Michael Heere mit seinem Hund Kalle vor den frisch aufgestellten Bänken. Fotos: Heere

Michael Heere geht häufig und gern mit seinem Hund Kalle rund um die Paffrather Mühle spazieren. Besonders beliebt ist bei vielen Spaziergänger:innen die Wiese mit Obstbäumen. Um Geld für eine Bank zum Verweilen zu sammeln, initiierte der Bergisch Gladbacher eine Spendenaktion. Mit Erfolg.

Alles begann mit einer verrückt anmutenden Idee: Ein Hunde-Oktoberfest in Bergisch Gladbach, genauer gesagt an der Paffrather Mühle. „Jetzt sind sie verrückt geworden“, dachte Rita Buchwald aus Hand, als sie die Plakate für das Fest sah. Doch sie ging hin und erlebte ein „tolles Fest“ mit etwa 30 Hunden und deren Besitzer:innen.

Das Hunde-Oktoberfest hat nachhaltige Spuren an der Paffrather Mühle hinterlassen: Auf dem Fest wurden Spenden gesammelt für eine Bank. Die Wiese mit Obstbäumen am Mutzbach ist sehr beliebt bei Spazier- und Gassigänger:innen. So auch bei Michael Heere und seinem Goldendoodle Kalle. „Ich bin ein großer Fan der Obstwiese.“ Der 65-Jährige schwärmt von den Bäumen, Pflanzen und dem Bach, der „idyllisch durch den Wald fließt“.

Allerdings vermisste er eine Bank zum Ausruhen und Verweilen. Und so initiierte Michael Heere das Hunde-Oktoberfest für alle Freunde dieser Wiese. Es wurde aus seiner Sicht ein „schöner Erfolg“, genug Geld für eine Bank kam zusammen, die er vor kurzem aufstellte. Eine zweite spendete er selbst. 

Vorher galt es, eine passende Bank zu finden und eine Genehmigung für das Aufstellen zu bekommen. Fündig wurde Michael Heere im 600 Kilometer entfernten Rosenheim, wo er sie mit einem Anhänger abholte.

Über die Geschichte der Bank, das Oktoberfest und die Spendenaktion informiert ein Hinweis-Schild: „Diese Bank ist für alle Menschen, die diese wunderschöne Wiese lieben“. Michael Heere hat ein Lied zur Geschichte der Bank und ihren Weg zur Obstwiese verfasst, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Spaziergänger:innen können den Song mit dem Titel „Oase im Grünen“ mit ihrem Handy über einen QR-Code abspielen.

Deshalb machte sich jemand Gedanken,
hier fehlt die Bank zum Ruhen und Auftanken,
am besten solide, stabil und sehr schwer,
doch wo kommt eine solche Ruhebank her?
Ideen entstanden und sie wurden gewendet,
auf dem Hunde-Oktoberfest wurde gespendet.
Viele Menschen waren Feuer und Flammen,
das Geld für eine Bank kam zusammen.
In Bergisch Gladbach, gibt’s eine Obstwiese,
keine ist so schön, so idyllisch wie diese,
Menschen erfreun sich an täglichen Runden,
allein oder mit Partner und Hunden.Auszug aus Oase im Grünen

Rita Buchwald ist voll des Lobes für Initiator Michael Heere: „Es ist sehr bewundernswert, dass es noch Menschen gibt, die etwas unentgeltlich für die Gemeinschaft tun.“ Die beiden Bänke werden gut angenommen, ein Blumentopf und ein Mülleimer aufgestellt.

Michael Heeres persönliches Fazit: „Es wäre wünschenswert, wenn es mehr solcher Projekte von Bürgern für Bürger gäbe“. Manchmal muss man die Dinge selbst in die Hand nehmen, um etwas zu verändern oder zu verschönern. 

Hier geht es zum Song „Oase im Grünen“.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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