Roman Salyutov und Unterstützer: Peter Konner (Vorsitzender des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach), David Roth (Pütz-Roth), Markus Fischer (VR Bank) und Norbert Pfennings (Bergischer Löwe). Fotos: VR Bank

Mal wieder handelt Roman Salyutov, Konzertpianist und Leiter des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach, unkonventionell und pragmatisch, wenn es darum geht, die Musikszene der Stadt zu stärken. Er hat ein Harmoniumangeschafft – und plant schon eine ganze Reihe von Konzerten mit diesem historischen Instrument.

Wie veröffentlichen einen Beitrag des Musik- und Kulturfestival GL e.V.

Es hat sich alles recht schnell entwickelt – im Laufe eines einzigen Auftritts: Anfang des Jahres wurde Roman Salyutov, Konzertpianist und Leiter des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach für ein besonderes Duo-Konzert in die Stadt St. Goar am Rhein eingeladen – mit Werken für Klavier und Harmonium, wobei er genau auf dem Harmonium spielen musste.

Es war Musik französischer Meister aus dem 19. und 20. Jahrhundert: Franck, Saint-Saens u. a. Salyutov hat das Instrument noch nie im Leben bedient und musste sich innerhalb von asnderthalb Tagen auf das Konzert vorbereiten – d. h., sich eine Spieltechnik beibringen, die er noch nie besaß.

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Trotz Stress und teilweise ernüchternder erster Erfahrungen in den Proben hat er es im Endeffekt geschafft, das Konzert sehr genossen und am nächsten Tag beschlossen, ein solches Instrument anzuschaffen – um nicht nur für sich selbst eine neue Klangwelt zu erschließen, sondern auch die lokale Musikszene in Bergisch Gladbach zu bereichern sowie das Repertoire seines Sinfonieorchesters zu erweitern.

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In 12 Jahren vom Kammerensemble zum Sinfonieorchester

Der Pianist und Dirigent Roman Salyutov hat aus einem kleinen Ensemble in einem guten Jahrzehnt das Sinfonieorchester Bergisch Gladbach geformt und ein großes Repertoire bis hin zur Oper aufgebaut. Nun schlägt das Orchester einen neuen Weg ein – und widmet sich verstärkt der Musik des 20. Jahrhunderts. Dazu hat sich das Orchester auch bei der Ausstattung mit Instrumenten verstärkt.

Und nun ist es soweit – ein neues Harmonium ist da und steht momentan im Bergischen Löwen, dessen Geschäftsführer Norbert Pfennings sich für die Idee eines solchen Novums auch begeistern ließ.

Dieses Harmonium hatte Salyutov in t Marburg gefunden und stammt aus Frankreich, aus dem Jahr 1849 und wurde von der bekannten französischen Harmoniumbauer-Firma „Alexandre et Fils“ hergestellt. Nicht als Kircheninstrument, sondern in erster Linie gerade als konzertantes Harmonium.

Das Instrument, das einst für zahlreiche Salonkonzerte benutzt wurde, wiegt ca. 110 kg und hat zwei Griffe, was eine Beförderung von Auftritt zu Auftritt ohne weiteres möglich macht.

Bis es nach Bergisch Gladbach geholt werden konnte, hatte es einige Monate gedauert. Denn damit es mit modernen Instrumenten kompatibel ist, musste es hochgestimmt werden, was eine zeitaufwendige und feine Handarbeit ist. Aber jetzt ist es einsatzbereit.

Neue Konzertreihe „Klangwelten im Dialog“

Roman Salyutov plant nun eine neue Konzertreihe an verschiedenen Orten der Stadt unter dem Motto „Klangwelten im Dialog” – denn das Harmonium soll vor allem in kammermusialischen und kammerorchestralen Besetzungen zum Ausdruck kommen.

Erste Auftritte sind schon geplant – im September im Bergischen Löwen (im Rahmen des Bergisch Gladbacher Kultursommers) und im November im Schloss Bensberg, um die Salontradition lebendig fortzusetzen. Auch die erste Reise mit dem neuen Instrument steht schon fest – Ende August nach Wilhelmshaven, zum Festival „Kammermusik am Wattenmeer“ mit Solisten des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach. 

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Ein musikalischer Tausendsassa feiert Geburtstag: Seit zehn Jahren leitet der Pianist und Dirigent Roman Salyutov das Sinfonieorchester Bergisch Gladbach. Umtriebig hat er es seither nicht nur vom Kammerorchester zu einem gestandenen, nachgefragten Klangkörper entwickelt. Sondern auch das Repertoire und die konzertante Geografie deutlich vorangetrieben.

Das Repertoire, das sich auf diesem Gebiet erschließen lässt, ist einzigartig wie auch leider noch wenig bis gar nicht bekannt: Es sind beispielsweise französische Meister wie Cesar Franck, Camille Saint-Saens, Charles Marie Widor u. a., viele Originalkompositionen des deutschen Harmoniumvirtuosen Sigrid Karg-Elert wie auch seine Arrangements anderer Klassiker, worunter die Bearbeitungen der Werke von Wagner und Brahms für Klavier mit Harmonium einen besonders markanten Platz einnehmen.

Auch Werke für Harmonium mit Orchester sind in Salyutov Planungen berücksichtigt worden: Im September erklingen in Bergisch Gladbach die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler im Mai in Altenberg sein “Lied von der Erde”, bearbeitet für Kammerorchester durch seinen jüngeren Wiener Zeitgenossen Arnold Schönberg. Und weitere Neuentdeckungen werden folgen.

Schon jetzt haben sich mehrere städtische Akteure, in deren Häusern Musikveranstaltungen stattfinden, für die Idee einer solchen neuen Konzertreihe gewinnen lassen – wie der Bergische Löwe, das Schloss Bensberg wie auch die Firma Pütz-Roth. Und auch die VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen, die das Harmonium-Projekt schon am Start mit einer Spende unterstützt hat. Man darf auf die Weiterentwicklung dieses neuen musikalischen Highlights in der lokalen Kulturszene sehr gespannt sein. 

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