Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport tagt im Bensberger Rathaus. Foto: Redaktion

Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport hat die Verlagerung der Stadtbücherei und die Ertüchtigung des Stadion-Areals einstimmig begrüßt. Die kulturellen Einrichtungen entwickeln sich gut, leiden aber – ebenso wie die Sporthallen – unter der oft maroden Infrastruktur. Nach wie vor dringend gesucht wird ein Depot. Wir bringen die wichtigsten Themen der Sitzung auf den Punkt.

Birgit Bischoff, die bei der kommenden Kommunalwahl nicht erneut für den Stadtrat antritt, ist von Vertreterinnen von Grünen und SPD bei ihrer letzten Ausschusssitzung verabschiedet und für ihre parteiübergreifende, pragmatische Arbeit gelobt worden. Bischoff will als Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule weiterhin in der Kulturszene der Stadt mitmischen.

Zum Abschluss der ersten Runde des Partizipationsprozesses zum kulturpolitischen Leitbild der Stadt hat Moderator Martin Müller von den Lebenswerken Stuttgart ein positives Fazit gezogen und eine Fortsetzung empfohlen. Das vom Stadtrat beschlossene Leitbild war mit Vertreter:innen der Kulturszene diskutiert, ergänzt und mit konkreten Ideen angereichert worden.

So sollen ein „Gästezimmer“ für Künstler:innen, ein Raumkataster und ein Designmanagement angeschoben werden; die Stadt soll die Idee einer Kulturstiftung prüfen. Eine zentrale Rolle bei der Fortsetzung des „Quadrologs“ und der Umsetzung der Ideen spielt der Stadtverband Kultur. Das ergänzte Leitbild und eine Ideensammlung sollen in Kürze veröffentlicht werden.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, die Verlegung der Stadtbibliothek in das ehemalige Kantinengebäude auf dem Zanders-Gelände weiter zu verfolgen. Zuvor hatte die Verwaltung die entsprechende Vorlage auf Bitte der CDU noch einmal erweitert. Grüne und CDU wiesen daraufhin, dass nun auch eine Idee für die künftige Nutzung des alten Gebäudes entwickelt werden müsse. Mehr Infos im Ratsinfosystem.

Die Leiterinnen von Stadtbücherei, Bergischem Museum, Kunstmuseum Villa Zanders, VHS und Max-Bruch-Musikschule legten dem Ausschuss umfangreiche Jahresberichte vor. Ausschussmitglieder und die Vorsitzende Bischoff lobten, dass der Leitungs- und Generationenwechsel in den Kultureinrichtungen Wirkung zeige und sich die „kulturellen Leuchttürme“ positiv entwickeln. Alle Jahresberichte sind im Ratsinfosystem hinterlegt.

Ina Dinter, Leiterin des Kunstmuseums regte an, dass als Mini-Variante eines immer wieder gewünschten Museumscafés ein Kaffeeautomat für den Wintergarten angeschafft werden soll.

Nicole Mrziglod sprach als neue Leiterin der VHS auf Nachfrage von „hundert neuen Ideen“, die sie mit dem Team angehen wolle. Sie selbst stehe für Vernetzung und Kooperationen, für Begegnungen und Austausch – und denke ebenfalls über so etwas wie ein Café im Gebäude an der Buchmühle nach. Die VHS wolle jüngere Zielgruppen erschließen und müsse immer mehr in Richtung Sozialpädogogik arbeiten.

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Sie war viele Jahre in der Sozialraum- und der Integrationsarbeit tätig und hat internationale Wurzeln: Nicole Mrziglod ist die neue Leiterin der Volkshochschule Bergisch Gladbach. Für die 36-Jährige schließt sich damit ein Kreis. Obwohl sie erst seit wenigen Wochen im Amt ist, hat sie sich bereits viel vorgenommen.

Ein fehlendes Depot für die wachsende Zahl an Kunstwerken und Museumsobjekten machen allen Kultureinrichtungen Sorgen. Es gebe jetzt kaum noch Platz, in der Villa Zanders neue Schenkungen unterzubringen, berichtete Dinter. Die Lagerung der auf einen Wert von rund zehn Millionen Euro geschätzten eigenen Sammlung sei unzureichend, die Gefahr durch Feuchtigkeitsschäden groß.

Der zuständige Dezernent Stephan Dekker bekräftigte, dass die Verwaltung seit vielen Jahren mit Hochdruck an der Suche nach einem geeigneten Gebäude für ein gemeinsames Depot arbeite, bislang ohne Erfolg. Daher müsse womöglich auch über den Bau eines Gebäudes nachgedacht werden.

