Am Rande der deutsch-französischen Konsultationen in Schloss Bensberg hatte auch Bürgermeister Marcel Kreutz einen kurzen Auftritt mit Kanzler Merz und Präsident Macron. Über die drei Herren ist alles bekannt – aber was hat es eigentlich mit dieser goldenen Kette auf sich, die für diesen besonderen Anlass aus dem Tresor geholt worden war?

In anderen europäischen Ländern gehört sie oft noch zum Alltag der kommunalen Spitzenvertreter, in Deutschland und erst recht in Bergisch Gladbach kommt die „Bürgermeisterkette“ nur noch sehr selten zum Einsatz. Bürgermeister Marcel Kreutz trug sie jetzt zum ersten Mal, als sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ins Goldene Buch der Stadt eintrugen.

Mehr zum Thema

Bunter Empfang für Merz und Macron in Bensberg

Rund 200 Menschen sind am Donnerstagabend zum Schloss in Bensberg gekommen, das zum Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuele Macron von einem sehr großen Polizeiaufgebot abgesperrt war. Darunter Schaulustige, viele Jugendliche und ein spontan formiertes „Bündnis gegen Sozialreformen“. Eine Fotoreportage.

Auf dem dunkelblauen Anzug machte die Kette schon etwas her. Aber woher kommt diese Kette eigentlich? Wir sind mal kurz in die Archive gestiegen.

Zunächst wichtig: Es handelt sich nicht um die alte Bensberger Bürgermeisterkette, die im Historischen Rathaus in einer Vitrine ausgestellt war und 2014 unter nach wie vor mysteriösen Umständen verschwand.

Hier geht es um die gesamtstädtische Kette. Die hatte der Verschönerungsverein im Jahr 2000 auf Initiative von Franz Heinrich Krey zum 25. Jubiläum der kommunalen Neugliederung (mit dem Zusammenschluss von Bensberg und Bergisch Gladbach) anfertigen lassen und der Stadt geschenkt.

Finanziert wurde die massive und ziemlich schwere Goldkette durch Spenden aus der Bürgerschaft, ohne städtische Mittel. Der Rat nahm das Geschenk am 18. Mai 2000 einstimmig an. 

Der Entwurf ist allerdings deutlich älter: Da die „neue“ Stadt nach dem Zusammenschluss keine eigene gemeinsame Amtskette mehr hatte, legte der damalige Stadt-Grafiker Eduard Prüssen 1978 ein mehrblättriges Konzept vor. 1979 veranstaltete die Stadt dann einen Wettbewerb unter Goldschmieden und Grafikern, den Hannelore James-Hempel gewann. Ihr Entwurf wurde rund 20 Jahre später aktualisiert und verwirklicht.

Die neue Kette besteht aus 14-karätigem Gold. Sie zeigt neben dem Stadtwappen die folgenden acht Motive:

  • die Papiermühle Alte Dombach,
  • das Gladbacher und das Bensberger Rathaus,
  • Schloss Bensberg,
  • die Taufkirche in Refrath,
  • das Siegel des Hofgerichts Paffrath,
  • einen Papierschöpfer an der Strunde,
  • die Seilscheibe der Erzgrube in Moitzfeld.

Der Eintrag ins Goldene Buch unterstreicht die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für Frieden, Zusammenhalt und die Zukunft Europas.Marcel kreutz

Foto: Bundespresseamt

Nach dem Besuch äußerte sich Bürgermeister Kreutz im diplomatischen Stil, der ebenso wie die goldenen Kette Anlässen dieser Art angemessen ist:

„Es ist eine große Ehre für unsere Stadt, Bundeskanzler Friedrich Merz und den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in Bergisch Gladbach begrüßen zu dürfen. Der Eintrag in das Goldene Buch ist ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit und unterstreicht zugleich die besondere Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für Frieden, Zusammenhalt und die Zukunft Europas. Dass dieser Moment im Schloss Bensberg stattfindet, erfüllt uns mit großer Freude und Stolz.“

Weitere Beiträge zur Stadtgeschichte

Als die Seifenkisten mit Karacho die Schlossstraße hinabsausten

Seifenkisten-Rennen waren nach dem Zweiten Weltkrieg beliebt – und fanden auch ihren Weg ins Bergische: Im Mai 1949 wurde das erste Seifenkisten-Rennen in Bensberg veranstaltet, moderiert von Theo Konrad Esser, der mit seinen Lautsprechern auch für die Beschallung sorgte. Seine Tochter Heidi Esser stellt uns einige Fotos aus ihrem Familienalbum zur Verfügung

„Veränderungen einer Stadtansicht“ in erweiterter Ausgabe

Mit ihrer fotografischen Dokumentation der Veränderungen im Strundorf hatte Friederike Naroska einen Nerv getroffen – das Buch „Veränderungen einer Stadtansicht“ war trotz einiger Neuauflagen ständig ausverkauft. Nun bringt die Autorin das Buch in einer erweiterten und aktualisierten Fassung neu heraus. Wer rasch bestellt erhält einen reduzierten Preis.

