Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und wieder einmal war er über weite Strecken trocken und heiß. Ich sehe die Folgen täglich: gestresste Gehölze, ausgetrocknete Böden, verfrühte Herbstfärbung. In diesem Artikel erkläre ich, was ein trockener Sommer Ihren Pflanzen antut – und was Sie jetzt im Herbst tun können, um Ihren Garten zu stärken.

Von Oliver Fink, GartenBaumschule Becker

Trockenstress ist oft nicht sofort erkennbar Viele Schäden durch Trockenheit zeigen sich erst mit Verzögerung. Welke Blätter und vorzeitiger Laubfall im Spätsommer sind noch die offensichtlichen Signale. Weniger auffällig, aber genauso ernst zu nehmen: kleinere Zuwächse, spärlicherer Blütenansatz im Folgejahr oder einzelne absterbende Äste in der Krone – Symptome, die oft erst im nächsten Frühjahr auftauchen, wenn der Zusammenhang mit der Trockenheit längst nicht mehr offensichtlich ist.

Besonders betroffen sind flachwurzelnde Gehölze wie Birke, Buche oder Hainbuche sowie frisch gepflanzte Bäume und Sträucher, deren Wurzelwerk noch nicht tief genug reicht. Auch immergrüne Hecken zeigen Trockenschäden oft erst mit brauner Verfärbung im folgenden Winter.

Der Boden braucht eine Decke

Unbedeckte Erde trocknet in der Sonne schnell aus. Ein bedeckter Boden dagegen bleibt länger kühl und feucht, das Bodenleben bleibt aktiv, und Unkraut hat weniger Chancen. „Boden bedecken” lässt sich auf zwei Wegen erreichen: mit organischem Mulch oder mit lebendigem Bewuchs durch Bodendecker.

Organisch mulchen 

Eine Mulchschicht aus Rindenmulch, Laub, Grasschnitt oder Gartenfaser schützt den Boden wie eine natürliche Decke. Fünf Zentimeter reichen meist aus, um die Verdunstung spürbar zu bremsen.

Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt zum Mulchen, weil sich organisches Material über den Winter langsam zersetzt und dabei zusätzlich Humus und Nährstoffe in den Boden einträgt.

Kupferteppich (Acaena microphylla). Foto: Markley

Bodendecker: lebendiger Schutz für den Boden 

Wo dauerhaft kein Boden offenliegen soll, sind bodendeckende Pflanzen die nachhaltigere Alternative zum Mulch. Ein dichter Bodendecker beschattet die Erde dauerhaft, hält sie kühler und feuchter und braucht selbst kaum Pflege, sobald er eingewachsen ist.

Anders als eine Mulchschicht muss er nicht jährlich erneuert werden – ideal für alle, die ihren Garten pflegeleicht und gleichzeitig trockenheitsfest gestalten möchten.

Jetzt ist die beste Pflanzzeit 

Der Herbst ist für die meisten Gehölze und Stauden der beste Pflanzzeitpunkt – auch wenn das immer mehr in Vergessenheit gerät. Der Boden ist noch warm, die Wurzeln wachsen bis zum ersten Frost weiter an, und die Pflanzen sind im nächsten Frühjahr bereits gut etabliert und der nächsten Trockenperiode besser gewachsen. 

Pflanztipps: Diese Bodendecker kommen mit Trockenheit gut zurecht

Sedum spurium „Fuldaglut“. Foto: Markley

Sedum (Fetthenne), z. B. Sedum acre, Sedum floriferum ‘Weihenstephaner Gold’, Sedum spurium ‘Fuldaglut’ Die sukkulenten Fetthennen speichern Wasser in ihren fleischigen Blättern und gehören zu den trockenheitsverträglichsten Bodendeckern überhaupt.

Der Scharfe Mauerpfeffer (S. acre) bildet niedrige, gelb blühende Teppiche, ‘Weihenstephaner Gold’ wächst kompakt mit goldgelben Blüten, ‘Fuldaglut’ überzeugt mit rotbraunem Laub und leuchtend pinkroten Blüten. Alle sind bei Bienen beliebt.

Vinca (Immergrün): Für halbschattige bis schattige Standorte, etwa unter Bäumen, ist Vinca eine der zuverlässigsten Optionen. Das glänzende, immergrüne Laub bildet dichte Teppiche, die auch mit trockenerem Schatten gut zurechtkommen, und im Frühjahr erscheinen die blauvioletten Blüten.

Campanula poscharskyana (Sternpolster-Glockenblume): Ein wüchsiger Bodendecker für sonnige bis halbschattige Lagen und auch für Mauern und Böschungen geeignet. Von Juni bis September erscheinen zahlreiche blauviolette Sternblüten; einmal etabliert, ist die Glockenblume ausgesprochen trockenheitsverträglich.

Cotoneaster radicans (kriechende Zwergmispel): Immergrüner, flach und dicht wachsender Kleinstrauch, der sich rasch zu einem geschlossenen Teppich entwickelt. Genügsam, trockenheitsverträglich und im Herbst mit roten Beeren ein Blickfang für Vögel. Ideal für Böschungen oder größere Freiflächen.

Acaena (Neuseeländisches Stachelnüsschen): Ein niedriger, dicht mattenbildender Bodendecker mit fein gefiedertem, oft bronze- oder blaugrün gefärbtem Laub. Im Spätsommer bildet er kleine, stachelige Fruchtstände. Sehr genügsam und trockenheitsverträglich, ideal für sonnige Kies- oder Steingartenbeete.

Hier in der GartenBaumschule helfen wir Ihnen gerne weiter – bei der Pflanzenauswahl ebenso wie bei den passenden Pflegemaßnahmen für Ihren Garten und Standort.

Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne.

Ihr Oliver Fink

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In Refrath haben Oliver Fink und seine Mitarbeiter einen Grünraum mitten in der Stadt geschaffen – einen Ort zum Ankommen, Entdecken und Wohlfühlen. Auf dem Gelände finden Gartenfreunde ein vielfältiges Pflanzensortiment: ausgewählte Gehölze, Stauden und Saisonpflanzen für Garten, Balkon und Beet, ergänzt durch passende Accessoires und eine fundierte, persönliche Beratung.

Gärtnermeister Oliver Fink leitet seit 1995 die GartenBaumschule Becker in Refrath. Regelmäßig informiert er im Radio (WDR), regionalen Medien (z.B. Bürgerportal und Kölner Stadt Anzeiger) sowie weiteren Medien Hobbygärtner über Themen rund um die Pflanzen für Terrasse, Balkon und Garten.

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