich schonmal in geselliger Runde an die üppigen Mahlzeiten, die in vier Wochen auf dem heimischen Speiseplan stehen werden, gewöhnen will.

Nur einmal im Jahr, aber …

Da bin ich auch versucht, hier und da mal zuzugreifen. Das ist üppig, sieht meistens gut aus und schmeckt in der Regel auch lecker. Und gibt es oftmals – wie bei den Maronen oder dem Glühwein – ja auch nur in der Adventszeit.

Ganz billig ist der Spaß aber nicht. Mit knapp acht Euro für Currywurst und Pommes oder sechs Euro für ein Spießbratenbrötchen zieht das Preisniveau an, den Eindruck habe ich auch an anderen Ständen. Der Glühwein schlägt mit vier Euro zu Buche. Klar, die Kosten steigen überall. Aber es gibt sicher Menschen, die hier mitunter zweimal nachrechnen müssen. Auch wenn der Weihnachtsmarkt nur einmal im Jahr stattfindet.

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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