2025 hat die Stadt Bergisch Gladbach wichtige Zukunftsprojekte vorangetrieben und einen personellen Neustart vollzogen, urteilt die Verwaltung in einer umfassenden Jahresbilanz. Mit dem Amtsantritt von Bürgermeister Marcel Kreutz im Herbst habe eine neue Phase begonnen, in der bestehende Entwicklungen konsequent weitergeführt und neue Impulse gesetzt werden sollen. Wir dokumentieren die Bilanz in einer Serie.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Stadt Bergisch Gladbach

„Unsere Stadt steht vor großen Aufgaben – und sie verfügt über großes Potenzial. Mein Ziel ist es, dieses Potenzial gemeinsam mit der Verwaltung, der Politik und den Bürgerinnen und Bürgern zu heben“, betont Bürgermeister Marcel Kreutz. „Ob bei der Modernisierung unserer Schulen, der Entwicklung des Zanders-Areals oder der Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele: Wir wollen mutig vorangehen und spürbare Verbesserungen schaffen.“

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Die umfassende Sanierung der Bergisch Gladbacher Schulen prägte auch 2025 das Verwaltungshandeln. Nach der erfolgreichen Priorisierung im Vorjahr konnten zahlreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen weitergeführt oder neu angestoßen werden.

Ziel bleibt es, für alle Schulstandorte verlässliche, zeitgemäße und zukunftsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen – und damit die jahrelangen Sanierungsstaus schrittweise aufzulösen.

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Kreutz legt einen Haushalt der Kontinuität vor

Der Haushaltsentwurf des neuen Bürgermeisters hält, was Marcel Kreutz im Wahlkampf versprochen hatte: Die Sanierung von Schulen und Straßen soll weiter Fahrt aufnehmen, Jugendarbeit und Ehrenamt sollen gestärkt werden. Weil das Geld vorne und hinten nicht reicht, müssen die lokalen Steuern erhöht werden. Kreutz hält den Kurs seines Vorgängers bei, setzt aber auch ein paar eigene Akzente.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung des ehemaligen Zanders-Areals, das sich auch 2025 sichtbar gewandelt hat. Zentrale planerische Entscheidungen wurden vorbereitet, Prozesse gebündelt und weitere Weichen für die Vermarktung gestellt. Gleichzeitig gab es auf dem Gelände immer mehr Entwicklungen zu sehen und die Einbindung in die Stadtmitte wurde weiter vorbereitet.

Auch der Zustand der Straßen im Stadtgebiet war ein großes Thema der Stadtverwaltung im Jahr 2025. Neben diversen Sanierungen, wie z.B. der Erneuerung von Fahrbahndecken verkehrswichtiger Straßen wie der Dombach-Sander-Straße und der Ommerbornstraße, wurden auch weniger frequentierte Verbindungsstraßen auf längeren Abschnitten erneuert. Auch wenn Sanierungen zwangsläufig Baustellen mit sich ziehen, ist der langfristige Nutzen dieser Maßnahmen wertvoll für den Verkehr der Stadt.

Effizient, verantwortungsbewusst und engagiert gearbeitet

Darüber hinaus wurde die Neugestaltung der Bensberger Schloßstraße im Rahmen des InHK Bensberg fast vollständig abgeschlossen und die Straße erstrahlt schon jetzt in neuem Glanz. Außerdem konnten im September die Arbeiten zur Umgestaltung der Laurentiusstraße starten.

Diese Fortschritte waren nur möglich, weil die Verwaltung trotz hoher Arbeitsbelastung und knapper Ressourcen effizient, verantwortungsbewusst und engagiert gearbeitet hat. 2025 war damit ein Jahr der Stabilität, des Übergangs und der klaren Zukunftsorientierung – ein Jahr, in dem Bergisch Gladbach wichtige Schritte auf dem Weg zu einer modernen und nachhaltigen Stadt gemacht hat.

Die Arbeit Fachbereiche und Stabsstellen

Die gesamte Bandbreite der städtischen Aufgaben wurde von den Kolleginnen und Kollegen in den vier Dezernaten und zehn Fachbereichen sowie den Stabsstellen und Gesellschaften in einer großen Gemeinschaftsleistung erarbeitet und umgesetzt. 

Hinweis der Redaktion: Die Bilanz der Stadtverwaltung mit ihren zehn Fachbereichen, Stabstellen und Gesellschaft ist insgesamt 75 Seiten lang, wir veröffentlichen sie in den kommenden Tagen in einer Serie und starten heute mit dem Fachbereich 1. Die gesamte Bilanz dokumentiert wir am Ende des Textes.

Unter der Führung von Bürgermeister Marcel Kreutz als Verwaltungschef und Personaldezernent haben der Erste Beigeordnete Ragnar Migenda für die Fachbereiche 6 und 7, Stadtkämmerer Thore Eggert für die Fachbereiche 2, 3, 8 und 10 und Stephan Dekker als Beigeordneter für die Fachbereiche 4 und 5, die wesentlichen Inhalte des Verwaltungshandelns diskutiert und vereinbart. Bewährtes Instrument sind hierfür seit 2020 konkrete Zielvereinbarungen zwischen Bürgermeister und Dezernenten. 

