Fahrrad-Piktogramme sollen für mehr Sicherheit sorgen. Symbolfoto: Thomas Merkenich

Welche Verkehrsmittel nutzen die Menschen in Bergisch Gladbach wie viel und für welche Wege? Antworten auf Fragen wie diese soll eine Befragung liefern, die an 5000 zufällig ausgewählte Haushalte geschickt wird. Die daraus gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Verkehrsplanung.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Stadt Bergisch Gladbach

Mobilität betrifft uns alle – auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit – täglich werden in Bergisch Gladbach viele verschiedene Wege zurückgelegt. Und nicht nur die Wege, sondern auch die Fortbewegungsmittel sind vielfältig – ob mit dem Bus, dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß. 

Im Auftrag der Stadt Bergisch Gladbach wird das Ingenieurbüro Helmert aus Aachen eine Mobilitätsbefragung in Bergisch Gladbach durchführen, um neue Erkenntnisse zum Mobilitätsverhalten der Menschen in Bergisch Gladbach zu gewinnen. 

Die Aufteilung aller Wege der Bevölkerung auf die verschiedenen Verkehrsmittel bildet den sogenannten Modal Split. Ein Kennwert, der somit Auskunft gibt über die real existierende Verkehrszusammensetzung inklusive Fußgänger- und Radfahreranteilen. Diese Verteilung kann verlässlich und repräsentativ durch eine Haushaltsbefragung ermittelt werden. 

Grundlage für Verkehrsplanung

Der Modal Split ist u.a. von Bedeutung, da hieraus Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeit des Verkehrssystems gezogen werden können. Insbesondere die Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß-, Radverkehr sowie Öffentlicher Verkehr) ist für die Stadt Bergisch Gladbach ein wichtiges Anliegen.

Die gewonnenen Daten stellen eine wichtige Grundlage für zukünftige Verkehrsplanungen dar. Darüber hinaus dienen die Daten auch als Grundlage für andere verkehrsrelevante Planungsentscheidungen. Die letzten Daten, die auf diese Weise in Bergisch Gladbach erhoben wurden, stammen aus dem Jahr 2014.

Für die nun durchzuführende Mobilitätsbefragung werden Mitte September insgesamt 5.000 zufällig ausgewählte Haushalte in der Stadt Bergisch Gladbach angeschrieben, mit der Bitte, sich an der Befragung zu beteiligen. Die Teilnahme kann über einen digitalen Fragebogen im Internet, schriftlich über einen Papierfragebogen oder über ein Telefoninterview erfolgen.

Verkehrsströme im Stadtgebiet darstellen

Die Teilnahme an der Mobilitätsbefragung ist freiwillig, liegt jedoch auch im Interesse der Bürgerinnen und Bürger, da in einer mobilen Gesellschaft jeder und jede auf ein gutes Verkehrsangebot angewiesen ist. Für die Fachplanerinnen und Fachplaner entstehen so Kenndaten, zum Beispiel zur Wahl der Verkehrsmittel, zum Zweck der Mobilität und zu den Verkehrsbeziehungen innerhalb der Stadt und mit dem Umland.

In der Mobilitätsbefragung wird für einen konkreten Stichtag das Mobilitätsverhalten aller Haushaltsmitglieder abgefragt. Dabei geht es um die genutzten Verkehrsmittel, die zurückgelegten Wegstrecken sowie den Zweck der Wege – etwa „zur Arbeit“ oder „zum Einkaufen“.

Alle Angaben werden ausschließlich für den Zweck der Mobilitätserhebung verwendet und nicht personenbezogen ausgewertet. Vor der Weiterverarbeitung werden die Daten anonymisiert. Hierzu werden die Angaben zu Start und Ziel der Wege auf Ebene von statistischen Bezirken aggregiert. So lassen sich aus den Daten die Verkehrsströme im Stadtgebiet in Verbindung mit den gewählten Verkehrsmitteln ableiten und darstellen, ohne Rückschlüsse auf einzelne Personen ziehen zu können. 

Der Rücklauf der Fragebögen soll bis zum Beginn der Herbstferien abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden dann durch das Ingenieurbüro Helmert ausgewertet und aufbereitet dargestellt. Der Abschlussbericht zur Befragung wird dann voraussichtlich im ersten Quartal 2026 vorliegen.Weitere Infos unter www.bergischgladbach.de/umfrage

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. Wird nur der Ist-Zustand abgefragt oder wird auch gefragt, welches Verkehrsmittel genutzt würde, wenn es wirklich eine freie Wahl gäbe.
    Manch eine/r nutzt vielleicht nur das Auto, weil die Busse zu selten fahren oder die Radinfrastruktur zu unsicher oder nicht vorhanden ist, die Gehwege zu schmal oder nicht barrierefrei und würde eigentlich lieber auf das Auto verzichten.
    Wird dies nicht abgefragt besteht die Gefahr, dass zukünftig weiterhin der Status Quo zementiert wird ohne dass sich etwas ändert, obwohl es vielleicht gewünscht ist.

