Fotos: Benedikt Kraus

In Bergisch Gladbach gibt es sechs Jugendzentren und jedes hat seinen eigenen Schwerpunkt. Aber was macht das Cafe Leichtsinn so besonders? Der inklusive Jugendtreff in der Innenstadt ist für die jungen Menschen mit und ohne Behinderung ein wahrer Wohlfühlort oder sogar ein Zuhause. Dazu wird es aber nur durch das engagierte Team, das mit Herzblut dabei ist und noch Verstärkung sucht.

Im Cafe Leichtsinn herrscht eine positive Energie. Wer hereinkommt wird sofort eingefangen von dem gemütlich eingerichteten Jugendtreff. Gleich am Eingang ist die Bar, an der die Jugendlichen sich für kleines Geld Gummibärchen, Schokolade oder etwas zu trinken kaufen können. Dort erzählen und lachen sie oder spielen und basteln zusammen am Tisch in der Mitte. Auf dem roten Sofa in der Ecke können sie sich ausruhen oder im Nebenraum Dart, Kicker und Tischtennis spielen.

Das Cafe Leichtsinn – hinter dem Rathaus – ist ein Ort, an dem ausdrücklich jeder willkommen ist – ab der fünften Klasse und bis 27. „Alle sollen hier sein dürfen“, betont die Leiterin Victoria Dahm. Ihr wichtigstes Anliegen: Inklusion. Denn sie ist überzeugt: „Das gehört zum Leben dazu, dass alle dabei sind.“

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Inklusion heißt für das Cafe Leichtsinn: Jeder darf dabei sein – unabhängig von Aussehen, Sprache oder körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Wichtig ist, dass alle gemeinsam Zeit verbringen und nicht nur Menschen mit Beeinträchtigung unter sich bleiben.

Cafe Leichtsinn
Dr.-Robert-Koch-Straße 8
51465 Bergisch Gladbach
Tel. 02202 93622-22

Öffnungszeiten:
Dienstag und Mittwoch 15 – 20 Uhr,
Donnerstag 16 – 2o Uhr,
Freitag 15 – 22 Uhr,
Samstag 13 – 17 Uhr (wechselnde Zeiten und Aktionen)
Montag und Sonntag geschlossen

Über die Jahre hat sich der Treff aber dahin entwickelt, dass heute fast ausschließlich Menschen mit Beeinträchtigung vorbeikommen. Damit der Inklusionsgedanke vollständig gelebt wird, möchte das Team in Zukunft einen weiteren Kreis von Jugendlichen ansprechen. Deshalb ist das Café sehr präsent in sozialen Medien, wie Instagram und WhatsApp.

Ein Ort zum Wohlfühlen

Marian am Eingang des Cafe Leichtsinn

„Ich fühle mich wie zu Hause“, sagt Marian. Während er seinen Kinderriegel isst und seine Cola trinkt, lacht er zufrieden und sagt: „Ich habe mich nicht zu beschweren.“

„Ich lerne hier so viele neue Gesichter kennen“, freut sich der 20-Jährige. Der Kontakt mit Menschen habe ihn dazu ermutigt, mit YouTube anzufangen. „Ich mache Werbung für Jugendzentren und Inklusion“, erklärt er.

Oryna spricht noch nicht so gut Deutsch, lernt aber schnell. Dabei hilft ihr die Zeit im Café, da sie dort viel Kontakt mit Menschen hat. Sie kann auch besonders gut zeichnen und darf deshalb eine Wand bemalen. Daran hat sie großen Spaß und ist sehr stolz auf das, was sie schon geschafft hat. Das zeigt ihre emotionale Verbundenheit zum Café.

Ein Jugendtreff mit vielen Aktionen

Das Cafe Leichtsinn hat Dienstag bis Samstag geöffnet. Neben dem „Offenen Cafe“ gibt es jeden Tag einen besonderen Programmpunkt: Dienstags wird gesungen, mittwochs findet Bogenschießen statt und donnerstags geht es auf die hauseigene Kegelbahn. Jeden Freitag findet etwas Kreatives statt und samstags gehen die Jugendlichen aktuell immer zum Gleispark auf dem Zanders-Gelände.

