Die Klimafreunde haben sich den Zwischenbericht zur Kommunalen Wärmeplanung vorgenommen und sind beim synthetischen Methan hängen geblieben: Über diesen Energieträger soll laut Plan im Jahr 2045 noch ein Viertel des Energieverbrauchs in Bergisch Gladbach gedeckt werden. Diese Festlegung sei äußerst problematisch – weil eine echte Klimaneutralität so nicht erreicht werde. 

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Klimafreunde Rhein-Berg

Im Zwischenbericht zur Kommunalen Wärmeplanung (KWP) wird eine konkrete Ist-Analyse geboten. Demnach erfolgt die Wärmeversorgung in Bergisch Gladbach zu 91% mit fossilen Energieträgern, davon entfallen auf Gas mehr als 75%. Das Ziel, bis 2045 treibhausgas-neutral (THG-neutral) zu sein, soll in vier Schritten erreicht werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden unterschiedliche Technologien aufgeführt, wobei eine Wasserstoff-basierte (H2) Wärmeversorgung im Bericht richtigerweise mehrfach ausgeschlossen wird.

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Gemeinsam die Wärmewende gestalten

Grüne und SPD begrüßen die Vorlage des Zwischenberichts zur kommunalen Wärmeplanung der Stadt Bergisch Gladbach der im kommenden Hauptausschuss besprochen werden wird. Der Bericht zeigt deutlich: Unsere Stadt hat ein enormes Potenzial, die Wärmeversorgung klimafreundlich und zukunftssicher zu gestalten. 

Stadt macht bei der kommunalen Wärmeplanung Tempo

Öl- und Gasheizungen sollen verschwinden, Wärmepumpen und Wärmenetze kommen – damit Bergisch Gladbach bis 2045 klimaneutral wird. Die Umstellungen leisten müssen v.a. Bürger:innen und Unternehmen – die Stadt liefert mit dem kommunalen Wärmeplan bis Jahresende dafür nur eine Basis und einen Rahmen. Jetzt legt sie einen Zwischenbericht mit einer gründlichen Bestandsaufnahme und einigen Überraschungen vor. Und ruft zur Beteiligung auf.

Allerdings wird im Bericht (S. 14) synthetisches Methan als Energieträger genannt, der mit 24 % am Endenergieverbrauch im Zieljahr 2045 aufgeführt wird (Zwischenbericht Grafik S.107, siehe Dokumentation unten).

Wo es doch auf S. 93 heißt: „Hervorzuheben ist, dass in 2045 der Strom für Wärmepumpen günstiger ist als grünes Methan. Dabei ist eine Wärmepumpe viel effizienter als ein Gaskessel, wodurch die bedarfsgebundenen Kosten (für Brennstoff/Strom) für die Wärmepumpe wesentlich niedriger sein werden (vgl. Abbildung 42, S. 94).“

„Bio-Methan“ ist eine Mogelpackung

„Bio-Methan“ als synthetisches Gas ist in der Herstellung aufwändig, ineffizient und teuer, der Begriff „Bio-Methan“ daher irreführend und eigentlich eine Mogelpackung:

Die Produktion von synthetischem Methan erfolgt in zwei Stufen: In einem ersten Schritt wird durch Elektrolyse Wasserstoff produziert. In einem zweiten Schritt, der so genannten Methanisierung, wird zum Wasserstoff Kohlendioxid (CO2) zugeführt und es entsteht synthetisches Erdgas (Methan).

Methan ist 28-mal klimaschädlicher als CO2 und gehört neben Lachgas (N2O) und Schwefelhexafluorid (SF6) zu den gefährlichsten, klimaschädlichen Gasen. Diese Gase haben eine Verweildauer in der Atmosphäre von mindestens 100 Jahren.

Im Gegensatz zum Elektronenszenario (KN-45-E) geht das Molekülszenario (KN 45-M) von 24% synthetischem Methan im reduzierten Gasverteilnetz im Zieljahr 2045 aus (vgl. Zwischenbericht S. 89-91).

Diese Festlegung halten wir für äußerst problematisch, weil so eine echte Klimaneutralität nicht erreicht wird. Außerdem kann schon heute mit unkalkulierbar hohen Kosten (Netzentgelte, CO2-Bepreisung, EU-ETS 2) gerechnet werden. Die Endkunden werden in eine Kostenfalle geführt.