VR-Brillen im Unterricht: Herkenrather Schüler erkunden Auschwitz virtuell

Statt Schulbuch setzten Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c des Gymnasiums Herkenrath Virtuelle Realität ein, um sich mit dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau auseinanderzusetzen. Mit der 360°-Dokumentation „Inside Auschwitz” des WDR erlebten sie Geschichte auf eine neue, eindringliche Weise.

Karneval in den 50ern: Eine Trööt für den Gläbbischer Zoch

Theo Konrad Esser sorgte Anfang der 1950er Jahre mit seinem selbst gebauten „Ton-Wagen“ für die erste Beschallung eines Karnevalszugs in Bergisch Gladbach. Seine Tochter Heidi Esser erinnert sich gern an diese Zeit zurück und stellt einige alte Fotos aus ihrem Familienalbum zur Verfügung.

Villenkolonie Frankenforst: Verdrängte Wahrheiten in bevorzugter Lage

Eine verbotene Liebe, Enteignungen durch die Nazis, die Vertreibung der Villenbesitzer in den eigenen Hühnerstall – das Buch der Frankenforsterin Rosine De Dijn „In bevorzugter Lage“ ist eine Anatomie der Erinnerung: Im Bensberger Villenviertel Frankenforst zeigt sich die Tragödie der zwei Weltkriege wie unter einem Brennglas, verdichtet auf wenige Fassaden und Familiengeschichten. 

„Friedfertigkeit im Inneren und Wehrhaftigkeit nach außen“

Am Volkstrauertag hat die Stadt Bergisch Gladbach zusammen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsverband Bergisch Gladbach, an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Bürgermeister Marcel Kreutz schloss ausdrücklich die vielen Menschen ein, die angesichts der aktuellen Kriegs- und Krisenlagen existentiell bedroht sind – und appellierte an den Gemeinsinn.

Gedenken an die NAPOLA im Schloss: „Jahre später trage ich hier das Erbe“

Seit gestern weisen zwei Stelen auf einen schwarzen Fleck in der Geschichte des Bensberger Schlosses hin: Hier hatten die Nazis eine ihrer „Nationalpolitischen Lehranstalten“ unterhalten, Jugendliche zum Hass erzogen und zwei Zwangsarbeiter ermordet. Eine Geschichte, die Schüler:innen des OHG ausgegraben und aufgearbeitete hatten. Und den Impuls für die Mahnmale gegeben hatten.

Die Vergangenheit bleibt

Zum 80. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert Klaus Hansen die Konzentrationsaußenlager hier in Bergisch Gladbach und an die Verbrechen in den letzten Tagen des Kriegs. Aber auch an die mutigen Frauen und Männer, die noch Schlimmeres verhinderten.

Geschichte(n) gesucht: MuseumMobil parkt in GL

Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen ist auf der Suche nach der Landes-Geschichte aus der Perspektive der Menschen. Dafür schickt es ein MuseumMobil durch das Land. Ab Freitag ist es für zehn Tage in Bergisch Gladbach, mit einer Reihe von Angeboten. Für die Sekundarstufen 1 und 2 der Schulen gibt es eigene Programm, die noch nicht…

Dinosaurier-Fuß in Hand entdeckt

Bauarbeiter sind in der Franz-Heider-Straße im Stadtteil Hand auf Knochen gestoßen, die von Paläontologen als rund 150 Millionen Jahre alter Mittelfuß eines Allosauruses identifiziert wurde. Ein Fund, der nach Einschätzung von Bürgermeister Frank Stein das Interesse an der Region für Wissenschaftler und Touristen erhöhen wird.

Bergisch Gladbach mit 27 Schnuppertouren entdecken

Bereits am 4. April 2025 starten die kostenlosen Schnuppertouren in Bergisch Gladbach in eine neue Saison. Zum elften Mal bieten engagierte Stadtführerinnen und Stadtführer in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung die Rundgänge im Stadtgebiet an. Dieses Jahr finden insgesamt 27 Schnuppertouren statt. Da die Plätze oft rasch ausgebucht sind sollte man sich beeilen.

Schildgen schreibt Geschichte

Erlebnisse aus vergangenen Zeiten lebendig halten – in persönlichen Geschichten, erzählt und aufgeschrieben in gemeinsamer Runde. Mit kreativen Schreibimpulsen, inspirierendem Austausch und der Möglichkeit, Erinnerungen für die Gemeinschaft festzuhalten – das bietet das Himmel un Ääd in einer Schreibwerkstatt.

Something went wrong. Please refresh the page and/or try again.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.