Der Stadtteil Gronau besitzt ein vielfältiges grünes Potenzial: einige kaum genutzte und verwaiste öffentlichen Grünflächen könnten mit wenig Aufwand in ansprechende grüne Oasen verwandelt werden. Zu diesem Ergebnis kommen Inge Andersch, Doro Corts und Michael Wittassek vom ForumGronau, die unsere Autorin auf einem grünen Spaziergang durch Gronaus unbekannte Winkel begleiten.
Unsere Begleiterinnen und der Begleiter wohnen sei Jahren in Gronau, sie setzen sich – auch über das ForumGronau hinaus – aktiv dafür ein, ihren Stadtteil zu verschönern, aufzuwerten und die Lebensqualität zu verbessern. Die öffentlichen Grünflächen, die wir auf unserem Spaziergang erkundeten, könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Bislang hält sich kaum jemand von den Gronauern hier auf – aber das soll sich ändern. Da wir auf unserem Spaziergang ausschließlich öffentliche Grünflächen und Wege erkunden, nennen wir unseren Spaziergang den „Grünen“.

Unser Spaziergang knüpft an die noch junge Tradition der Gronauer Spaziergänge an, denn diese gehören seit Anfang an zum ForumGronau dazu. Diese bringen selbst für Alteingesessene, immer wieder Überraschungen.
Angeboten wurde unter anderem eine Wanderung in der Sommerdämmerung, ein Mondscheinspaziergang mit Abendgedichten und Kobolden, ein Spaziergang rund um die Natur, die sich trotz Asphalt und Beton ihre Wege sucht, eine Expedition mit einem Fachmann auf der Suche nach Wildpflanzen und Kräutern am Wegesrand, ein Besuch im nächtlichen Wald, eine Tour zu Lieblingsorten und einige historischen Spaziergänge.
Spaziergänge gehören von Anfang an zum ForumGronau – und sie bringen auch für Alteingesessene immer wieder Überraschungen. Dieses Mal stand eine Wanderung in eine warme Sommerdämmerung auf dem Programm. Das Wetter war dann zwar grau und nass, aber den Abend prägte jedoch wogendes Grün, eine Auswahl von Abendgedichten und die Kobolde der Nacht.
Hintergrund: Die Spaziergänge des ForumGronau
Mehr zum Thema
In der Dämmerung ist Gronau gar nicht grau
Grüne Pfade, Naturkulissen und Oasen
Auf unserem Spaziergang stellen wir fest, dass im Quartier Gronau viele öffentliche Grünflächen verwildern und verwahrlosen. Diese grünen Areale könnten rasch in ansehnliche Aufenthaltsorte umgestaltet werden, indem sie von Wildwuchs und Unkraut befreit, begrünt und mit blühenden Pflanzen und Gehölzen verschönert werden.



„Es lohnt sich diese grünen Refugien zu Orten der Begegnung zu beleben. Dabei könnten die Prinzipien des Urban Gardening berücksichtigt werden, also städtische Flächen gemeinschaftlich gärtnerisch zu nutzen und zu pflegen. Bei diesen Begrünungsaktionen möchten wir mithelfen und unsere Netzwerkkontakte dafür nutzen“, sind sich die drei Akteur:innen vom Forum schnell einig.
An vielen Ecken sieht man, wie sich die Natur ihre Gebiete zurückerobert. Da sprießen Wildblumen aller Art wie unter anderem Sommerflieder, Kornblumen, Schafgarbe an Wegesrändern und breiten sich rapide aus.
Es wäre ein Leichtes diesen Wildwuchs einzudämmen und in ansehnliche blühende Landschaften zu verwandeln. Viele bereits vorhandene Ideen werden auf diesem grünen Spaziergang konkretisiert.