„Heizen mit Wasserstoff ist wie Duschen mit Champagner“ (Zitat Claudia Kemfert).

Auf S. 106 im Zwischenbericht heißt es: „Umweltwärme und synthetisches Methan werden zu ca. je einem Drittel die beiden wichtigsten Quellen für die Rest-Wärmebedarfsdeckung sein. Das verbleibende Drittel entfällt – neben einem sehr geringen Anteil von oberflächennaher Geothermie – auf Strom (15 %) und Wärmenetze (13 %) zu etwa gleichen Teilen.“ 

Die Alternativen

Diese Schlussfolgerung überzeugt uns nicht, stattdessen plädieren wir dafür, folgende alternative Maßnahmen (stärker) aufzugreifen:

  • Häuser (auch Altbauten) werden mit energetischer Sanierung niedertemperaturfähig (NT-ready).
  • das Potenzial von „kalten Nahwärmenetzen“ für Ein- und Mehrfamilienhaussiedlungen, gespeist z. B. durch Erdsonden. Erdsonden verursachen keinen „Flächenfrass“. Straßen, Parkplätze, Schulhöfe oder Sportplätze, unter denen sich Erdsonden befinden, können ganz normal betreten werden.
  • im Energieatlas NRW spielt oberflächennahe Geothermie eine deutlich größere Rolle 
  • der Ausbau der Dachflächen-PV sollte, anders als im Zwischenbericht (S. 74)  genannt, erheblich beschleunigt werden, dadurch kann der Energieträger Strom deutlich über 17% (Zwischenbericht Grafik  S. 107) gebracht werden.
  • der Anteil der Umweltwärme aus Luft kann über 38% gehoben werden.
  • kalte Nahwärmenetze ermöglichen Verbrauchern die Nutzung von  Wasser-Wasser-Wärmepumpen (WWWP).
  • ebenso kann das Potenzial der Abwärme aus Flüssen/Bächen und Abwasser-Kanälen deutlich stärker gehoben werden.

Mit den o.g. Maßnahmen lässt sich das „Bio-Methan“ komplett substituieren und synthetisches Methan in Gas-Hybridlösungen sollte im Abschlussbericht ersetzt werden. 

Wir verweisen ausdrücklich auf die Kurzbeschreibung unter Nr. 4 – Integration des Wärmeplans in die Bauleitplanung (Zwischenbericht S. 134). Dort heißt es: „Der Wärmeplan ist … die strategische Planungsgrundlage für eine kosteneffiziente und treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045…“ wobei „… Anlagen zur Erzeugung von Wärme aus Erneuerbaren Energien, die in ein Wärmenetz gespeist wird, …, dass diese im überragenden öffentlichen Interesse liegen und der öffentlichen Sicherheit dienen.“

Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung

Im Zuge der geforderten Transparenz und Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung der KWP bitten wir darum, uns die im Portal eingegangenen Stellungnahmen, gerne in anonymisierter Form, zur Verfügung zu stellen.

Die derzeitige Einbeziehung der Bevölkerung durch Stakeholder-Workshops und Informationen entspricht noch nicht den Leitlinien der KWP. Wir hoffen, dass die drei angekündigten kommunikativen Maßnahmen (vgl. Zwischenbericht S. 127-133) ab 2025 umgesetzt werden.

Diese Stellungnahme sollte in die Beratungen der städtischen Ausschüsse zur Wärmeplanung (KWP), bei der BET und BELKAW einfließen. Bei der Verabschiedung im Hauptausschuss des Rates sollten diese Hinweise berücksichtigt und als Arbeitsauftrag für die Erstellung des Abschlussberichtes an die BET und BELKAW formuliert werden.

Dokumentation

Die „Klimafreunde Rhein-Berg“, 2019 als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, sind seit 2021 ein gemeinnütziger Verein. Gemäß dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ wollen die Mitglieder vor Ort möglichst viele Menschen für das drängende Thema Klimaschutz sensibilisieren und fürs...

