Beköstigung hungriger Kinder in Rhein-Berg, Bienenhaltung für Frauen in Kamerun, Bildungsinitiativen im Südsudan und Beratungsangebote in Schildgen – über diese vier Projekte informiert das H&Ä-Team im aktuellen Quartal.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung des Himmel un Ääd.

Jeweils über den Zeitraum eines Quartals informiert das H&Ä-Team im „Doppelpack“ über ein lokales Sozialprojekt und eins aus der „Einen-Welt“. Aus Benefizaktionen, Trinkgeldern der Cafégäste und eingeworbenen Spenden werden diese Projekte am Ende des Quartals unterstützt.

So konnten vor einigen Tagen die Vertreter:innen der Katholischen Jugendagentur (kja) für das Projekt „Loch im Bauch“ und des Eine-Welt-Vereins „Horizontes“ für ein Bienenprojekt in Kamerun die symbolischen Spendenschecks über je 2.950 Euro in Empfang nehmen.

Mehr Kinder und Jugendliche als man wahrhaben möchte, kommen hungrig in die 65 Jugendzentren und Beratungsstellen der kja. Dagegen wollte die kja etwas unternehmen und rief im letzten Jahr das Projekt „Loch im Bauch“ ins Leben, um die Kinder mit gekochtem Essen und gesunden Snacks zu versorgen. „Nun dürfen wir uns über diese großartige Spende aus Schildgen freuen und sagen von Herzen Danke. Was für ein starkes Zeichen gelebter Nachbarschaftshilfe“, so Valentina Wesseling.

Obwohl Kamerun zu den weltweit größten Kakaoexporteuren zählt, leben die meisten Kakaobauern in bitterer Armut. Kinderarbeit ist hier eine Selbstverständlichkeit. Besonders betroffen sind alleinstehende Frauen mit nicht selten mehr als fünf Kindern. Die Bienenhaltung in Kamerun bietet eine sehr gute, alternative Einkommensquelle für benachteiligte Mütter. Seit 2019 bilden der Deutschlehrer und Imker Josue Damatal und ein Kollege Frauen zu Imkerinnen aus. Die regionalen Regenwälder und Savannen bieten ideale Voraussetzungen. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Selbständigkeit der Teilnehmerinnen nimmt Jahr für Jahr zu, genauso wie die Honigerträge und die damit verbundenen Einnahmen. Mit den Erträgen kann zum Beispiel der Schulbesuch der Kinder finanziert werden. „Ich bin wortlos, tausend Mal Danke für die Spende! Denkt immer an uns! Ihre Einkünfte sollen die Frauen aus der Haltung von Bienen und dem Anbau von Avokado, Mango und weiteren bienenfreundlichen Pflanzen erzielen“, so Josue Damatal, der hier aus Deutschland von Reinhold Glüsenkamp und Sabine Schiek vom Horizontes-Verein unterstützt wird.

Die beiden laufenden Quartalsprojekte kommen aus den Nubabergen/Südsudan und aus Schildgen.

Pater Stephan, der letzte, 91-jährige Zisterziensermönch aus der Abtei Himmerod in der Eifel, gab vor wenigen Tagen im H&Ä-Begegnungscafé einen eindrücklichen Vorortbericht zu seinem jahrzehntelangen Engagement im Südsudan. Er berichtete interessant und auf sehr eindrückliche Weise von den schwierigen und teils gefährlichen Anfängen der Gründung seiner Initiative (IPS; Initiative Pater Stephan) bis heute. Dabei stellte er einzelne Projekte vor – z. B. in den Nubabergen – und erzählte von seinen reichhaltigen persönlichen Erfahrungen.

Seit den 1990er-Jahren fliegt er für mehrere Wochen im Jahr in den Südsudan, reist auf abenteuerliche Weise durchs Land und besucht die Menschen und die von seiner Initiative unterstützten Projekte vor Ort, tauscht sich mit den Lehrern und Schülern aus und hält vor über 1000 Kindern und Jugendlichen lebendige und frohe Gottesdienste. Eingestreut in seinen Bericht las Pater Stephan auch kurze bewegende Passagen aus seinen mittlerweile über 50 Büchern. Zwischendurch und nach seinem Vortrag fand noch ein reger Austausch zwischen den Gästen und Pater Stephan statt. Es war ein eindrucksvoller – trotz der Schwere des Themas – kurzweiliger und lebendiger Abend mit einer besonderen Persönlichkeit.

Mehr zu Pater Stephan und seinem Engagement auf der Website der Initiative Pater Stephan.

In Schildgen wird niemand allein gelassen. Seit 20 Jahren engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter:innen von Caritas und Diakonie im gemeinsamen Beratungsbüro, um in Not geratenen oder ratsuchenden Bürgern aus Schildgen/Katterbach hilfreich zur Seite zu stehen. Immer sind es schwierige Lebenssituationen, oft finanzielle Notlagen, aber auch Schwierigkeiten und Unkenntnis im Umgang mit Behörden, Suchtprobleme, ungewollte Schwangerschaften oder familiäre Nöte, die den Menschen Probleme bereiten.

In der Sprechstunde, die dreimal monatlich in geschütztem Rahmen im Büchereigebäude hinter der katholischen Kirche (Altenberger-Dom-Str. 138) stattfindet, hören aktuell zehn ehrenamtliche Beraterinnen von Caritas und Diakonie den betroffenen Ratsuchenden zu und versuchen gemeinsam, Lösungen zu entwickeln.

Die enge ökumenische Verbundenheit der kath. Herz-Jesu-Gemeinde und der ev. Andreaskirche macht dieses Angebot zum Wohle vieler Menschen in Schildgen/Katterbach möglich. Dieses wichtige und wunderbare Engagement ist in dieser ökumenischen Verbundenheit bis heute einzigartig im gesamten Erzbistum Köln – obwohl eigentlich doch nichts näher liegt als das.

Finanziert wird das Angebot ausschließlich von Spenden Schildgener Bürgerinnen und Bürger. Von Anfang an sind es hauptsächlich Familien, die sich mit ihren Sorgen an das Beratungsbüro wenden. Neben den situationsangepassten Beratungen gibt es auch bedarfsweise ganz praktische Unterstützung beim Kleider- und Schuhkauf, beim Kauf von Schulbedarf, bei Ferienfahrten und Freizeiten.

Da die Kinder der betroffenen Familien in den Sommerferien meist zu Hause bleiben, gibt es Gutscheine für das Schwimmbad, für Minigolf oder auch einen Besuch im Eiscafé. Wenn das Geld zum Ende des Monats knapp wird, gibt es Unterstützung durch Lebensmittelgutscheine eines Discounters. Es kommt auch immer wieder vor, dass Senioren mit unverhofften Nachzahlungen (z. B. Stromnachzahlungen) überfordert sind, da diese ihr Budget übersteigen. Auch sie werden dann mit Einkaufsgutscheinen unterstützt, für eine ortsansässige Bäckerei oder einen Discounter.

Himmel un Ääd ist das ökumenische Begegnungscafé in Schildgen. Sie finden uns auf der Alteberger-Dom-Str. 125

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