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10 Kommentare zu “Bebauung Marktstraße/Im Holz – schlimmer geht’s nimmer”

  1. Anonymous

    OMG

  2. Helmut Leih

    Micha: was kann mann dagegen tun?.
    In einem solchen Fall,gibt es nur eine Möglichkeit,diese Partei mit all ihren Ratsmitgliedern
    nicht mehr wählen.
    Politiker die sich gegen die Mehrheit der Bürger entscheiden,haben die Stimmen der Wähler nicht mehr verdient!!!.
    Wenn ich eine entscheidung gegen meinen Chef treffe,schmeißt der mich auch raus.

  3. Helmut Leih

    Na klar, und wo bleibt die Natur.
    Hauptsache die Stadt macht Kasse !,die können so oder so nicht mit Geld umgehen.
    Wenn sie wenigstens mit den Einnamen die Schulden tilgen würden.

  4. Mickel

    Alles nicht so einfach.

    Sicher gibt es Leerstand in Refrath, aber welche Immobilien sind das? Häuser aus der unmittelbaren Nachkriegszeit sind dank steigender Energiepreise und des ständig steigenden Komfortbedürfnis nicht gefragt. Wer heute in Bensberg oder Refrath kauft, ist typischerweise ein Doppelverdienerhaushalt der nach Köln pendelt und keine bzw. wenig Kinder haben. D.h. die Autos müssen irgendwo parken -> Tiefgarage, weil man sonst ja kaum noch Parkplätze findet. Diese Käuferschicht möchte auch lieber im Latte macchiato-mäßigen Lounge Haus bzw. Eingentumswohnung leben und nicht erst einen Altbau sanieren, auch wenn dazu ein “Projektierer” zwischengeschaltet ist und gegen Bezahlung das Planen und Denken übernimmt.
    Wäre die Nachfrage der Bürger nicht da, könnte dien Politik bei diesem Geschäft nicht mitmachen…

  5. Thomas Siems

    Den Kommentar des Herrn Baeumle-Courth als Ratsmitglied finde ich sehr gut, zeigt er doch deutlich, wie solche Dinge zustande kommen. Dazu habe ich zwei Anmerkungen:

    Ad Eins: Die Politiker werden gewählt, weil man ihnen als Bürger vertraut. D.h. heißt im Klartext, ich möchte nicht meine Zeit damit zubringen müssen, deren Schalten und Walten ständig überwachen zu müssen, indem ich den Sitzungen beiwohne. Da würde ich doch gleich anregen, eine Webcam mit Mikrofon im Sitzungsaal zu platzieren – ein Vorschlag, der völlig abwegig erscheint, aber es bei genauerer Überlegung (Stichwort “öffentlich”) gar nicht ist.

    Und trotzdem: Jeder weiß, die wirklich kritischen Sachen werden eher in Nebenabsprachen entschieden – über Parteigrenzen hinweg, denn “man kennt sich ja” im Rat. Wie solche Dinge im Rheinland laufen, wurde schon 1992 eindruckvoll von Professor Scheuch dokumentiert (siehe “Cliquen, Klüngel und Karrieren: Über den Verfall der politischen Parteien”, Reinbek: Rowohlt, 1992 ISBN 3-4991-2599-4).

    Ad Zwei: Die möglichst nicht-öffentliche, bzw. unauffällige Bekanntmachung der Bebauungsplanvorhaben erinnert zynischerweise an Douglas Adams’ “Per Anhalter durch die Galaxis”: Die Erde wird von gelben Raumschiffen gesprengt, weil sie einer intergalaktischen Hochgeschwindigkeitsstraße weichen muss. Als Legitimation wird angeführt, dass die Erdlinge schließlich vorab die öffentlichen Pläne des Vorhabens auf Planet XYZ hätte einsehen können…

    Es wäre lustig, wenn es nicht so nahe an der Realität wäre…

  6. Peter Baeumle-Courth

    Ich finde es prima, dass sich hier eine Diskussion entfaltet, denn mir geht es – auch wenn ich selbst ebenfalls im Stadtrat sitze – oft genug ebenfalls so, dass ich mich zu bestimmten Themen nicht hinreichend informiert fühle. Die Verwaltung liefert manchmal sehr gute Vorlagen, manchmal sehr dünne Vorlagen. Manchmal sind die Vorlagen aber auch so umfangreich, kleine Bücher, dass man sich fragen muss, wann man dies als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker alles lesen (und hinterfragen) soll.