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  1. Christian Andreas hat Recht. Etwa 2/3 der Treibhausgasemissionen kommen aus unseren Städten, auch Methan ist dabei. Im folgenden Film wird gezeigt, WIE man den Nachweis erbringen konnte, dass die Gas-Infrastruktur, u.a. Lecks in Gasleitungen, dabei eine wesentliche Rolle spielen.
    Es ist erstens technisch nicht so einfach, diese Leckagen zu verhindern.
    Außerdem werden die Leitungen durch die Unternehmen zu wenig, zu selten kontrolliert, auch da sie bisher nicht befürchten müssen, zur Rechenschaft gezogen zu werden.
    https://www.ardmediathek.de/video/planet-wissen/methan-das-unterschaetzte-klimagas/ard-alpha/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTc2ZmJlNTdkLTI1ODEtNGM0Mi1hNzQzLWY5Yzk1ZDgxZDRjZQ

  2. Wieso reden der Text und die Kommentatoren vom klimaschädlichen Methan?
    “Methan ist 28-mal klimaschädlicher als CO2 und gehört neben Lachgas (N2O) und Schwefelhexafluorid (SF6) zu den gefährlichsten, klimaschädlichen Gasen. Diese Gase haben eine Verweildauer in der Atmosphäre von mindestens 100 Jahren.”

    Wenn ich micht recht entsinne, entstehen bei der Verbrennung Wasser und CO2.
    Es gelangt also kein Methan in die Atmosphäre. Der Effekt auf der Klima ist also Null.

    1. Es gibt nunmal einen gewissen Anteil Methan, der unverbrannt aus den Anlagen entkommt. Die Aussage von Wolfgang Maus, dass Methanschlupf in Syntheseanlagen “kein Problem” sei, ist eine zu starke Vereinfachung des Sachverhaltes.

      1. Klar habe ich Quellen dafür. Hat denn Wolfgang Maus Quellen dagegen? Warum fragen Sie ihn nicht danach, aber mich? Man kann nichtmal für bestehende Anlagen den Methanschlupf vernünftig quantifizieren. Wenn man bedenkt, dass für großtechnische Maßstäbe die Methoden zur Detektion und Kontrolle des Methanschlupfes noch entwickelt und erprobt werden müssen, erscheint mir “kein Problem” eine zu starke Vereinfachung zu sein. Viele Quellen kennt man noch garnicht. Nach der Syntheseanlage (kein Problem?) kommt der Transport (kein Problem?) und schließlich die Verbrennung (kein Problem?).

        https://www.edf.org/sites/default/files/documents/Pipeline%20Methane%20Leaks%20Report.pdf

        https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0262407924005426

        https://www.unep.org/news-and-stories/story/how-secretive-methane-leaks-are-driving-climate-change

      2. Guten Morgen Herr Christian Lesnik,
        ich freue mich über Ihr Interesse an der Diskussion über eine “Pariser-Klimabkommen”-gerechte zukünftige Wärmeplanung in unserer Stadt.
        Das, was die KLIMAFREUNDE dazu zu sagen haben bedarf jedenfalls mehrfacher fachlicher Korrekturen.
        Wenn möglich erfülle ich Ihren Wunsch einer Quellenangabe. Sie müssten nur noch schreiben, welches Thema.
        Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Maus

      3. Sehr geehrter Herr “Christian-Andreas”,
        wären Sie so freundlich Ihren vollständigen Namen zu offenbaren, damit man weiß, mit wem man es zu tun hat!

        Nun zu Ihrer “allgemein gültigen” Bemerkung “zu starke Vereinfachung” der Methan Verluste meinerseits:
        Relevante Methan-Verluste entstehen am Bohrloch der Frackingstellen sowie beim Transport durch Überalterung Gasleitungen. Wenn Methan synthetischer wird ist die Kontrolle in den Anlagen nicht nur aus sicherheits- und genehmigungstechnischen Gründen perfekt. Wer würde schon eine Brand- oder Explosionsgefahr in einem Industriebetrieb dulden können?!
        Das Gasleitungsnetz in D unterliegt schärfsten Kontrollen. Die Gefahrenabwehr ist der verständliche Grund. Eher nicht die Vermeidung der Klimabeeinflussung.
        Es ist mE positiv, dass Sie derart misstrauisch ggü der Zuverlässigkeit von Klima-Aussagen sind.

        Es ist deshalb wertvoll, weil Synthese-Brenngas (!) Paris-fähig hergestellt werden kann. Die Kommunale Wärmeplanung ist es allerdings im jetzigen Ansatz keinesfalls, weil zur Erfüllung des Klimabkommens die CO2 Bilanzierung von der Wiege bis zur Wiege umgesetzt werden MUSS.
        d
        Das ist bei den KLIMAFREUNDEN noch immer nicht angekommen. Denn sie berücksichtigen die CO2 Fußabdrücke der Infrastruktur und Reservekraftwerke NICHT!

