Auf Einladung der Initiative Klimagerecht Leben wird Leon Weintraub im Juni in der Gnadenkirche aus seinem bewegten Leben berichten. An die Zuhörerinnen und Zuhörer richtet der 98-jährige Überlebende des Holocaust eine klare Botschaft – gegen Antisemitismus und jede Form von Rassismus und Ausgrenzung.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Initiative Klimagerecht leben.

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Leon Weintraub, Foto aus dem Bildband „KZ überlebt“ von Fotograf Stefan Hanke

„Ich bin kein Opfer, ich bin ein Sieger!“ – dieser Satz Leon Weintraubs charakterisiert prägnant seine Haltung zum Leben, wie sie auch auf dem Foto eindrucksvoll zur Geltung kommt: Aufrecht! Der Holocaust-Überlebende kommt am 14. Juni nach Bergisch Gladbach und wird in der Gnadenkirche über sein Leben berichten.

In Nürnberg steht Leon Weintraub vor der Zeppelinhaupttribüne des ehemaligen Reichsparteitags-Geländes (Foto links). Hier nahm Adolf Hitler Paraden ab und sprach zu den Massen. Der von Albert Speer entworfene Bau galt als Vorzeigeprojekt der Herrschaftsarchitektur des Nationalsozialismus. Nun konstatiert Weintraub: „Aber die sind alle weg, und ich bin noch da!“

Leon Weintraub wurde 1926 in Lodz geboren. Vier Jahre seiner Jugend musste er im Ghetto Litzmannstadt verbringen. Im August 1944 wurde er mit seiner Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Als sogenannter Depothäftling verbrachte er einige Wochen in Birkenau bis er sich, einem spontanen Entschluss folgend, einem Transport von Arbeitshäftlingen nach Groß-Rosen anschließen konnte. Die Lager Flossenbürg und Natzweiler-Struthof/Offenburg waren weitere Stationen seines Leidensweges. Bei seiner Befreiung wog er nur noch 35 Kilo und war an Typhus erkrankt.

Ab 1946 studierte er in Göttingen Medizin. In Warschau und Otwock praktizierte er als Frauen- und Geburtsarzt. Als Reaktion auf den zunehmenden Antisemitismus in Polen emigrierte er 1969 mit seiner Familie nach Schweden, wo seither lebt.

Seit 2015 begleitet und bereichert Leon Weintraub die jährlichen Bildungsreisen nach Lodz zum ehemaligen Ghetto Litzmannstadt und zum Mordlager Kulmhof/Chelmno, die Roland Vossebrecker im Rahmen des Bildungswerkes Stanislaw Hantz organisiert und leitet.

Die Begegnung mit diesem freundlichen, humorvollen und herzlichen Menschen, der trotz seiner 98 Jahre immer noch voller Energie steckt, ist für alle immer wieder ein Erlebnis.

Bald kommt Leon Weintraub nach Bergisch Gladbach und wird am Freitag, dem 14. Juni um 18 Uhr in der Gnadenkirche (Hauptstr. 256) aus seinem bewegten Leben berichten. An die Zuhörer*innen wird er eine klare Botschaft gegen Antisemitismus und jede Form von Rassismus und Ausgrenzung richten.

Am 15. Juni ist Leon Weintraub auch Gast beim „Tag der Offenen Gesellschaft“, der von der Initiative KlimaGerecht Leben im „Engel am Dom“ an der Gnadenkirche ausgerichtet wird. In einer bunt und divers besetzten Podiumsdiskussion wird er über gelebte Demokratie in einer Offenen Gesellschaft diskutieren.

Hintergrund: Ein Fest der Demokratie, der offenen Gesellschaft und der Klimagerechtigkeit.

Am 15. Juni wird deutschlandweit der Tag der Offenen Gesellschaft (TdOG) begangen. Die Initiative Offene Gesellschaft  lädt ein, überall Tische und Bänke rauszustellen, Menschen einzuladen, zu feiern, zu diskutieren und die Demokratie und die Offene Gesellschaft aktiv zu leben und zu gestalten.

Vor zwei Jahren hat sich in Bergisch Gladbach die Initiative KlimaGerecht Leben (IKGL) am damaligen TdOG gegründet. Ihr zweijähriges Bestehen will die Initiative mit einem großen Fest feiern und lädt in den „Engel am Dom“ ein. Die Gäste erwartet ein buntes Programm mit Livemusik, Redebeiträgen, Video-Einspielungen, Diskussionsformaten und einer Podiumsdiskussion, prominent und divers besetzt, u. a. mit Leon Weintraub). Anmeldung bitte bis zum 13. Juni bei: initiative@klimagerecht-leben.de

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