Neue Bänke für Gronau
Der Anfang der Quartiersverschönerung ist gemacht, das zeigten im Juli auch zwei Workshops. Gronau soll zehn neue Sitzbänke bekommen, um im Stadtteil die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und kleine Ruheoasen möglichst im Grünen zu schaffen. Die Standorte für die neuen Bänke wählten die Gronauer, Jung wie Alt, in zwei Gesprächsrunden aus, zu denen die Stadt Bergisch Gladbach in das Kinder- und Jugendzentrum Cross einlud.

Den grünen Spaziergang nutzen Inge Andersch, Doro Corts und Michael Wittassek, Standorte für die neuen Bänke gezielt anzusteuern und der Stadt vorzuschlagen. Tatsächlich wurden die Empfehlungen Rodemich, Dünnhofsweg, Blick auf Regenwasser-Becken, Strunde hinter Tennisplatz vermerkt und werden wohl kommen, berichtete Corts anschließend.
Lebendiger und geschichtsträchtiger Stadtteil
Gronau ist mit rund 7000 Menschen einer der einwohnerstärksten Stadtteile von Bergisch Gladbach, ist dicht bebaut mit Wohn,- Geschäfts- und Autohäusern. Gewerbeflächen und Discounter mit großen Parkplätzen prägen das Bild dieses Stadtteils.
Gronau besitzt aber auch einen Grünbereich entlang der Strunde mit teilweise dörflichen Strukturen und ist eingerahmt vom nahe gelegenen Thielenbrucher Wald, Gierather Wald und der Schluchter Heide. Diese Waldgebiete nennt Andersch liebevoll den „Gronauer Park“, in dem man wandern, joggen und Rad fahren kann. Es gibt den Wald mit schönen Plätzen, besonders der Feuerlöschteich, die Sonnenwiese und die Strundeschleuse. Außerdem gibt es etliche Bänke, die gut genutzt werden, erzählt Andersch.

Die Schluchter Heide ist ein bewaldetes Gelände zwischen Köln-Dellbrück, Gronau und Refrath. Ein Teil ist als Naturschutzgebiet Gierather Wald ausgewiesen, das sich bis zum Golfplatz und zur Saaler Mühle erstreckt.
Die Bezeichnung Gronau soll ursprünglich vom Wort „Groenauwe“ abstammen, das so viel wie grüne Aue bedeutet. Um 1845 soll es in Gronau eine Aue und -Sumpflandschaft gegeben haben, die die Strunde durchfloss. Die ehemals grünen Auen sind heute kaum noch zu finden.
Eine Entdeckungstour durch Gronaus grüne Grenzbereiche
Zum ForumGronau gehört es auch, den Stadtteil aus verschiedenen Perspektiven (neu) zu entdecken. Zu einer ersten dieser Stadtteilerkundungen führten Inge Andersch und Michael Wittasek eine Gruppe Interessierter auf grünen Pfaden und ruhigen Straßen durch Gronaus südlichen Teil. Und stießen auf eine Heimatdichterin, eine alte Haltestelle, auf die „Strundewelle“ und einiges mehr.
In Gronau wurde früher Landwirtschaft und Kleinindustrie betrieben. Gronau besaß viele Mühlen, auf die heute noch einige Straßennamen hinweisen. Gronau bestand aus vielen kleinen Siedlungseinheiten wie beispielsweise Schlodderdich, Duckterath, Dünnhof, Kradepohl, Rodemich. In Rodemich und Dünnhof ist diese kleinteilige Siedlung mit ihrem dörflichen Charakter noch gut erkennbar.
Ansätze einer Gartenstadt
Heinz D. Haun, ebenfalls beim ForumGronau aktiv, berichtet mir am Telefon über die Geschichte Gronaus. Er macht mich darauf aufmerksam, dass im westlichen Gronau zu beiden Seiten der Mülheimer Straße gartenstadtähnliche Ortsteile zu finden sind wie beispielsweise in der Straße Schluchterheide, die links vom Schlodderdicher Weg abgeht.