        _________________
        Hinweis der Redaktion: Wolfgang Maus ist Sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion. Bitte machen Sie kenntlich, wenn Sie ein politisches Amt innehaben.

      4. “Es ist mE positiv, dass Sie derart misstrauisch ggü der Zuverlässigkeit von Klima-Aussagen sind.”
        Oje, jetzt wird einem von Wolfgang Maus auch noch das Wort im Mund herumgedreht. Unabhängig davon machen die Aussagen zum Gasnetz auf mich einen eher naiven Eindruck.

  3. Sehr geehrter Herr “Sebastian”,
    es kommt leider bei iGL häufig vor, dass man nicht weiß, mit wem man es in der Kommunikation zu tun hat. Das trifft auch bei Ihnen zu. Würden Sie das bitte aufklären?! Meine Vita finden Sie, falls es Sie interessiert, im Netz und falls Sie Ihren Namen an dieser stelle nicht preisgeben wollen, schreiben Sie an inffo@wmc-d.de
    Auf Ihren Beitrag lässt sich bei iGL nicht direkt antworten, so dass ich diesen hiernach hinein kopiere.
    Das Thema Klima sowie Heizung und Mobilität ist für unseren Wohlstand in GL und nicht zuletzt auch für die Leistungsfähigkeit der Kommune von erheblicher Bedeutung. Wenn wir nur bei einem der o.g. Themenfelder sinnlose Klima-Fehler machen, steht uns z.B. bei der Sanierung der Schulen, die Hunderte Millionen Euro erfordern, die Mittel höchstens per Schulden zur Verfügung.
    Daher darf es nur um Klima-Wirtschaftlichkeit gehen und nicht um Ideologie oder gar um Inkompetenz.
    Wenn Sie daher meinen vorigen Beitrag — wie diesen — genau lesen, werden Sie erneut keinen Vorwurf auf “politische oder ideologische Motive” erkennen können.

    Sie erwarten, dass Sie eine seriöse Literatur zum Vergleich der CO2-Emissionen der E-Mobilität vs Verbrenner von mir geliefert bekommen. Dazu existieren 2 vertrauenswürdige Studien. Die VDI-Studie und die Studie der Forschungsvereinigung für Antriebskonzepte:
    https://www.vdi.de/ueber-uns/presse/publikationen/details/vdi-studie-oekobilanz-von-pkws-mit-verschiedenen-antriebssystemen
    https://www.fvv-net.de/fileadmin/Transfer/Downloads/Publikationen/FVV_LCA_Lebenszyklusanalyse_Frontier_Economics_R595_final_2020-06_DE.pdf
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Maus

    Sebastian sagt:
    10. Oktober 2024 um 09:00

    Lieber Herr Maus,
    es ist sehr ärgerlich, wenn Sie anderen Personen politische oder ideologische Motive vorwerfen, während Sie selbst die ganze Zeit politisch (natürlich – warum auch nicht) und ideologisch (in dem Sie Argumente anderer ohne Begründung mit Verweis auf „Politik“ verwerfen) argumentieren.

    Leider sind Sie meiner Bitte aus einem anderen Beitrag nicht nachgekommen, dort verständlich die Argumente für batterieelektrische Antriebe gegenüber Verbrennern mit HVO-Kraftstoffe aufzugreifen.

