Eine betonierte Fläche in ein blühendes Staudenbeet verwandeln? Wie das geht, das hat das Theas Theater mit Hilfe des „Fernsehgärtners“ Rüdiger Ramme in einer Pflanzaktion demonstriert. Trotz des immensen Aufwands ist der Effekt zwar begrenzt – aber die Aktion ist erst der Auftakt für mehr Grün rund um das kleine Theater an der Jakobstraße.

Wo heute die freie Kultur blüht, da befand sich früher ein Betrieb der Metallverarbeitung. Der hat auf dem Vorplatz des Theas Theater und Theaterschule an der Jakobstraße eine betonierte Fläche hinterlassen. Die so gar nicht zur „werteorientierten Zukunft“ passt, der sich das Theas verschrieben hat.                                                                                           

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„Es gilt, die Betonflut durch mehr Grün zu ersetzen“, meint Ursula, die die Idee für eine Pflanzaktion mit dem WDR hatte und ehrenamtlich unter anderem für die Hofpflege zuständig ist. Nach einer Mitgliederversammlung, auf der über mögliche Hochbeete auf dem Vorplatz diskutiert wurde, entschied sie sich spontan den WDR-Gärtner Rüdiger Ramme anzusprechen.

„Die E-Mail an den WDR-Lokalfunk war schnell geschrieben und zum Erstaunen aller kam bereits einen Tag später der positive Bescheid. Ein Garten für ein Theater, das gab es bei der WDR- „Gartenzeit“ noch nicht und dies sei mal etwas ganz anders als ein privater Garten, so lautete die Begründung des WDR“, erinnert sich Ursula.

Voraussetzung dafür war allerdings, Fotos des Jetzt-Zustands sowie einen Videofilm an das WDR zu senden sowie drei bis vier Mitarbeitende vor Ort als Helfer zu gewährleisten. Trotz der Betriebsferien im THEAS waren diese schnell gefunden, denn alle stehen hinter dieser Aktion.

Mein Herz hängt am Theater. Unser Theater soll seine Aufmerksamkeit behalten und auch diese Pflanzaktion trägt mit dazu bei. Kornelia (Mitglied THEAS Ensemble)

Claudia (Intendantin) „freut sich über alles, das THEAS attraktiver macht. Dieses schmale grüne Fleckchen Beet ist unser Beitrag zur Nachhaltigkeit in Zeichen des Klimawandels. Auch wir spüren die Negativauswirkungen des Klimawandels, denn unser Vorplatz leidet an Überhitzung.“ 

Susanne (Vorstandsmitglied und Mitglied im THEAS Ensemble) berichtet, dass man schon seit langem überlege, wie der Schandfleck Beton beseitigt und wie das THEAS schöner werden könne: „Ansprechende kulturelle Angebote und ein schönes Ambiente der Aufführungsstätte gehören dabei zusammen.“   

Hintergrund: Mit der Serie „Mehr Grün für die Stadt“ …

… will unsere Autorin Annette Voigt auf Musterbeispiele für grünes Engagement in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis aufmerksam machen. 

Angesichts der zunehmenden Negativauswirkungen des Klimawandels wie Hitze -und Trockenperioden, Starkregen und Hochwasser ist der Erhalt von Grünflächen und die Neuanpflanzung klimaresistenter und schattenspendender Pflanzen, Bäume und Gehölze notwendiger denn je. In Zeiten knapper werdenden Wasserressourcen gilt es auch hier umzudenken und einzusparen, z. B. indem Rasenflächen zu blühenden Blumenwiesen umgewandelt werden. Möglichst viel Grün gehört in die Stadt, denn das sind die grünen Lungen der Bergisch Gladbacher Bevölkerung, unsere Sauerstoffproduzenten.

Doch statt dessen ersetzen Schottergärten und durchgeflieste Flächen ehemals grüne Vorgärten. Sie wirken der Biodiversität entgegen und berauben den Insekten und Kleingetier ihren Lebensraum. Da es von der Stadt keine Verfügungen gibt, die diese grauen „Steinwüsten“ verbieten oder zumindest reglementieren, können diese Beispiele dazu beitragen, an die grüne Vernunft zu appellieren.

Eine Reihe von Gartenprojekten haben wir bereits vorgestellt; Sie finden sie unter diesem Artikel.

Kennen Sie weitere Projekte dieser Art? Melden Sie sich gerne bei der Autorin.

Im Sommer war es dann soweit. Morgens traf zunächst das Fernsehteam mit einer Journalistin, einem Kameramann und einem Tontechniker ein, um vor Ort einen Film über die Pflanzaktion zu drehen.

Der bekannte TV-Gärtner Rüdiger Ramme folgte etwas später mit einer großen Auswahl passender Pflanzen. Geplant war, einen Teil der 15 cm dicken Betonschicht durch ein Beet zu ersetzen.