Aus der SPD kam der Hinweis, dass die Räume des ehemaligen Versuchslabors für Papiertechnik auf dem Zanders-Areal wenigstens für eine Übergangslösung geeignet sein könnten und geprüft werden sollten.

In der Max-Bruch-Musikschule habe es nach der Umsetzung des Herrenberg-Urteils und der Anhebung der Gebühren zwar einige Kündigungen gegeben, jetzt wüchsen die Warteliste für einzelne Instrumente aber wiederum. Für das Problem, dass die nun festangestellten Kräfte nicht mehr so flexibel auf den Bedarf reagieren könnten, würden kreative Lösungen gesucht; u.a. werde vermehrt Doppelunterricht erteilt.

Der Einbau eines Treppenlifts im Haus der Musik sei geprüft und verworfen worden. Jetzt werde über den Bau eines Aufzugs nachgedacht, um das Gebäude barrierefrei zu machen, bestätigte Fachbereichsleiterin Barbara Kirschner. Das sei jedoch ein sehr aufwendiges Projekt.

Aus der Welt des Sports

Die Pläne für den Ausbau des Stadion-Areals durch die Wiederherstellung und den Ausbau von vier öffentlich zugänglichen Sportstätten wurde im Ausschuss einstimmig beschlossen. Der erste Schritt, die Umwandlung des alten Ascheplatzes in einen DFB-gerechten Kunstrasenplatz, soll auch haushaltstechnisch abgesichert werden, die Schadstoffsanierung im November beginnen.

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Das Projekt, auf dem alten Ascheplatz an der Paffrather Straße ein Flüchtlingsheim zu bauen, ist vom Tisch. Stattdessen sollen auf dem Areal neben dem Belkaw-Stadion nun insgesamt fünf Sportflächen neu geschaffen oder ertüchtigt werden. Damit sollen nach Ansicht der Stadtverwaltung auch Flächen kompensiert werden, die beim Neubau der IGP für den Sport wegfallen.

Mit den Plänen für die weiteren Sportstätten auf dem Areal am Stadion werde ein „Leuchtturm für den Sport“ geschaffen, lobte Dettlef Rockenberg als Vorsitzender des Stadtsportverbands. Er erinnerte aber daran, dass mit einem Neubau der IGP dem Sport erneut rund 17.000 Quadratmeter an Flächen entzogen würden, nordwestlich des Stadions gebe es schon jetzt keinen Fußballplatz mehr auf dem Gebiet der Stadt.

Die CDU betonte, dass die wiederhergestellten Sportflächen am Stadion nicht zur Kompensation der wegfallenden Flächen an der IGP herangezogen werden dürften.

Nach der Schließung der vier Sporthallen der Otto-Hahn-Schulen kritisierte Rockenberg, dass es zu dem Thema im Ausschuss keine Einordnung durch die Stadtverwaltung gab; es sei keine Strategie erkennbar, wie mit den „wegbröselnden“ Sporthalle in der Stadt insgesamt umgegangen werde. Prekär sei auch der Zustand der Halle an der Steinbreche.

Auf Rückfrage der CDU erläuterte Fachbereichsleitern Kirschner, dass die Hallen nach dem Fund von PCB in Kondensatoren der Deckenlampen am Freitag von den Fachleuten stillgelegt worden und die betroffenen Schulen sowie Vereine informiert worden seien. Im Moment werde geprüft, ob die Kondensatoren ausgetauscht werden können – oder ob längere Arbeiten erforderlich sind. Eine Angabe über die Dauer der Schließung sei daher nicht möglich.

Die Schadstoff-Sanierung des Sportplatzes Katterbach verzögert sich weiter; nach einer erfolglosen ersten Ausschreibung werden nun erneut nach einem ausführenden Unternehmen gesucht, berichtete Kirschner auf Nachfrage.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Leider wird bei den Diskussionen über den Umzug der städtischen Bücherei vergessen, dass im Eingangsbereich des FORUM der Eine Welt Laden seit Jahren mit”wohnt”.
    Ob es dazu Überlegungen gibt, wo dieser Welt-Laden sein neues Domizil haben könnte? Ich glaube nicht. Obwohl die Stadt Bergisch Gladbach seit Jahren Fairtrade-Stadt ist, finde ich darüber nichts.