Die Stadt hat das Planungsbüro Planersocietät beauftragt, ein “Integriertes Stadtentwicklungskonzept” zu erarbeiten, das unter dem Namen “ISEK 2030″ Grundlage für den neuen Flächennutzungsplan werden soll. Als Vorarbeit hat das Büro statistische Daten zusammen getragen, die Bergisch Gladbachs Entwicklung genau erfassen – und daraus in einem Berichte einige Trends für unsere Zukunft abgeleitet.

Dieser Bericht war in Form von Schautafeln bei der “Zukunftsmesse” in Bensberg in der vergangenen Woche vorgestellt worden. Damit diese umfangreichen Informationen, die für die gesamte Debatte zur Stadtplanung und Stadtentwicklung eine wichtige Grundlage sind, für alle zugänglich sind, haben wir aus den Schautafeln ein E-Paper produziert (funktoniert leider nicht in der App).

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Im E-Paper finden sich die Kapitel

  • Demografie
  • Zukunftsperspektiven: Natur, Sport, Naherholung, Tourismus
  • Gemeinbedarf: Bestand und Perspektive
  • Gewerbe: Bestand und Perspektive
  • Identität  Image: Bestand
  • Wohnen: Perspektive

Hört sich langweilig und trocken an? Das Gegenteil ist der Fall.

Stadt der Immigranten – abhängig von Kölns Defiziten

Wie aus dem Report deutlich hervorgeht ist der demografische Wandel Ausgangs- und Angelpunkt der Stadtentwicklung. Bislang konnte Bergisch Gladbach seine Bevölkerung trotz eines deutlichen Geburtenrückgangs stabil halten – aufgrund der Einwanderung von Familien aus Köln: 35.000 Menschen sind in den vergangenen 20 Jahren von Köln nach Bergisch Gladbach gezogen, weil sie hier ein lebenswerteres Umfeld erhofften. Gleichzeitig sind allerdings auch 21.000 Bergisch Gladbacher ins östliche Umland abgewandert.

Überalterung verändert alles: Volksmusik statt PoetrySlam

Für die Zukunft entscheidend ist die dramatische Alterung der Bevölkerung. In den nächsten 20 Jahren wird die Zahl der Über-60-Jährigen (Ü60) um ein Viertel zunehmen, die Zahl der 80 bis 100-Jährigen sich sogar verdoppeln. Das hat auf nahezu alle Lebensbereiche gravierende Auswirkungen.

Der Bedarf an Schulen und Kitas wird zurückgehen, der Bedarf an Pflegeheimen und altersgerechten Wohnungen steigen. Aber auch das Kulturangebot und die Sportvereine werden sich umstellen müssen: ihre Klientel wird deutlich älter, statt Slam ist eher Volksmusik gefragt. Allerdings werden die “Alten” auch immer fitter.

Gewerbestandort: Chancen werden verschlafen

Ein Kapitel für sich ist die Analyse des Gewerbestandorts Bergisch Gladbach. Der habe sich in der Vergangenheit durch eine graduelle Verlagerung von Produktion auf Dienstleistungen zwar ganz gut gehalten. Doch für die Zukunft sehe es nicht ganz so gut aus, urteilen die Experten der Planersocietät.

Vor allem sei die Qualität der Gewerbegebiete durchschnittlich oder einfach, mit der einzigen Ausnahme des Technologieparks in Moitzfeld. Auch sei das verfügbare Flächenpotenzial in den Gewerbeflächen begrenzt. Eine Entwicklung der Brachflächen sei häufig schwierig.

Noch, so die Schlussfolgerung, sei die Position des Wirtschaftsstandortes im Vergleich zu NRW und zur Region günstig, doch verlaufe “die Entwicklung letztlich nur verzögert”. Übersetzt in Klartext: Bergisch Gladbach verschläft seine Chancen!

Jetzt sind Sie dran!

Schauen Sie sich die Schautafeln genau an, da stecken viele wertvolle Informationen drin.

Welche Schlüsse Sie aus den Daten ziehen ist Ihre Sache – aber es wäre schön, wenn Sie dazu unten einen Kommentar abgeben, und wir die Debatte voran treiben können.

Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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