Wie bereits in den letzten Jahren haben die Fachbereiche und Stabsstellen auch im Jahr 2025 für ihre Bereiche ein Resümee gezogen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Aufgaben, Projekte und Aspekte:

FB 1 Allgemeine Verwaltung, Verwaltungssteuerung

Leitung: David Sprenger

David Sprenger leitet den Fachbereich 1 und ist damit für die Organisation der Verwaltung zuständig. Foto: Stadt GL

216 neue Kolleginnen und Kollegen durfte die Stadtverwaltung in der Zeit von Januar bis November 2025 willkommen heißen. Dazu kommen 45 Auszubildende aus verschiedensten Ausbildungsberufen, die ihre Ausbildung bzw. ihr duales Studium bei der Stadt Bergisch Gladbach begonnen haben. 29 fertig ausgebildete Nachwuchskräfte wurden in diesem Jahr übernommen und verstärken das Team der Stadtverwaltung ebenfalls. Mit Stand vom 1. November 2025 zählte die Stadt rund 1.750 Mitarbeitende.

Seit Mitte Juli geben acht Corporate Influencerinnen und Influencer auf LinkedIn Einblicke in ihre Arbeit bei der Stadt Bergisch Gladbach. Damit soll die Präsenz über den städtischen LinkedIn Kanal hinaus erweitert werden. Durch das Engagement der Kolleginnen und Kollegen werden zugleich tiefere und vor allem persönlichere Einblicke in die vielfältigen Aufgabenbereiche sowie das Miteinander innerhalb der Stadtverwaltung ermöglicht.

Im Jahr 2025 wurde der dauerhafte Einsatz eines Sicherheitsdienstes an den Stadthäusern „An der Gohrsmühle“ und „Konrad-Adenauer-Platz“ implementiert. Dies soll den Mitarbeitenden, aber auch allen Besuchern einen sicheren und angenehmen Aufenthalt gewährleisten. 

Im Jahr 2025 wurde die Organisationsuntersuchung des Abfallwirtschaftsbetriebs weiter umgesetzt. In Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister wurden verschiedene Aspekte und Bereiche des Betriebs im Hinblick auf mögliche Optimierungspotenziale betrachtet. Im Verlauf des Jahres 2026 soll die Untersuchung abgeschlossen werden.

Die IT-Abteilung hat M365 ausgerollt. Mit der Einführung machte die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach im Jahr 2025 einen nächsten wichtigen Schritt Richtung digitale Transformation. Moderne Tools wie MS Teams bieten eine Grundlage für eine zukunftsfähige und produktive Verwaltung, die interne Prozesse optimiert und den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger gerecht wird. Ein verwaltungsweiter Roll-out von M365 erfolgte seit den Osterferien. Dieser beinhaltete umfangreiche Schulungen für alle Mitarbeitenden.

Außerdem hat im Jahr 2025 die Stadtverwaltung damit begonnen, eingehende Post nicht mehr körperlich zu verteilen, sondern einzuscannen und digital an die Empfänger innerhalb der Stadtverwaltung zu verteilen. Dies startete zunächst als Pilot in einer kleinen Abteilung (Wohnungswesen), wurde danach für ganze Fachbereiche (Recht, Sicherheit und Ordnung sowie Jugend und Soziales) umgesetzt und wird zukünftig auf die gesamte Stadtverwaltung ausgeweitet.

Diese Änderung hilft nicht nur Ressourcen einzusparen (zum Beispiel Reduzierung interner Postfahrten) sondern verkürzt auch interne Postlaufzeiten. Die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger finden also schneller den Weg zu den zuständigen Fachabteilungen.

Dokumentation

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. Wohltuend hebt sich der Blog-Beitrag von Thomas Santillan für Die Linke durch seine kritische Perspektive von dem umfangreichen, überwiegend deskriptiven Verwaltungstext der Stadt ab. In der medialen Berichterstattung sowie leider auch im Bürgerportal finden diese kritische Einsichten wohl sehr bewusst bislang jedoch noch kaum Resonanz; stattdessen dominieren überwiegend wohlwollende Darstellungen und Hofberichterstattung der Medien über die Politik der Stadtspitze und des von SPD/Grünen geführten Bürgermeisteramtes.

    1. Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um einen journalistischen Beitrag, sondern um eine Dokumentation (die unsere eigene Berichterstattung ergänzt).

  2. Der 75 Seiten lange Jahresrückblick der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach liest sich wie ein Manifest neoliberaler Kontinuität, Resignation und Ideenlosgigkeit. Die Bilanz zeigt einmal mehr: Bergisch Gladbach steckt in einer neoliberalen Sackgasse, die auf altbewährte Strukturen, Akteure und Abläufe setzt und die drängenden Fragen nicht oder nur halbherzig angeht.

