Foto: Thomas Merkenich

Das Denkmal für den Komponisten Max Bruch auf dem Mühlenberg ist mit zwei Bildhauern und einem Architekten verbunden. Michael Werling spürt ihrer Biographie nach – und damit auch der Geschichte, die hinter dem frisch restaurierten Denkmal und weiteren Arbeiten in Bergisch Gladbach steht.

Wolfgang Wallner wurde am 24. April 1884 in Sankt Wolfgang, Markt 29, im Salzkammergut (Oberösterreich) als sechstes von insgesamt sieben Kindern des Konditormeisters Johann Paul Wallner und dessen Ehefrau Adelheid geb. Beer geboren. Zusammen mit seinen sechs Geschwistern wuchs er inmitten einer herrlichen Bergwelt auf.

Im Jahre 1900 begann Wallner, der schon als Kind Bildhauer werden wollte, seine Ausbildung als Holzbildhauer bei Konrad Rohatschek in Salzburg. Beste Empfehlungen und ein Staatsstipendium zur Weiterbildung führten ihn von 1904 bis 1906 an die Holzfachschule in Hallstatt (Bezirk Gmunden/Oberösterreich).

Dort verfeinerte er sein Können in der Holzbildhauerei, widmete sich allerdings ebenso erfolgreich der Gestaltung von Porträts.

Aufgrund seiner Leistungen erhielt er 1906 wiederum ein Staatsstipendium für das Studium der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seine wichtigsten Lehrer waren der Holzschnitzer Prof. Hermann Klotz (1850-1932) und der Bildhauer Prof. Franz Barwig (1868-1931).

Die Tatsache, dass er nach dem Abschluss seines regulären Studiums im Jahre 1911 noch für ein Jahr als Meisterschüler bei Prof. Barwig seine künstlerischen Anlagen und Fähigkeiten weiterentwickeln konnte, zeigt, dass er sein Bildhauerstudium nicht nur mit überdurchschnittlichen Leistungen absolviert hatte, sondern von der Kunstauffassung seines Meisters überzeugt war. Prof. Barwig war nicht nur einer der wichtigsten österreichischen Bildhauer zur Zeit des Jugendstils, sondern ein Künstler, der stets versuchte, die Elemente der Moderne mit der Tradition zu vereinen.

Von 1911 bis 1912 war Wallner als freier Künstler im 3. Bezirk in Wien tätig und führte dort, zusammen mit seinem Studienkollegen Max Domenig, ein Atelier. Sie beteiligten sich an Ausstellungen und waren beide sehr erfolgreich. 

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Neuer Glanz für das Max-Bruch-Denkmal

Max Bruch war Bergisch Gladbach eng verbunden. Doch das Denkmal für den Komponisten auf dem Mühlenberg war verwahrlost, seine Inschrift kaum noch lesbar. Auf Initiative des Verschönerungsvereins wurden die Gedenkstätte jetzt instand gesetzt.

1912 wurde er vom Direktor der Kölner Werkschulen, dem Maler Emil Thormählen, nach Köln berufen, wo er nun als Lehrer mit der Einrichtung einer Bildhauerklasse betraut wurde. Von 1915 bis 1918 musste Wallner in Österreich seinen Kriegsdienst ableisten. Er wurde Soldat beim k. u. k. Infanterieregiment „Erzherzog Rainer“ Nr. 59, welches als das sog. Salzburger Hausregiment bezeichnet und vor allem für Zivildienste eingesetzt wurde.

Erste Arbeiten in Bergisch Gladbach – auf dem Quirlsberg 

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er wieder nach Köln zurück und widmete sich erneut seinen künstlerischen Ideen und Fähigkeiten. In dieser Zeit entstand eine Reihe von verschiedenen Arbeiten. Für Bergisch Gladbach schuf er 1920 für den Evangelischen Friedhof auf dem Quirlsberg zum Beispiel die Grabanlage der Familie Wachendorff.

1921 heiratet er die in der Nähe von Köln lebende Elvira Willmen, mit der er zwei Töchter bekam. 1923 wird er unter dem damaligen Oberbürgermeister von Köln Dr. Konrad Adenauer zum Professor und 1939 zum stellvertretenden Direktor der Kölner Werkschulen ernannt.

Die Arbeit am Max-Bruch-Denkmal

1935 ist er erneut für Bergisch Gladbach tätig, als er das Max-Bruch-Denkmal zu fertigen hatte. Zu jener Zeit plante der Architekt Wilhelm Neumann auch das Arbeitsamt, welches ein Jahr später in der Hauptstraße 310 errichtet wurde.

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Neues über den „Mann mit dem Hammer“ und dessen Schöpfer

Wuchtig, markant, kräftig und in gewisser Weise auch bedrohlich ist der Anblick der figürlichen Darstellung eines Arbeiters, die mittlerweile auch über Bergisch Gladbach hinaus als „Hammermann“ bekannt ist. Weniger bekannt ist der Mann, der den Hammermann und einiges mehr in Bergisch Gladbach geschaffen hat – und mit Nazi-Kunst nichts zu tun hatte.

Der Architekt war der Ansicht, dass das Portal „mit einer figürlichen Darstellung, die irgendwie den Sinn der Arbeit symbolisiert“ bekrönt werden sollte. Beauftragt wurde dafür Prof. Wallner, der damals den sogenannten „Hammermann“ schuf, der heute im Foyer der „Agentur für Arbeit“ zu finden ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete Wallner am 18. Dezember 1946 wieder die Kölner Werkschulen und nahm auch seinen Unterricht in der Bildhauerei und dem plastischen Gestalten bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1950 erneut auf. Am 29. Januar 1964, drei Monate vor der Vollendung seines 80. Lebensjahres, verstarb er nach kurzer Krankheit in Köln.

Der Realisator: Johann Leger

Johann (Jean) Leger wurde am 25. Juli 1879 in Köln als Sohn des Holzbildhauers Rudolf Leger und dessen Ehefrau geboren. In Köln wuchs er auf und erlernte dort wie sein Vater das Steinmetzhandwerk einschließlich einer Zusatzausbildung als Bildhauer. Leger war mit Franziska, geb. Rösgen (1880-1958) verheiratet und hatte mit ihr mindestens drei Kinder. 

Nach seiner Berufsausbildung war er zunächst noch in Köln tätig, danach machte er sich gemäß den Bergisch Gladbacher Adressbüchern nach 1906 bis Ende der 1950er Jahre mit seinem Steinmetz- und Bildhauerbetrieb zuerst in der Gronauer Straße 103, ab 1922 in der Gronauer Straße 110 (heute Hauptstraße 90) selbstständig.

Er war sehr erfolgreich, schuf nicht nur Grabdenkmäler, sondern auch eine Vielzahl von Ausstattungsstücken vor allem für den Sakralbau. Angeführt sei z.B. die Gipsfigur über dem Hauptportal der Hebborner Kirche Hl. Drei Könige, die von ihm in den 1920er Jahren geschaffen wurde. Johann Leger starb am 9. Mai 1977 in Bergisch Gladbach.

Prof. Dr. Michael Werling, geb. 1950 in Ludwigshafen am Rhein. Nach einer Lehre als Bauzeichner, Studium der Architektur an der Ingenieurschule Mainz sowie an der TH Karlsruhe. Assistent am Lehrstuhl für Industrialisiertes Bauen und Industriebau an der Technischen Universität in Kaiserslautern. Parallel...

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