Ein Blick in die Turbinenhalle des Kraftwerks. Foto: Thomas Merkenich

Das Projekt Zanders-Areal öffnet zum Tag des offenen Denkmals die ehemalige Papierfabrik und stellt das historische Kraftwerk in den Mittelpunkt. Rundgänge, Vorträge und Ausstellungen geben Einblicke in seine Geschichte und zeigen Ideen für die künftige Nutzung des Industriedenkmals. Zudem werden Zeitzeugen gesucht.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Stadt Bergisch Gladbach.

Am Sonntag, den 13. September 2026, lädt das Team des Projekts Zanders-Areal wieder auf das Gelände der ehemaligen Papierfabrik ein. Anlässlich des bundesweiten Tags des offenen Denkmals erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger von 11.00 bis 18.00 Uhr Einblicke in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieses sich stetig wandelnden Schlüsselorts der Bergisch Gladbacher Stadtentwicklung.

Passend zum diesjährigen Motto des Aktionstags „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ steht das Kraftwerk der ehemaligen Papierfabrik im Mittelpunkt. Das zwischen 1930 und 1931 nach Plänen des Architekten Dominikus Böhm errichtete Gebäude war jahrzehntelang das technische Herz des Werks und versorgte die Papierproduktion mit Strom und Dampf.

Am Tag des offenen Denkmals können Besucherinnen und Besucher das Kraftwerk bei Rundgängen, Vorträgen und Ausstellungen aus einer neuen Perspektive kennenlernen und mehr über seine historische Bedeutung, seine Funktion und mögliche zukünftige Nutzungen erfahren.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Im Außenbereich laden Kaffee, Kuchen sowie kleine Speisen und Getränke zum Verweilen und Austausch ein.

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Böhms Kraftwerk und die Schornsteine

Die Papierfabrik ist Geschichte, doch von Zanders bleiben Erinnerungen und Baudenkmäler, die Teil des künftigen Zanders-Viertel werden. Das Bürgerportal schaut genau hin, was war und was ist – in Text und Bild. Zum Start der neuen Serie befasst sich Michael Werling mit dem von Domenikus Böhm gebauten Kraftwerk, ergänzt durch Fotos von Thomas Merkenich und Luftaufnahmen von Stefan Krill. Tauchen Sie ein, in die Geschichte der für Bergisch Gladbach so prägenden Fabrik.

Das Kraftwerk wuchs über Jahrzehnte hinweg mit den steigenden Energiebedürfnissen der Papierfabrik. Erweiterungsbauten ließen bis Ende der 1980er Jahre eine imposante Infrastrukturzentrale entstehen. Zum Tag des offenen Denkmals werden zwei ebenerdig zugängliche Gebäudeteile zu temporären Veranstaltungsorten.

Gegenwart und Zukunft: Von Planungen und Visionen

In der Halle der Speisewasseraufbereitung, in der zu Produktionszeiten das Wasser unter anderem durch Filtration und Enthärtung für die Dampferzeugung aufbereitet wurde, erwartet die Besucher*innen eine vielfältige Ausstellung.

Verschiedene Stationen beleuchten dabei die Geschichte des Kraftwerks und seine Bedeutung als Energiezentrale der Papierfabrik. Eine weitere Station informiert über den aktuellen Stand der infrastrukturellen Planungen für die künftige Energie- und Medienversorgung des Zanders-Areals. 

Mit dem Potenzial des Gebäudes haben sich zudem angehende Architektinnen und Architekten der TH Köln kreativ auseinandergesetzt. Ausgewählte Projektarbeiten zeigen anhand von Plänen und Modellen unterschiedliche Visionen für die künftige Nutzung des Kraftwerks.

Das Bürgerportal hatte das Innenleben des Kraftwerks 2021 dokumentiert. Foto: Thomas Merkenich

Darüber hinaus sind alle Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre Ideen für die zukünftige Nutzung und Belebung des Kraftwerks einzubringen. Eine Ideenwand in der Ausstellung lädt dazu ein, Wünsche, Anregungen und Vorschläge für die zukünftige Nutzung des Kraftwerks festzuhalten.

