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Erschreckend gute Prognosen

Die mittelfristigen Vorsagen der Wetterfrösche sind in letzter Zeit erschreckend zuverlässig. Daher sollte man die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes ernst nehmen:

Am Wochenende sind von Süden her zum Teil lang andauernde Schneefälle zu erwarten, die bis Sonntag Abend meist 5 bis 15, im Bergland und dessen Vorland 15 bis 30 cm Neuschnee bringen. Bei einem gleichzeitig in Böen teils stürmisch auffrischendem Nordostwind muss verbreitet mit Schneeverwehungen und dadurch mit erheblichen Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Dies ist ein erster Hinweis auf erwartete Unwetter. Er soll die rechtzeitige Vorbereitung von Schutzmaßnahmen ermöglichen. Bitte verfolgen Sie die weiteren Wettervorhersagen mit besonderer Aufmerksamkeit.

Updates der Vorwarnungen und kurzfristige Warnungen des DWD
Wie stark es aktuell in Bergisch Gladbach schneit zeigen die Webcams
– von RheinBergTV
– der Stadt am Marktplatz

Notfallplanung mit Schwierigkeiten

Die einschlägigen Stellen nehmen diese Warnungen bereits seit Mittwoch ernst und bereiten Notfallmaßnahmen vor. Allerdings gibt es ein (vermeintliches) Handicap: in Bergisch Gladbach sind die Salzvorräte so gut wie aufgebraucht, die Reste sollen aufgespart werden. Bergisch Gladbachs Winterdienst-Chef Hubert Carl:

Unser Streusalz reicht noch für einen Großeinsatz. Dabei hat der Berufsverkehr zum Wochenanfang Vorrang.

Seit Beginn dieses Winters wurden in Bergisch Gladbach 600 Tonnen Salz verstreut. Von den bestellten 300 Tonnen Nachschub wurden nur 150 Tonnen geliefert, weil in Deutschland fast alle Kommunen das gleiche Problem haben. Erst Mitte nächster Woche kommt eine frische Lieferung von 300 bis 400 Tonnen aus Österreich.

Die Strategie der Behörden

Stadt, Kreis, Polizei und Verkehrsbetrieben haben eine Prioritätenliste erstellt. Vom Winterdienst vorrangig bedient werden sollen am Wochenende

  • Hauptverkehrsstraßen,
  • Zufahrten zu Krankenhäusern
  • alle Linienbusstrecken.

Nebenstraßen und reine Anliegerstraßen werden nicht angefahren. Die Bauhöfe wollen am Wochenende erst dann räumen und streuen, wenn der Schneefall aufgehört hat. Das wird möglicherweise erst in der Nacht von Sonntag auf Montag der Fall sein, so dass der Berufsverkehr noch bedient werden könnte. In Einzelfällen sollen nicht befahrbare Straße auf Anordnung der Polizei gesperrt werden. Die Einsatzkräfte stellen sich auf Sonderschichten ein. Auch der Kreisverband des DRK rechnet fest mit einem Notfall-Einsatz.

Auswirkungen für den Straßenverkehr

Damit wird es für Autofahrer am Wochenende unter Umständen schwierig, überhaupt die geräumten Straßen zu erreichen. Und selbst die Hauptverkehrsadern könnten zwischenzeitlich nicht oder nur schwerlich befahrbar sein. Die Einschränkungen gelten natürlich auch für den Busverkehr, auch wenn dessen Strecken zuerst geräumt werden sollen. Die Warnungen der Stadt sind ziemlich eindeutig:

Sollte es zum Wochenende zu den vorhergesagten starken Schneefällen kommen, ist insbesondere für den Autoverkehr mit Einschränkungen zu rechnen. Solange starker Schneefall anhält, wird nicht geräumt oder gestreut. Auf geschlossenen Schneedecken werden vorzugsweise Granulat bzw. Granulat-Salzgemisch eingesetzt. Im Übrigen erfolgt der Salzeinsatz bei Eisglätte. Sofern nicht geräumte Nebenstrecken aufgrund akuter Glätte nicht befahrbar sein sollten, werden diese auf Anordnung der Polizei durch den städtischen Bauhof gesperrt. Autofahrer werden um besondere Vorsicht gebeten. Insbesondere am Wochenende sollte man nach Möglichkeit das Auto stehen lassen.

Verkehrsmeldungen der Polizei
Verkehrsmeldungen WDR
Die Lage auf der A1, A3, A4

Ausweg Schienenverkehr?