    Denn die Kommunalpolitik wird von Menschen gestaltet, die sich zwar einbringen (wollen), aber in alle Regel den lieben langen Tag einem Beruf nachgehen. Vom zunehmenden Arbeitsanfall her liegt es daher nahe, auch in der Kommunalpolitik hauptamtliche Politiker/innen zu fordern. Dem hier in einem Kommentar formulierten Vorwurf, die Politik in Bergisch Gladbach könnte bestechlich sein, würde das aber sicher nicht abhelfen. Hier kann ich nur allen Bürgerinnen und Bürgern empfehlen: schauen Sie sich die Ratsvertreter an. Die leben ja nicht auf dem Mond, auch wenn manchem die Entscheidungen so vorkommen mögen, sondern hier vor Ort.

    Dass bei CDU und SPD über viele Jahre die gnadenlose Verdichtung in den Aussenbereichen, die konzeptionslose Ansiedlung von Gewerbe u.ä. betrieben wurde, wird selbst dort mittlerweile kritisiert. Inwiefern sich vor allem die Vertreter dieser beiden Parteien in den kommenden Jahren daran halten werten, nur noch mit Augenmaß weiterzuentwickeln, muss beobachtet werden.

    Einfluss nehmen können Interessierte ein kleines Stück immer, denn die Fraktionen des Stadtrates tagen meist öffentlich. Ausschusssitzungen ebenfalls. Hier kann man nach einer Sitzung auch mit dem einen oder anderen Ausschussmitglied ins direkte Gespräch kommen.

    Was die Mitentscheidung durch die Bürgerinnen und Bürger angeht, so gibt es (mindestens) zwei Probleme: das eine ist, dass die Kommunalwahlen nur alle fünf Jahre stattfinden – und die Ratsvertreter in der Zwischenzeit offiziell ihrem Gewissen unterworfen sind – und nur ihrem Gewissen.

    Das andere, vielleicht viel tiefergreifende Problem, ist die Art und Weise, wie insbesondere Planungsvorhaben bekanntgemacht werden. Die ersten (öffentlichen) Schritte macht die Verwaltung in Richtung Politik und spricht traditionell vor allem die Vertreter der beiden größeren Fraktionen CDU und SPD an. Dann kommt eine Vorlage in die Ausschüsse. Und erst wenn ein Bebauungsplan- oder ähnliches Verfahren mehr oder weniger spruchreif ist, dann wird auf der vorletzten Seite eine beliebig unscheinbaren Ausgabe der Tageszeitung in Schriftgröße 7 Punkt direkt neben der Ankündigung einer Kaffeefahrt angezeigt, dass der B-Plan 9911 “Unter’m morschen Broich II” nun öffentlich für zwanzig Werktage ausliegt.

    Das bedeutet: um Bürgerinnen und Bürger stärker direkt zu beteiligen, muss die Informationsweitergabe deutlich modernisiert und verbessert werden. Ich jedenfalls lese nicht regelmäßig die vorletzte Seite der Tageszeitung.

    Ich freue mich über Bürgerinnen und Bürger, die sich mit uns Ratsmitgliedern austauschen wollen!

    Herzlichst
    Peter Baeumle-Courth
    peter.baeumle-courth@gruene-gl.de

  7. Huusmeister

    Stuttgart, Köln … – schön und gut. Aber hier geht es um Refrath, Bensberg, Schildgen, Gladbach, etc.