    1. Auch dieser Kommentar von Wolfgang Maus kann so nicht unkommentiert stehen bleiben:

      1. „ […] werden Sie erneut keinen Vorwurf auf „politische oder ideologische Motive“ erkennen können“. Doch, den erkennt man sehr wohl. Weiter unten habe ich auf in mehrfacher Hinsicht falsche Aussagen von Wolfgang Maus zum Thema Hochtemperaturreaktoren hingewiesen und diese sehr klar benannt. Dagegen konnte Wolfgang Maus nicht argumentieren und stattdessen mit einem Ad-Hominem Angriff reagiert, bei dem politische und ideologische Motive unterstellt wurden.
      2. Bei der Studienauswahl zum Thema CO2 Bilanz von Verbrennern und E-Autos muss sich Wolfgang Maus den Vorwurf der Rosinenpickerei gefallen lassen. Eine differenziertere Übersicht über die Studienlage bietet dieser Artikel, welcher auch, aber nicht nur, die von Wolfgang Maus genannten Studien diskutiert: https://www.springerprofessional.de/emissionen/antriebsstrang/co2-bilanzen-von-verbrennern-und-elektroautos-nicht-eindeutig/26882824
      3. Es ist unüblich, erwachsene Menschen in Sachdiskussionen nach Bildungshintergrund/Lebenslauf zu befragen. Es kommt ausschließlich auf die Argumente an.
      4. Das gleiche gilt für politische Überzeugungen. Ich selbst unterstütze alle politischen Kräfte, die sich der Verbreitung von Desinformationskampagnen (z.B. „Radfahren ist schlechter für das Klima als Autofahren“) widersetzen.
      5. Und auch wenn man jemand Pseudonym schreibt, kommt es nur auf den Inhalt der Argumente an. Ich werde auch zukünftig unter Pseudonym auf Fehler in „rein wissenschaftliche“ Aussagen selbsternannter Experten hinweisen, insbesondere dann, wenn gleichzeitig Andersdenkenden „Ideologie“ usw. vorgeworfen wird.

  4. Sehr geehrter Herr Olaf,

    leider kann man auf Ihre Nachricht nicht antworten, daher habe ich Ihren Beitrag hier hinein kopiert und antworte in Ihren Text.
    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Maus

    Olaf sagt:
    8. Oktober 2024 um 11:46

    Sehr geehrter Herr Maus,

    für die Aussage, dass Katar CO2-neutrales Methan für 6 ct/kWh liefern kann, hätte ich gerne eine seriöse Quelle.

    WM: Ob Sie mich als seriöse Quelle einstufen weiß man nicht. Aus der Expertise der Interatom/GHT in Bensberg, welche Kraftstoffherstellung plante und baufertige Hochtemperatur Reaktoren (HTR) dafür entwickelte, waren Anlagenplanungen und Kostenrechnungen ein übliches Geschäft. Solche Reaktoren und Anlagen sollten auf dem Gelände der Bayer-Werke und BASF für thermische Prozesse gebaut werden. Die damalige Politik lehnte die Genehmigungsverfahren der inhärent sicheren Reaktoren ab.
    2021 wurde eine Kopie in China ans Netz genommen. Deutschland hatte 40 Jahre Technologievorprung. Und heute verlassen BASF, Bayer, Covestro oder Lanxess fluchtartig wegen willentlich steigender Energiepreise Deutschland, wie Sie wissen.
    Ihre Frage: Es kommt auf den kWh-Preis an, der in Nordafrika heute unter 1 ct/kWh liegt. Energie wird für DAC, Speicherung und Wassergewinnung (aus DAC) benötigt. Der Wirkungsgrad der Herstellung von Methan ist grob 50%. Betriebskosten oder Abschreibungen sind bei hohen Energiedurchsetzen sehr gering.

    1. Ist Methan rund 100x klimaschädlicher als CO2. Dass es also wirklich CO2-neutral im Sinne von „ohne negative Auswirkungen auf das Erdklima“ ist, wage ich daher zu bezweifeln.

    WM: Methanschlupf ist bei den Synthese-Anlagen, im Gegensatz zum Fracking kein Problem. Wie ein Leser schrieb, ist der Flüssiggastransport ebenfalls kein Verlustproblem.
    Was Sie im Prizip richtig anmerken, sind neben den Fracking-Förderverlusten die Verluste alter Leitungen. Man spricht beim Fracking in der Literatur von ca 5% Verlusten. Muss man Herrn Habeck daher nicht ein “besonderes” Klima-Lob ausprechen, dass er Flüssiggas aus den USA in Deutschland anlanden lässt?

    2. Ist aus Wasserstoff hergestelltes Methan deutlich teurer, weil allein für die Herstellung von 1 kWh Wasserstoff bereits rund 3 kWh Strom benötigt werden. Selbst wenn man also die günstigste Stromquelle (PV) zugrunde legen würde, landet man trotzdem bei mindestens 15 ct pro kWh Wasserstoff. Dazu kommt noch die Umwandlung zu Bio-Methan und der Transport des Ganzen in speziellen Hochdruckbehältern nach Deutschland. Niemals kann das für 6 ct pro kWh geleistet werden. So ein niedriger Preis ist daher nur möglich, wenn man vorhandenes Gas billig aus der Erde hochpumpt. Und damit ist es dann ganz sicher kein Bio-Methan und entsprechend das absolute Gegenteil von klimaneutral.