Zukunft braucht Erinnerung: Zeitzeugen gesucht!

Zudem richtet sich der Blick auf die Geschichte des Zanders-Areals und ihre Bedeutung für die Gegenwart. Prof. Dr. Daniel Lohmann, Professor für Architekturgeschichte und Entwerfen an der TH Köln, widmet sich in einem Vortrag am Beispiel des Zanders-Kraftwerks der Frage, wie Erinnerungskultur dazu beitragen kann, das industrielle, aber auch gesellschaftliche Erbe zu bewahren und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch. Der Vortrag findet um 13.00 Uhr und 15.00 Uhr statt.

Über den Tag verteilt finden außerdem Rundgänge durch die Kessel- und Turbinenhalle statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Rundgänge starten stündlich an einem ausgeschilderten Treffpunkt, sobald sich eine Gruppe von ca. 20 Personen gebildet hat. Die Teilnahme ist nur mit festem Schuhwerk möglich. Die Rundgänge sind nicht barrierefrei; Kinder können ausschließlich in Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen.

Die TH Köln sucht im Rahmen eines Forschungsprojekts zum Thema Erinnerungskultur den Austausch mit ehemaligen Zandrianerinnen und Zandrianern sowie Bürgerinnen und Bürgern. Gesucht werden persönliche Erinnerungen und Geschichten, die dazu beitragen, die Geschichte des Zanders-Areals – explizit auch des Kraftwerks – aus der Perspektive der Menschen zu bewahren, die sie über Jahrzehnte mitgestaltet haben.

Interessierte können hierzu vor Ort mit dem Forschungsteam ins Gespräch kommen, aktiv Erinnerungen beitragen und ein Kontaktformular ausfüllen.

Entdecken Sie das Zanders-Areal aus der Luft und am Boden

Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat. Sie können über die blauen Punkte und die Navigation oben verschiedene Perspektiven ansteuern. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen. Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Gute Entdeckungsreise!

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. Von den Außen- zu den Innenansichten. Eine meiner besten “Museumsführungen”, welche ich je erlebt hatte, war die Führung durch das Kraftwerk von vor einem Jahr. Dass ehemalige Mitarbeitende und sogar Leitende nun Besuchergruppen von ihren “Abenteuern” – meist Unglücksszenarien, die es ja auch gab, für die Öffentlichkeit jedoch “Betriebsgeheimnis” waren – erzählen, “schreit” eigentlich nach einer Fortsetzung der Unternehmensbiografie von Heinz Koch…
    Und das erste Mal in meinem Leben hatte ich ein Museumsstück mitgehen lassen… Ein (!) kleines Stückchen Steinkohle für meine Mineraliensammlung (Fundstücke aus aller Welt). Ich hoffe, das wird mir nachgesehen ;O)
    Jahrzehnte in einer Stadt zu leben, deren größter Teil des Zentrums unbegehbares “Ausland” war, schafft nicht gerade so etwas wie Identität oder Heimatgefühl. Heute ist das anders. Bergisch Gladbach hat eine Altstadt bekommen und steht noch ziemlich am Punkt Null der Ausgestaltung. Sicher eine gute Gelegenheit, auch als Bürger ein klein wenig mitzugestalten… Ich selbst werde am Sonntag nicht kommen können, würde jedoch als Nutzungsempfehlung: “Unverändert erhalten, konservieren und weiterhin zugänglich machen” an die Pinwand heften.
    Und für alle Besucher gilt dann: “Finger weg von der Steinkohle!” ;O)
    MfG Dieter Richter
    Die

  2. Aufgrund des großen Interesses an unserer Ausstellung
    “Trügerische Landschaft” im historischen Kalandersaal a.Zanders, öffnen wir am Tag des Offenen Denkmals ebenfalls schon um 11 Uhr. Wir freuen uns auf Sie.