Hier ist das Prinzip einer „Gartenstadt“ in Ansätzen an den kleinen Häusern mit ihren bunten Gärten und hohen Hecken gut zu beobachten. Gartenstädte zeichnen sich generell durch besonders viel Grün und ausgeprägten Obst- und Gemüseanbau aus. Früher bestanden die Gärten eines jeden Hauses in diesem Gronauer Ortsteil aus Nutzgärten zur Selbstversorgung. Heute sind diese überwiegend in Ziergärten umgewandelt.
Früher existierten in Gronau zahlreiche Ausflugsziele in grüner Landschaft, die sehr beliebt waren. Das Lokal Haus Kradepohl, eine frühere Hofschaft, (heute an dieser Stelle eine Autowaschanlage im städtischen Gewerbegebiet Kradepohl) besaß einen Kahnweiher zum Bootfahren. „Krade“ leitet sich von Kröte und „Pohl“ von kleinem Weiher ab.
Das ehemalige Sporthotel Klever (heute ein Wohnhaus), Ecke Mülheimer Straße/Gierather Straße, wurde von Ludwig Bopp erbaut und gehörte zuletzt Edgar Klever (Bundes- und Landesmeister im Billard). Dieses Hotel war lange Jahre beliebter Treff für verschiedene Sportvereine, besonders der Billard- und Skatspieler.

Die Gierather Mühle, im 14. Jahrhundert die einzige Mühle an der Strunde, steht heute unter Denkmalschutz. Das ehemalige Wohnhaus des Müllers wurde inzwischen liebevoll restauriert. Die Strunde fließt mitten durch die ehemalige Gronauer Siedlung Gierath, zu der auch das nicht mehr vorhandene Ausflugslokal die Villa Rosenhof gehörte.
Der Lindenhof, eines der letzten Traditionsgasthäuser der Gegend, besitzt noch seinen Biergarten unter den alten Linden. Die Gaststätte mit Hausmannskost war bereits um 1900 ein beliebter Treffpunkt für die Gronauer Nachbarschaft und die Kölner zwischen Thielenbruch und Gierather Wald.
Die Mühlen und Gaststätten des alten Gronaus
Im Rahmen der Aktivitäten des ForumGronau und unter Leitung von HD Haun hat der zweite Spaziergang durch das historische Gronau stattgefunden. Beide Male hatten sich mehr als 20 Teilnehmende aus dem Stadtteil selbst und auch aus umliegenden Stadtteilen eingefunden, Sonntag sogar bei reichlich Regen – ein deutliches Anzeichen für das bestehende Interesse, auch unter Nicht-Gronauern.
Das Forum Gronau wertet auf
Im ForumGronau, einer Initiative des Bürgerportals und der SolidarConsult gGmbH, hatten die Bürger:innen zusammen mit Bürgerinitiativen, Vereinen, Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und Wirtschaft eine Vision für Gronau entwickelt und Impulse für das „Strategische Entwicklungskonzept“ (StEK) Gronau der Stadt geliefert.
Das Forum hat sich gleichzeitig aber auch daran gemacht, die Menschen in Gronau ganz praktisch zu vernetzen. „Wir wollen mit Entdeckungsreisen Lieblingsorte finden, kreative Ideen entwickeln und damit Impulse für das geplante Strategische Entwicklungskonzept Gronau geben“.
Die „Vision 2035“ beschreibt wie Gronau mit gut vernetzten „Orten der Begegnung“ im urbanen und grünen Bereich und einem vielfältigen kulturellen Leben lebenswerter gemacht werden kann. Ausgehend davon, dass Gronau nicht einen Ortskern, sondern viele Zentren hat, sollen diese Orte mit einem engmaschigen Netz von Fuß- und Radwegen miteinander verbunden werden.
ForumGronau legt „Vision 2035“ vor und macht kraftvoll weiter
Gronau gehört nicht zu den Vorzeige-Vierteln der Stadt, aber die Bewohner zeichnen sich durch eine starke Verbundenheit zu ihrem Stadtteil aus. Und durch die Bereitschaft, für die Verbesserung ihres Umfelds aktiv zu werden. Das wurde beim ForumGronau klar, in dem 30 Interessierte über ein Jahr hinweg eine „Vision 2035“ und 80 Maßnahmen erarbeitet haben. Jetzt steigen sie in die konkrete Quartiersarbeit ein.