    WM: Sie sollten Fracking nicht mit der Synthese vermischen. Einzelheiten oben.

    Es ist wirklich schlimm, wie hier Dinge blind vermischt werden.
    Fakt ist: Wasserstoff wird zu Recht bereits als Champagner der Energiewende bezeichnet. Wenn man daraus noch aufwendig E-Fuels oder Bio-Methan herstellen muss, dann landet man entsprechend beim Dom Pérignon. Kein Mensch wird das ernsthaft auf Dauer bezahlen wollen, um damit sein Haus zu heizen.

    WM: Ihre Argumentation des H2-Champagner erinnert an politische Grünen-Schelmereien:
    Wasserstoff in Deutschland herzustellen ist sehr unwirtschaftlich. Wasserstoff igendwo preiswert herzustellen würde Sinn machen. Diesen für den Transport mit Verlusten zu verflüssigen und wieder am Ziel gasförmig zu nutzen, ist ökonomisch wenig “attraktiv”. Die Wasserstoffleitungen zu bauen (was heute leider geschieht) muss als sträfliche Verfehlung gegen das Pariser Klimaabkommen eingestuft werden.
    Ergo: Die Wasserstoff-Strategie — schon der Frau Merkel und erst recht der Ampel — ist mehr als “kurios”.
    Bei der Herstellung von Bio-Methan ist (wie beim Dieselersatz) HVO100, der energetische Vorteil, dass schon Kohlenszoff und Kohlenwasserstoffe (also reiche Energie!) vorliegen und die finalen Produkte (Methan/Methanol/Kraftstoffe) nur als passende HC-Ketten chemisch zu optimieren sind.

    1. Der Kommentar von Wolfgang Maus enthält falsche Aussagen zum HTR, auch wenn das Thema HTR überhaupt nichts mit den Anmerkungen von Olaf zu tun hat.

      Für BASF sind keine Planungen eines HTR bekannt. Richtig ist, dass es verworfene Pläne für einen Druckwasserreaktor (und eben keinen HTR) gab (https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_BASF-Ludwigshafen). Für Bayer sind überhaupt keine Pläne für Kernkraftwerke bekannt.

      Falsch ist weiterhin, dass HTR in Deutschland an den Genehmigungen gescheitert sind. Der THTR war ja genehmigt und ist wegen technischer Probleme gescheitert.

      Grundsätzlich haben sich HTR in der Welt nirgendwo durchgesetzt und haben bestenfalls eher einen Versuchscharakter. Das mit der inhärenten Sicherheit ist im Hinblick auf die Enthüllungen von Rainer Moormann fragwürdig.

      1. Sämtliche Ihrer Aussagen, Herr Christian-Andreas, so wie Sie diese hier hinterlassen haben, sind falsch.
        Es ist mir unerfindlich, wieso Sie diese Behauptungen in die Welt setzen.

        Bitte geben Sie Ihren vollständigen Namen an, damit auch weitere Leser verstehen können, welcher Wissenshintergrund bei Ihnen vorhanden ist und wie man Ihre Aussagen einordnen darf.
        Ist es politisch? Was sonst?

      2. Lieber Herr Maus,
        es ist sehr ärgerlich, wenn Sie anderen Personen politische oder ideologische Motive vorwerfen, während Sie selbst die ganze Zeit politisch (natürlich – warum auch nicht) und ideologisch (in dem Sie Argumente anderer ohne Begründung mit Verweis auf “Politik” verwerfen) argumentieren.

        Leider sind Sie meiner Bitte aus einem anderen Beitrag nicht nachgekommen, dort verständlich die Argumente für batterieelektrische Antriebe gegenüber Verbrennern mit HVO-Kraftstoffe aufzugreifen.

  5. Ich freue mich, daß die Klimafreunde diese Wärmeplanung für mich etwas verständlicher gemacht haben. Danke dafür. Grünes Methan hatte doch niemand auf dem Schirm, das wäre eine richtige Geldvernichtung. Denn auf die Frage, wer das bezahlen soll/muss, das sind natürlich wir alle, wer sonst. Und alles ist jetzt allemal billiger als wenn wir warten und in dieser Zeit weiterhin fossile Brennstoffe verbrennen und unser Klima belasten.

