Die Hermann-Löns-Hallen sind 2022 kurzfristig für die Aufnahme von Flüchtlingen eingerichtet worden. Thomas Merkenich

Unverändert dynamisch sei die Lage bei der Unterbringung von Flüchtlingen, teilte die Stadt im Sozialausschuss mit. Tatsächlich sind die Zahlen eher statisch, doch hinter der Aussage der Stadt steht die Sorge, womöglich bis zu 500 weitere Personen unterbringen zu müssen. Schon jetzt beherbergt die Stadt rund 100 Menschen in Industriehallen, die dafür kaum geeignet sind. Wir fassen die wichtigsten Infos aus dem Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen, Demografie und Gleichstellung (ASWDG) zusammen.

Die Zahl der von der Stadt untergebrachten Flüchtlinge hat sich gegenüber Februar leicht verringert, ist innerhalb eines Jahres jedoch von 1162 auf jetzt 1241 (plus sieben Prozent) gestiegen. Die Stadt verfüge über 1435 Plätze, rund 150 mehr als vor einem Jahr, teilte sie im Sozialausschuss mit. Weitere 80 kommen in einer neuen Unterkunft in Heidkamp hinzu.

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Unverändert stammt ein Drittel der untergebrachten Flüchtlinge aus der Ukraine, zwei Drittel (826) aus anderen Ländern. Insgesamt geht die Stadt von 1462 Ukrainer:innen in GL aus. Aufgrund der Zuweisungsquoten müsste Bergisch Gladbach bis zu 500 weitere Flüchtlinge unterbringen. Ratsinfosystem

Die Hermann-Löns-Hallen, die 2022 eingerichtet und im vergangenen Winter als Notunterkunft reaktiviert worden waren, will die Stadt nun für mindestens weitere zwei Jahre anmieten. Dort können bis zu 150 Menschen notdürftig untergebracht werden, zur Zeit befinden sich dort rund 90 Flüchtlinge, die die alten Unterkünfte in der Jakobstraße räumen mussten. Dort wird eine Kita gebaut.  Ratsinfosystem

Vor der möglichen Einführung einer Bezahlkarte für Geflüchtete will die Stadt eine bundesweite Ausschreibung, Vorgaben auf Landesebene und eine einheitliche Regelung in Rhein-Berg abwarten. Derzeit erhielten nur 200 Personen Zahlungen auf Basis des Asylbewerberleistungsgesetzes, davon 50 per Scheck. Daher könne eine Bezahlkarte den Verwaltungsaufwand erhöhen, berichtete die Verwaltung im Sozialausschuss.  Ratsinfosystem

Integrationsrat gründet „Bündnis gegen Rassismus“

Kernpunkte für ein „Bündnis gegen Rassismus und für Vielfalt“ hat der Integrationsrat dem Sozialausschuss vorgelegt. Der Vorsitzenden Redouan Tollihbegründete die Initiative im Sozialausschuss mit dem Argument, dass sich in diesem zweiten Bündnis vor allem Menschen mit internationalem Hintergrund engagieren und auf das Thema Rassismus fokussieren. Der Ausschuss votierte einstimmig dafür, inklusive der AfD. Ratsinfosystem

Die Sprechstunden des Integrationsrats finden nicht mehr zu festen Zeiten an, sondern nach Bedarf. Die Kooperation mit den 22 Migrantenorganisationen in der Stadt soll ausgebaut werden. Ratsinfosystem

Emmaus-Projekt in Gronau in Gefahr

Das Emmaus-Second-Hand-Kaufhaus in Gronau ist 2025 bedroht, weil der Mietvertrag ausläuft und die Halle verkauft werden soll, berichtete ein Vertreter des Trägers Punto e.V. im Sozialausschuss – und bat um Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Standort.

Das Kaufhaus bietet zwölf Menschen nach einem Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik eine feste Arbeitsstelle und dient mit einem Umschlag von bis zu 50 Tonnen an Möbeln pro Monat der Kreislaufwirtschaft. in-gl.de**, RatsinfosystemHintergrund

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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