Viele dieser Wege existieren bereits, die wir auf unserem grünen Spaziergang fokussieren. Dabei entdecken wir verschiedene der erwähnten Lieblingsorte wie den wunderschönen Blick von der alten Straßenbahntrasse auf das zum Teil mit Schilf bewachsene Rückhaltebecken oder den an der Strunde-Biegung in der Nähe des Tennisplatzes.
„Es ist uns wichtig, dass sich die Nachbarn in Gronau auf kurzem Weg treffen können“, meint Corts. „Kurze Wege“ gibt es in Gronau im wörtlichen Sinn genügend, wie unser grüner Spaziergang zeigt. Viele dieser öffentlichen Wege sind aber in schlechtem Zustand und „sollen ansprechend umgestaltet werden“, so wünschen es sich meine drei Begleiter:innen.
Zur konkreten Quartiersarbeit gehört auch, den Stadtteil aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden bzw. zu entdecken. Die Bestandsaufnahme der bestehenden Grünflächen in Gronau ist dabei Teil der erwähnten Entdeckungsreisen.
Der Platz vor der Kirche St. Marien




Mitten auf dem gepflasterten Kirchenvorplatz steht ein einzelner Baum, malerisch von einer Rundbank eingefasst. Dieser hübsche Anblick lenkt allerdings nur kurz von zwei viereckigen verwilderten Beeten neben dem Fahrradständer ab. Wie ansehnlich wäre es, wenn in diesen beiden Beeten blühende Blumen sprießen würden.
Von der Mülheimer Straße aus kommend fällt der Blick direkt auf eine tieferliegende breite Rasenfläche, die scheinbar nicht genutzt wird. Hohe schattenspendende Nadelbäume rahmen den Rasen zur Straßen- und Parkplatzseite ein. Bänke würden hier gut passen, um Vorbei-gehenden Schatten zu spenden.
„Ist es hier nicht viel zu laut, um zu verweilen“ wendet Andersch ein. „Im Hochsommer bei starker Sonne und Hitze suchen bestimmt einige den Schattenplatz auf. Es käme auf einen Versuch an“, meinen die anderen.

Von der Mülheimer Straße zum Dünnhofsweg
Der Weg wird als Abkürzung häufig genutzt, wie die vielen entgegenkommenden Fußgänger und Radfahrer beweisen. Hier ist es sehr sonnig und es fehlen Bänke. „Ein paar Gehölze, die auf den Weg ranken würden, würden schnell Schatten spenden“, sagt Doro Corts.
Auf halber Strecke öffnet sich der Weg links in eine gepflasterte, vollkommen leere Großfläche. Vis-a-vis blühen üppige und hochgewachsene Wildblumen, auf der sich Insekten tummeln. Uns fällt eine Kornblume in sattem Blau auf, die kerzengerade am Wegesrand thront.
Bedauerlicherweise wurde diese Wildblumenwiese, die uns so gut gefiel, kurze Zeit später komplett gemäht und die Bienen ihres Lebensraums beraubt.
Mit dieser öden Leerfläche müsste etwas passieren, regen die drei vom Forum an. Diese würde sich gut für Open-Air-Veranstaltungen eignen. Ein paar Klappstühle oder Biergarnituren und los geht es. Hier könnte ein Zirkuswagen auf Rädern aufgestellt werden. Der ließe sich auch woanders einsetzen und würde vorübergehend den fehlenden Versammlungsraum ersetzen. Gronau besitzt nämlich noch kein Veranstaltungszentrum bzw. Quartiershaus.
