Der Bergische Löwe muss komplett sanieret, werden, jetzt stand die Elektroanlage auf der Tagesordnung. Foto: Thomas Merkenich

Der Finanzausschuss hat seine wichtigste Aufgabe, den Entwurf des städtischen Haushalts zu beraten, verweigert. Dennoch gab es in der kurzen Sitzung neue Informationen und Entscheidungen zum Q1 und Bergischen Löwen.

Wir fassen die Debatten und Entscheidungen des Finanzausschusses kurz und knapp zusammen.

Wie in den Fachausschüssen hat der Finanzausschuss auf die Beratung des Haushalts und des Stellenplans für das laufende Jahr verzichtet und damit in die Ratssitzung am kommenden Dienstag vertagt. Offenbar abgestimmt stellten die Sprecher von CDU, Grünen und SPD abwechselnd die Anträge, auf eine Beschlussfassung zu verzichten. Darüber hinaus meldete sich niemand zu Wort, der Ausschuss folgte den Vorschlägen einstimmig.

Hintergrund sind die immer noch laufenden Versuche von CDU, Grünen und SPD, die versuchen, in allerletzter Minute noch einen Kompromiss zu erzielen. Die CDU hatte deutliche Abstriche und andere Prioritäten im von Bürgermeister Marcel Kreutz vorgelegt Entwurf verlangt, benötigen aber SPD und Grüne für eine Mehrheit in der demokratischen Mitte des Stadtrats.

Alle Infos zu den Haushaltsberatungen finden Sie hier und in der aktuellen Ausgabe von „Der Tag in GL“.

Wie steht es um den Bergischen Löwen?

Die Verwaltung hat 2,5 Millionen Euro beantragt, um die elektrotechnischen Anlagen im städtischen Bereich des Bürgerhaus Bergischer Löwe zu sanieren und so neu zu platzieren, dass sie vor Hochwasser geschützt sind. (Alle Infos dazu im Ratsinfosystem.)

SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt warf die Frage in den Raum, ob eine so teure Sanierung in einem Teilbereich Sinn mache – da ja bekannt sei, dass der Bergische Löwe ohnehin grundsätzlich saniert werden muss. Daher sei es womöglich besser, auf ein Gesamtkonzept zu warten. Ähnliche Bedenken äußerte die CDU.

Alexandra Meuthen, Fachbereichsleiterin Immobilien, machte klar, dass diese Reparatur sehr dringend sei. Noch könne der Bergische Löwe den Betrieb aufrecht erhalten, aber das könne jeden Tag vorbei sein. Sollte es zu einem Hochwasser kommen, werde es lebensgefährlich. Die Anlage sei „ziemlich kaputt“ und stehe an einer ausgesprochen ungünstigen Stelle.

Bei der Zukunft des Bergischen Löwen, so Meuthen, gehe es nicht (wie bei einigen Schulen) um die Frage Sanierung oder Abriss, da das Gebäude denkmalgeschützt sei. Die neue Elektroanlage wäre ein Vorgriff auf die erforderliche spätere Komplett-Sanierung – sei also auf keinen Fall verloren.

Im weiteren ging es um die Frage, ob nicht die anderen Anteileigener des Löwen an den Kosten beteiligt werden könnten. Die Chancen seien gering, sagte Meuthen, da diese Anlage nur im städtischen Teil des Gebäudes genutzt werden. Zudem hätte diese Debatten in der Vergangenheit dazu geführt, dass gar nichts gemacht worden sei – das könne man sich jetzt nicht leisten.

Weitere Details wurden im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besprochen, die Maßnahme mit breiter Mehrheit beschlossen.

Wohin zieht das Jugendzentrum Q1?

Die notdürftige Sanierung der Brandschutz- und Elektroanlagen des Jugendzentrums Q1 auf dem Quirlsberg sowie der Neubau eines Jugendquartiers war bereits im Jugendhilfeausschuss debattiert und mit großer Mehrheit beschlossen worden. Da es um viel Geld (250.000 plus 2,5 Millionen Euro) geht, stand das Thema auch im Finanzausschuss auf der Tagesordnung.

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Das Jugendzentrum zieht vom Quirlsberg aufs Zanders-Gelände, Pfadfinder und Kindergartenmuseum teilen sich einen deutlich kleineren Neubau. Bis dahin saniert die Stadt nur das absolut Notwendigste im maroden Q1-Gebäude. Das hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen – zum großen Unmut der Pfadfinder. Offen bleibt, was künftig am bisherigen Standort passiert.

Rainer Röhr, Vertreter von Volt/FWG stellte einige konkrete Fragen, die Claudia Werker (Fachbereichsleiterin Jugend und Soziales) mit einigen neuen Informationen beantwortete.

Die Fläche von 250 qm im neuen Jugendquartier an der oberen Hauptstraße sollen sich Pfadfinder und Kita-Museum (die derzeit im Q1-Gebäude mehr als 500 qm zu Verfügung haben), multifunktional teilen. Zwar sei das Kita-Museum derzeit gut 200 qm groß, sei aber nur einmal die Woche für kurze Zeit geöffnet, sagte Werker. In der übrigen Zeit, so die Schlussfolgerung, sollen die Pfadfinder diese Fläche nutzen können.

Ein Nutzungskonzept könne es noch nicht geben, weil das mit den künftigen Nutzer:innen erarbeitet werden soll.

