Eine ungewöhnliche Kunstaktion bei Pütz-Roth: Vor der Premiere seines neuen Balladenprogramms enthüllt der Puppenspieler Gerd J. Pohl eine besondere Kasper-Büste: Das Kunstwerk aus Sandstein markiert die Stelle, an der sich eines Tages Pohls letzte Ruhestätte befinden soll.

Wir veröffentlichen einen Beitrag von Pütz-Roth

Die Werke von darstellenden Künstlern vergehen schneller als die der Maler, Bildhauer oder Autoren. Es bleibt kein Gemälde, keine Skulptur, kein Buch – wenn die Theatervorstellung beendet ist, ist auch das Kunstwerk beendet. Und selbst die großen Stars, deren Schaffen in Filmen, Hörspielen oder Fernsehaufzeichnungen festgehalten wurde, fallen ziemlich rasch dem Vergessen-Sein anheim. Zu schnell ändert sich der Zeitgeist, zu schnell auch der Geschmack des Publikums.

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Diesen in Vergessenheit geratenen Bühnen-, Film- und Fernsehkünstlern soll nun in Bergisch Gladbach ein Denkmal errichtet werden. Zu diesem Zweck hat der Darmstädter Bildhauer Hartmut Zech eine Büste aus Sandstein erschaffen mit dem Konterfei jener Figur, die wie keine andere in Deutschland für das Bühnenleben steht: mit dem des Kaspers.

Gleichzeitig wird diese Kasper-Büste jene Stelle markieren, an der sich eines Tages die letzte Ruhestätte eines Bergisch Gladbacher Theatermachers befinden wird: die des Puppenspielers Gerd J. Pohl.

Vom Denkmal zum Grabmal

Die Einweihung des Denk- und späteren Grabmals wird stattfinden am Donnerstag, den 25. September 2025, um 18:00 Uhr bei Pütz-Roth, Kürtener Straße 10, 51465 Bergisch Gladbach (Treffpunkt: oberer Parkplatz an der Waldbühne).

Die Begrüßung hält David Roth, einen kurzen Impulsvortrag der „Bergische Jung“ Willibert Pauels. Mit dabei auch das Duo Pascal, Bildhauer Hartmut Zech und der Initiator der Kunstaktion, Puppenspieler Pohl.

Gerd J. Pohl erhofft sich von seiner ungewöhnlichen Initiative, „dass die Skulptur einen Beitrag dazu leistet, dass die Menschen über das Thema der Vergänglichkeit wieder vermehrt ins Gespräch kommen – es ist für jeden von uns von Bedeutung, es ist für jeden von uns unumgänglich. Den Tod kann man ja nicht ignorieren, ihm nicht aus dem Weg gehen, ihn nicht wegschicken. Deswegen ist es besser, sich ihn zum Vertrauten und zum Wegbegleiter zu machen. Und ich mache das halt, indem ich bereits Lebzeiten meine eigene Grabstätte einweihe – allerdings in der Hoffnung, dass es noch lange dauert, bis ich dort einziehen muss“.

Premiere des Balladenprogramms

Gerd J. Pohl (rechts) und das Klangkunst-Duo Manuele Klein und Detlev Weigand. Foto: Tobias Naudet

Im Anschluss (ab 19:00 Uhr) findet dann bei Pütz-Roth die Premiere des neuen Balladenprogramms „Gesang der Geister über den Wassern“ mit Pohl als Rezitator und Manuele Klein und Detlev Weigand als Klangperformer statt (Dauer: etwa 75 Minuten). Große Texte von Dichtern wie Johann Wolfgang von Goethe, Detlev von Liliencron, Heinrich Heine oder Ludwig Uhland kommen darin als völlig neues Hörerlebnis zum Vortrag.

Die Teilnahme an der Denkmal-Enthüllung ist kostenlos, der Eintritt zum Balladenprogramm kostet 10 Euro. Um Anmeldung wird gebeten: 02202/85380. Eintrittskarten können auch online gebucht werden: www.puetz-roth.de.

ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach.

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  1. Was für eine verrückte, kreative und schöne Idee von Gerd J. Pohl.

    Dieser Mann und sein Puppentheater sind wirklich eine Institution in Bergisch Gladbach.