    Ich kenne Beispiele von Menschen in Gl, die mit einer Wärmepumpe im letzten Jahr kaum Gas gebraucht hatten. Und damit die Mär über “unbezahlbar” widerlegen! Im Gegensatz zu den Idioten, die sich schnell noch eine Gasheizung einbauen lassen.

    1. Liebe Frau Apicella,
      um ein wenig Ihren Beitrag zu widersprechen. Grünes Methan erhalten Sie, wenn Sie Wasserstoff und Co2 kombinieren. Die großen Wasserstoff Produzenten werden die Arabischen Staaten, vor allem Saudi-Arabien werden, diese saugen dann im Idealfall Co2 aus der Luft oder verwenden das Co2 welches bei anderen Produktionsprozesse entsteht. Dies können Sie mit wenigem Aufwand nach Europa verschiffen und die vorhandene Gas-Infrastruktur verwenden.

      Das wir konsequent am Klimaschutz arbeiten, finde ich wichtig und richtig aber diese tolle Zwischentechnologie einfach als “Geldvernichtung” abzustempeln, ist über das Ziel hinausgeschossen.

      1. Sehr geehrter Herr Lesnik,
        wer einigermaßen gut über das Klima- und Kosten-Potenzial von sog. Bio-Methan bzw. grünem Methan informiert ist, MUSS Ihnen recht geben.
        Demgegenüber sind die neuen Investitionen, welche bestimmte Parteien und Organisationen befürworten mit erheblichen CO2 Fußabdrücke behaftet, welche willentlich oder aus Inkompetenz unterschlagen werden.

        Wenn ich Ihren korrekten Beitrag noch ergänzen darf:
        Wer es mit den Bürgern ehrliche meinen würde, müsste noch ins Feld führen, dass Katar Minister Habeck bei seinen Verhandlungen in Katar CO2-neutrales Methan anbot, welches er für 20 Jahre vertraglich beziehen sollen.

        Habeck lehnte ab. Warum wohl?!

        Das CO2-neutrale Methan kann und will Katar und Aramco für ca. 6 ct/kWh liefern. Es wäre ebenfalls aus Australien oder Südamerika lieferbar, wenn es politisch gewollt wäre.
        Das von der CDU verfolgte “Bio-Methan” Projekt ist daher eine sehr gute erste Lösung, welche auch Graichens und Habecks Plan konterkariert, die volkswirtschaftlich wertvollen Gasleitungen herauszureißen.

        Den sehr verehrten Journalisten, sehr geehrter Herr Watzlawek und sehr geehrte Herren vom KStA un BLZ, die sich für die unpolitische optimale “klima-wirtschaftliche” Lösungen im Interesse der GL-Bürger einsetzen können, sei ein Interview angeboten, das die fachlich überprüfbaren Fakten zu diesen eminent wichtigen Entscheidungen für Bergisch Gladbach aufarbeitet.

        _________________
        Hinweis der Redaktion: Wolfgang Maus ist Sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion. Bitte machen Sie kenntlich, wenn Sie ein politisches Amt innehaben.

      2. Sehr geehrter Herr Maus,

        für die Aussage, dass Katar CO2-neutrales Methan für 6 ct/kWh liefern kann, hätte ich gerne eine seriöse Quelle.
        1. Ist Methan rund 100x klimaschädlicher als CO2. Dass es also wirklich CO2-neutral im Sinne von “ohne negative Auswirkungen auf das Erdklima” ist, wage ich daher zu bezweifeln.
        2. Ist aus Wasserstoff hergestelltes Methan deutlich teurer, weil allein für die Herstellung von 1 kWh Wasserstoff bereits rund 3 kWh Strom benötigt werden. Selbst wenn man also die günstigste Stromquelle (PV) zugrunde legen würde, landet man trotzdem bei mindestens 15 ct pro kWh Wasserstoff. Dazu kommt noch die Umwandlung zu Bio-Methan und der Transport des Ganzen in speziellen Hochdruckbehältern nach Deutschland. Niemals kann das für 6 ct pro kWh geleistet werden. So ein niedriger Preis ist daher nur möglich, wenn man vorhandenes Gas billig aus der Erde hochpumpt. Und damit ist es dann ganz sicher kein Bio-Methan und entsprechend das absolute Gegenteil von klimaneutral.

        Es ist wirklich schlimm, wie hier Dinge blind vermischt werden.
        Fakt ist: Wasserstoff wird zu Recht bereits als Champagner der Energiewende bezeichnet. Wenn man daraus noch aufwendig E-Fuels oder Bio-Methan herstellen muss, dann landet man entsprechend beim Dom Pérignon. Kein Mensch wird das ernsthaft auf Dauer bezahlen wollen, um damit sein Haus zu heizen.