„Es wird durchgeblüht“

Die Mitwirkenden von THEAS entschieden sich für mehrjährige, klimaresistente, also pflegeleichte bzw. unempfindliche, klein und -hochwachsende, ungiftige Stauden, die nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst blühen.

Karl Forster, der bekannte Staudenzüchter des 20. Jahrhunderts hätte in diesem Zusammenhang Rüdiger Ramme in seiner Pflanzauswahl mit den Worten „es wird durchgeblüht“ bestätigt. Nun gedeihen in dem neu angelegten Beet unter anderem Nachtkerzen, Bodendecker und Gräser.

Doch bevor etwas blüht, musste zunächst der Beton beseitigt werden, eine anstrengende Arbeit. Ein 10 kg schwerer Stemmhammer kam nun zum Einsatz und die THEAS-Helfer:innen räumten unglaublich viel Schutt weg.

Es kam eine Schicht Erde zutage, die mit torffreier Erde und einem Lavasubstrat aufgefüllt wurde. Wieviel Arbeit in diesem kleinen Beet steckt, ist diesem Beet so nicht anzusehen.

Jede Betonfläche ist es wert, begrünt zu werden

Es sind sich alle einig: „Wir würden dies wieder so machen, denn jede Betonfläche und sei sie noch so klein, ist es wert, begrünt zu werden. Es war ein tolles Erlebnis, das Fernsehen zu Gast zu haben und mit einem so renommierten Gärtner zu arbeiten, auch wenn wir noch nicht wissen, wieviel uns die Pflanzen nun kosten werden“.

Den Beitrag der WDR-Lokalzeit zur Pflanzaktion finden Sie hier

Ursula ist begeistert von der Staude mit den kleinen weißen Blüten, „auf der es von Bienen nur so wimmelt. Wo die alle so schnell herkommen?“  

Es ist zwar zunächst ein kleines Fleckchen Grün, dass aus Beton in ein Zier-Beet umgewandelt wurde. Auf jeden Fall ist dies ein vorbildhaftes Beispiel für die, die auch Beton oder Schottergärten in naturnahes Grün umwandeln möchten und sei die zu bearbeitende Fläche noch so klein. THEAS zeigt hier wie und dass es gelingen kann.

So soll es weitergehen

Nun gilt es, das Ambiente für die Vorübergehenden und für die Theaterbesucher ansprechend zu gestalten. Die beiden roten Bänke kommen kaum zur Geltung. Hier fehlt es im Sommer an Schatten, durch Sonnenschirme oder Sonnensegel, damit man hier länger verweilen kann. 

Bunte Transparente sollen hier platziert werden und die Betonplatten farbig mit Hinweisen zur Kultur bemalt werden. Viele der Kübelpflanzen wie die beiden großen blühenden Oleanderbüsche rechts und links am Theatereingang stehen zurzeit in dunklen Mörtelbottichen und sollen in ansehnliche neue Töpfe umgepflanzt werden. 

Einige der vorhandenen Kübelpflanzen sollen durch klimaresistente Ziergehölze ersetzt werden, die Hitze und starke Sonne aushalten, denn auf diesem Vorplatz ist es im Sommer ziemlich heiß und sonnig. Hochbeete mit ansprechender Bepflanzung würden hier auch gut wirken, um auf der gesamten Fläche ein einheitliches harmonisches Bild zu erzielen.

Die Glasveranda am Bürogebäude soll mit neuen Kübelpflanzen begrünt und der verwilderte Vorgarten an der Jakobstraße neu bepflanzt werden, denn jetzt ist dort alles überwuchert und der meterhohe Sommerflieder braucht dringend einen Rückschnitt.

Ein blühender „Lichtblick“ sind einstweilen die wild wachsenden Gräser und die Blumen, die sich längst ihren Platz entlang der Straßenseite am neuen Zaun zur Parkplatzauffahrt aus dem Beton zurückerobert haben und die mit den Kübelpflanzen und dem neuen Blumenbeet harmonieren.    

Aktive Unterstützer:innen gesucht                                             

Das THEAS als besonderer kreativer Ort und der kulturellen Begegnung soll also langfristig und nachhaltig begrünt werden. Doch dazu bedarf es aktiver Unterstützer: innen!

Das aktuelle Programm und viele weitere Beiträge zum Theas finden Sie hier.

THEAS Theaterschule & Theater e.V. wird getragen durch ihre Mitglieder, die Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer: innen und Förderer und Spenden. Alle, die sich entweder für diese Verschönerungsaktion einsetzen oder das THEAS Theater kennenlernen möchten wenden sich bitte an 02202 9276500, kontakt@theas.de.

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  1. Steter Tropfen höhlt den Stein/unsere zubetonierte Stadt.

    Theas ist ja auch kulturell ein großer LICHTBLICK in UNSERER Stadt.

    Danke ! Danke !
    „Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Angesicht der Welt verändern.“
    (Afrikanisches Sprichwort)