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In der Debatte deutete SPD-Mann Waldschmidt an, dass der Umzug des eigentlichen Jugendzentrums Q1 in die Alte Zentralwerkstatt keinesfalls gesichert, sondern nur „wahrscheinlich“ sei. Das bestätigte Werker: Der Umzug auf das Zanders-Areal sei der aktuelle Stand der Planung, „es sei denn, es passiert etwas, von dem man jetzt noch nichts weiß“.

Für den Vorschlag, die notwendigsten Sanierungen für 250.000 Euro auf dem Quirlsberg für die Aufrechterhaltung des Betriebs durchzuführen und das neue Jugendquartier zu planen, stimmte eine breite Mehrheit. Volt/FWG und Bürgerpartei enthielten sich.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Die nächste städtische Schrottimmobilie wegen „Geldmangel” usw. Trotzdem werden weiterhin zweistellige Millionenbeträge für Fahrradwege usw. verschwendet, die nur von ganz wenigen Nutzern (übers Jahr gesehen) in Anspruch genommen werden. Der Grüne verteufelt das Auto, während der ÖPNV demnächst überhaupt nicht mehr existiert. Was dann?

    1. Wo haben Sie die Information über zweistelligen Millionenbeträge in die Fahrradinfrastruktur gefunden? Wir würden darüber gerne berichten.

    2. Hallo Petra, die Diesel- und Benzinpreise werden schon “regeln”, dass in naher Zukunft viele Menschen auf das Fahrrad wechseln. Und umso besser die Infrastruktur ist, umso schneller lassen sich die Mensche zum Tausch Fahrrad gegen Auto überzeugen. Und von mir aus dürfen da auch noch mehrere Millionen eingesetzt werden.

      Zudem interessiert mich welche städtische Schrottimmobilie Sie meinen.

    3. Wieviel “wenige Nutzer” benutzen denn welchen der neuen Fahrradwege? Auf welche Zahlen und/oder Erhebungen beziehen Sie sich hier?

      Antwort: Weder gibt es in Bergisch Gladbach zwei stelligen Millionen Investitionen noch belastbare Zahlen zum örtlichen Radverkehr auf Radwegen, außer dass dieser in den letzten Jahren generell um knapp 50% zugenommen hat:

      https://www.bergischgladbach.de/news/52442/mobilitaetsbefragung-2025-bergisch-gladbach-auf-gutem-weg-beim-mobilitaetskonzept-2030

  2. Plötzliche ‚Ehrlichkeit‘ offenbart vor allem eins: Planlosigkeit beim “Jugendzenrtum”

    Wieder einmal platzen zwei kleine Bombe – diesmal aus den Reihen des SPD-Bürgermeisters und der Verwaltung.

    Lange wurde in Bergisch Gladbach suggeriert, auf dem Zanders-Areal könne ein Jugendkulturzentrum entstehen: groß, offen, mitten in der Stadt, ein echter Anker für junge Menschen statt am Rande der Stadt. Plötzlich kommt der SPD-Fraktionsvorsitzende und serviert die bittere Wahrheit: Nix ist entschieden. Der Traum vom Jugendzentrum auf Zanders? „In weiter Ferne“, „Jahre entfernt“, bestenfalls eine vage Perspektive.

    Und dann noch der zweite Paukenschlag: Das angekündigte „Jugendquartier“ soll offenbar doppelt genutzt werden – also kein echter Mehrwert für die Jugend, sondern ein weiteres kleines, abgeschobenes Provisorium inkl. Museum. Die Verwaltung lässt sich die entscheidenden Details offenbar nur scheibchenweise aus der Nase ziehen – mal wieder. Transparenz? Fehlanzeige. Stattdessen dichter werdender Nebel, der sich nicht lichtet, sondern immer undurchsichtiger wird.

    Fakt ist: Es gibt keinen verbindlichen Plan für ein wirklich bedarfsgerechtes, zentrales Jugendzentrum auf dem wichtigsten Entwicklungsareal der Stadt. Stattdessen Prioritäten an anderer Stelle (teure Prestigeprojekte, Vermarktung und Verkaufen), während die offene Jugendarbeit weiter auf Sparflamme und Vertröstung in die Zukunft läuft. Das ist kein Zufall – das ist politische Prioritätensetzung der Verwaltung und ihrer Mehrheit im Stadtrat.

    Bürgermeister Kreutz und die Verwaltungsspitze sind jetzt dringend gefordert:

    * Sofortige Transparenz über alle bisherigen Planungen, Varianten und Zeitpläne zum Thema Jugendarbeit im Q1, Stadtmitte oder auf Zanders herstellen

    * Ein echtes, offenes Beteiligungsverfahren starten, an dem Jugendliche, Träger, Verbände, etc. gleichberechtigt mitreden und mitentscheiden können – nicht nur als Feigenblatt-Alibi-Veranstaltung, in denen weiter genmauert wird.

    Die geplante Demonstration der Jugendlichen am Dienstag, 24. März 2026 ab 16 Uhr vor dem Ratssaal Bensberg ist vor diesem Hintergrund nicht nur legitim – sie ist überfällig. Wer junge Menschen hinhält, mit vagen Versprechungen abspeist und dann plötzlich eine Wahrheitsbombe nach der anderen platzen, wenn der Druck steigt, der muss sich nicht wundern, wenn die Betroffenen endlich laut werden.

    Nebel löst sich nicht von allein. Manchmal braucht es Druck von unten, damit die Verantwortlichen endlich Klartext reden – und handeln.

    Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke

    1. Ich befürchte Herr Santillan, dass Ihr Kommentar zu einem falschen gepostet wurde. Vielleicht schauen Die nocheinmal. Viele Grüße