Fotos: Annette Voigt

Die „Gärten der Erinnerung“ auf dem evangelischen Friedhof Quirlsberg stoßen auf eine große Nachfrage, daher wurden sie in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Bei der Eröffnung der neuen Bestattungsgärten hoben die Verantwortlichen den besonderen Charakter dieses Ortes hervor – der als „ökologische Nische“ allen Stadtbewohner:innen guttue.

Seit 2008 gibt es auf dem evangelischen Friedhof Quirlsberg die „Gärten der Erinnerung“, die seit 2022 im Norden des Friedhofs erweitert wurden. Diese neuen Bestattungsgärten wurden am Donnerstag feierlich eingeweiht und vorgestellt.

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Zu dieser festlichen Veranstaltung hatten die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner eG und das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach eingeladen. Für das musikalische Begleitprogramm sorgte Stefan Kamp am Piano.                                      

Pfarrer Carsten Bierei, Vorsitzende des Presbyteriums, nennt den Friedhof in seiner Eröffnungsrede einen Ort der Erinnerung. Der Vorsitzende der Genossenschaft Lutz Pakendorf ergänzt, „dass dieser Ort den Menschen guttue, sowohl den trauernden Angehörigen als auch denen, die diese naturnahen Bestattungsgärten zur Erholung nutzen.

Roswitha Wirtz, Anna-Maria-Scheerer, Carsten Bierei, Irmtraud Schumacher, Norbert Wiegensiefen, Marc-Zillken und Lutz Pakendorf.

Diese Erinnerungsgärten seien zudem „eine ökologische Nische, denn in Zeiten städtischer Verdichtungsräume spende besonders dieser Friedhof Kühle und Ruhe.“ Pakendorf appelliert an die zahlreichen Zuhörer:innen, „diese wohltuende grüne Oase zu erhalten und als Aufenthaltsort noch attraktiver zu gestalten“.

Marc Zillken, betreuender Friedhofsgärtner, erzählt, wie er zusammen mit der Kirchengemeinde und später auch der Stadt vor 16 Jahren dieses damals ganz neue Grabangebot entwickelte, um Menschen generell weiterhin für Quirlsberg zu interessieren: „Es sei inzwischen ein lebendiger und blühender Friedhof, den die Menschen mögen und der auf Grund seiner räumlichen Nähe zu Krankenhaus, Hospiz und Seniorenstätte soziale Begegnung ermögliche“. 

Klein-Melaten in Bergisch Gladbach                                                           

Großes Vorbild für Quirlsberg ist der parkähnliche Friedhof Melaten in Köln und daher kann Quirlsberg durchaus als „Klein-Melaten“ bezeichnet werden.                      

Irmtraud Schumacher, Friedhofsbeauftragte und Vorsitzende des Fördervereins Friedhof Quirlsberg e. V., zählt die einzelne Bestattungsmöglichkeiten auf. So gibt es inmitten dieser „unglaublichen Vielfalt an altem Baumbestand und historischen Familiengräbern“ Baumbestattungen unter Eichen und Buchen, Partnergräber unter altem Ahorn oder im Wiesengrund, Einzelgräber im neu gestalteten Bauerngarten, Gräber in einem früheren historischen Familiengrab, das „ausgelassen wurde“ oder Einzelbestattungen mit Platte und selbstverständlich auch weiterhin reguläre Reihengräber, die alle miteinander harmonieren.

„Dieser Friedhof erzählt 150 Jahre Stadtgeschichte und es schmerzt, wenn alte Gräber verwahrlosen. Der dort bestattete Mensch stirbt somit noch einmal,“ sagt Schumacher. Ihr Verein, der den Quirlsberg zum Stadtpark umgestalten möchte, ist seit Kurzem als gemeinnützig anerkannt und kann nun die nötigen Spenden akquirieren.                                                             

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Ein Friedhof als Stadtpark

Die Bestattungskultur verändert sich – und damit auch der Friedhof Quirlsberg. Neben traditionellen Grabstätten entstehen naturnahe Bestattungsgärten und freie Grünflächen. Der Friedhof wandelt sich damit zunehmend zu einem Stadtpark, zu einer grünen schattenspendende Oase, die Angehörigen der Verstorbenen und allen Besucher:innen guttut. Dafür setzt sich der Förderverein Evangelischer Friedhof Quirlsberg e.V. unter anderem ein.

Pfarrer Bierei fand würdige Schlussworte, indem er die Natur, die Pflanzen und uns Menschen segnete und auf den Charakter einer christlichen würdevollen Begräbnisstätte verwies, auf der alle Grabstätten Namen tragen.                                                                   

Quirlsberg, die übereinstimmende Meinung aller Anwesenden, ist eine gelungene kraftvolle Stätte des Rückblickens, des Erinnerns, der Hoffnung, der Trauer, der Entspannung und der Begegnung.                                

Friedhofsführungen werden bei Bedarf angeboten.Weitere Informationen: ev. Kirchengemeinde Bergisch Gladbach, 02202-253909 oder bergisch-gladbach@ekir.de


Unser Fotograf Thomas Merkenich hatte den evangelischen Friedhof auf dem Quirlsberg kürzlich entdeckt, hier können Sie ihn auf seiner Fotoreportage begleiten:

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  1. Ein schöner, ruhiger Ort. Es wäre toll, wenn man auch an anderen Stellen in der Stadt kleine, ruhige und blühende “Inseln” schaffen könnte.