Auf dem Weg zum Rückhaltebecken
Wir kreuzen den Dünnhofsweg und gelangen linker Hand auf den Fuß- und Radweg zum Rückhaltebecken in Richtung Rodemich. In der Kurve bieten uns hohe Bäume in gemischtem Grün eine beeindruckende Naturlandschaft.
Das dahinter liegende Rückhaltebecken ist aber von hier aus noch nicht zu sehen. Die Brombeeren, die hier an der Seite des Geländes wuchern, schmecken zuckersüß. Diese grüne Parzelle gehört dem Unternehmen „Roplasto“ und wird offensichtlich nicht genutzt.

Eine kleines blühende Rabattbeet und eine Bank, die den Ausblick in die grüne Weite ermöglicht, das wäre schön. „Ob „Roplasto“ von dieser Bepflanzung überzeugt werden kann?“ „Man muss weiterdenken und mehr ästhetische Lösungen anstreben“, meint Wittassek.
Wir gelangen am Ende des öffentlichen Weges zum Wendehammer Ecke Rodemich/ Rodenbach und treffen auf einen kleinen grünen Winkel mit einer Bank unter einem alten Ahorn. „Hier sitzt selten jemand, alle Radfahrer fahren vorbei und Spaziergänger halten sich hier nicht auf“, berichtet Wissatek.
Erste Versuche diese Grünfläche zu beleben wurden bereits unternommen. Man las hier Mondscheingeschichten vor und der Spaziergang zu den Lieblingsorten der Gronauer führte hier vorbei.
Ein Büchertisch am Rodemich
Das ForumGronau belebt die kleine Grünfläche an der Ecke Rodemich / Gierather Straße in den Sommermonaten und lädt alle Gronauer Bücherfreund:innen zum Lesen, Zuhören und Reden ein. Los geht es am Samstag – wenn das Wetter gut ist.
Und nun zum Rückhaltebecken. Der Ausblick von der alten Trasse der Straßenbahn, die früher von Thielenbruch bis zum Rathausplatz führte, hat es uns allen angetan.
Durch den Maschenzaun können wir das mit Schilf bewachsene Becken und eine kleine Wasserstelle gut sehen, die in der Sonne glänzt. Im Hintergrund lugt die Kirchturmspitze von St. Marien durch die Baumwipfel hervor. Wittassek beobachtet hier häufig Reiher und viele Vögel.
Links am Horizont sehen wir eine Wiese mit gelben Farbtupfern. Es ist die Spitze einer braunen Holzhütte zu erkennen. Hier grasen Schafe. Eine Aussichtplattform mit Bank wünschen sich meine Begleiter:innen an dieser Stelle. „Das Gebiet um das Regenwasser-Auffangbecken wird zurzeit als Durchgangsweg genutzt, hat aber Potential für mehr“, meint Andersch.
Grüner Winkel Ecke Rodemich/Gierather Straße
Wir gehen wieder zurück zur Straße Rodemich und gelangen an eine spitzzulaufende kleine öffentliche Grünfläche, die liebevoll kleiner Park genannt wird. Momentan steht hier eine Holzbank unter großen Bäumen. Ein netter Ort, aber sehr abgelegen.
„Diesen Platz beleben wir in den Sommermonaten, mit einer Literaturlesung und einem Büchertausch. Außerdem hat sich die Stadt bereit erklärt, dort eine zweite Bank aufzustellen und eine Blühwiese anzulegen. Unsere niederschwelligen Veranstaltungen laden alle Gronauer Bücherfreund:innen zum Lesen, Zuhören und Reden ein“, erklärt Corts.
Apropos Lesung: meine Begleiter:innen machen auf unserem Spaziergang auf Gabi Pfütze aufmerksam, die im Rodenbach wohnt. Bei Bedarf liest die Autorin jedem/r Vorübergehenden spontan aus ihrem Gedichtband „Doch hatte ich die Hoffnung nicht“ vor.