Theoretisch können die Bahnen – die S11 in Richtung Köln und Düsseldorf sowie die KVB-Linien aus Refrath und Duckterath ein Ausweg bilden. Doch gerade die einspurige Führung der S11 nach Bergisch Gladbach hat sich in letzter Zeit wieder als sehr anfällig erwiesen, bereits in den vergangenen Tagen sind viele Bahnen ausgefallen bzw. waren verspätet und endeten daher bereits in Dellbrück.
Hier gibt es den aktuellen Stand der Verspätungen bei der S11

Feuerwehr bittet um Mithilfe

Auf privaten Grundstücken schlecht oder gar nicht geräumte Wege behindern die Arbeit der Feuerwehr.  Elmar Schneiders, Pressesprecher der Feuerwehr Bergisch Gladbach:

Abgesehen von einer witterungsbedingten Häufung von Einsätzen bereitet oft bereits der Weg zur Einsatzstelle Probleme.  Häufig sind Hydranten für die Wasserversorgung mit Schnee und Eis bedeckt oder zugeparkt, da sie nicht sichtbar sind. Sorgen Sie dafür, dass Hydranten beim Schneeräumen nicht zugeschoben werden, sondern frei zugänglich und nicht von einer Eisschicht bedeckt sind! Damit erleichtern Sie die Arbeit der Feuerwehr im Einsatzfall enorm.

Informationen der Gladbacher Feuerwehr auf ihrer Website, bei Twitter

Warum Salzstreuen sowieso nicht sinnvoll ist

Der KSTA weist auf Untersuchungen hin, wonach die Zahl witterungsbedingter Verkehrsunfälle zurückgeht, wenn die Straßen nur vom Schneeräumer bearbeitet werden, aber eine dünne, festgefahrene Schneedecke liegen bleibt. Auf diesen nicht mit Salz behandelten Straßen wird wesentlich vorsichtiger gefahren. Länder wie Österreich, Finnland und die Slowakei haben den Salzverbrauch rigoros eingeschränkt und benutzen lieber Granulat auf schneebedeckter Fahrbahn – und haben daher noch volle Läger. Umweltschützern sind die Fahrten mit dem „Pökelpanzer“ (behördeninterne Bezeichnung für Fahrzeuge mit Salzstreu-Vorrichtung) ohnehin ein Graus. „Salz gehört aufs Frühstücks-Ei und nicht auf den Bürgersteig“, zitiert der KSTA Martin Ittershagen vom Umweltbundesamt in Dessau. Er empfiehlt „umweltfreundliche Alternativen“ wie Schneeschieben und abstumpfende Streumittel wie Split, Kies, Granulat und Sand. Die Folgen des Salzeinsatzes zeigen sich erst Monate später: Straßenbäume können nicht genügend Wasser aufnehmen.

Gerd Key, beim Kreis für den Straßen-Unterhalt zuständig, kennt diese Argumente, aber:

Ja, die Art des Winterdienstes ist in der Tat eine Frage der Philosophie. Bei uns im Rheinland ist es aber Standard, die Straßen nach Möglichkeit mit auftauenden Mitteln abzustreuen. Das hat mit der Verkehrsdichte zu tun. Außerdem sind es die Menschen hierzulande nicht gewohnt, auf schneebedeckter Fahrbahn zu fahren. Ich bin mir sicher, dass hier die Unfallzahlen steigen würden, wenn wir so verfahren, wie man es in Österreich tut.

Den Schnee nutzen – die besten Rodelstrecken

Bei all den Notfallplänen sollte man nicht vergessen, das herrliche Winterwetter zu genießen. Solange es noch nicht stürmt also raus in die Natur und auf den Schlitten. RheinBergTV sucht per Twitter nach den besten Rodel-Hügeln und kündigt einen Rodel-Test auf seiner Website an. Zwischenergebnis:

Vinzenz Pallotti, Hebborner Wiese und Diepeschrather Mühle sind Favoriten.

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Quellen und weitere Infos

Stadtverwaltung
KSTA: Erst am Montag wird gestreut, 7.1., Kommentar Malte Ewert
BLZ: Notfallplan für Straßen der Kreisstadt, 7.1.
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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Wenn meiner Frau im Haushalt ein Artikel früher als geplant ausgeht,kauft sie beim nächsten Mal mehr davon.Warum handelt die nicht wie die AWB und kocht noch mit den vorhandenen Resten rum.