Tag der deutschen Kultur in Butscha: Frank Stein, Anatolii Fedoruk, Tetjana Rybakova und Jörg Köhler. Foto: Stadt Butscha

Bewegung, Austausch und Zusammenhalt haben in den vergangenen Tagen Bergisch Gladbach und die ukrainische Partnerstadt noch enger miteinander verbunden. Eine Gruppe mit Bürgermeister Frank Stein brachte zwei weitere Feuerwehrfahrzeuge nach Butscha und nahm am Friedenslauf teil, zeitgleich wurden in Bensberg Friedensnägel geschmiedet.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Städtepartnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Butscha e.V.

Knapp 2.000 Kilometer Luftlinie trennen Bergisch Gladbach und Butscha. Und doch war in diesen Tagen in beiden Städten das Gleiche spürbar: Bewegung, Austausch, Zusammenhalt. Der Städtepartnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Butscha e.V. hat mit zwei zeitgleich laufenden Aktionen erneut gezeigt, was lebendige Partnerschaft bedeutet – und dass Distanz kein Hindernis ist, wenn die Richtung stimmt.

Vom 13. bis 20. Mai reisten neun Vereinsmitglieder, darunter Bürgermeister Frank Stein, in die ukrainische Partnerstadt. Im Gepäck: zwei Feuerwehrfahrzeuge, ein weiteres Kommunalfahrzeug – und die Bereitschaft, zuzuhören, mitzugestalten, präsent zu sein. In Butscha nahmen die Gäste aus dem Rheinland am Friedenslauf teil und gestalteten im Stadtpark gemeinsam mit den Gastgebern ein Fest der deutsch-ukrainischen Freundschaft – mit Musik, Gesprächen, Bildern und Begegnungen, die nicht an diesem Tag endeten.

Die Teilnehmenden der deutschen Delegation nach dem Friedenslauf in Butscha. Foto: Stadt Butscha

„Wenn man einmal gemeinsam anpackt, lässt sich Distanz kaum noch spüren“, sagt der Bergisch Gladbacher Bürgermeister Frank Stein, selbst Mitglied des Vereins. „Was uns verbindet, wächst nicht aus Erklärungen, sondern aus dem, was wir gemeinsam tun. Und genau das passiert – auf beiden Seiten.“

Auf dem Bild vor der lodernden Esse im Bergischen Museum überreicht Frank Stein seinem Amtskollegen Anatolii Fedoruk den Friedensnagel aus Bergisch Gladbach. Foto: Arne Meinhardt

Denn auch in Bergisch Gladbach wurde in derselben Woche an der Verbindung gearbeitet – handfest und hörbar. Im Rahmen der Aktion „Schmieden für den Frieden“ im Bergischen Museum in Bensberg verwandelten Schmiedemeister zusammen mit Besuchern glühendes Metall in symbolische Friedensnägel.

Jeder Nagel stand für Unterstützung, die Spenden flossen auch an Projekte in Butscha – verdoppelt durch die Bethe-Stiftung.

Ein gut eingespieltes Tandem

„Diese Partnerschaft funktioniert wie ein gut eingespieltes Tandem“, sagt Vereinsvorsitzender Frank Haag. „Zwei Städte, zwei Kulturen – wir treten gemeinsam in die Pedale, manchmal auf unterschiedlichem Terrain, aber immer im selben Rhythmus. Was in der einen Stadt bewegt wird, bringt immer auch die andere voran.“

Unterstützung bemisst sich nicht nur nach dem Gewicht der Hilfe in Tonnen, sondern auch nach den Stunden und Minuten, die wir miteinander verbracht haben.Jörg köhler

Jörg Köhler, der die Reise nach Butscha mitorganisierte, betont: „Die Fahrzeuge, die wir gebracht haben, helfen konkret – keine Frage. Aber ebenso wichtig ist der Austausch zwischen den Menschen. Unsere Unterstützung bemisst sich nicht nur nach dem Gewicht der Hilfe in Tonnen, sondern auch nach den Stunden und Minuten, die wir miteinander verbracht haben. In Gesprächen, in Begegnungen, im gemeinsamen Erleben.“

Bethe-Stiftung verdoppelt Spenden

Honig aus Butscha im Bergischen Museum. Interessierte können ihn weiterhin über den Städtepartnerschaftsverein beziehen. Foto: Arne Meinhardt

In Bergisch Gladbach sorgte Arne Meinhardt für die Umsetzung der Schmiedeaktion am 17.05.2025: „Ein Samstag voller Energie: Funken in der Luft, Gespräche über Butscha, neugierige Kinder neben erfahrenen Handwerkern. In jedem Nagel steckte nicht nur Eisen, sondern Entschlossenheit, unsere Freundinnen und Freunde in Butscha weiter zu unterstützen.“ 

Am Ende Stand der Betrag von 4.250 Euro an Spenden, die von der Bethe-Stiftung verdoppelt werden und dann zu gleichen Teilen in die Unterstützung für Butscha sowie den barrierefreien Ausbau des Bergischen Museums fließen.

Meinhardt bedankt sich bei allen, die die Aktion möglich gemacht haben: dem Team des Museums und des Fördervereins, den Schmieden, der Bethe-Stiftung – und den vielen Menschen, die einfach da waren, gefragt, gespendet, mitgedacht haben.

Spendenkonto:
DE26 3705 0299 0311 5909 11  

Paypal:
paypal@butscha.gl

Der Städtepartnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Butscha e.V. wächst weiter – nicht aus Routine, sondern aus Begegnung. Aus klarer Haltung und dem Willen, auch über große Entfernungen hinweg verlässlich zu sein.

Wer die Arbeit des Vereins unterstützen möchte, findet Informationen auf der Website: www.butscha.gl

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