    Statt die wachsende soziale Ungleichheit, die Wohnungsnot und die Klimakrise offensiv anzugehen, setzt das Rathaus auf betriebswirtschaftliche Logiken, Sparzwänge und Prestigeprojekte, die vor allem große Investoren und gut Betuchte begünstigen. Sozialwohnungen werden nur wenige gebaut, prekäre Lebenslagen werden verwaltet statt bekämpft, und wirkliche Beteiligung der Bewohner*innen bleibt ein Lippenbekenntnis.

    Während in anderen Städten progressive Ansätze wie gemeinwohlorientierte Bodenpolitik, radikale ökologische Verkehrswende, entschlossener Klimaschutz und demokratische Haushaltsplanung diskutiert werden, verharrt Bergisch Gladbach im neoliberalen Tagesgeschäft. Die Versäumnisse werden als „alternativlos“ dargestellt, obwohl es linke, solidarische und klimagerechte Wege aus der Krise gibt. Es braucht mehr politische Kraft, die diese real existierenden Alternativen nicht nur benennt, sondern konsequent einfordert und umsetzt – statt weiterhin die Interessen von Kapital und Klientelpolitik zu bedienen und Missstände zu vertuschen.

    Ein kommunalpolitisches „Weiter so“, wie wir es in der Bilanz lesen müssen, ignoriert die Not der Menschen völlig – es wird nicht benannt, nicht angegangen und nicht einmal wahrgenommen. Diese Ignoranz treibt Wähler:innen direkt in die Arme der Rechtsextremen.

    Zum ganzen kritischen Kommentar zur städtischen Bilanz hier bei Santillan.de:
    Bergisch Gladbach – Eine Stadt in der neoliberalen Sackgase:
    https://www.santillan.de/2026/01/04/eine-stadt-in-der-neoliberalen-sackgasse/

    1. ich bekräftigen Ihre Aussage:
      __ ein kommunalpolitisches “Weiter so” … ignoriert die Not der Menschen völlig – es wird nicht benannt, nicht angegangen und nicht einmal wahrgenommen. __

      und wenn wahrgenommen, nach sehr langem Zeitraum, und Kampf um Zuständigkeiten.. dann doch ablehnend beschieden – weil, kostet Geld, muss, müsste, Stadt Politik Verantwortung übernehmen

      Ja Prestige scheint im Gegenzug prima genehmigt zu werden ….
      …. Traurig, was sich in GL abspielt

      1. @Mia
        Leider erlebe ich es ähnlich seit Jahrzehnten. Die Verantwortlichen finden sich mit der immer schlechteren Lage der Menschen ab.

        Statt endlich wirksame Projekte, wie z.B. eine kommunales und wirklich wirksames Wohnungsbauprogramm für z.B. 1.500 neue bezahlbare Wohnungen in Bergisch Gladbach zu starten, verlieren sich Verwaltung und Stadtrat in teure Prestigeprojekte und vergrößern das Haushaltsdefizite immer weiter.

        So werden mit der neuen Gebührenerhöhung Müll und Abwasser steigen. Der Stadtrat hat diese gegen wenige Nein-Stimmen schon im Dezember beschlossen. Damit werden für alle Mieter die Nebenkosten steigen, denn die Eigentümer können dieses auf die Mieter umlegen. Zu den Nebenkosten 2026 kommt dann noch die Erhöhung der Grundsteuer, die auch direkt auf die Mieter umgelegt werden und die Eigentümer eigentlich kaum kratzen. Die Mieter müssen weiter zahlen und sollen die politisch verursachten Haushaltslöcher aus ihrer Tasche zahlen.

        Das nennt die Mehrheit im Rat dann “Verantwortung übernehmen”!

        Tomás M. Santillán
        Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke

  3. “Die IT-Abteilung hat M365 ausgerollt.”

    Gemeint ist Microsoft 365.

    Mit anderen Worten: Die USA hat nun Zugriff auf die sensiblen Daten der Bürger. Und dafür zahlen wir auch noch Lizenzgebühren aus der sowieso schon knappen Stadtkasse.

    Wurden existierende Alternativen wenigstens in Betracht gezogen?

    1. Absolute Zustimmung! An vielen Stellen versuchen Verwaltungen, von diesem Quasi-Monopolisten wegzukommen, und hier wirft man sich der Datenkrake an den Hals.

      1. Zumal es eine tolle alternative für Behörden gibt, die leider für Privatpersonen nicht oder noch nicht nutzbar ist.

      2. Wobei es für Privatanwender insgesamt einfacher ist, vom Microsoft-Gedöns wegzukommen. Wen es interessiert: In der letzten c’t war ein recht umfangreicher Schwerpunkt zu diesem Thema. Da gab es auch Beispiele von Behörden und größeren Organisationen, die sich von MS gelöst haben.