Der zukünftige Strunde Park
Wir kreuzen die Gierather Straße und direkt gegenüber verläuft der öffentliche Weg „Piddelbornsmühle“ entlang der Strunde. Dieser Weg ist unansehnlich, verwildert und erinnert mit den beiden leerstehenden Containern, einer Hausruine und einem rot-weißen Bauzaun an eine Baustelle.
Die links fließende Strunde ist eingezäunt und stark zugewuchert. Rechts befindet sich der städtische Bauhof. Auf diesem Gelände könnte demnächst eine Grundschule mit Quartiershaus entstehen, wird in der Stadtpolitik debattiert.
Wittassek träumt davon, in diesem Areal den Zugang zur Strunde wieder zu öffnen, das Dickicht zu lichten, Wege anzulegen und einen ansprechenden Stadtpark zu errichten, den „Strunde Park“.
Einen direkten Zugang zur Strunde von der Ferdinandstraße in Richtung Tennishalle kurz vor dem Wachendorf Gelände gibt es noch. Dieser Weg wechselt von Asphalt in Lehm über und wirkt nicht gerade einladend. Wir gehen trotzdem weiter und der Anblick, der uns an der Strunde Biegung erwartet, ist spektakulär.
Was für eine wild romantische Naturkulisse: üppiges Buschwerk, alte Bäume, deren Blätter im leichten Wind rauschen und eine kleine Insel mitten in der Strunde, die munter plätschert. Das Rauschen der Blätter und der Strunde beruhigen. An dieser Einbuchtung müsste unbedingt eine Bank stehen, damit die Gronauer hier verweilen können. Ein zweiter Lieblingsplatz scheint gefunden, allerdings erst nach der dringend erforderlichen Aufräumarbeit und der Müllentsorgung dieses Gebietes.
Ein weiterer Zugang zur Strunde ist verschlossen. Früher einmal war dies ein natürlicher Abenteuerspielplatz für die Kleinen in Gronau und man kann den Trampelpfad noch gut erkennen.
„Schere Stein Papierflieger“ sucht Teilnehmer für Demokratie-Wettbewerbe
Wie erleben Kinder und Jugendliche Demokratie im Alltag? Wie lassen sich die Themen Demokratie und Vielfalt in 60 Sekunden in einem Social-Media-Reel darstellen? Das „Papierflieger“-Team aus Gronau lädt junge Menschen dazu ein, sich bei zwei Wettbewerben (inklusive Preisen) kreativ zu beteiligen – und sucht Mitwirkende, die sie bei den Workshops unterstützen.
Die Mülheimer Straße
Wir kehren über die Mülheimer Straße zu unserem Ausgangspunkt zurück und entdecken am Straßenrand leuchtend gelbe hohe Blumen. Es ist die Goldgarbe aus der Familie der Schafgarbe, pflegeleicht und robust, die sich daher gut als Pflanze am Straßenrand eignet. Wir überlegen, ob sich diese Blume selbst aussäte oder vielleicht von der Stadt angepflanzt bzw. ausgesät wurde. Diese Farbtupfer sehen jedenfalls sehr schön aus und lockern das Straßenbild auf.
Mein Fazit: Gronau punktet mit seiner grünen Vielfalt und seinen öffentlichen grünen Nischen und Wegen. Diese grünen Oasen laden zum Verweilen einladen, sobald sie ansprechend umgestaltet und bepflanzt sind. Das ForumGronau hat begonnen, diese verwaisten grünen Inseln zu beleben und zu kultivieren. Ein lohnenswerter und aussichtsreicher Einsatz, denn mehr Grün im Stadtteil Gronau trägt mit zum harmonischen Gesamtbild bei.
Sie finden diesen Artikel gut? Sie sind mit unserer Arbeit zufrieden? Dann können Sie uns gerne mit einem Einmalbeitrag unterstützen. Das Geld geht direkt in die journalistische Arbeit.
Oder Sie werden Mitglied im Freundeskreis, erhalten exklusive Vorteile und sichern das Bürgerportal nachhaltig.