Marian mit Victoria Dahm und einem weiteren Betreuer

Im „Offenen Cafe“ basteln und spielen die Jugendlichen, zum Beispiel Kicker, Tischtennis oder Dart. Außerdem versuchen sie immer, gemeinsam zu kochen und zu essen. Victoria Dahm erklärt: „Wir versuchen, den Jugendlichen die nachhaltige und vegetarische Küche näherzubringen“ – und betont, wie wichtig ihr dieses Anliegen ist.

Das ist nur möglich, weil das Café durch das Projekt „Loch im Bauch“ gefördert wird. Mit der Aktion ermöglicht die Katholische Jugendagentur (KJA) den von ihr geführten Jugendzentren, für die Jugendlichen zu kochen. Denn viele Kinder bekommen zu Hause nicht ausreichend zu essen.

Für viele ist das Kochen und Essen ein Highlight des Tages: Oryna sagt: „Das Essen und Malen macht mir am meisten Spaß.“ Auch Marian ruft: „Ich freue mich immer auf das Essen“ und lobt die Kochkünste des Teams.

Die Angebote sind kostenlos und ohne Anmeldung. „Es ist uns wichtig, das Ganze so niedrigschwellig zu halten, wie möglich“, sagt Victoria Dahm. Dadurch kann jede und jeder ganz spontan vorbeikommen.

Ferienprogramm

In den Sommerferien gibt es ein Spezialprogramm, für das teilweise eine Anmeldung erforderlich ist. Bei den Programmpunkten mit Anmeldung sind noch Plätze frei. Die Jugendlichen freuen sich schon. „Kochen mit Sebi ist am besten“, sagt Marian.

Sommerferienprogramm Cafe Leichtsinn 2026

Unterstützung gesucht

Im Cafe Leichtsinn arbeiten drei Fachkräfte: die Leiterin Victoria Dahm, Celin Odenthal und Sebiha Kabaagac. Neben einer FSJ-Stelle werden die Fachkräfte von drei Übungsleitern unterstützt, weitere werden gesucht.

Die Übungsleiter sind eine große Hilfe für die drei Fachkräfte, da ohne sie das Programm nicht so individuell möglich wäre. Sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein und bekommen eine Jugendleiterausbildung bezahlt. Zudem erhalten sie eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit. Damit das Team möglichst vielfältig ist, werden jetzt vor allem „männlich gelesene“ Übungsleiter gesucht.

Ein Team mit großem Herz

„Hier arbeiten Menschen mit Herzblut“, sagt Celin. Dadurch wird der Kontakt mit den jungen Menschen sehr direkt und offen. Unter anderem deswegen fühlen sich die Jugendlichen so wohl.

Inklusion liegt dem ganzen Team besonders am Herzen. „Die Inklusion war mir schon immer ein Anliegen“, erklärt Victoria. Bevor sie ins Cafe Leichtsinn kam, hat sie bereits in einem inklusiven Jugendzentrum in Neuss gearbeitet. Außerdem hat sie Behindertensport studiert.

Der Zusammenhalt untereinander ist den Fachkräften wichtig. Obwohl das Team noch relativ neu ist, sind die Drei hervorragend eingespielt und verstehen sich sehr gut. „Wir haben uns nicht gesucht, aber gefunden“, sagt Celin.

Die Arbeit im Cafe macht alle Mitarbeitenden großen Spaß. „Ich mag besonders das Freie und Kreative“, sagt Celin. Außerdem ist der Tag sehr offen gestaltet und man erlebt immer etwas Neues, Unerwartetes. „Einfach mal gucken, was der Tag so bringt“, ist ihr Motto.

ist Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums und Praktikant des Bürgerportals.

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