    1. Sehr wichtiger und richtiger Kommentar.
      Allerdings gibt es andererseits auch Menschen, die denken, sie würden ja mit dem Rad fahren, wenn nur die Radwege gut genug wären und es dann doch nicht machen. Habe genau so ein Beispiel gerade erst erlebt. Der Nachbar erzählte mir, er würde ja mit dem Rad einkaufen fahren, aber der gefährliche Weg……Ich antworte “wieso? Fährst hier durch den Wald. Dann da Radweg. Am Schluss sibd 50 Meter Straße ohne Radweg, aber mit sehr wenig Autoverkehr”. Er gab mir Recht. Und ich bin sicher, er wird weiter mit dem Auto fahren.

      1. Interessanter Hinweis, der aber vielleicht auch darauf basiert, das der sichere Weg mit dem Fahrrad nicht unbedingt der direkte Weg sein muss.

        Was in der Freizeit und auf Radtouren sinnvoll und nachvollziehbar erscheint, stellt sich leider im Alltag – auch Radfahrende möchten zügig, komfortabel und direkt ihr Ziel erreichen – unter Umständen als deutlicher Umweg dar.

    2. Mali, wie ich aus meinem “Bekanntenkreis”, nach Diskusion betr. deren Elterntaxi-Verhaltens TROTZ vorhandenem sicherem Fussweg, erfahren konnte:
      —》”Die ganze Familie kann halt 1/2 Stunde länger schlafen wenn ich die Kinder schnell in die Schule fahre.”

      Kann?/Sollte man daher nicht den Unterricht in allen Schulen eine 1/2 Stunde später beginnen lassen?

  2. „ Insbesondere die Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß-, Radverkehr sowie Öffentlicher Verkehr) ist für die Stadt Bergisch Gladbach ein wichtiges Anliegen“

    Ich lach mich weg!

    Die Ernsthaftigkeit dieses Anliegens kann man an den komfortablen Radwegen, die in üppigem Ausmaß uns Bergisch Gladbachern zur Verfügung stehen erkennen. Ebenso die wie die Bettelampeln, die die Fußgänger zu Bittstellern degradiert. Von den ausfallenden Linienbussen (S11 will ich garnicht erwähnen) ganz zu schweigen.
    Da muss jetzt aber echt erst mal ein Ingenieurbüro her um mal den richtigen Weg aufzuzeigen!
    Ich fasse es echt nicht mehr: Bergisch Gladbach im Jahr 2025! Das ist doch Kabarett der Königsklasse.

    1. Bergisch Gladbach liebt Konzepte. Ich vermute es gibt einfach sehr viele Sammler in der Verwaltung. Sie sammeln die Konzepte bevorzugt in Schubladen und Aktenschränken. Ich kann es aber auch gut verstehen. Man kann einfach nie genug davon bekommen. Dieses geballte Wissen, die Kraft der Informationen, der vertraute ozonartige Geruch, wenn man diese wertigen Zeugnisse des menschlichen Wissensdurst endlich ausdrucken, berühren – und letztendlich besitzen kann. Es ist einfach wunderschön.

      1. Sehr schön gesagt. Erinnert sich noch jemensch an das “Mobilitätskonzept”, auch bekannt als MobiK2016? Zwei Fahrrad-Maßnahmen (von ca. 40) wurden umgesetzt, bei der dritten gab es lange ergebnislose Diskussionen, dann verschwand es in der Schublade und ward nie mehr erwähnt.

        Anfang 2024 wurde dann ein neues Radverkehrskonzept inkl. Fahrradstraßen beschlossen – fast einstimmig, selbst die AfD war dafür. Das Konzept hat seine Lücken, ist aber eine gute Grundlage für ein stadtweites Radwegenetz. Was passiert damit in der neuen Ratsperiode? Die Äußerungen aus den Reihen der CDU lassen nichts Gutes erahnen – sie würde es am liebsten vergessen und ein neues Konzept erstellen. Das wären wieder 2-3 Jahre Arbeit, in denen erstmal gar nichts passiert…ob die engagierten jungen Leute in der Stadtverwaltung da wohl bei der Stange bleiben?

  3. Sehr geehrte Damen und Herren von der Stadtverwaltung, wie teuer ist diese Befragung, und wer genau hat sie in Auftrag gegeben?