    Herrschen hier tatsächlich solche Verhältnisse. Kann die Behauptung unwidersprochen lassen, unsere Lokalpolitiker seien bestechlich!?!

    Und wenn bei den Bebauungsplänen tatsächlich etwas aus dem Ruder gelaufen ist – wie können/sollten sich die Bürger effektiv dagegen wehren?

  8. Thomas Siems

    Es ist wirklich unglaublich, wie eine Idylle nach der anderen zugebaut wird!
    Ich kann mich der Sicht des Artikels nur anschließen: Die Investoren können machen, was sie wollen, die Politik wird notfalls geschmiert – “man kennt sich” ja.

    Der neueste Trend ist die Gewinnmaximierung der Investoren, indem Bauland nicht mehr einfach im Auftrag verkauft, sondern zunächst billig aufgekauft und gleich mit einer “luxuriösen Villa für Individualisten” schlüsselfertig angeboten wird. Natürlich wird erst gebaut, wenn ein Käufer angebissen hat (der dann mitnichten noch individuell gestalten kann). Damit wurde schon Mallorca zugepflastert – deutsche Maklerfirmen verkaufen so an deutsche Betuchte im Ausland.

    Die Stadt Köln macht es übrigens genauso: Jeder kleine Platz in der Innenstadt wird zugepflastert oder mit dem xten Museum verplant, welches keine Sau interessiert. Dass die Anwohner viel lieber einen kleinen Erholungspark mit alten Bäumen hätten (wie z.B. in Paris), interessiert nicht, denn die haben ja keine finanzkräftige Lobby.

    Aber unsere Steuergelder nimmt man ja gerne für so wahnsinnige Projekte an – und fährt immer weiter in die roten Zahlen: Die Stadt ist eigentlich völlig pleite (mit oder ohne Messehallen), aber man plant schon mal eine Sanierung des Opernhauses für 360m€. Privatleute wandern für solch Finanzgebahren in den Knast! Eigentlich sollten die Kölner Bürger solange ins Düsseldorfer Opernhaus gehen müssen, bis sie sich ein eigenes wieder leisten können. Köln steht hier nur synonym für andere Städte – wie Bergisch Gladbach… oder Refrath.

    Dass das Ganze am Stadtrand im Grünen weitergeht, macht es nur noch perverser. Es wird Fläche für Gewerbe und Privatleute zugebaut, obwohl es riesige Leerstände gibt. Die Pillenknick-Generation (der letzte geburtenstarke Jahrgang war 1968) hat sich längst mit dem Nachwuchs häuslich eingerichtet – der Bedarf wird also rapide (der demographischen Struktur folgend) abnehmen. Dem kann auch der “Singletrend” nicht entgegenwirken, denn die wohnen lieber zentral in der Stadt und nicht auf der ehemaligen Pferdekoppel, die nun betoniert wird. Es ist einfach sinnlos und traurig.

    Die Frage ist nur – wie können wir uns dagegen wehren??? Ein Benzinlager würde ich nun nicht gerade besetzen müssen. Die Politiker sind selbst schuld, dass sie die Liste der am wenigsten angesehenen Berufe noch vor den Fernfahrern und Versicherungsvertretern anführen, denn sie stehen nicht mehr für Moral und Ethik, sondern für Vorteilsnahme und Machtaneignung.

  9. Micha

    Okay, ich wohne nicht in Refrath und habe auch keinerlei Pläne die in diese Richtung gehen. Aber eines (auch im Zusammenhang mit Stuttgart) würde mich interessieren:

    Welche Stadt kann es sich leisten bei derartig vielen Gegenstimmen mit “Gewalt” ein Programm durchzuziehen, welches offensichtlich kaum einer wirklich will resp. überhaupt braucht??

    Mir ist klar, das man es nie allen Recht machen kann….. aber in meinen Augen ist es ein kleiner Unterschied, ob sich eine Hand voll Leute gegen eine Entscheidung stellen, oder gar hunderte resp. tausende!?!?

    Wer trifft solche Entscheidungen bzw. was tut man dagegen??

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