Der Bestatter, Trauerbegleiter und Gründer der Privaten Trauerakademie Fritz Roth erlangte bundesweite, ja weltweite Bekanntheit mit dem ersten privaten Friedhof Deutschlands. Hier kann man sich unter alten Bäumen zwischen neuen Kunstwerken bestatten lassen, während die Trauergemeinde bei schönem Wetter in der Natur, bei Regen im edlen Trauerzentrum, eine Zeremonie ganz nach individuellen Wünschen zelebrieren kann.

Denn den 1949 in Eikamp geborene Fritz Roth ärgert nichts mehr, als Beerdigungen, bei denen mit wenig Aufwand viel Geld gemacht wird.

Zwar hat er Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Köln mit dem Abschluss als Diplom-Kaufmann studiert und anschließend als Unternehmensberater gearbeitet, sich dann aber zum Trauerpädagogen an der Akademie für menschliche Begleitung bei Prof. Dr. Jorgos Canacakis fortbilden lassen, nachdem er 1983 das Bestattungshauses Pütz in Bergisch Gladbach übernommen hatte (weitere Häuser in Rösrath-Forsbach, Bensberg und Overath folgten). 2005 eröffnete er ein Haus für trauernde Kinder, 2006 den bereits erwähnten ersten privaten Friedhofes für Urnen in Deutschland: „Die Gärten der Bestattung“ in Bergisch Gladbach.

Die Spielregeln: Wir geben Bergisch Gladbachern, die etwas zu sagen haben, die Möglichkeit, sich anhand eines standardisierten Fragebogens vorzustellen. Die Methode ist spätestens seit dem FAZ-Fragebogen bekannt – wir wenden sie auf lokale Verhältnisse an. Jede Person bekommt 26 Fragen, von denen mindestens 20 beantworten werden müssen. Plus Bonusfrage

Zum Nachlesen: Alle Fragenbögen
Alle Berichte über Fritz Roth
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Herr Roth, wie starten Sie in den Tag?
In der Woche sehr früh zwischen 5:00 – 5:30 Uhr. Bei einer großen Tasse Kaffee lese ich dann die beiden Lokalzeitungen.

Was wollten Sie als Kind werden?
Priester; mit 10 Jahren bin ich für 9 Jahre nach Steyl/Holland in ein Kloster gegangen.

Und was sind Sie geworden?
Diplom-Kaufmann an der Uni Köln, anschl. 9 Jahre Unternehmensberater und ab 1983 Bestatter

Wohin laden Sie Kollegen/Geschäftspartner am liebsten ein?
In ein japanisches Restaurant.

Wohin gehen Sie gerne mit Familie/Freunden?
Ins Bergische mit Abschluss in einem gemütlichen bergischen Lokal, z. Bsp. Gaststätte Heuser in Scheuren

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
Ins Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn in der Schweiz

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Einen ganzen Tag im Kino und in einer Musik- und Buchhandlung verbringen und anschließend den Tag mit Familie und Freunde bis spät in die Nacht in einem guten Restaurant abschließen.

Tee oder Kaffee; Bier oder Wein?
Kaffee und Wein

Was ist für Sie das größte Unglück?
Einsamkeit.

Bitte ergänzen Sie: Bergisch Gladbach ist … TATsache.

Was ist Bergisch Gladbachs größter Pluspunkt?
Übersichtlichkeit und  vertrautes Kleinbürgertum.

Was ist Bergisch Gladbachs größtes Problem?
Man wagt, träumt und spinnt zu wenig.

Wenn Sie drei Wünsche für Bergisch Gladbach frei hätten, würden Sie …
eine Hochschule für junge Menschen, den Erholungspark Strundetal und natürlich den Autobahnzubringer realisieren.

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie …
Film- und Theaterregisseur werden.

Was war Ihre größte Leistung?
Meine Kinder.

Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Mich zu wenig einzumischen, wegzusehen und zu schweigen.

Mein großes Ziel ist es, …
Dazu beizutragen, dass jeder sich wieder traut den Tod und damit das Leben persönlich in die Hand zu nehmen, nach dem rheinischen Motto: „Arsch huh, Zäng ussenander!“

Was ist Ihre Stärke?
Optimismus und Begeisterungsfähigkeit

Was ist Ihre Schwäche?
Schwer „Nein-sagen“ zu können.

Wie sind Sie als Chef?
Sehr fordernd.

… und was würden Ihre Mitarbeiter sagen?
Müssen sie selber die 30 Mitarbeiter, 7 Auszubildenden und vielen Aushilfen fragen.

Worüber können Sie sich richtig aufregen?
Bürokratismus, Dienst nach Vorschrift und Dessinteresse.

Wer ist Ihr größtes Vorbild im Beruf?
Dietrich Bonhoeffer

Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben?
Meine Eltern: Meine Mutter war noch mit 94 Jahren wach und interessiert fürs und am Leben; mein Vater hat bis zu seinem Tod neben der Arbeit nie die Freude am Leben und unserer bergischen Heimat vergessen.

Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben?
Mich um die Themen „Sterben, Tod und Trauer“ zu kümmern.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem Nachfolger/Ihren Kindern erteilen?
Mit Ratschlägen habe ich so meine Probleme, da sie oft mehr Schläge als Rat sind. Die sollen ihr Ding machen, wo sie hinter stehen können und authentisch sind.

Bonusfrage: Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten?

Ihr Lebensmotto?
De Hauptsach is, et Hätz is good!

W. Schmitz-Dietsch

Verleger seit 1980 (Freizeitbörse, Bergische Illustrierte, Live! Magazin) Heute Franzz, Kultur- und Stadtmagazin im Rheinisch-Bergischen Kreis. Mitbegründer des iGL Bürgerportal Bergisch Gladbach. In Sand geboren und wohnend. Verheiratet, drei Töchter.

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