      3. Lieber Olaf,
        die Aussage:
        “1. Ist Methan rund 100x klimaschädlicher als CO2. Dass es also wirklich CO2-neutral im Sinne von „ohne negative Auswirkungen auf das Erdklima“ ist, wage ich daher zu bezweifeln.”

        Mag ja stimmen (wenn man die großzügige Aufrundung weglässt)
        Jedoch sollte im normalen Produktionsprozess gar kein Methan in die Luft entweichen, da es Flüssig transportiert wird.

        Ich bin davon überzeugt, dass es ein Fehler ist, die Energiewende nur mit handvoll an Technoligien zu bestreiten anstatt jede Technologie abzuwägen und einzusetzen.
        Wir haben aufgrund der verbissenheit der Grünen und der idiotischen Fehlentscheidung einer Schwarz-Gelben Regierung die Atomtechnologie aus der Hand gegeben. Die Engländer haben 14 Jahre früher Ihre Kohlekraftwerke abschalten können. Dafür pusten unsere Kohlekraftwerke noch etwa 1,5 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft, ich hoffe das war der Atomaustieg wert.

      4. Faktencheck
        Wärmepumpen erzeugen aus 1 kWh Strom ca. 4 kWh Wärme. Mit Wasserstoff kann aus 1 kWh Strom ca. 0,5 kWh Wärme erzeugt werden. Aus Wasserstoff hergestelltes grünes Methan kann aus 1 kWh Strom vielleicht 0,4 kWh Wärme erzeugen.
        Angesichts dieser Fakten ist es nicht verwunderlich, dass renommierte Institute* beim Vergleich von Wärmepumpen und Wasserstoff zur Wärmeerzeugung zu vergleichbaren Ergebnisse kommen: Wärmepumpen (als Gebäude- oder Fernwärme-Energieerzeuger) sind die kostengünstigste Option für die klimaneutrale Wärmeerzeugung. Die Wärmeerzeugung mit grünem Wasserstoff ist die teuerste Option und würde für ein Einfamilienhaus bis zu 50 Prozent höhere Kosten verursachen.

        Dank Sonne und Wind kann Deutschland den für Wärmepumpen notwendigen Strom nicht nur klimafreundlich sondern auch sehr kostengünstig selbst erzeugen. Eine energiepolitische Abhängigkeit von anderen Staaten kann hierdurch auf den notwendigen Import für industriell benötigten Wasserstoff reduziert werden.

        * Renommierte Institute: Fraunhofer ISE /IEE, Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), Consentec, Öko-Institut e.V., Prognos AG, Stiftung Klimaneutralität, GLOBAL 2000, Element Energy UK,

  6. Bleiben eigentlich nur zwei Fragen. Wie soll das alles finanziert werden? Und welche Möglichkeiten hat ein Mieter, irgendwie Einfluss zu nehmen, ohne blind abgezockt zu werden?

    Ich weiß, diese Problematik interessiert Sie nicht, deswegen wurde ja auch seitens der Bundesregierung mit dem grün geführten Wirtschaftsministerium das versprochene Klimageld nie gezahlt. Es wird es auch nie werden, denn die Mittel verwenden grün geführte politische Institutionen lieber für andere Dinge.
    Weswegen übrigens auch ernsthaft verantwortungsvoll denkende Menschen diese Partei nicht mehr wählen.

    1. Oooh … Sie sprechen allen Grünen Wählern ab, „ernsthaft verantwortungsvoll denkende Menschen“ zu sein? Solche unfairen Pauschalurteile vergiften die politische Diskussion und sprechen eher gegen Sie. Bleiben wir freundlich und möglichst vorurteilsfrei miteinander. Zumindest in diesem Forum.

      1. Herr Thiel, wenn Sie dann irgendwann meinen Kommentar richtig gelesen und verstanden haben, können wir gerne weiter diskutieren.
        Angenehmes Rest-Leben noch.

    2. Ich wäre wirklich – unironisch – sehr dankbar, wenn Sie mir sagen könnten, welche Partei “ernsthaft verantwortungsvoll denkende Menschen” wählen können. (Die Partei sollte realistische Chancen haben, die 5%-Hürde zu knacken)